Im Promotionsprojekt wird folgenden Forschungsfragen nachgegangen:
Kinder setzen sich bereits früh mit grundlegenden Fragen nach dem Sinn des Lebens auseinander. Diese Sinnsuche wird durch den zunehmenden Einfluss digitaler Medien sowie durch die vielfältigen Inhalte, die diese in die kindliche Lebenswelt transportieren, zusätzlich intensiviert. Heranwachsende im Grundschulalter sehen sich neben persönlichen Lebens- und Krisenerfahrungen zunehmend auch mit globalen Krisen, kriegerischen Konflikten und gesellschaftlichen Transformationsprozessen konfrontiert.
Bislang ist empirisch nur unzureichend erforscht, was Kinder als sinnstiftend wahrnehmen, welche Aspekte ihr Leben bereichern und welche Sinnagenturen ihnen Orientierung und Halt bieten. Die Perspektiven von Heranwachsenden auf diese Fragestellungen besitzen jedoch eine hohe religionspädagogische Relevanz, da die Begleitung kindlicher Sinnsuche einen zentralen Bestandteil religiöser Bildungsprozesse darstellt.
Insbesondere der Religionsunterricht eröffnet einen Raum, in dem Kinder in ihrer Identitätsentwicklung begleitet und in ihrer Suche nach Sinn und Selbstverortung unterstützt werden können. Vor dem Hintergrund der wachsenden Bedeutung von Identitätsbildung im pädagogischen Diskurs richtet das Promotionsprojekt den Fokus auf Grundschulkinder und deren individuellen Perspektiven auf Sinnsuche und Sinnagenturen, die mithilfe qualitativer Interviews erhoben werden sollen.
Die daraus gewonnenen Einblicke in die Gedankenwelt sowie in die Wertevorstellungen der Kinder sollen dazu beitragen, neue Perspektiven für religionspädagogische Konzepte und die schulische Arbeit mit Kindern zu entwickeln.
Kontakt:
Luise Hrimat
Abgeordnete Lehrkraft an der Professur für Religionspädagogik des Martin-Luther-Instituts
E-Mail: luise.hrimat@uni-erfurt.de