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Gábor Gángó und Yue Dan erhalten Tandem-Fellowship der Gerda Henkel Stiftung

Die Gerda Henkel Stiftung vergibt für das akademische Jahr 2026/27 am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt ein vier Monate dauerndes sogenanntes Tandem-Fellowship an Professor Dr. Gábor Gángó (assoziierter Fellow am Max-Weber-Kolleg) und Dr. Yue Dan (Shanghai). In diesem Rahmen wollen die beiden Wissenschaftler ein Buchmanuskript zu ihrem gemeinsamen Forschungsprojekt „Leibniz’ chinesischer Spiegel und die Kritik an Pufendorfs Voluntarismus“ erstellen, in dem sie zeigen, wie die frühen europäischen Debatten über den göttlichen freien Willen und die rationale Ordnung wesentlich mit Begegnungen mit außereuropäischen Zivilisationen verknüpft waren.

Blick auf das Forschungszentrum am Gothaer Schloßberg.

Das Projekt integriert die Perspektiven des „Europäischen/Lokalen“ und des „Chinesischen/Globalen“ in die Untersuchung ethischer Krisen der Frühen Neuzeit und nutzt Leibniz als idealen Verbindungspunkt zwischen diesen beiden Sichtweisen. Durch die grundlegende philosophische Frage nach der Begründung der Ethik in der Vernunft oder im Willen verknüpfen Dan und Gángó auf organische Weise die Forschungsfragen (1) „Leibniz’ Kritik an Pufendorf“ und (2) „Leibniz’ Verteidigung der chinesischen natürlichen Theologie“. Gábor Gángó wird als Experte für Leibniz’ politisches Denken und seine Philosophie sowie für Leibniz’ Auseinandersetzung mit Osteuropa den kritischen theoretischen Rahmen bereitstellen, der notwendig ist, um Yue Dans Argumentation zu fundieren.

Der Antrag verspricht gut fundierte Forschungsergebnisse in zwei Bereichen von grundlegender Bedeutung innerhalb von Leibniz’ weit gefasstem politischen Denken. Darüber hinaus trifft derselbe Fragenkomplex auf zwei unterschiedliche kulturelle Kontexte. So könnten die daraus entstehenden kulturellen und intellektuellen „Frequenzinterferenzen“ Impulse und Synergien erzeugen, deren Charakter und Wirkung zum gegenwärtigen Stand der Untersuchung noch offen bleiben.

Dan und Gángó erklären: „Wir freuen uns darauf, durch unsere gemeinsame Arbeit in der inspirierenden intellektuellen Atmosphäre des Forschungszentrums Gotha, unter Einbeziehung der Expertise des Zentrums in Geistes-, Kultur- und Wissensgeschichte sowie durch die Nutzung der reichen Quellenbestände der Forschungsbibliothek Gotha – einer der größten deutschen Bibliotheken der frühen Neuzeit – und der Universitätsbibliothek Erfurt, diese Potenziale in Form wissenschaftlicher Ergebnisse realisieren zu können, die den Forschungsstand wesentlich voranbringen und neue Perspektiven für innovative Ansätze eröffnen.“

Sie befinden sich im News-Bereich des Forschungskollegs Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes.

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