Das Projekt integriert die Perspektiven des „Europäischen/Lokalen“ und des „Chinesischen/Globalen“ in die Untersuchung ethischer Krisen der Frühen Neuzeit und nutzt Leibniz als idealen Verbindungspunkt zwischen diesen beiden Sichtweisen. Durch die grundlegende philosophische Frage nach der Begründung der Ethik in der Vernunft oder im Willen verknüpfen Dan und Gángó auf organische Weise die Forschungsfragen (1) „Leibniz’ Kritik an Pufendorf“ und (2) „Leibniz’ Verteidigung der chinesischen natürlichen Theologie“. Gábor Gángó wird als Experte für Leibniz’ politisches Denken und seine Philosophie sowie für Leibniz’ Auseinandersetzung mit Osteuropa den kritischen theoretischen Rahmen bereitstellen, der notwendig ist, um Yue Dans Argumentation zu fundieren.
Der Antrag verspricht gut fundierte Forschungsergebnisse in zwei Bereichen von grundlegender Bedeutung innerhalb von Leibniz’ weit gefasstem politischen Denken. Darüber hinaus trifft derselbe Fragenkomplex auf zwei unterschiedliche kulturelle Kontexte. So könnten die daraus entstehenden kulturellen und intellektuellen „Frequenzinterferenzen“ Impulse und Synergien erzeugen, deren Charakter und Wirkung zum gegenwärtigen Stand der Untersuchung noch offen bleiben.
Dan und Gángó erklären: „Wir freuen uns darauf, durch unsere gemeinsame Arbeit in der inspirierenden intellektuellen Atmosphäre des Forschungszentrums Gotha, unter Einbeziehung der Expertise des Zentrums in Geistes-, Kultur- und Wissensgeschichte sowie durch die Nutzung der reichen Quellenbestände der Forschungsbibliothek Gotha – einer der größten deutschen Bibliotheken der frühen Neuzeit – und der Universitätsbibliothek Erfurt, diese Potenziale in Form wissenschaftlicher Ergebnisse realisieren zu können, die den Forschungsstand wesentlich voranbringen und neue Perspektiven für innovative Ansätze eröffnen.“

