Forschungsprofil

Kartons_Sammlung_Perthes

Die Residenzstadt Gotha seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert als einen Ort des Sammelns und des Wissens zu begreifen, bildet den Ausgangspunkt unserer Forschungen. Schließlich bergen die Bibliothek, das Schloss, das Museum und das Archiv mitsamt den dazugehörigen Magazinen und Depots sowie insbesondere die Überlieferung des Verlags Justus Perthes und seiner Nachfolger eine große Fülle und Vielfalt von Sammlungen. Verzeichnet in Inventaren, Katalogen und Listen, verpackt in Mappen, Schachteln, Kartons, oder auch unverpackt im Regal stehend bzw. in eigenen Vorrichtungen lose gehängt, sind all diese Sammlungsgüter und das in ihnen versammelte lokale wie globale Wissen in verschiedensten Hinsichten erforschbar. Dazu greifen wir auf globalhistorisch informierte Ansätze aus den Geschichtswissenschaften und der Wissenschaftsgeschichte, den Literatur- und Medienwissenschaften sowie aus den Politik- und Religionswissenschaften zurück.

Ein gewichtiger Teil unserer Forschung wählt die umfänglichen Bestände der Sammlung Perthes zum Ausgangspunkt. Dieses Interesse hebt zunächst auf das globale Wissensding „Karte“ ab, das sich eng mit den anderen Teilen der Sammlung, der Verlagsbibliothek und dem -archiv verknüpft, zugleich aber auch weit über die Sammlung hinausweist. Im Zentrum steht so die Konturierung und Profilierung einer relational ausgerichteten, transkulturellen Wissensforschung – einer Wissensgeschichte des Globalen, die interdisziplinär offen ausgerichtet die vielzitierten Beziehungen zwischen Globalität und Lokalität ergründen will und die (post)koloniale Zusammenhänge und Bedingungsgefüge miteinbezieht.

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