Die ostdeutsch-polnische Grenze wurde nach ihrer einseitigen Schließung durch die DDR im Jahre 1980 für die meisten Menschen nur schwer passierbar. Trotzdem kamen aber über das darauffolgende Jahrzehnt tausende von polnischen Pendler:innen täglich über die Grenze, um in den Volkseigenen Betrieben der DDR zu arbeiten. Die Beschäftigung in der DDR bedeutete für viele dieser Arbeiter:innen eine bessere Entlohnung, grenzüberschreitende Mobilität und Zugang zu sonst kaum verfügbaren Waren. „Working the Border“ erforscht den transnationalen Alltag dieser Pendler*innen als Beispiel der Europäisierung „von unten“, die in Osteuropa auch trotz restriktiver Bedingungen im letzten Jahrzehnt des Staatssozialismus stattfand.
Förderung: DAAD Research Fellow(seit 2020)
Bild: Lebensmittelladens „Granica“ („Grenze“), Görlitz © Andrew Tompkins