Universität Erfurt

Zitieren - Quellenverzeichnis

Das Zitat und Zitiergründe

Eine wissenschaftliche Abhandlung arbeitet mit Argumenten. Jede Behauptung bedarf des Beweises, und jede Verallgemeinerung ist an Beispielen zu illustrieren. Die Wissenschaftlichkeit verlangt ferner, dass der Verfasser [oder die Verfasserin] einer Arbeit irgendwo an das bisher Erarbeitete anknüpft, es fortführt und erweitert. Das bedeutet unter Umständen Richtigstellung, Auseinandersetzung, Zustimmung oder Kritik." (1)

(1) Standop, Ewald; Meyer, Matthias L. G.: Die Form der wissenschaftlichen Arbeit, ein unverzichtbarer Leitfaden für Studium und Beruf, 17., korrigierte und ergänzte Auflage, Wiebelsheim, Quelle & Meyer, 2004 (Arbeitshilfen), S. [35]

Arten von Zitaten:

  1. Wörtliches Zitat.
    Der Text wird exakt so übernommen, wie er in der Originalquelle steht. Es werden keine orthographischen, grammatischen oder stilistischen Korrekturen vorgenommen. Hervorhebungen, die im Original vorliegen, das sind z. B. Fettdruck, Kursivdruck, Unterstreichung, werden übernommen. Im Anschluss an das Zitat folgt der Hinweis auf die Quelle und die Stelle innerhalb der Quelle.
  2. Nicht wörtliches Zitat (Paraphrase).
    Der Inhalt des originalen Textes wird mit eigenen Worten wiedergegeben. Im Anschluss an das Zitat folgt der Hinweise auf die Quelle und die Stelle bzw. die Stellen innerhalb der Quelle, eingeleitet durch „vgl.“ (vergleiche). Damit die Leserinnen und Leser Deiner Arbeit wissen, dass der Inhalt des paraphrasierten Textes nicht von Dir stammt, solltest Du gleich zu Beginn des nicht wörtlichen Zitats den Urheber bzw. die Urheberin des Originals nennen.

Zeichen, die beim wörtlichen Zitieren Verwendung finden:

„ “ Doppelte Anführungszeichen (oder Einrückung)

= Beginn und Ende des wörtlichen Zitats. Wenn Du doppelte Anführungszeichen zur Zitatkennzeichnung verwendest, musst Du in der Originalquelle vorkommende doppelte Anführungszeichen innerhalb Deines Zitats in einfache Anführungszeichen umwandeln!

[ ] Eckige Klammern

= Einfügungen von Dir, die nicht im Original stehen

[...] Drei Punkte in eckigen Klammern

= Weglassungen

[!] Ausrufezeichen in eckigen Klammern

= Rechtschreibfehler im Original

( ) Runde Klammern

= umgestellte gebeugte Verbform

Gründe für das Zitieren:

  • Begründetes und überprüfbares Wissen erarbeiten.
  • Den Konventionen des wissenschaftlichen Arbeitens folgen.
  • Eigene Aussagen, Schlussfolgerungen usw. stützen.
  • Vorwissen vorstellen.
  • Kernaussagen anführen.
  • Aussagen belegen.
  • Kein Plagiat produzieren.
  • Positionen, die Du kritisch prüfst, vorstellen.
  • Positionen, die Du kritisch geprüft hast und denen Du Dich anschließt, vorstellen.
  • Positionen, die Du kritisch geprüft hast und von denen Du Dich abgrenzt, vorstellen.
  • Eigene Argumentation stützen.
  • Eigene Aussagen illustrieren, mit Beispielen unterfüttern.
  • Urheberrechtlich geschützte Texte der Gesetzeslage entsprechend behandeln (vgl. UrhG, Urheberrechtsgesetz § 51 "Zitate", insbesondere Punkt 1 "Zitate in selbstständigen wissenschaftlichen Werken" [UrhG vom 09.09.1965, BGBl. I S. 1273, das zuletzt durch Artikel 83 des Gesetzes vom 17.12.2008, BGBl. I S. 2586, geändert worden ist]).

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Der Literaturnachweis

Der Literaturnachweis wird oft auch bibliographische Beschreibung genannt.

Bibliographisch = die Bibliographie betreffend.

Bibliographie = (Biblio- [Buch], -graphie [aufschreiben bzw. Aufgeschriebenes]; ursprünglich: Bücher aufschreiben, Liste aufgeschriebener Bücher; heute: Bücher, Aufsätze, Zeitschriften, Zeitungen u. ä. Veröffentlichungen aufschreiben, Liste aufgeschriebener Bücher, Aufsätze, Zeitschriften usw.) ein Literaturverzeichnis, ein Verzeichnis veröffentlichter und vervielfältigter Textquellen; Sonderformen: z. B. Filmographie, Diskographie.

Die Elemente des Literaturnachweises am Beispiel "Buch":

Autor bzw. Autorin: Titel der Veröffentlichung, Untertitel, noch ein Untertitel, Auflage, Erscheinungsort, Verlag, Erscheinungsjahr (Reihe, Bandzählung, Unterreihe, Bandzählung)

Die Datenreihenfolge wurde international normiert und folgt dem Prinzip: Wer hat was geschrieben sowie wo und wann veröffentlicht.

Für jede Veröffentlichungsart wurde anhand der international normierten Datenreihenfolge ein Beschreibungsschema entwickelt. So gibt es z. B. Beschreibungsschemata für:

  1. Bücher, die einzeln erschienen, einbändig sind;
  2. Bände innerhalb von mehrbändigen begrenzten Werken;
  3. Aufsätze aus 1,
  4. Aufsätze aus 2,
  5. Aufsätze aus Zeitungen,
  6. Aufsätze aus Zeitschriften.

Weitere Fälle findest Du in der Merk- und Arbeitshilfe (pdf).

Die Beschreibungszeichen (Komma, Semikolon, Doppelpunkt, runde Klammer auf, runde Klammer zu) die zwischen den einzelnen Elementen eines Literaturnachweises  stehen, musst Du in Deiner Seminarfacharbeit konsequent gleichmäßig setzen. Es ist redaktionell nicht zulässig, dass Du die Beschreibungszeichen beliebig variierst. Welches Zeichen wo steht, kannst Du folgendem Schema entnehmen:

Beispielfall "Buch":

Familienname Autor, Vorname Autor; Familienname Herausgeberin, Vorname Herausgeberin (Funktion): Titel der Veröffentlichung, Untertitel, noch ein Untertitel, Auflage, Erscheinungsort, Verlag, Erscheinungsjahr (Reihe, Bandzählung, Unterreihe, Bandzählung)

Für den hier aus didaktischen Gründen vereinfachten Beschreibungsstil gilt:

Mehrere Personen bzw. mehrere Personenvereinigungen, die ein Werk verfasst oder an diesem beteiligt sind, werden durch Semikolon getrennt. Den Personen bzw. Personenvereinigungen, die das Werk nicht verfasst haben, sondern auf sonstige Art (z. B. als Herausgeber, Übersetzer, Bearbeiter, Begründer) am Werk beteilig sind, wird die Funktion, eingeschlossen in runden Klammern, nachgestellt. Das Element "Personen/Personenvereinigungen" wird mit Doppelpunkt abgeschlossen. Der Titel der Veröffentlichung wird kursiv hervorgehoben. Alle weiteren Beschreibungselemente werden jeweils durch Komma voneinander getrennt. Ausnahme: Die Reihe nebst Unterreihe einschließlich den Bandzählungen steht in runden Klammern. Reihe, Unterreihe, Bandzählungen werden voneinander durch Komma getrennt.

Beispiel (Buch, einzeln, einbändig erschienen):

Celan, Paul; Buck, Theo (Kommentar); Götz, K. O. (Ill.): Todesfuge, Originalausgabe, Aachen, Rimbaud, 1999 (Texte aus der Bukowina, 7)

Beachte: Auch Internetseiten mit Text sowie pdf- und andere Dateien, die Text enthalten und im Internet angezeigt werden, gehören zur Literatur. Für diese Dokumente musst Du ebenso einen vollständigen Literaturnachweis erstellen.

Beschreibungsschema "Online-Dokumente mit Text":

Autor bzw. Autorin: Titel, Untertitel, Internetadresse [Zugriff am Datum]

Eventuell müssen weitere Angaben gemacht werden.

Beispiele (Online-Dokumente mit Text):

Akademie der Künste, Berlin: Ai Weiwei hat seine Mitgliedschaft in der Akademie der Künste bestätigt, Pressemitteilung 07. Juli 2011, http://www.adk.de/de/aktuell/pressemitteilungen/index.htm?we_objectID=30300 [Zugriff am 17.08.2011]

Goltz, Maren: Musiker-Lexikon des Herzogtums Sachsen-Meiningen, (1680 – 1918), [2., erweiterte Version], Meiningen, [ohne Verl.-Angabe], 2008, http://www.db-thueringen.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-15773/goltz_musikerlexikon_2.pdf [Zugriff am 17.08.2011]

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Literaturnachweis und Quellenverzeichnis

In einem Literaturverzeichnis listest Du die Literatur auf, die Du zur Erstellung der Seminarfacharbeit genutzt hast.

Das Quellenverzeichnis enthält die Quellen, die Du zur Erstellung der Seminarfacharbeit konsultiert hast.

Was Du alles im Literatur- bzw. Quellenverzeichnis auflistest, ist davon abhängig, ob Du einen weiten oder engen Literatur- bzw. Quellenbegriff nutzt.

Definitionen und ihre Folgen:

Literatur = veröffentlichte, vervielfältigte Texte. Eine enge Definition. In diesem Falle listest Du Bücher, Aufsätze aus Zeitungen, Zeitschriften und Büchern, unabhängig davon, ob sie gedruckt oder elektronisch erschienen sind.

Literatur = Sekundärliteratur. Noch eine enge Definition. In diesem Falle listest Du ausschließlich wissenschaftliche Texte über den Untersuchungsgegenstand.

Literatur = Textdokumente jeglicher Art. Eine weite Definition. In diesem Falle listest Du sowohl schriftliche als auch mündliche, sowohl veröffentlichte als auch nicht veröffentlichte, sowohl vervielfältigte als auch nicht vervielfältigte Texte. Bevor Du nicht veröffentlichte Texte in Deiner Arbeit nutzt, musst Du unbedingt den Urheber oder die Urheberin bzw. die Erben um Erlaubnis fragen.

Quelle = Primärliteratur bzw. Primärquelle. Eine enge Definition. Die Primärliteratur bzw. Primärquelle enthält den Untersuchungsgegenstand bzw. ist selbst der Untersuchungsgegenstand. Ausschließlich diese Dokumente listest Du in diesem Falle auf.

Quelle = jede Art von Dokument, dem Wissen entnommen werden kann. Eine weite Definition. In diesem Falle listest Du Literatur, Bilder, Filme, Objekte usw. auf.

Wenn Du Dir unsicher bist, ob Du Dein Verzeichnis Quellen- oder Literaturverzeichnis nennen sollst, dann gib ihm die Überschrift "Quellenverzeichnis" und liste alle von Dir benutzten Dokumente unter dieser Bennenung auf.

Eine Möglichkeit, das Literatur- bzw. Quellenverzeichnis zu ordnen, ist folgende: Du ordnest die Literatur- bzw. Quellennachweise alphabetisch nach den Urheber_inne_n und anschließend chronologisch nach den Erscheinungsjahren.

Quellen untersuchende Arbeiten sollten ein "Quellen- und Literaturverzeichnis" haben, welches Du in die zwei Listen "Quellen" (meint Primärquellen) und "Literatur" (meint Sekundärliteratur) unterteilst.

Weitere Anregungen findest Du in der Merk- und Arbeitshilfe (pdf).

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Impulse und Material

Impulse:

  1. Trainiere das Zitieren und das Erstellen von Literatur- bzw. Quellenverzeichnissen regelmäßig. Erstelle ab jetzt zu jedem wissenschaftlichen Vortrag, den Du in der Schule halten sollst, bzw. zu jeder wissenschaftlichen Hausarbeit, die Du schreibst, ein Literatur- bzw. Quellenverzeichnis. Zitiere stets den Regeln gemäß!
  2. Erstelle für das Internetdokument, das Du unter der Adresse http://www.dhm.de/lemo/ findest, einen Literaturnachweis! [Zur Lösung.]
  3. Löse die Aufgaben in der Übungssammlung "Pro Seminarfach-Arbeit: Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung"!
  4. Verwende zwei Quellen: Zitiere wörtlich, was eine "Fabel" ist! Gib die jeweiligen Quellen an!
  5. Verwende zwei weitere Quellen: Paraphrasiere (zitiere also nicht wörtlich), was eine "Fabel" ist! Gib die jeweiligen Quellen an!
  6. Wähle ein Thema und erstelle zu diesem ein Literaturverzeichnis, das Bücher, Aufsätze aus wissenschaftlichen Zeitschriften und Internetdokumente nachweist! (Insgesamt sollte das Verzeichnis 20 bis 30 Literaturnachweise enthalten.)

 
Material (pdf):

Merk- und Arbeitshilfe [mit Übersichten und Beispielen] "Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung – Zitat – Quellenverzeichnis"

Vortrag am 10. März 2011 in der Edith-Stein-Schule Erfurt "Pro Seminarfach-Arbeit: Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung – Zitat"

Aufgaben – Übungen [mit Lösungen] "Pro Seminarfach-Arbeit: Literaturverzeichnis – Bibliographische Beschreibung"

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