Künstlerische Praxis | Q-Phase

Projektseminare

Projektorientiertes Arbeiten

In der Qualifizierungsphase (3. - 6. Semester) liegt der Schwerpunkt auf der selbständigen künstlerischen Arbeit in Projekten, die in ihrer Ausrichtung eine thematische, konzeptionelle Vorgabe liefern, aber meist keine Vorgabe für eine bestimmte künstlerische Technik  geben.

Nicole Dressler, Substrate (Projekt Plastik, Lelah Ferguson), Carmen Woycik, Installation (Projekt "Home Sweet Home", Rana Matloub), Lea Bellin, Zeichenapparat (Projekt "Zwischenstopp", Thomas Offhaus)

Projektseminare im WS 2020

Fotografie und Gestaltung: Vom Kunstwerk zum Katalog | Jörg Behrens

Vom Kunstwerk zum Katalog Um künstlerische Werke dauerhaft zugänglich und sichtbar zu machen, sollten sie nicht nur in Ausstellungen präsentiert, sondern auch in Form gedruckter Kataloge und online veröffentlicht werden. Im Rahmen des Projektseminars Fotografie werden sich die TeilnehmerInnen mit der fotografischen und gestalterischen Vermittlung von künstlerischen Projekten beschäftigen und ihre eigenen Werke in Form eines Katalogs oder einer Website veröffentlichen. Um dies zu realisieren, sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Zunächst müssen die zwei- oder dreidimensionalen Werke so reproduziert werden, dass deren Inhalte und Eigenschaften möglichst erhalten bleiben. Im Anschluss werden die Reproduktionen mithilfe einer Bildbearbeitungssoftware für den späteren Druck oder die Bildschirmdarstellung optimiert. Im nächsten Schritt wird ein Layoutkonzept für den Katalog oder die Website erarbeitet, wobei die Frage nach der Zielgruppe der Publikation im Vordergrund steht. In dieser Projektphase müssen eine Reihe weiterer Entscheidungen getroffen werden: Welches Format, welches Papier und welche Form der Bindung soll verwendet werden? Wo und wie soll der Katalog später hergestellt werden und welche Kosten sind zu kalkulieren? Wenn diese Fragen geklärt sind, beginnt die gestalterische Realisierung. Hierbei werden wir uns mit den Themen Satzspiegel, Typografie und weiteren gestalterischen Aspekten beschäftigen. Am Ende des Seminars werden die SeminarteilnehmerInnen einen Prototyp ihrer Publikation in der digitalen Druckwerkstatt der Fakultät ARS herstellen. Die Seminareinheiten finden am Montag von 10 bis 12 Uhr (zunächst) online statt. Die Praxiseinheiten finden in den Werkstätten der Fakultät Architektur und Stadtplanung an der FH Erfurt statt. Die Zeiten für die Praxiseinheiten werden mit den TeilnehmerInnen individuell abgestimmt, da die Nutzung der Werkstätten individuell an die Corona-Bestimmungen der Hochschule angepasst wird. Das Einführungsseminar findet am 2.11. 2020 um 10 Uhr statt. Das Projektseminar findet in den fotografischen Werkstätten der FH Erfurt statt.

Der Alltag: eine Kritik des Spektakulären | Lelah Ferguson

Viele internationale Ausstellungen sind zu Bühnen für eine sich mit dem Alltäglichen beschäftigende zeitgenössische Kunst geworden und stehen damit in der Tradition so unterschiedlicher Strömungen wie der Surrealisten, der Situationisten oder der Fluxus-Gruppe – Kunstrichtungen, die sich oftmals für das scheinbar Abgedroschene und Gewöhnliche interessierten. Auch die Konzeptkunst und die feministische Kunst seit den 1960er Jahren sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Diese Kunst des Alltäglichen weist eine Anerkennung „of ordinary dignity or the accidentally miraculous“ auf, eine Beschäftigung „with a new kind of anthropology, an immersion in the pleasures of popular culture, or a meditation on what happens when nothing happens“ (Stephen Johnstone). Sie wendet sich unseren sogenannten gewöhnlichen Umgebungen zu, d. h. nicht selten vernachlässigten, jedoch viel besuchten, dabei aber wenig wahrgenommenen Gegenden von Bahnhofsarealen über verlassene Fabrikgelände bis hin zu Plattenbausiedlungen, Geschäftsquartieren mit Filialen von Fast-Food-Ketten oder Gewerbegebieten mit Shopping Malls. Die Partizipierenden an der Projekt-Veranstaltung werden ermutigt, ein vorsichtiges Misstrauen gegenüber dem Spektakulären zu entwickeln und sich in Anlehnung an Georges Perec zu fragen: „[... D]as Banale, das Alltägliche, das Offensichtliche, das Allgemeine, das Übliche, dasjenige unterhalb der Wahrnehmungsschwelle zum Üblichen, das Hintergrundgeräusch, das Gewohnte – wie darüber berichten, wie es hinterfragen, wie es beschreiben? [...] Wie sollen wir diese ‚allgemeinen Dinge‘ [visualisieren], wie sie eigentlich verfolgen, wie sie aufstöbern, [...] wie ihnen eine Bedeutung, eine Sprache[, einen Ausdruck, eine Form] verleihen, sodass sie schließlich davon handeln, was ist, davon, was wir sind“? Wir werden versuchen, uns – vermeintlich – ereignislosen und oft übersehenen Orten unseres alltäglichen Lebens, die eine Quelle widersprüchlicher emotionaler Reaktionen sein können, zu widmen und diesen Orten zur Sichtbarkeit zu verhelfen.

 

Das Unsichtbare sichtbar machen | Rana Matloub

"Das Unsichtbare sichtbar machen" Wofür Kunst? Wenn wir die Welt doch vor uns sehen? Künstlerinnen und Künstler schauen hinter die Kulissen und erweitern den Blick der Betrachter*innen. Kunst ist eine Schule des Sehens (und der Wahrnehmung allgemein). Wir schauen auf das in unterschiedlichster Weise Unsichtbare in der Welt und machen es sichtbar. Zukunftsvisionen und Vergangenes, heimliche Gedanken und Worte zwischen den Zeilen, das ganz Kleine und das ganz Große.

Mal-Gründe | Thomas Offhaus

Mal-Gründe Motivation, Wege und Verfahrensweisen malerischer Bildfindung Im Rahmen dieses Projektkurses werden die in Basic Malerei erworbenen Kompetenzen und Fähigkeiten hinsichtlich des angemessenen Umgangs mit Materialien in malerischen Prozessen sowie die verschiedensten Möglichkeiten, sich dem Bild gestalterisch zu nähern, gefestigt und weiterentwickelt.

Die Studierenden entwickeln dabei individuelle malerische Projekte im Rahmen unterschiedlicher Schwerpunkte, wie z.B.: Prinzip Collage, Projektion oder der Problematik der grafischen Intervention in malerischen Kontexten. Es werden diverse Positionen anhand bedeutender Beispiele zeitgenössischer Malerei besprochen.

Projektwoche

Eine Woche intensiver künstlerischer Arbeit ...

In Projektwochen, die in der vorlesungsfreien Zeit liegen, haben die Studentinnen und Studenten die Möglichkeit eine ganze Woche lang, mit einem Künstler oder einer Künstlerin, die nicht an der Universität Erfurt tätig ist, ein künstlerisches Projekte zu bearbeiten. Die Projektwoche ist eine inhaltliche Ergänzung zu unseren Angeboten in der Künstlerischen Praxis.
In der Qualifizierungsphase finden die  Studentinnen und Studenten ihre ganz persönliche Thematik und entwickeln ihren Formenkanon.

  • Leonie Henneberger, Installation (Projektwoche "Die Linie - Pipeline der Fantasie" | Sabine Sauermilch | WS 2019/20)
  • Sophia Detroi, Installation (Projektwoche "Assemblage" |  Bettina Schünemann | WS 2019/20)  Dokumentation (PDF)
  • Jasmin Böhm, Körperextension (Projektwoche "Automaten Automaten" | Gaby Peters | WS 2018/19 )  Dokumentation (PDF)

Projektwochen im WS 2020

Künstlerische Projektwoche I | Illusionsmaschinen | Gesa Foken

Die Projektwoche findet in der zweiten vorlesungsfreien Woche statt. Alle Informationen - auch zu Vorbereitungstreffen - erhalten Sie im Moodle-Raum der Veranstaltung. Die Projektwoche hat das Ziel, rund um ein locker gewebtes Thema, welches Raum für möglichst individuelle Interessen lässt, die eigenständige und möglichst medienoffene künstlerische Arbeit zu fördern. Sie können Interessen und Materialvorlieben in diesem Seminar weiterverfolgen oder sich auch ganz neu anregen lassen. Unsere Projektwoche ist rund um das Stichwort ›Illusionsmaschinen‹ assoziiert. Ich denke dabei sofort an zwei Dinge: An jene ersten Apparaturen, die Bewegtbilder zu erzeugen vermochten, aber auch an die Rede von all jenen aktuellen Maschinen, die so ›lernen‹, ›erfahren‹, ›kommunizieren‹ würden wie Menschen. Der erste Maschinentyp erzeugt die Illusion des bewegten Bildes, der zwei-te wird mitsamt der Illusion vermarktet, sie wären ›lebendig‹ oder aber ›intelligent‹. Der erste Illusi-onstyp regt zur Anregung, zum Nachbau ein, der zweite zu einer kritischen Auseinandersetzung. Beide Maschinen-Assoziationen werden während der Einführungsveranstaltung mit Material aus der Technikgeschichte unterfüttert, was aber nicht heißt, dass Sie nicht eigenen Assoziationen rund um das Stichwort der ›Illusionsmaschine‹ folgen können. Die Projektwoche findet vom 1. bis 5. März 2021 am Hügel statt. Die Einführungssitzung findet am 4. Dezember um 17 Uhr über BigBlueButton im Moodle-Raum statt. Dann erfahren Sie auch die mitzubringenden Materialien. Dr. Gesa Foken ist als bildende Künstlerin und Philosophin aktiv, zudem als Dozentin an diversen Hochschul-Standorten.

Künstlerische Projektwoche II | wallsculpture - zwischen Bild und Skulptur | Annekathrin Lemke

Theoretisch wird auf die Geschichte und Bedeutung der Kunstform des Reliefs eingegangen, um anschließend eigene Ideen im künstlerischen Prozess umzusetzen. Das Relief versteht sich als Zwischenstufe zwischen Malerei und Skulptur- und kann beide Techniken in sich vereinen oder bewusst eine andere Entstehung nehmen. Wir widmen uns dem Handwerk und historischen Techniken genauso wie dem Einfluss zeitgenössischer Tendenzen. Material und Materialkombinationen spielen hier eine große Rolle; aber auch Farbe und Form, Licht und Raum beeinflussen den Ausdruck des Werkes und müssen mitgedacht und in den Arbeitsprozess integriert werden. So entstehen in der Projektwoche individuelle Arbeiten, die Fläche und Dreidimensionalität verbinden.

Bachelor-Arbeit | Künstlerische Praxis

Die Bachelorarbeit - Optionen und Möglichkeiten für eine Abschlussarbeit

Die prozess- und konzeptorientierte Arbeit im Rahmen der Projektseminare und -wochen kann durch die Entscheidung, die Bachelorarbeit im Bereich der Künstlerischen Praxis zu schreiben, nochmals vertieft und befördert werden. Sie besteht grundsätzlich aus einem künstlerisch-praktischen Projekt und einer begleitenden theoretischen Beschäftigung mit der gewählten Thematik. Auch bei der Erstellung der theoretischen Arbeit können die Studierenden freier agieren und entscheiden, welche Form sie für die Ausarbeitung wählen. Es gelten nicht grundsätzlich die Formbeschränkungen und -regeln, die für theoretische Arbeiten im wissenschaftlichen Kontext vorausgesetzt werden. In einem Seminar zur Bachelor-Arbeit werden die StudentInnen von einer Lehrkraft betreut.