Gothaer Bibliotheksgespräche

Die Forschungsbibliothek Gotha ist eine der großen historischen Bibliotheken in Deutschland. Sie bewahrt eine herausragende europäische und außereuropäische Sammlung an Handschriften, gedruckten Werken und Landkarten vom Mittelalter bis in die Neuzeit zu vielen Bereichen der Wissenschaft, Kunst und Kultur.

In unserer Reihe „Gothaer Bibliotheksgespräche“ möchten wir mit Ihnen ins Gespräch kommen. Wir stellen Ihnen unsere Sammlungen vor, informieren über aktuelle Forschungen in unserem Haus, geben Einblicke in unsere Projekte und diskutieren mit Ihnen über interessante Entwicklungen im Bibliotheksbereich.

Die Veranstaltungen finden mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e.V. statt.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Kontakt: veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de

Veranstaltungen im 2. Halbjahr 2026

15. Juli 2026: Venus als Verkörperung von Tugend? Neue Erkenntnisse zur Entschlüsselung des Bildprogramms deutscher Renaissance-Einbände

Venus mit Cupido

Mittwoch, 15. Juli 2026 | 18 Uhr | Ort: Spiegelsaal

Venus als Verkörperung von Tugend? Neue Erkenntnisse zur Entschlüsselung des Bildprogramms deutscher Renaissance-Einbände

Referent: Dr. Daniel Gehrt (Forschungsbibliothek Gotha)

Venus! Keine andere Figur der antiken Mythologie ist so häufig auf deutschen Einbänden des 16. Jahrhunderts anzutreffen wie sie. Sie steht häufig Seite an Seite mit allegorischen Personifikationen wie JustitiaPrudentia und die durch Lucretia vertretene Castitas (Keuschheit). Verkörpert ausgerechnet die Liebesgöttin ebenfalls in diesem Zusammenhang eine Tugend? Wenn ja, welche? Ausgehend von einer bisher unbekannten Venus-Herkules-Rolle, die drei Buchbände in der Forschungsbibliothek Gotha ziert, führt Dr. Daniel Gehrt allgemein in die Einbandkunst der Renaissancezeit ein und versucht, das größere moralische Bildprogramm dieses Mediums zu erfassen und zu entschlüsseln. Zugleich geht er den Ursprüngen der Motivwahl nach. Viele Spuren weisen bereits auf den Humanisten Conrad Celtis und den Künstler Lucas Cranach, die um 1500 in Wien im persönlichen Austausch standen, als entscheidende Impulsgeber hin.

Aufgrund begrenzter Kapazitäten bitten wir um Anmeldung bis zum 13. Juli unter Tel. 0361/737-5530 oder veranstaltungen.fb@uni-erfurt.de.