12. Newsletter: QUALITEACH II meldet sich mit den letzten Neuigkeiten aus 2021

Wir wünschen Ihnen allen frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Veranstaltungen und Events

Erfahrungsbericht der Online Summer School Medienpädagogik

Die Förderung medienpädagogischer Kompetenzen möglichst vieler Lehramtsstudierender ist das Hauptanliegen unseres Qualiteachteilprojekts „Kompetenznetzwerk digitale fachbezogene Lehrer*innenbildung“. Um dies effizient, ressourcenarm und nachhaltig umzusetzen, wurden offene Selbstlernkurse erarbeitet, die im September 2021 in einer Summer School Medienpädagogik pilotiert und evaluiert wurden. Alle vier Selbstlernkurse wurden auf ihre User Experience hin untersucht und haben durchweg zufriedenstellend abgeschnitten. Eine Befragung zu Verarbeitungstiefe ergab Verbesserungspotential in der Aktivierung der Lernenden. Allgemein wurde die Summer School als motivierend und informativ wahrgenommen und wird gerne weiterempfohlen.

Mehr zur Summer School und den Selbstlernkursen folgt in Kürze auf der Seite des BMBF


Förderung besonderer Interessen und Begabungen: Internationaler Austausch zur Begabtenförderung

Ende Juli und Anfang August 2021 fand die vom World Council for Gifted and Talented Children (WCGTC) ausgerichtete Virtual WCGTC World Conference statt, an der wie zahlreiche andere Forscher*innen und Praktiker*innen aus der ganzen Welt auch Sandra Klaubert, Mitarbeiterin im QUALITEACH-Teilprojekt „Kompetenz- und Entwicklungszentrum Inklusion mit dem Schwerpunkt Förderung besonderer Interessen und Begabungen“, teilnahm. Frau Klaubert nutzte diese Konferenz, um sich mit den internationalen Konferenzteilnehmer*innen auszutauschen und etwas über andere spannende Arbeiten im Bereich der Begabtenförderung zu erfahren. Darüber hinaus konnte sie über die im Rahmen ihres Promotionsprojektes erfolgte Entwicklung eines Single Category Implicit Association Tests zur Erfassung impliziter Einstellungen besonders talentierter Schüler*innen in einem vorab aufgenommenen Video sprechen.


Teaching Talent Center: Austausch bei der Summer School des Netzwerks Lehrerbildung-Nachwuchskollegs (NeLe)

Am 9. und 10. September fand die Summer School des Netzwerks Lehrerbildung-Nachwuchskollegs (NeLe) unter dem Titel „Empirical research for high quality teaching and teacher education“ als hybride Veranstaltung an der Technischen Universität Dresden sowie digital statt. Katinka Clasen, Mitarbeiterin und Promovierende im QUALITEACH-Teilprojekt Teaching Talent Center, konnte sich mit einem Vortrag mit dem Titel „Performance Assessment mit Multiplen Mini-Interviews: Beurteilung und Rückmeldung von eignungsrelevanten Handlungskompetenzen im Lehramtsstudium“ über den aktuellen Ergebnisstand zum Einsatz von Multiplen Mini-Interviews in der Lehrerbildung beteiligen. Es gelang ein interdisziplinärer Austausch mit anderen Nachwuchswissenschaftler*innen und ein Diskurs zu methodischen Herausforderungen der Forschungsarbeit.


Forscher*innen aus QUALITEACH II diskutierten und reflektierten auf der DGfE-Tagung die Bedeutung interdisziplinärer Kooperation für die Kompetenzentwicklung von Lehrerbildner*innen

An eine qualitätsvolle Lehrer*innenbildung werden zahlreiche Anforderungen und Ansprüche gestellt. Diese erfordern interdisziplinäres Agieren und setzen als „Querschnittsaufgaben“ die Zusammenarbeit, den Austausch und den kritischen Diskurs von Lehrerbildner*innen aus allen beteiligten Bereichen voraus. Die Vorbereitung zukünftiger Lehrer*innen auf Heterogenität und Inklusion oder auf einen kritisch-reflexiven Umgang mit Digitalisierung in Schule und Unterricht sind beispielhaft zu nennen. Auch existieren begründete Forderungen nach hochschuldidaktischer Gestaltung von Lerngelegenheiten, die im Sinne eines „Shift from Teaching to Learning“ die Bedeutung aktiven und selbstbestimmten Lernens in situierten Lernprozessen unterstützen.

Die akademische Erstausbildung an Hochschulen und Universitäten ist entsprechend den klassischen „Säulen“ in bildungswissenschaftliche, fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studienfächer strukturiert, in denen wissenschaftliche Disziplinen mit ihren je eigenen Fachlogiken agieren, was eine systematische Zusammenarbeit und Kooperation erschwert. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Inhalte und Strukturen der Lehrer*innenbildung weiterentwickelt und wirkungsvoller gestaltet werden können, wenn sie insbesondere querschnittlichen Charakter tragen.

Auf welche Weise interdisziplinäre Zusammenarbeit gelingen kann, haben zwei Teilprojekte des Qualiteach-Teams im Rahmen der Jahrestagung der DGfE-Sektion Schulpädagogik „Reflexion und Reflexivität in Unterricht, Schule und Lehrer*innenbildung: Anfragen, Befunde, Modelle und Perspektiven“ am 24. September 2021 diskutiert.

Das Projekt „Hochschullernwerkstatt“ stellte Ergebnisse der Begleitforschung zu einer dreisemestrigen Fortbildung mit Lehrerbildner*innen vor. Sie zielt darauf, hochschuldidaktische Kompetenzen von Lehrerbildner*innen zu fördern, damit diese den Lernwerkstattansatz empirisch fundiert in ihrer Lehre anwenden und verallgemeinerbare Lehrkonzepte zur Professionalisierung zukünftiger Lehrer*innen entwickeln, umsetzen und evaluieren. Der Erfahrungsraum Fortbildung ist nach bisheriger Erkenntnis aus Perspektive der Fortbildungsteilnehmer*innen vor allem durch gemeinsamen Austausch und Kooperation sowie durch individuelle und kollektive Reflexionsprozesse im Kontext der Gruppe gekennzeichnet, die in Art und Ausprägung prozessbezogene Merkmale einer professionellen Lerngemeinschaft widerspiegeln.

Das Projekt „Teamplanning und Teamteaching“ stellte einen interdisziplinären Ansatz in der Hochschullehre vor, in dem inklusionsspezifische Fragestellungen multiperspektivisch betrachtet werden, so dass für Studierende die Verschränkung der „Säulen“ der

Lehrer*innenbildung erfahrbar wird und gleichzeitig Professionalisierungsmöglichkeiten für Hochschullehrende bestehen.

Resümierend stand und steht vor dem Hintergrund dieser Befunde die Frage im Raum, welche hochschulischen Bedingungen zu schaffen sind, damit sich die in beiden Projekten geschaffen Strukturen interdisziplinärer Kooperation bestenfalls im Sinne einer Community of Practice über die Projektlaufzeit hinaus verselbstständigen können.


„Bildung für Demokratie“ – eine Veranstaltungsreihe mit externen Kooperationspartner*innen

Die Reihe „Bildung für Demokratie“ wurde erstmals im Wintersemester 2020/21 durchgeführt. Ziel dieser Reihe ist es, Lernwerkstatt als offenen Raum des Austauschs zu leben und durch die Thematisierung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen einen Beitrag zur demokratischen Bildung zu leisten.

Im Wintersemester 2021/2022 werden mit der Unterstützung externer Kooperationspartner*innen drei Veranstaltungen realisiert. Dazu zählen der Vortrag „Kinderschutz für angehende Pädagog*innen“ von Boris Nikolaev vom Kinder- und Jugendschutzdienst HAUT-NAH in Erfurt sowie der Vortrag „Religiöse, kulturelle und ethnische Vielfalt als Chance für die Demokratie- und Menschenrechtsbildung in Schule und Bildungsarbeit“ von Dr. Annika Schreiter von der Evangelischen Akademie Thüringen und (Apl.) Prof. Dr. Michael Haspel vom Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt. Darüber hinaus ist für den 12. Januar 2022 der Workshop „Was heißt hier eigentlich neutral? - Zur Notwendigkeit einer Positionierung von Schulen und Bildungseinrichtungen für Demokratie und Menschenrechte“ geplant, der von Petra Doubek vom MOBIT e.V. - „Mobile Beratung in Thüringen – Für Demokratie – gegen Rechtsextremismus“ durchgeführt wird.

Die Veranstaltungen werden aufgrund der coronabedingten Einschränkungen zum Teil in einem digitalen Format umgesetzt. Nähere Informationen finden Sie auf unserem BlogSchauen Sie gern vorbei – wir freuen uns auf Sie!


Programmkongress der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern

QUALITEACH II war auch in diesem Jahr in vielfältiger Form auf dem Programmkongress der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern vertreten. Der Kongress fand am 22. und 23. November in hybrider Form statt. Insgesamt nahmen rund 700 Personen virtuell und 100 vor Ort in Berlin teil. Programmkongress der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung"

Dabei haben Jun.-Prof. Dr. Bernadette Gold und Norbert Graebel (Teilprojekt Forschungslabor Mastermind) zusammen mit Vertreter*innen der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Universität Halle-Wittenberg, der Universität Kassel und der Alexander-von-Humboldt-Schule Lauterbach an einem Austauschforum zum Thema „Lehrkräftebildung als phasenübergreifende Anforderung: Lerngelegenheiten diskursiv gestalten und Grenzen überschreiten“ mitgewirkt. In dem Forum wurden Modellprojekte vorgestellt, die eine gelungene Kooperation zwischen den verschiedenen Lehrerbildungsphasen aufbauen konnten und somit zu einer stärkeren Kohärenz der Lehrkräftebildung beitragen. Die zentralen Erkenntnisse der Diskussion, an der auch Vertreter*innen der zweiten sowie dritten Phase der Lehrkräftebildung und aus der Praxis teilnahmen, waren zwei Aspekte: (1) Im Sinne eines Top-down-Prozesses muss es eine strukturelle Verankerung von Kooperation geben, z. B. durch Schaffung langfristiger personeller und zeitlicher Ressourcen; (2) Im Sinne einer Bottom-up-Strategie bestand die Hoffnung, dass die vorgestellten und auch weitere Modellprojekte der Qualitätsoffensive Veränderungsprozesse anstoßen, die sich über die Zeit in einer Veränderung und Entwicklung der Kooperations- und Kommunikationskultur zwischen den verschiedenen Akteur*innen der Lehrkräftebildung zeigen.

Thomas Bock präsentierte ein Poster mit dem Titel „Evidenzbasierung im Langzeitpraktikum: Eine quasi-experimentelle Studie zur Förderung der Einstellung zu evidenzbasierter Praxis durch Konfrontation subjektiver Theorien mit wissenschaftlicher Evidenz“. Dargestellt wurde eine praktikumsbegleitende Intervention, die die Fragestellung verfolgt, ob sich positive Einstellungen gegenüber evidenzbasierter Praxis durch einen als persönlich relevant erlebten Conceptual Change am Beispielthema des lernförderlichen Feedbacks fördern lassen.

In einer aktiven Pause zum Thema „(Interdisziplinäre) Kommunikation spielerisch stärken“, tauschten sich die Teilnehmenden unter der Moderation von Dr. Sina Westa (22.11.2021) und Marcus Berger (23.11.2021) zum Thema Feedback geben und annehmen aus. In zwei Gruppen erarbeiteten die Teilnehmenden einen Elevator Pitch zu Vor- und Nachteilen der qualitativen und quantitativen Forschung und gaben sich im Anschluss wertschätzendes Feedback.


Einblicke

Erfolgreicher Start der zweiten Pilotstudie im digitalen Format

Im Rahmen des Teilprojektes „Förderung besonderer Interessen und Begabungen“ wurde im zurückliegenden Sommersemester die erste Piloterhebung innerhalb eines Online-Begleitkurses zum Komplexen Schulpraktikum mit Grundschullehramtsstudierenden zur Diagnose und Förderung von potenziell mathematisch begabten Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Im aktuellen Wintersemester 2021/2022 findet eine weitere Pilotstudie statt. In mehreren digitalen Sitzungen erweitern angehende Grundschullehrkräfte des Masterstudiengangs ihr professionelles Wissen und Handeln zur Diagnose und Förderung mathematisch interessierter bzw. potenziell begabter Kinder. Ziel ist es, dass die Studierenden das theoretisch angeeignete Wissen in Verbindung mit den im Seminar entwickelten Fähigkeiten im Adaptieren von Mathematikaufgaben im Schulpraktikum anwenden und erproben. Im Ergebnis der Auswertung beider Piloterhebungen wird es eine umfangreichere Studie im Sommersemester 2022 geben.


Teaching Talent Center: Erprobung eines Seminarformats zur Bedeutung der Persönlichkeit für den Lehrberuf

Wenngleich die Bedeutung der Lehrerpersönlichkeit für den Leistungszuwachs der Schüler*innen noch diskutiert wird, ist sie für die Bewältigung der hohen Anforderungen des Lehrberufs, für die Aufrechterhaltung der Arbeitsmotivation und die Vermeidung von Burnout eindeutig nachgewiesen. Ein von Prof. Hany mit Unterstützung durch Katinka Clasen, M.Sc., neu konzipiertes und im WS 2021/22 erstmalig durchgeführtes Seminar im Wahlbereich des Bachelorstudiums will Lehramtsstudierende hinsichtlich der Bedeutung der eigenen Persönlichkeit für ihre Berufsausübung sensibleren und ihnen durch Fragebögen Anregungen für die persönliche Weiterentwicklung bieten. Bei positiver Evaluation kann dieses Seminar regelmäßig angeboten und zu einer Vorlesung ausgebaut werden, um die Reichweite zu erhöhen. Derzeit sind die Studierenden engagiert dabei; eine Auswertung der Lernjournale am Semesterende wird zeigen, ob Zielbildungs- und Reflexionsprozesse eingesetzt haben.


Erste Untersuchungen zur Wirksamkeit von Trainingsprogrammen für indirekte Instruktion

In diesem Wintersemester findet im Teilprojekt „Methodentraining für effektives Unterrichten“ auf Grundlage der im vergangenen Sommersemester durchgeführten online-Pilotstudie eine erste quasi-experimentelle Untersuchung zur Wirksamkeit der bisher entwickelten Trainingsprogramme statt. Gegenstand der Untersuchung sind ein Trainingsprogramm für indirekt instruierenden Deutschunterricht und ein Trainingsprogramm für indirekt instruierenden Mathematikunterricht. 150 Studierende durchlaufen das Programm für die Gestaltung von Interpretationsgesprächen im Deutschunterricht. Im Unterschied zu den Erprobungen aus der ersten Projektphase handelt es sich um ein semesterbegleitendes Kurzprogramm, das sieben Trainingssitzungen umfasst. Weitere 102 Studierende nehmen an einem zweiten, neu entwickelten Programm für die kommunikative Gestaltung eines diskursiven Mathematikunterrichts teil. Beide Trainingsprogramme finden in einem Versuchs-Kontroll-Gruppen-Design statt. Während in den Versuchsgruppen der Ansatz des situierten Lernens verfolgt wird, d.h. die relevanten Kommunikationstechniken werden in unterrichtsnahen Situationen gemeinsam entwickelt und erprobt, wird in den Kontrollgruppen die Gesprächsführung über ein an vorgegebenen Lehrtechniken ausgerichtetes kognitives Diskriminations- und Entscheidungstraining erlernt. Für die Überprüfung der Wirksamkeit der Trainingsprogramme werden Teilnehmerbefragungen mit Hilfe des „Course Instructor\Evaluation Questionnaire – CIEQ“ (Aleamoni, 1978) durchgeführt. Darüber hinaus ist eine stichprobenartige Auswertung von Unterrichtsvideos geplant, welche die Teilnehmer von eigenen, im nachfolgenden Schulpraktikum durchzuführenden Unterrichtsversuchen anfertigen.

[Aleamoni, L. M. (1978). Development and factorial validation of the Arizona course/instructor evaluation questionnaire. Educational and Psychological Measurement 38 (4), 1063-1067.]


Podcast: Besserwissen – Bildungsmythen auf der Spur

„Sitzenbleiben - teuer und wirkungslos?“, „Jungen sind von Natur aus besser in MINT-Fächern als Mädchen?“, „Schule zerstört Kreativität?!“

Das sind die ersten Episodentitel des neuen Podcasts „Besserwissen- Bildungsmythen auf der Spur“, der von nun an in regelmäßigen Abständen auf den Seiten der Universität Erfurt sowie auf allen gängigen Podcastplattformen erschein wird.

Marcus Berger vom Team der Hochschullernwerkstatt, Jana Asberger (Bildungsforschung und Methodenlehre) und Madeleine Müller (Professionsentwicklung und Didaktik der Lehrerbildung) setzen den Podcast zusammen mit den Studierenden der zugehörigen Lehrveranstaltung um. Ziel ist es gleichermaßen, dass sich die Studierenden inhaltlich mit verschiedenen Bildungsmythen auseinandersetzen, einen Mythos wissenschaftlich ergründen und das Medium Podcast als Open Education Ansatz nutzen lernen. Die Seminarveranstaltung wird auch in den kommenden Semestern weitergeführt, sodass viele weitere Bildungsmythen wissenschaftlich ergründet und mit der am Bildungswesen interessierten Öffentlichkeit geteilt werden können.

Sie sind sich unsicher, ob Sie auch dem einen oder anderen Bildungsmythos unterliegen, dann hören Sie doch einfach in Episode 1, in der Prof. Dr. Johannes Bauer allgemein über das Thema Bildungsmythen spricht.  Zu hören auf Spotify Podcast Besserwissen 

Oder den Seiten der Universität Erfurt: Podcast Besserwissen 


Digitale Teilhabe und Kinderrechte

Im Zuge gesellschaftlicher Entwicklungen wie der Digitalisierung und Mediatisierung müssen Kinderrechte nun auch in der schulischen Bildung stärker im Kontext kindlicher Medienwelten thematisiert werden. So wird dieser Aspekt folglich Teil der (medienpädagogischen) Kompetenzentwicklung angehender Lehrkräfte. Dies soll über eine Kooperation zwischen dem Projekt „#Kinderrechte digital leben!“ des Kinderschutzbundes Thüringen und dem Qualiteachteilprojekt „Kompetenznetzwerk digitale fachbezogene Lehrer*innenbildung“ im Rahmen des Lehramtsstudiums an der Universität Erfurt abgebildet werden.

Digitale Medien gehören zur Lebenswelt von Kindern. Virtuelle und reale Sozialräume verschmelzen, Kinder bewegen sich selbstverständlich in einer mediatisierten Welt und genauso selbstverständlich muss auch die Gültigkeit der Kinderrechte in digitalen Räumen sein: Sie sind Grundlage gelingender gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern.

Deshalb müssen Kinderrechte in allen Bereichen einer digitalisierten und mediatisierten Gesellschaft berücksichtigt und umgesetzt werden. So stehen auch angehende Lehrkräfte vor der Herausforderung, medienbezogene Erziehungs- und Bildungsaufgaben, auch im Kontext der Kinderrechte, in das schulische Lehren und Lernen zu integrieren. Dafür benötigen sie Ansätze, Werkzeuge und ein professionelles Selbstverständnis, welche es ihnen erlauben das Lehren und Lernen über Medien lebensweltnah und in einer sinnvollen Ausgewogenheit aus Schutz, Förderung und Beteiligung umzusetzen – Entscheidungen im besten Sinne des Kindes sind die Maxime.

Diesem Anspruch soll im Rahmen des Teilprojektes Rechnung getragen werden, daher wurde eine Kooperation mit dem Projekt „#Kinderrechte digital leben!“ ins Leben gerufen. Das Projekt befindet sich in Trägerschaft des Kinderschutzbund Landesverband Thüringen und wird gefördert im Rahmen des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie des Thüringer Landesprogrammes „Denk Bunt“ des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport.

Die Kooperation umfasst zum einen Gastvorträge im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Studiums Fundamentale, welche die Grundlagen von Kinderechten in einer digitalen Welt im Kontext der digitalen Teilhabe thematisieren. Zum anderen werden speziell für die Zielgruppe der Lehramtsstudierenden Workshops zu diesem Thema angeboten, welche oben genannte Grundlagen nochmals vertiefen und auch methodische Impulse zur Umsetzung im Rahmen des schulischen Unterrichts geben. Ein erster Workshop wird im Rahmen der kommenden Spring School im Frühjahr 2022 für Studierende angeboten werden.

Der Bericht zur Summer School Medienpädagogik 2021 wird in Kürze auf der Seite des Projektträgers veröffentlicht: Seite des BMBF


Neueste Publikationen

Mut – Zumutung – Ermutigung. Oder wie man lernt, eine Hochschullernwerkstatt zu lieben.

Das Projekt „Hochschullernwerkstatt“ zielt darauf, Lernwerkstattarbeit zu einem fest verankerten Strukturelement in der Ausbildung der Lehramtsstudierenden an der Universität Erfurt zu machen und ihre Wirkungen auf die Professionalisierung von Lehramtsstudierenden empirisch zu ermitteln. An die aus diesem Projekt resultierenden Erfahrungen und empirischen Befunde schließt diese Veröffentlichung an. Sie reflektiert Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen des Transfers eines solchen hochschuldidaktischen Lehr-Lern-Settings wie der Lernwerkstattarbeit in manifeste universitäre Strukturen ebenso wie das im Lernwerkstattdiskurs als konsensfähig geltende Postulat des selbstbestimmten und selbstverantwortlichen Handelns der Studierenden und hinterfragt, inwieweit dieses Postulat auch tatsächlich an die Erwartungen und Praktiken der unterschiedlichen Akteure in einer Lernwerkstatt anschließt. In dieser Gesamtbetrachtung der Rolle und des Stellenwertes von Hochschullernwerkstätten für Bildungs- und Lernprozesse von Lehramtsstudierenden an Hochschulen dekonstruiert der Beitrag die Lernwerkstatt als eine „Zumutung“ (Hagstedt 2016, S. 28) für Lehrende und Lernende und unterstreicht zugleich den Mut und die Notwendigkeit von Ermutigung für das Handeln Lehrender und Lernender mit und in diesen Räumen.

[Zitierte Literatur: Hagstedt, Herbert (2016). Lernen im Selbstversuch. Wie Studienwerkstätten sich über forschende Lerngelegenheiten definieren können. In Sabrina Schude, Dorit Bosse & Jens Klusmeyer (Hrsg.): Studienwerkstätten in der Lehrerbildung. Theoriebasierte Praxislernorte an der Hochschule (S. 21-36). Wiesbaden: Springer.]

Tänzer, Sandra (2021): Mut – Zumutung – Ermutigung. Oder wie man lernt, eine Hochschullernwerkstatt zu lieben. In: Holub, Barbara, Himpls-Gutermann, Klaus; Mittlböck, Katharina; Musilek-Hofer, Monika, Varelija-Geber, Andrea & Grünberger, Nina (Hrsg.): lern.medien.werk.statt. Hochschullernwerkstätten in der Digitalität. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 23-39. https://www.pedocs.de/volltexte/2021/22810/pdf/Taenzer_2021_Mut_Zumutung_ErmutErmut.pdf    


Hochschullernwerkstätten – Orte demokratischer Bildung!? Ein Werkstattbericht.

Der Beitrag beschäftigt sich systematisch und empirisch fundiert mit der Frage, welchen Beitrag das Lehren und Lernen in einer Hochschullernwerkstatt zur Demokratiebildung leisten kann. Im Mittelpunkt stehen konzeptionelle Überlegungen und empirische Befunde der Begleitforschung zu einer Seminarveranstaltung, deren Gestaltung eng verbunden wurde mit der Erforschung von Demokratievorstellungen und demokratischen Fähigkeiten von Grundschullehramtsstudierenden.

Schulze, Hendrikje & Tänzer, Sandra (2021): Hochschullernwerkstätten – Orte demokratischer Bildung!? Ein Werkstattbericht. In: Simon, Toni (Hrsg.): Demokratie im Sachunterricht – Sachunterricht in der Demokratie. Wiesbaden: Springer, 267-283. https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-33555-7 


Methodentraining für effektives Unterrichten als Teil der Programmbroschüre

Eine kurze Darstellung des Teilprojektes „Methodentraining für effektives Unterrichte“ ist in der aktuellen Programmbroschüre „Meilensteine der Lehrkräftebildung“ ab S. 51 zu finden. Programmbroschüre „Meilensteine der Lehrkräftebildung“