Auslandsaufenthalte im Lehramtsstudium

Haben Sie schon einmal daran gedacht, während Ihres Lehramtsstudium ins Ausland zu gehen?

Unsere Welt und die Klassenzimmer werden immer globaler, multikultureller und vielfältiger. Schon im Studium bietet sich die Chance, sich mit den Themen von morgen zu beschäftigen.

Sie fragen sich, was Sie von einem Aufenthalt im Ausland erwarten können?

  • Intensives Erleben und Kennelernen anderer Kulturen
  • wertvolle Einblicke in andere Bildungssysteme
  • Sensibilisierung für Interkulturalität und Vielfalt im Klassenzimmer
  • Förderung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse

Die unterschiedlichen Praktika während des Bachelor- und Masterstudiums bieten Ihnen die Möglichkeit, einmal über den eigenen Tellerrand zu schauen, Schule in anderen Ländern kennenzulernen und im Rahmen des Lehramtstudiums einmalige Erlebnisse im Ausland zu schaffen.

Informieren Sie sich auf den folgenden Seiten zu den Möglichkeiten eines Auslandsaufenthaltes im Rahmen Ihres Lehramtstudiums. Gerne unterstützen und begleiten wir Sie bei der Umsetzung Ihres Vorhabens.

Ihr Team des Projekts "ELsA- Erfurter Lehramtsstudierende im Ausland"

Persönliche Beratung für einen Praktikumsaufenthalt im Ausland

Wir beraten Sie gerne persönlich vor Ort, digital per Videokonferenz oder per Telefon. 

Bei Interesse schreiben Sie bitte eine E-Mail an clemens.ernst@uni-erfurt.de.

Informationsveranstaltungen zum Thema "Praktikum im Ausland"

Im Rahmen der Auftaktveranstaltungen für die Bachelor- und Masterstudiengänge bieten wir immer im Oktober eine Informationsveranstaltung rund um das Thema "Praktikum im Ausland" an.

Video Komplexes Schulpraktikum im Ausland

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich das Video ansehen, werden Informationen darüber an Youtube/Google übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Google Privacy.

Wir, das Projektteam "ELsA - Erfurter Lehramtsstudierende im Ausland", haben für Sie in einem Moodle-Raum viele Informationen für die Organisation eines Praktikums im Ausland zusammengestellt. Sie finden hier weiterführende Informationen zu den Themen:

  • Wie finde ich eine passende Praktikumsschule im Ausland?
  • Was sollte meine Bewerbung grundlegend enthalten?
  • Wie kann ich mir mein Auslandspraktikum finanzieren?
  • Wichtige Dokumente für mein Praktikum

Sie sind am Moodle-Raum interessiert? Schreiben Sie gerne eine Mail unter Angabe Ihres Semesters und Lehramtstudiengangs an clemens.ernst@uni-erfurt.de

Link zum Moodle-Raum "ELsA - Erfurter Lehramtsstudierende im Ausland"

Ihr Praktikum im Ausland

Im Rahmen des Bachelor- oder Masterstudiums können Sie Praktika im Ausland absolvieren. Das Modul SPS (BOS & VOS) im Bachelor-Studium sowie das Komplexe Schulpraktikum (KSP) im Masterstudium eignen sich als Mobilitätsfenster für einen Auslandsaufenthalt. Eine weitere Möglichkeit für das Sammeln von Erfahrungen im Ausland bieten freiwillige, selbstorganisierte Praktika, die Sie z.B. in Ihren Semesterferien absolvieren können.

Lehrerin in der Klasse

Schulpraktische Studien (VOS&BOS) im Rahmen des Bachelorstudiums

Praktika im Berufsfeld Ihrer Studienfächer im Bachelorstudiengang

Informieren Sie sich gerne in den verschiedenen Fachbereichen zu Praktika im Berufsfeld, die Sie im Ausland absolvieren können.

Komplexes Schulpraktikum (KSP) im Rahmen des Masterstudiums

Neue Sprachen lernen

Sie möchten sich gezielt auf ein Praktikum im Ausland vorbereiten und sich in der Landessprache Ihres Ziellands weiterbilden? Nutzen Sie die Semester in Vorbereitung auf Ihr Praktikum und lernen Sie neue Sprachen. Das Angebot des Sprachenzentrums der Universität Erfurt unterstützt Sie dabei!

Sprachenangebot des Sprachenzentrums der Universität Erfurt

Studierende Weltweit

Bitte beachten Sie: Sobald Sie sich den Inhalt ansehen, werden Informationen darüber an DAAD übermittelt. Weitere Informationen dazu finden Sie in den Datenschutzerklärungen von DAAD.

Erfahrungsberichte Erfurter Studierender im Ausland

Australien

Australien Küste

Interview mit Regine Eberhardt zum Auslandspraktikum in Melbourne

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Australien/ Melbourne
29.01.2018-29.03.2018

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Es war schon immer mein Traumland.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An der privaten, deutschen sowie bilingualen Deutschen Schule Melbourne

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Es wurde mehr Wert auf die Individualität des Kindes gelegt, anstatt auf die Klasse an sich.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich habe Projekte zur Papierherstellung und zur Bestimmung der Wasserqualität begleitet. Geleitet habe ich ein Projekt zur Giroaffensprache und die Einführung in den Fahrradunterricht.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja, die Australier sind super freundlich und offen sowie sehr lässig im Umgang mit Fremden.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Im Verhältnis zu Deutschland fast doppelt so hoch.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Es gab keine besonders großen Herausforderungen.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

In Bezug auf Deutschland, die Disziplin in den Klassenzimmern, die ich bis dahin gewohnt war. Privat habe ich nur meine Liebsten daheim vermisst.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse das freundliche Kollegium der Schule, die Freundschaften die ich geschlossen habe und das großartige Kulturangebot in Melbourne. Ich vermisse weiterhin die coole Lässigkeit der Australier, die das Leben einfach entspannter macht.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

1. Englisch aufpolieren, besonders wenn man es unterrichtet.
2. Einblicke in völlig andere Schulverhältnisse zu bekommen.
3. Persönliche und professionelle Weiterentwicklung.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Gewonnen habe ich sehr gute Freundschaften, das Erleben von phänomenaler Hilfsbereitschaft, tolle Konzerte und Kulturveranstaltungen, kreative Weiterentwicklung im Malen und Sticken, tolle Landschaftseindrücke, einen heiteren Schulalltag und massive Entfaltungsmöglichkeiten auf professioneller und persönlicher Ebene.

Belgien

Gruppe

Interview mit Lukas Ziegler zum Auslandspraktikum in Brüssel

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für 2 Monate in der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich muss zugeben, dass die Internationale Deutsche in Brüssel die einzige Deutsche Schule im Ausland war, die mir für den Zeitraum eine Zusage erteilt hatte. Ursprünglich wollte ich nach Spanien um meine eigenen Spanischkenntnisse verbessern zu können.
Auf der anderen Seite bot Brüssel die einmalige Chance kennenzulernen, was es heißt in einer mehrsprachigen Stadt zu leben und zu arbeiten. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Das Praktikum habe ich an einer Deutschen Auslandsschule absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Rein von der Wissensvermittlung sind die Unterschiede nicht besonders groß. Es wird bis zur Oberstufe nach dem Thüringer Lehrplan unterrichtet. Ab der Oberstufe wird nach einem gesonderten Curriculum unterrichtet, den die Deutschen Auslandsschulen der jeweils zuständigen Region selbst festlegen. Brüssel zählt dabei zur Region Nordwesteuropa. Die Klassen sind im Allgemeinen kleiner als im Inland, d.h. meistens liegt die Klassenstärke zwischen 15 und 23 Schülern. Durch die geringere Schülerzahl und eine eine höhere Stundenzahl im Vergleich zu Inlandsschulen haben Schülerinnen und Schüler mehr Zeit in der Schule zu lernen bzw. intensiver von den Lehrkräften betreut zu werden.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

In einer 7. Klasse haben wir im Verlauf des Englischunterrichts über mehrere Wochen eine Webseite in Gruppenarbeit erstellt. Auf diese wurden zu selbst ausgewählten Themengebieten von den Schülerinnen und Schülern Artikel erstellt und hochgeladen.
Des Weiteren gab es viele andere Projekte und Arbeitsgemeinschaften an denen ich teilhaben durfte. Es gab sehr interessante Schülerprojekte im Rahmen des Kunst- und Theaterunterrichts sowie abendliche Sportangebote, an denen Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler gemeinschaftlich teilnahmen.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja sehr leicht. Ich hatte durch einen Bekannten bereits einen Kontakt in Brüssel bei dem ich die erste Woche auch unterkam. Die restlichen 7 Wochen wohnte ich in einer 17er-WG in der zum großen Teil junge Menschen aus den verschiedensten europäischen Ländern lebten, die aus unterschiedlichsten Gründen in Brüssel waren. Sei es durch Praktika in der Europäischen Kommission oder Parlament, bei staatlichen oder nicht-staatlichen Organisationen, oder auch als Studierende.
Durch diese Situation konnte ich viele tolle und sehr interessante Menschen kennenzulernen, von denen ich jetzt einige meine Freunde nenne.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die Lebenshaltungskosten sind nicht wesentlich höher als in anderen westeuropäischen Großstädten. Für mein Zimmer habe ich 350 Euro zahlen müssen und für meine Monatskarte für die Metro 50 Euro. Wie in jeder großen Stadt gibt es immer Nachbarschaften, die eher gut-situierte oder Menschen mit weniger Geld anziehen. Dementsprechend passen sich auch die Preise der Geschäfte an. Ich wohnte im Stadtteil Sint-Josse-ten-Noode, welches eines der ärmsten Stadtteile Belgiens ist. Dadurch waren die Kosten für Lebensmittel in den vielen arabischen Geschäften, aber auch im Allgemeinen Essen in Restaurants oder auch Kaffee und Bier in Gaststätten und Cafes günstiger als in Deutschland. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die größte Herausforderung war, dass 90% der Bewohner Brüssels Französisch als Muttersprache sprechen und von diesen einige gar kein Englisch sprechen. Obwohl ich kein Französisch verstehe, konnte ich mich jedoch mit Englisch und teilweise Spanisch gut verständigen.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Natürlich meine Freunde und die Sonne. Durch die geographische Lage Brüssels ist das Wetter sehr maritim geprägt was dazu führte, dass im gesamten Monat März nur gefühlt fünf Stunden die Sonne schien.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse natürlich einige meiner tollen Mitbewohner und andere Freunde. Die Schule vermisse ich auch sehr. Ich wäre sehr gerne länger geblieben. Am meisten vermisse ich jedoch, besonders hier in Thüringen, das allgemeine Lebensgefühl mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern der Welt zusammenzuleben. Das Verständnis, die Toleranz und Offenheit für Fremdes und andere Kulturen habe ich während meines Aufenthaltes in Brüssel sehr gemocht.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Ich würde jedem empfehlen, sich möglichst wenig Sorgen zu machen, besonders wenn man einen Aufenthalt im EU-Ausland plant. Die meisten Dinge des alltäglichen Lebens, ausgenommen der Sprache, sind identisch mit denen in Deutschland. Man sollte unvoreingenommen in die Ferne gehen und Menschen mit Eigeninteresse und Positivität begegnen. Bevor ihr euch Sorgen um die Finanzierung macht solltet ihr die verschiedenen Fördermöglichkeiten von ERASMUS, dem DAAD, und anderen Organisationen überprüfen und euch auf Stipendien bewerben!

Drei Gründe um sein Praktikum im Ausland zu machen?

  1. Förderung von Verständnis für andere Kulturen
  2. Kennenlernen anderer Arbeitsweisen
  3. Networking

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Belgisches Bier und Schokolade habe ich mitgenommen. Nein natürlich viel mehr: Das Praktikum an der Internationalen Deutschen Schule in Brüssel hätte nicht besser verlaufen können. Vom ersten Tag an haben mich alle Kollegen und Mitarbeiter freundlich und offen empfangen. Mir wurde viel Interesse entgegen gebracht und ich wurde direkt in den Schulalltag integriert. Durch den sehr offenen und familiären Umgang im Kollegium war es mir dann möglich, mein Praktikum selbst zu planen und zu strukturieren um einen umfassenden Einblick zu erhalten.
Ich habe ganz viel für mich als angehenden Lehrer dazulernen können und neben praktischen Tipps auch sehr nützliche Materialien zur Unterrichtsplanung und zum Lehrerberuf erhalten. Ich bin sehr glücklich, dass ich die Möglichkeit für ein Praktikum im Ausland erhalten und genutzt habe. Ich hatte eine tolle Zeit und konnte mich beruflich und persönlich in diesen zwei Monaten weiterentwickeln.

Costa Rica

Brücke

Interview mit einer Studentin zum Auslandspraktikum in Costa Rica

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für insgesamt fünf Monate in Costa Rica und habe das Praktikum mit einem abschließenden einmonatigen Urlaub verknüpft.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Was Flora und Fauna betrifft ist kein Land auf so geringer Fläche so vielfältig wie Costa Rica. Hier gibt es alles: Vulkane, Gebirge, riesige Regenwälder, Nebenwälder, savannenartige Landstriche, Seen, Ozeane, traumhafte einsame Strände, ... die interessantesten Tiere sind wohl die Faultiere, Tukane, natürlich der Göttervogel Quetzal, Kolibris, der schöne blaue Morpho-Falter und so viele mehr. Hinzu kommen die Costa-Ricaner, die Ticos, die so unglaublich freundlich, aufgeschlossen und interessiert sind. Mit ihrer Lebenseinstellung "Pura Vida" können sie uns Deutschen noch eine Menge beibringen. Stress existiert, im Vergleich zu deutschen Verhältnissen, gar nicht. Sie nehmen alles gelassen, streiten nicht gern, sind rundum glücklich und genießen das Leben zu jedem Zeitpunkt.
Genau so gestaltete sich auch das Praktikum am Colegio Humboldt: bloooooß keinen Stress. Wir haben vergessen, einen Termin anzukündigen, aber heyy, Pura Vida! Manchmal wird es dann doch anstrengend, aber die freundliche Art, das nette Kollegium und die wunderbaren Kinder gleich das sofort wieder aus. Ich habe mich an einer Schule noch nie so wohl gefühlt wie hier, und das wirklich vom ersten Moment an. Es ist also ganz klar, warum ich mich für Costa Rica entschieden habe: dieses Land ist für die Naturliebhaber aber auch für die Party-Menschen unter euch definitiv ein Muss! 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An einer deutschen Auslandsschule, dem Colegio Humboldt. Mein Spanisch ist nicht gut genug, um auf der Sprache zu unterrichten. Am Colegio Humboldt werden die Grundfächer Mathematik, Deutsch und Sachunterricht von Beginn der ersten Klasse an auf Deutsch unterrichtet.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die Schule war im Gegensatz zu den staatlichen deutschen Schulen wesentlich besser ausgerüstet: White-Board in jedem Raum, Schwimmbad, ein großer Sportplatz plus zwei Indoor-Sportplätze (Sporthalle trifft es nicht ganz, da es offene Plätze sind), eine große Mensa mit täglich wechselnden frischen Speisen zu sehr günstigen Preisen (und trotzdem definitiv sehr gut essbar), voll ausgestattete Musik-, Kunst- und Wissenschaftsräume und und und. Neben der Ausrüstung hat mich zudem beeindruckt, dass die Vertretung sehr gut strukturiert aufgebaut ist: wer Vertretung macht, bekommt das entsprechende Material vom fehlenden Lehrer zugesendet. So konnte auch ich kurzfristig (also zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn) für eine fehlende Lehrkraft einspringen, ohne dabei Stress zu haben. Einfach super!
Wer gern frontal unterrichtet ist hier fehl am Platz. An dieser Schule wird gern auf Stationsarbeit, selbst-entdeckendes Lernen, Gruppen- und Partnerarbeiten und so weiter zurückgegriffen - eben alles, was NICHT frontal stattfindet. Die Kinder arbeiten dadurch bereits in der Grundschule sehr selbstständig und sind mit vielen verschiedenen Methoden vertraut.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Es kommt darauf an, was man unter "besonderes Projekt" versteht. Mein Projekt war der Aufbau einer 2. Klasse, die nach dem ersten Schuljahr überraschend einen Klassenlehrerwechsel durchmachen musste und anscheinend in der ersten Klasse nicht in der Schule war. Sozial- und Arbeitsverhalten? Was ist das? Es war unglaublich schön zu sehen, wie die Klasse nach und nach gewisse Regeln verinnerlichte und ständig wuchs. Was Klassenmanagement betrifft, hätte mir kein Seminar der Welt besser helfen können als diese Klasse.
Generell kann man als Praktikant an der Schule immer Vorschläge für Projektideen bringen oder eben an den vielen Projekten und festlichen Aktivitäten mitwirken. Wer sich austauben und Dinge ausprobieren will, ist an der Schule genau richtig.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Einfach ist überhaupt kein Wort! Ich bin aus dem Flughafen rausgestolpert, habe meinen Fahrer für die Nacht im ersten Hotel ausfindig gemacht und war schon im ersten Gespräch über mein Leben verwickelt. Die Ticos wollen alles wissen, ALLES! :D Es ist unglaublich toll - hier kann man auf der Straße einfach jemanden anquatschen und man wird nicht blöd angeguckt. Zur Info: die Ticos geben sehr gern ihre Handynummer raus. Das ist keine Anmache, das ist einfach ihre Art zu zeigen "Hey, du bist nett, wenn du Hilfe brauchst, ich kenn einen, der einen kennt, der dir bei dem und dem Problem oder bei der oder der Frage weiterhelfen kann." Wenn du hier in Costa Rica mit niemandem ins Gespräch kommst, sorry, dann stimmt was nicht mit dir. Mein Spanisch ist immer noch nicht sehr gut (es reicht gerade so für Small-Talk), aber selbst ich, die oft mal das Lächeln vergisst oder einfach nicht antwortet, weil ich in Gedanken war, wurde jedes Mal in ein interessantes oder lustiges Gespräch verwickelt. Die Ticos sind offen, herzlich, stets freundlich und interessiert. Solange du nicht sagst, dass du Costa Rica scheiße findest, wird dich jeder mögen.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Costa Rica ist teurer als Deutschland, so viel sei schon mal gesagt. Bevor du herkommst, befrage Google zu den Preisen. Und bring als Frau Tampons mit - die gibts hier beispielsweise gar nicht. Es gibt hier die sogenannte Luxussteuer, die viele Produkte enorm teuer macht. Sonnencreme bekommst du beispielsweise für umgerechnet 15€ (400ml). Also informier dich und bringe gewisse Sachen aus Deutschland mit. Das betrifft Hygieneartikel, Arzneien, Kleidung, ... Lebensmittel musst du wohl oder übel hier kaufen, aber da ist es besser, zum Essen auszugehen. Wenn du ein normales Restaurant wählst, bezahlst du für das Essen so viel für das Essen, was du in deiner Unterkunft zubereitet hättest. Und du standest nicht stundenlang in der Küche. Ich war hier so oft außerhalb essen (quasi jeden zweiten Tag - Minimum) wie in meinem ganzen vorigen Leben nicht ^^
Schau auch vorher nach, wo du unterkommst. Und wenn du 3-Sterne-Hotel liest, gehe bitte NICHT von den deutschen Standards aus. Mein 3-Sterne-Hotel für die erste Nacht hätte man in Deutschland mit Wohlwollen als Jugendherbergs-Zimmer bezeichnet. Und das dann für stolze 60€ ist schon hart. Airbnb hilft da eher...

Also wenn du nach Costa Rica willst: informier dich genau, bringe die meisten Sachen aus Deutschland mit, hab ein bisschen Geld auf der Kante (nicht sooooo viel, aber so, dass du neben Miete und Nahrung ein kleines Taschengeld hast), Vergleiche immer die Preise, egal bei was und dann sorge dich nicht so viel. Pura Vida!

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Das Hinkommen... Ich bin vorher noch nie allein gereist, war noch nie auf einem anderen Kontinent und bin noch nie geflogen. Ich hatte vorher noch nicht mal einen Flughafen von innen gesehen. Morgens um sechs ging mein Flieger, sodass ich einen Tag vorher nach Frankfurt musste und in einem Hotel übernachtete. In dieser Nacht hätte ich am liebsten einen Rückzieher gemacht, weil ich verdammt große Angst hatte und ich enorm an mir selbst und an dieser dummen Idee gezweifelt habe. Sobald ich aber in Costa Rica war und den Flughafen verlassen hatte, war es um mich geschehen. Ich fühlte mich vom ersten Moment an wohl (und das ist nicht übertrieben, ich meine es todernst). Ich fühle mich hier seit Woche 1 zu Hause - nicht "wie zu Hause", sondern "zu Hause", ja. Es ist so krass um mich geschehen, dass ich nicht mal mehr nach Deutschland zurück will. Du siehst also: Costa Rica ist keine Herausforderung, nicht mal für einen Grünschnabel wie mich. 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ähhmmmm....nichts?

Naja, zugegeben, ab Monat drei hätte ich schon gern meinen Freund hier gehabt oder meine beste Freundin. Aber ich konnte gut auf sie verzichten, da das Wiedersehen ja bedeutete, dass ich wieder nach Deutschland müsste. Und ganz ehrlich: wer wacht schon gern aus einem wunderschönen Traum auf? Genau, niemand.
Deutsche Produkte gibts hier zu Hauf: Sei es das unglaublich leckere Himbeer-Vinaigrette von Kühne, Ritter-Sport, die Lindor-Kugeln von Lind oder das Bügelbrett von Leifheit. Costa Rica importiert fast alle Waren, deshalb ist es auch so teuer. Da kostet die Ritter-Sport eben 5€, aber wenn man nicht drauf verzichten will, muss man es eben nicht. PS: Ich habe in einem Einkaufsladen (speziell für deutsche Produkte) sogar Thüringer Rostbratwurst entdeckt. Die Ticos haben echt Geschmack. Und für die, die nicht aufs deutsche Brötchen verzichten wollen: es gibt ne deutsche Bäckerei (Mocapán), die originale deutsche Brötchen verkaufen. Gott, ich habe mich echt wie in Deutschland gefühlt, Sonntagmorgen am Frühstückstisch *-*
Die deutsche Lebenseinstellung vermisst man definitiv auch nicht. Und deutsche Partys? Was sind bitteschön deutsche "Partys"? Die Ticos wissen, wie man Party macht. In Deutschland finden man nur Lachnummern. 

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Gott sei Dank bin ich noch hier. Aber ich weiß, was ich vermissen werde, da ich weiß, was ich in Deutschland verabscheuen werde. 

Mir wird die positive Lebenseinstellung fehlen, die Vielfalt, die Natur, meine Hausspinne Alice (erinnert ihr euch an die Spinne in Harry Potter und der Feuerkelch, an der Mad Eye Moody die unverzeihlichen Flüche verdeutlicht hat? So eine ist das! In Wirklichkeit völlig harmlos, da sie Licht hasst und überhaupt kein Gift besitzt) und meine drei Geckos - alles wild lebende Tiere, die sich im Laufe der Zeit (also bevor ich in die Wohnung gekommen bin) hier eingenistet haben.
Ich werde meine Gastfamilie vermissen, die Partys, die Grillen in der Nacht, die Ruhe, die Gelassenheit, ... Gut, dass es VPN-Server gibt, sonst würde ich auch das costaricanische Netflix vermissen (die haben hier einfach die besten Serien! Das deutsche Netflix ist nur ein billiger Abklatsch :/)
Ich werde die frischen Früchte unglaublich vermissen: die Bananen, Limonen und Mandarinen, die hinter meiner Wohnung wachsen, die Mangos, die hier einfach so saftig sind, dass einem der Saft in Strömen an den Händen runterfließt. Ich werde die frischen Melonen und Papayas vermissen. Und verdammt: diese Avocados!!! Ich gestehe: in Costa Rica bin ich avocado-süchtig geworden.
Im Grunde werde ich alles vermissen...verdammt. Ich hoffe, dass ich wieder herkommen kann. Aber dann für länger!

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Drei Gründe? Was ist das denn? 

Ich zähle lieber drei Gründe auf, die dagegen sprechen:

  1. Du musst dich aus deiner Komfortzone rausbewegen.
  2. Du musst deine bisherige Studenten- und Lebensroutine durchbrechen.
  3. Du musst etwas riskieren. Wenn du gehst, dann kannst du nicht eben Mama anrufen und sie kommt, um dich zu trösten. Wenn du gehst, dann kannst du nicht jeden Tag mit deinem Freund oder deiner/m Besten quatschen, weil du (sofern du nicht in Europa bleibst) eine gewisse Zeitverschiebung hast. Hier in Costa Rica sind es immer sieben oder acht Stunden (je nach der Zeit in Deutschland).

Wenn dich diese drei Gründe gegen ein Auslandspraktikum nicht abschrecken, wenn du was Neues sehen und erleben, eine neue Kultur, neue Menschen kennenlernen und über dich hinauswachsen willst, dann MACH ES und GEH!!! Was hast du zu verlieren? Deutsche Schulen kennst du ja schon und das deutsche Leben auch.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

Ich werde zu viel mitnehmen als dass ich hier aufzählen kann. Einige wenige Beispiele:
Eine neue Lebenseinstellung: Pura Vida! Das bedeutet im Einzelnen: Ich mache mir keinen Stress. Was ich schaffe, das schaffe ich, was nicht, das nicht. Ich gebe mir immer die größte Mühe, aber wenn es nicht reicht, tja, Pech. Ist dann so. Kann ich es ändern oder hätte ich es besser machen können? Nein. Also mache ich mir keine tiefergehenden Gedanken. Zeit ist Geld? Gott, wo lebst du denn?! MEIN Leben steht an erster Stelle, das was ich mag, das was ich bin, nicht das, was andere von mir erwarten. Ich lebe mein Leben, ich genieße es, ich mache das, worauf ich Lust habe und ich mache es wann ich will. Ich bin glücklich und ziehe keine Fresse wie sieben Tage Regenwetter. Wenn ich mit jemandem sprechen will, dann quatsche ich ihn an (wird in Deutschland schwer und deprimierend, aber egal, ich mache es, weil es gesund ist. Menschen sind sozial, vergessen?) Ich sehe das Positive im Leben, auch in Momenten, in denen das Negative überwiegt. Ich hoffe, ihr habt einen Eindruck gewonnen, was Pura Vida bedeutet. Es gehört noch viel mehr dazu, aber das war das Wichtigste,
eine sehr gute Freundin. Die liebe Anais aus der Schweiz, mit der ich auch jetzt noch Kontakt habe, wo wir uns nicht jeden Tag im Klassenzimmer sehen.
Eine Costa Rica Tasse. - Zu meiner Verteidigung: ich habe sie geschenkt bekommen!
Meine ersten beiden spanischsprachigen Bücher *-*
Tausende schöne Erinnerungen, viele davon als Bild festgehalten, aber nicht annähernd so schön wie in echt.
Um die Hundertsechzig Journal-Einträge plus Bilder im Discord, die ich in Deutschland als Buch zusammenstellen und für mich drucken lassen werde.
Das Wissen, was ich im Leben wirklich will (ich dachte in Deutschland, dass ich es wüsste, habe hier aber gemerkt, dass ich völlig falsch lag): ich will reisen, die Welt sehen, ein paar Jahre hier wohnen und ein paar Jahre dort. Und jetzt kommt das unglaublich Schöne: als Lehrerin kann ich das ohne Probleme *-* 

Bild

In­ter­view mit Benny Linse zum Aus­lands­prak­ti­kum in Costa Rica

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Land: Costa Rica
Zeitraum: 19.06. - 11.07.20

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich habe auf der Ballreise 2018 zur Fußballweltmeisterschaft mit Spirit of Football e.V. den Leiter des Friedrich Ebert Stiftungsbüro in Moskau kennengelernt, der ein Jahr später die Leitung in Zentralamerika (mit Sitz in Costa Rica) für fünf Jahre übernommen hat. Durch häufigeren Kontakt mit dieser Person begann ich mich mit den mir noch unbekannten Zentralamerika intensiver zu beschäftigen, um mir dann die Frage zu stellen: Warum eigentlich nicht ein halbes Jahr dort zu verbringen? Der Rahmen durch die Richtlinien des KSPs war gesteckt, sodass ich relativ zügig Kontakt zur deutschen Schule dort aufnahm. Die schnelle und unkomplizierte Kommunikation mit der Schule ließ mich diesen Schritt dann wagen. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An einer deutschen Auslandschule.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Meine gewählte Praktikumsschule glänzte durch ihr mehr oder weniger "elitäres" Auftreten. Die SchülerInnen wurden direkt an die Schuleingangstür gebracht und von dort aus von den KlassenlehrerInnen empfangen. Die ca. 100 päd. Angestellten der Einrichtung mussten einen separaten Eingang nutzen und wurden kontrolliert. Schuluniformen mussten alle SchülerInnen tragen, dies kannte ich aus meinen vorherigen Schulen nicht. Den SchülerInnen wurde ein vielfältiges und breites Angebot von AGs und Freizeitbeschäftigungen angeboten. Dieser "Rundumservice" der SchülerInnen war für mich neu und zum Teil beeindruckend. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Aufgrund von Corona mussten geplante Projekte leider abgesagt werden.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja ich denke, mein Glück war es, dass ich in einer costa-ricanischen Gastfamilie untergebracht war. Im Vergleich zu anderen PraktikantInnen konnte ich so die spanische Sprache intensiver und vor allem das costa-ricanische Familienleben besser kennenlernen.  Ein Großteil der KollegInnen waren in sogenannten Condominios wohnhaft. Dies sind abgrenzte Wohnbereiche und gesicherte Siedlungen. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Trotz meiner vorherigen Recherche diesbezüglich war ich überrascht, wie teuer Lebensmittel und Sachgegenstände tatsächlich sind. Es macht also Sinn, sich mit Einheimischen zu verständigen und die "Bauernmärkte" zu besuchen. Dort gibt es eine jede Menge Obst und Gemüse zu fairen Preisen. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Neben vielen kleinen Herausforderungen und Hürden (wie z. B.  dem Anpassen an die neue Kultur und die Sprache) war wohl die Größte, in der dynamischen und ungewissen Zeit von Corona sich nicht hängen zu lassen und nach Lösungen zu suchen. Das klingt eventuell etwas "abgedroschen", aber ich habe stets und ständig versucht meine Hilfe und Unterstützung den anderen LehrerInnen anzubieten. An der Gesamtsituation, die natürlich mehr als schwierig war und ist, konnte ich natürlich nichts ändern). 
Ich fühlte mich tatsächlich (besonders nach der Info, dass die Schule schließt) etwas verloren, hab aber im Anschluss meine Chance erkannt.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Gutes Brot.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Die Lockerheit und die Positivität der Ticos. (Einheimische)

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

  1. Das Erweitern des eigenen Portfolios (Erweiterung von Stärken und auch Schwächen).
  2. Inspiration durch neue Begegnungen mit Menschen aber auch Orten.
  3. Das Verlassen der "Komfort-Zone"(Heimat; Freunde, Bekanntes) kostet natürlich Überwindung, aber du kommst mit jeder Menge neuer Eindrücke zurück und lernst dein altes Leben auch ein stückweit wertzuschätzen.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

Neben unvergesslichen Erfahrungen, einzigartigen Eindrücken, neuen Freunden habe ich besonders vielfältige Inspiration für meinen neuen Lebensabschnitt gewonnen. Durch das Wagen in eine mehr oder weniger fremde Welt, verlierst du nicht dein vorheriges Leben, du machst es stattdessen kostbarer und einzigartiger. Du erweiterst sozusagen deine gemütlich eingerichtete Lebenswelt mit neuen Impulsen. Bei mir war es besonders, die Art wie die Menschen mit vermeintlichen Niederlagen/Enttäuschungen umgehen. Diese Lockerheit (nach dem Motto: Pura Vida, alles wird gut) würde ich gern teilweise übernehmen. Aber auch die einzigartige Natur und Tierwelt bleibt prägend zurück und hat mich verändert. 

Ecuador

Panorama

Interview mit Janina Meier zum Auslandspraktikum in Cuenca

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich habe ein vierwöchiges Praktikum an der deutschen Schule in Cuenca in Ecuador gemacht, bin jedoch für insgesamt 6 Wochen geblieben und habe vor und nach dem Praktikum das Land ein bisschen bereist und kennengelernt. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Momentan noch ist es mein Traum als Lehrkraft ins Ausland zu gehen und nicht in Deutschland zu arbeiten. Um herauszufinden, ob mir die Arbeit als Lehrkraft in einem anderen Land überhaupt gefällt, habe ich mich für ein Praktikum im Ausland entschieden. Da ich bereits in Asien und Australien war und etwas Neues kennenlernen wollte, fiel meine Wahl auf Südamerika. Durch Gespräche und interessante Reisegeschichten von Freunden entstand der Gedanke nach Ecuador zu gehen und auch Kontakte zu der Schule in Cuenca ließen sich über ebendiese herstellen.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Das Praktikum habe ich an einer privaten deutschen Auslandschule absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Meine Praktikumsschule war in vielerlei Hinsicht anders, als eine Schule in Deutschland. Zuerst einmal war es eine Privatschule- dies ist zwar nicht unüblich in Deutschland, aber Neuland für mich gewesen. Die Eltern haben sich bewusst für die deutsche Auslandsschule entschieden und tragen somit die Kosten der Schule. Mit dem Gedanken, dass die Kinder am Ende der Schulzeit Deutsch sprechen und vielleicht sogar in Deutschland studieren, werden sie auf die Schule geschickt. Die Kinder können bereits den deutschen Kindergarten besuchen und fangen somit frühzeitig an Deutsch zu lernen.
In der Grundschule dann finden die Fächer Mathe, Sachkunde und Deutsch in deutscher Sprache statt. Mit steigender Klassenstufe werden auch Biologie, Erdkunde, Geschichte, Philosophie,.. auf Deutsch unterrichtet. Nicht immer jedoch lässt sich der Unterricht auf Deutsch vollkommen durchsetzen. Ab und an bedarf es einer wiederholten Erklärung der Aufgabenstellung auf Spanisch zur Verständnissicherung. Es werden in regelmäßigen Blöcken Klausuren in allen Fächern geschrieben und wenn ein Kind den Leistungsnachweis nicht besteht, dann bekommt es einen Wiederholungsplan, mit welchem es den Stoff eigenständig Zuhause nachholen soll. Nach Ablauf der Wiederholungszeit muss das Kind die Arbeitsblätter der Lehrkraft abgeben und erneut eine Prüfung antreten. Im Idealfall besteht es beim zweiten Anlauf die Prüfung, ansonsten wiederholt sich die Wiederholungsphase erneut. Für besonders gute Schüler/innen im Deutschunterricht gibt es außerdem ein zusätzliches Förderprogramm. Sie bekommen in Kleingruppen mit anderen Kindern Intensivunterricht und freuen sich meist sehr darüber.
Das Notensystem besteht aus Noten von 1-10, wobei 10 das Beste und 1 das Schlechteste ist. Während der zweiten Stunde kommen Angestellte der Cafeteria in die Klassenzimmer und stellen Frühstück für die Kinder, deren Eltern es bestellt haben, auf einen Tisch in der Ecke. Vor Beginn der großen Pause dürfen sich ebendiese Kinder ihr Essen mit Obst und frischem Saft abholen und alle essen gemeinsam bevor es in die Pause geht. Das Mittagessen kann sich jedes Kind für 1-2$ in der Cafeteria kaufen und zusätzliche Snacks werden an einem Kiosk verkauft.
Das Schulgelände ist etwas außerhalb der Stadt und liegt direkt in den Anden. Steht man auf dem Schulgelände hat man neben des warmen Klimas auch noch eine tolle Aussicht. Aufgrund der warmen Temperaturen sind sowohl die Sporthalle, als auch Schwimmhalle und die Mensa lediglich überdacht und nicht in abgeschlossenen Räumen. Die Klassenzimmer sind alle sehr gut ausgestattet und die Lehrkräfte wissen die technischen Hilfsmittel sehr gut in den Unterricht einzubringen. Außerdem herrscht in Ecuador Schuluniformpflicht und so auch an der Schule. Jeden Tag müssen alle Kinder in Schuluniform zur Schule kommen und sofern dies nicht geschieht, werden die Kinder abgemahnt und es wird schriftlich notiert. Die meisten Kinder werden morgens von kleinen gelben Schulbussen oder Vans von Zuhause abgeholt und zur Schule gefahren. Ist ein Kind spät dran, so wartet der Fahrer oder manchmal geht die "Mitfahrerin/ Aufpasserin" zum Haus und klingelt. Ihre Aufgabe ist es die jüngeren Kinder anzuschnallen, teilweise auch zu bespaßen und aufzupassen, dass alle Kinder sicher zur Schule kommen. In der Schule gibt es einmal im Monat den 'acto cívico', wobei sich alle Kinder auf dem Sportplatz versammeln, aufgereiht in ihren Klassen, und wichtige Ankündigungen gemacht werden. Außerdem werden beide Nationalhymnen (die ecuadoriantische und die deutsche) gesungen. Am Nachmittag können die Kinder für zusätzliche Sprach-, Sport- und Spielkursen angemeldet werden und werden nach der Schule wieder in den Bussen und Vans nach Hause gefahren. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich habe kein spezielles Projekt geleitet, durfte aber in allen Klassen von der 1.-12. Jahrgangsstufe reinschnuppern und auch die Tore des deutschen Kindergartens, der direkt neben der Schule war, standen mir offen. Des Weiteren habe ich die Kindergarten- und Grundschulkinder beim Schwimmunterricht am Nachmittag betreut. Außerdem gibt es für die besonders begabten und ehrgeizigen Schüler/innen im Deutschunterricht ein Programm, welches sie in Kleingruppen 2 Stunden die Woche fördert. Auch in diesen Stunden durfte ich die Lehrkräfte unterstützen.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Die Schule hat mir geholfen eine Unterkunft vor Ort zu finden und mich vor die Wahl gestellt, ob ich alleine, bei einer einheimischen Gastfamilie oder in einer Wohngemeinschaft einziehen möchte. Ich habe mich für die WG entschieden, welche sich als ein großes "WG-Haus" entpuppte, in welcher sowohl Südamerikaner/innen, als auch Menschen anderer Nationalitäten wohnten. Jeder machte etwas anderes in der Stadt, sei es arbeiten, ein Praktikum oder eine Sprachschule. Durch die familäre Hausgemeinschaft war es leicht in Kontakt mit Einheimischen zu kommen und insbesondere der junge Hausbesitzer war sehr bemüht seine einheimischen Freunde mit den Hausbewohnern zusammen zu führen. In der Küche wurde häufig zusammen gekocht und weitere Pläne wurden geschmiedet. Mit immer wieder neuen Leuten machten wir Wanderausflüge, erkundeten die Stadt, saßen abends auf dem Balkon, gingen zusammen ein Bier trinken und tanzen oder veranstalteten Feiern bei uns im Haus. In der Schule hingegen war es etwas schwieriger mit den einheimischen Lehrkräften in Kontakt zu treten, da sich die Lehrkräfte häufig in Grüppchen entsprechend ihrer Nationalitäten zusammensetzten. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Für mein WG-Zimmer habe ich für 4 Wochen 155$ bezahlt. Da die Schule etwas außerhalb der Stadt ist, wurde ich morgens mit einem Schulbus abgeholt, jedoch habe ich für diesen nichts bezahlen müssen. Ansonsten kostet eine Fahrt mit dem öffentlichen Bus etwa 0,25$ und ein Taxi ca. 1,50$ pro Kilometer. Das Mittagessen in der Schule kostete maximal 2-3$ und auch ansonsten kann man für etwa denselben Preis oder ein bisschen mehr in der Stadt lecker essen. Die meiste Zeit habe ich jedoch sehr günstig auf den großen Märkten eingekauft und Zuhause mein eigenes Essen alleine oder mit Freunden gekocht. Mit etwa 200$/Monat kommt man sehr gut aus. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Meine größte Herausforderung waren definitiv meine fehlenden Spanischkenntnisse. Mit lediglich den Basics trat ich meine Reise an und musste bei der Ankunft in meiner WG feststellen, dass wirklich alle außer mir sehr gut Spanisch konnten und sich auf Spanisch unterhielten. Mit einem Mix aus Englisch und Spanisch konnte ich mich halbswegs verständigen und wurde hin und wieder von einem Deutschen und einer Schweizerin an die Hand genommen. Auch die Schule war eine große Hilfe. Während die Grundschulkinder mit Bildern, Memories, Geschichten, Liedern, dem Körper und vielem mehr die deutsche Sprache lernten und Wörter immer wieder zum sicheren Verständnis ins Spanische übersetzten, nutzte ich genau diesen Moment und passte aufmerksam auf, um die spanische Vokabel aufzugreifen und zu behalten. Meine Mitbewohnerin gab mir zudem ihr Spanisch-A1-Buch und ich übte eigenständig Zuhause weiter. Am Ende der 6 Wochen konnte ich mich erstaunlich gut verständigen und mehr oder weniger flüssige Konversationen waren möglich. Ich habe also nicht nur eine Auslandsschule, viele inspirierende Menschen und ein Land in Südamerika kennengelernt, sondern auch eine neue Sprache. Mit dem neuen Semester habe ich zusätzlich einen Spanischsprachkurs angefangen.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Eigentlich gar nichts, mag aber vielleicht daran liegen, dass ich generell ein sehr abenteuerlustiger Mensch bin und mich offen auf neue Länder mitsamt ihrer Kultur und kulinarischen Gerichte einlasse. 

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Mein WG-Haus, in dem ich gewohnt habe. Am liebsten würde ich Deutschland mit meinen Freunden in genau so einem Haus zusammen wohnen, in der Küche gemeinsam kochen und auf dem Balkon abends zusammensitzen und das gute Wetter genießen. Die atemberaubende Landschaft und das Nachtleben fehlen mir ebenfalls. Die spanische Musik bringt einfach jeden zum Tanzen und ist leider nicht mit dem deutschen Nachtleben zu vergleichen.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Setz dich zunächst mit der Schule für die du dich interessierst in Kontakt und stell all die Fragen, die dich vielleicht bisher an einem Praktikum im Ausland zweifeln lassen. Im Normalfall kann dir die Schule alle Fragen beantworten, Hilfestellung bei der Wohnungssuche anbieten und einen Überblick über deinen möglichen Prakikumsverlauf geben. Welche Gründe sprechen für ein Praktikum im Ausland? 1. Horizonterweiterung - du bist dir sicher für immer Lehrer/in in Deutschland bleiben zu wollen, hast aber nicht mal ein Praktikum im Ausland gemacht? Wie willst du dann überhaupt wissen, ob es gar nichts für dich ist und das deutsche System dich vollkommen zufrieden stellt. Ich kann dir nur raten es wenigstens einmal zu probieren. Danach kannst du immer noch für dich entscheiden, dass es nicht das Richtige ist und du dich in Deutschland wohl fühlst. Und: gut für deinen Lebenslauf macht es sich trotzdem. 2. das Leben im Ausland - ein Praktikum im Ausland bedeutet, dass man einen geregelten Alltag mit Verpflichtungen hat. Anders als beim Reisen, lebt man in der Stadt und lernt sie richtig kennen. Man kennt mehr als nur die Tourispots und verfügt irgendwann über einen großen Fächer an Geheimtipps für Einkaufen, Essen, Ausgehen, ... 3. neue Fremdsprachenkenntnisse und Social Networking - Je nachdem für welches Land du dich entscheidest, kommt vielleicht eine größere oder kleinere fremdsprachliche Hürde auf dich zu. Entweder du sprichst die Landessprache schon ein wenig und kannst deine Kenntnisse erweitern oder das Spracherlernen verläuft anfänglich etwas holprig, je nachdem wie viel Zeit du für das Eigenstudium investierst, verbessert sich aber schnell, da es täglich in deinen Alltag integriert ist. Auch das Social Networking kommt im Ausland nicht zu kurz. Du triffst überall neue, interessante Leute und wer weiß wofür die Kontakte später einmal gut sind. Wenn du für ein Praktikum angenommen wurdest, dann informiere dich rechtzeitig über die vielen Förderungsmöglichkeiten. Diese sind sowohl im Internet gelistet, aber auch an der Uni bekommst du alle Informationen und Hilfestellungen.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Mein Erfahrungsschatz hat sich noch einmal um einiges erweitert durch meinen Aufenthalt in Ecuador. Außerdem hat sich für mich bestätigt, dass die Arbeit als Lehrkraft im Ausland für mich definitiv in Frage kommt und mir Spaß machen würde. Ob für immer oder nur für ein paar Jahre im Ausland bleiben, das weiß ich jetzt noch nicht, aber das ist auch nicht von allzu großer Relevanz. In den 6 Wochen habe ich sehr viele inspirierende Menschen kennenlernen dürfen, die mich an ihren spannenden Geschichten teillassen haben. Einige von ihnen darf ich heute als meine Freunde bezeichnen und manche der Lehrkräfte, werde ich vielleicht später im Lehrerzimmer wiedertreffen. Außerdem hat Ecuador in mir eine große Abenteuerlust auf Südamerika, deren Kulturen und das Erlernen der spanischen Sprache hervorgerufen. Ich würde jederzeit wieder ein Praktikum im Ausland antreten und kann es jedem nur ans Herz legen. Ich hoffe, dass dich mein kleiner Bericht vielleicht inspiriert hat auch einmal für ein Praktikum ins Ausland zu gehen. :)

Irland

Person vor Mauer mit Schulnamen

Interview mit Julia Bredemeier zum Auslandspraktikum in Dublin

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Von Anfang März bis Ende Juni 2018 durfte ich mich im wunderschönen Irland aufhalten.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Da eines meiner späteren Unterrichtsfächer Englisch ist, wollte ich gerne in ein englischsprachiges Land gehen - in Europa sind die Einreise-/Aufenthaltsbedingungen recht einfach, in England und Schottland war ich schon und nach Irland wollte ich sowieso gerne mal fahren. Also habe ich einfach mal in St. Kilian's angefragt ...

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

St. Kilian's ist die Deutsche Schule in Dublin

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Das ist schwierig zu sagen, da ja generell beinahe jede Schule unterschiedlich ist und die Konzepte und Ansätze das Lernen der Schüler bestimmen. Eindeutig unterschiedlich war die herrschende Zweisprachigkeit - es ist wirklich beeindruckend, wie einige Kinder einfach zwischen Deutsch und Englisch wechseln können. Zum Deutsch- und Sachunterricht war in Muttersprachen- und Fremdsprachenunterricht unterteilt, Kunst wurde zweisprachig unterrichtet, alle anderen Fächer in der Landessprache. Für mich neu waren außerdem 40 minütige Stunden, von denen je drei ohne Pause (aber mit Raumwechseln und unterschiedlichen Fächern) aneinander gereiht waren und der Grundschulunterricht bis Klasse 6.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ob es so besonders war, weiß ich nicht, aber eine weitere Praktikantin und ich durften bei der Aufführung der Vorschulkinder auf der Abschlussfeier der Absolventen helfen. Gemeinsam haben wir außerdem eine Unterrichtsreihe zum Thema Märchen für den muttersprachlichen Deutschunterricht der Klasse 3 gestaltet - Teamteaching und Testerstellung waren interessante Erfahrungen. Zum Abschluss bekam jedes Kind ein Buch mit den von der Klasse in Gruppen verfassten, aufgeführten und illustrierten Märchen.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Da ich in einer irischen Gastfamilie mit drei kleinen Kindern gelebt habe, kam ich mit der Nanny, der Granny, einigen Verwandten und Freunden immer mal ins Gespräch. Ansonsten arbeiteten in der Schule auch irische Lehrer, von denen man in den Pausen mit einigen ins Gespräch kam. Davon abgesehen habe ich eher wenige Einheimische kennengelernt, was aber daran gelegen haben mag, dass wir zwei Praktikantinnen meist zusammen unterwegs waren ...

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Hoch! Zum Glück gab es Lidl mit erschwinglichen Preisen, aber alleine eine Unterkunft in Dublin zu finden, die bezahlbar ist, gestaltet sich recht schwierig.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Abgesehen davon, dass aufgrund des Anfang März herrschenden Schneetreibens in Irland der Flug zweimal gecancelt worden war, was die Anreise etwas erschwerte, war es tatsächlich am schwierigsten, eine Unterkunft zu finden! Bereits ein Jahr vor Praktikumsbeginn hatten wir Aushänge in der Schule gemacht, auf sämtlichen Websites geschaut und bei der Botschaft gefragt ... erst vor Ort konnten wir aber nach einigen Tagen im Air B'n'B durch tolle Unterstützung der Schule etwas finden!

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ganz ehrlich? Meine eigenen vier Wände und Brot!!!

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Von der englischen Sprache umgeben zu sein und die witzigen "look right" oder "look left" Angaben auf der Straße an den Fußgängerampeln.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Auf jeden Fall würde ich zu einem Auslandsaufenthalt raten, weil ...

1. Wann sonst bekommt man die Chance, einen Einblick in das Schulleben und
    die Kultur eines anderen Landes zu erhalten?

2. gleichzeitig berufliche, sprachliche und persönliche Erfahrungen über eigene
    Kompetenzen, Stärken und Schwächen gesammelt werden können

3. es die letzte Möglichkeit vor dem "richtigen" Berufsleben ist, einfach mal aus dem
    Alltag auszubrechen und eine ganz neue Welt kennenzulernen, ohne aber
    "nichts" zu tun

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ganz viele tolle Erinnerungen an Erlebnisse, Land und (vor allem kleine) Leute, zahlreiche Anreize für meinen späteren Unterricht, unheimlich viele englische (Kinder-)Bücher und eine etwas gelassenere Sichtweise auf den Alltag - eine unvergessliche Zeit, die ich nicht missen möchte!

Bild einer Schulklasse mit Lehrerin

Interview mit Antonia Groß zum Auslandspraktikum in Dublin

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für fast 6 Monate in der irischen Hauptstadt Dublin.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Für einen längeren Zeitraum in Irland zu leben, war schon seit einigen Jahren ein Traum von mir. Meine Großeltern leben in Irland und überdies habe ich einige sehr gute Freunde dort. Diese leben jedoch nicht direkt in Dublin, sondern ziemlich ländlich, etwa zwei Stunden entfernt von dort. Jedoch wollte ich mein Praktikum gerne in Dublin machen, da mir das Großstadtleben sehr gefällt.
Für die Praktikumsschule habe ich mich zum Einen entschieden, weil sie relativ zentrumsnah in Dublin gelegen ist und zum Anderen, weil sie ziemlich multikulturell ist.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich habe das Praktikum an einer einheimischen irischen Grundschule absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die irischen Kinder kommen in der Regel schon mit 4 Jahren in die Schule und besuchen dann zuerst ein Jahr eine "Junior Infant"- Klasse, im Anschluss daran eine "Senior Infant"- Klasse und dann erst die 1. Klasse. Die Grundschule geht bis zur 6. Klasse, dementsprechend sind die Schülerinnen und Schüler dann insgesamt für 8 Jahre in der Grundschule. Der Unterricht in den Infant - Klassen ist spielerischer und kürzer als der, der restlichen Klassen. Jedoch lernen die Kinder auch schon schreiben, lesen und rechnen. Sie basteln und malen sehr viel und lernen auch Inhalte des Sachunterrichts.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich habe während meines Praktikums Schülerinnen der 5. und 6. Klasse Förderunterricht gegeben.

Die Deutsch-AG, die in vergangenen Schuljahren teilweise stattgefunden hatte, konnte aus organisatorischen Gründen leider nicht statt finden.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ich habe in einer WG mit 4 Mexikaner (3 Jungs und einem Mädchen) gewohnt und schnell über diese Kontakte geknüpft. Zusätzlich waren an der Schule noch mehr ausländische Praktikantinnen und Praktikanten, mit welchen ich viel Zeit in meiner Freizeit verbrachte. Dublin ist eine sehr multikulturelle Stadt, aufgrund meiner WG und den anderen Praktikanten an der Schule hatte ich in Dublin Kontakt zu Menschen aus aller Welt.
Wie schon erwähnt, leben meine Großeltern auch in Irland und bei ihnen in der Nähe auch irische Freunde von mir. Dort war es sehr einfach mit anderen Einheimischen in Kontakt zu kommen. Im Allgemeinen sind Iren sehr freundlich und offen.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die Lebenshaltungskosten in Dublin sind um einiges höher als in Erfurt und auch als in anderen Städten in Deutschland. Der Wohnungsmarkt in Dublin ist eine Katastrophe, viele Studenten teilen sich ein Zimmer, um eine geringere Miete zu zahlen.
Ich hatte sehr viel Glück mit meiner WG. Ich hatte ein Einzelzimmer für etwa 450€ im Monat. Dieser Preis ist überaus gut für Dublin. Eine Freundin von mir hatte sich zum Beispiel ein Zimmer mit zwei anderen Mädchen geteilt und musste für dieses Zimmer 380€ im Monat zahlen. Eine andere wiederum hatte ein Einzelzimmer für rund 700€ im Monat. Zusätzlich sind Essen und Trinken-gehen auch teurere als in Deutschland. Für ein Pint Bier zahlt man in der Regel so zwischen 5€ und 7€.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Eine größere Herausforderung war es zu Beginn, eine bezahlbare Unterkunft für die 6 Monate zu finden. Im Enddefekt hatte ich jedoch sehr viel Glück und habe eine sehr nette WG gefunden.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ich habe am meisten meine Freunde und meine Familie vermisst.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse meine Mitbewohner, welche innerhalb der fast 6 Monaten zu richtig guten Freunden geworden sind. Überdies vermisse ich in der Regel alle meine Freunde dort. Ebenso vermisse ich meine Arbeit an der irischen Grundschule, ich habe mein Praktikum dort sehr genossen. Ich vermisse auch meine Kolleginnen und meine Schülerinnen und Schüler an der Schule.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Wenn man über einen Auslandsaufenthalt nachdenkt, sollte einem von Beginn an bewusst sein, dass vieles im Ausland anders sein wird. Man sollte sehr offen sein und möglichst unvoreingenommen dem Ausland gegenüber stehen.

  1. Das Kennenlernen von einer Schule im Ausland und dem Schulsystem dort.
  2. Das Verbessern der sprachlichen Fähigkeiten.
  3. Einmalige praktische Erfahrungen.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ich habe einige echt gute Freunde in Irland gewonnen. Aktuell bin ich mir sicher, dass dabei auch einige Freunde fürs Leben dabei sein werden.
Ebenso habe ich nochmals meine englisch Kenntnisse verbessern können.
Zusätzlich habe ich in meinem Praktikum viele Unterrichtserfahrungen sammeln können. Ich habe viel bezüglich Klassenführung lernen können und Erfahrungen im Unterrichten und Erziehen von älteren Schülerinnen sowie jüngeren Schülerinnen und Schülern sammeln können.
Nach diesem Praktikum fühle ich mich jetzt nun bereit, als Lehrerin zu arbeiten.

Kanada

Person vor dem Schuleingang

Interview mit Luisa Reiche zum Auslandspraktikum in Toronto

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war von Ende August 2019 bis Anfang Februar 2020 in Toronto an der German International School. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich wollte schon länger gerne mal einige Zeit in Kanada verbringen und außerdem ist gerade die Zweisprachigkeit des Landes für mich als zukünftige Französischlehrerin interessant. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich war an einer Auslandsschule, die sich sowohl an dem kanadischen Curriculum als auch dem Thüringer Lehrplan orientiert hat. 

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Der kanadische Einfluss war schon sehr stark zu spüren, in erster Linie natürlich daran, dass es einige SchülerInnen gab, die Deutsch als Fremdsprache erst einmal lernen mussten. Die Hauptfächer wurden stets zweisprachig gestaltet. Außerdem gab es mehr Nachmittagsangebote. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Ich hatte meine eigene Französisch-AG, mit der ich zum Christmas Bazar auch aufgetreten bin. 

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Ja, die KanadierInnen machen es einem wirklich sehr leicht, Kontakt aufzunehmen. Sie sind sehr herzlich, hilfsbereit und sehr interessiert. Toronto ist auch sehr multikulturell, wo Menschen aus aller Welt aufeinander treffen. Ich habe mich in der Stadt sehr schnell zuhause gefühlt. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die Lebenserhaltungskosten waren insgesamt sehr hoch. Ich hatte zum Glück ein Stipendium für Lehramtsstudierende von dem DAAD, das mir finanziell wirklich sehr geholfen hat. Die Mietkosten in Toronto explodieren gerade und auch Lebensmittel sind etwas teurer als in Deutschland. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die größte Herausforderung war es, die Universität und die damit verbundenen Pflichten nicht völlig aus den Augen zu verlieren. Ich war in der Schule sehr eingespannt, dazu kam die Zeitverschiebung und auch über Weihnachten nicht in Deutschland, deshalb konnte ich meine Masterarbeit auch nicht anmelden. Ich hätte mir etwas mehr Entgegenkommen von der Uni gewünscht und kann aber auch nur jedem raten, eine Lösung für die Masterarbeit zu finden, auch wenn ihr gerade mitten in der Planung für das KSP seid. 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Die Familie und FreundInnen zuhause vermisst man natürlich immer aber ansonsten hat mir nichts gefehlt.  

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Ich vermisse defintiv die aufgeschlossene Art der KanadierInnen, die wunderschöne Natur, meine SchülerInnen in der Klasse, in der ich gearbeitet habe und auch die Menschen, die ich während meiner Zeit dort kennenlernen konnte. 

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Es sprechen meiner Meinung nach so viele Dinge dafür: Erstens macht man natürlich viele Erfahrungen, die einen nicht nur „beruflich“ weiter bringen, sondern vor allem auch persönlich. 
Zweitens unterscheidet sich die Arbeit und der Alltag an einer Auslandsschule in vielen Bereichen schon sehr von einer Grundschule in Deutschland. Dies zu sehen war sehr spannend und wird auch mein Arbeiten in Zukunft beeinflussen. Ich konnte auch viel über das kanadische Schulsystem lernen und ich habe mir so einiges abgeschaut. Außerdem führt so ein direkter Vergleich natürlich auch dazu, dass man Herangehensweisen und Methoden noch einmal ganz anders hinterfragt. 
Drittens ist es eine einmalige Gelegenheit während des Studiums herauszufinden, ob eine Arbeit im Ausland perspektivisch in Frage kommen könnte. 

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ich habe sehr viele unvergessliche Erfahrungen machen und Freundschaften aufbauen können. 
Außerdem bin ich mit einem Ordner voll mit Unterrichtsmaterialien zurückgekehrt, die ich alle auch gut im Ref einsetzen kann.

Niederlande

Panoramabild Gebäude umgeben von Wasser

Interview mit Theresa Piss zum Auslandspraktikum in Den Haag

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war für etwa 4 Monate in den Niederlanden, in Den Haag. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich wollte gern in ein nord- oder westeuropäisches Land und habe mich da breit beworben, von Den Haag kam schließlich die Zusage. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich war an der Deutschen Internationalen Schule Den Haag, an einer deutschen Auslandsschule also. 

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Hauptunterschied nicht der Standort, sondern die Differenz zwischen staatlicher und privater Schule war. Hinzu kam das internationale Umfeld, was auf jeden Fall durch die Stadt, die Lage und die Schüler*innen- bzw. Elternschaft zu begründen ist. 

Größere Unterschiede beim Lernen konnte ich ehrlich gesagt nicht feststellen. 

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Besonders, ob es besonders war oder nicht kann ich nicht einschätzen. Ich habe mich zum Beispiel bei 2 wundervollen Projekten mit eingebracht. Einerseits eine Charity-Aktion vor Weihnachten, bei der wir Lebensmittelspenden für etwas wie die niederländische "Tafel" gesammelt haben und außerdem beim Weihnachtskonzert.  Bei dem ich, auf Grund von fehlendem musikalischen Talent, bei der Betreuung der Kinder mitgewirkt habe. 

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Eindeutig JEIN! Alle waren offen und herzlich, aber richtig guten Kontakt im Sinne von gemeinsamen Unternehmungen abendliche Barbesuche und so weiter hatte ich hauptsächlich mit Kolleg*innen. 

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Hoch! Durch ein Stipendium aber finanzierbar. Das größte Problem ist in Den Haag, und das nicht nur für Praktikant*innen, bezahlbarer Wohnraum. 

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Wie eben schon gesagt: bezahlbarer Wohnraum. Da kann man dann auch leider nicht zu wählerisch sein. 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Ich weiß, an dieser Stelle sollte auf jeden Fall so etwas wie "meine Freunde und meine Familie" stehen, aber ich habe die Zeit so genießen können und alles verging so schnell, dass gar keine Zeit zu vermissen geblieben ist. 

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Die Offenheit der Menschen, das internationale Umfeld, meine Klasse, mein Kollegium und das Meer bzw. die Möglichkeit nach Schulschluss einfach am Meer spazieren gehen zu können. 

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Geh! Wirf alle Zweifel über Board, nimm deinen Mut zusammen nutze die Chance! 

Nur 3 Gründe zu nennen fällt mir schwer:

  1. Die neuen Menschen die du kennenlernen wirst und alte Freundschaften die du erst richtig zu schätzen lernen wirst.
     
  2. Ich weiß ich wiederhole mich aber: Das internationale Umfeld.
     
  3. Man lernt viel über sich selbst über die eigenen Grenzen und wie leicht es sein kann diese Grenzen zu überschreiten und Neues zu entdecken. 

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Jede Menge Erfahrungen, wundervolle Menschen, denen ich begegnet bin, Grundkenntnisse in einer neuen Sprache, jede Menge Käse (ein bisschen Klischee muss sein), neue Methoden und Unterrichtsideen...

Österreich

Person vor Gebäude

Interview mit Kim-Alicia Golez zum Auslandspraktikum in Wien

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich habe von Februar bis August 2020 in Wien, Österreich, gelebt.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich habe mich für die tolle Stadt Wien entschieden. Sie ist zu Recht zum wiederholten Male zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt worden.
Die Praktikumsschule ist aus drei Gründen etwas ganz Besonderes für mich: Sie ist eine Ganztagsschule mit außergewöhnlich vielfältigen Angeboten für ihre Freizeitstunden. Sie ist bilingual (Vienna Bilingual Schooling). Ihr Schulkonzept mit Leseschwerpunkt erstreckt sich auf der Basis der Werte Astrid Lindgrens.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

An einer bilingualen (Englisch und Deutsch) Volksschule in Wien.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Vor allem durch den bilingualen Unterricht und das Ganztagskonzept.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Nein. Dadurch, dass ich aufgrund von Corona nicht im Schulgebäude anwesend sein durfte, war das leider nicht möglich.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

In einem Auslandssemester an der Uni wäre das sicher einfacher gewesen, im Praktikum für mich leider nicht, da man kaum Gleichaltrige kennenlernt. Ich habe dann die App Bumble BF genutzt - das war super, aber darüber lernt man eher andere Zugezogene kennen. Die Wiener bleiben gerne unter sich ;-)

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Die waren ähnlich wie in Deutschland - glücklicherweise. Ich habe mit meinem Freund in einer 46qm-Altbauwohnung im zentralen 5. Bezirk gewohnt, die 500€ warm gekostet hat. Die Lebensmittel in Supermärkten sind etwas teurer als in Deutschland, alles andere ist ähnlich.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Definitiv die Corona-Krise und alles was damit einher ging: der Lockdown, das Anwesenheitsverbot beim Praktikum, die Reisebeschränkungen (uns konnte niemand besuchen, wir konnten nicht weg - bis auf Juni und Juli), die Kontaktbeschränkungen (wir konnten niemanden kennenlernen), keine Clubszene/Nachtleben. Das hat alles sehr erschwert, aber rückblickend hatten wir dann noch eine tolle Zeit in Wien.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Familie und Freunde.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Den Wiener Dialekt.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

1. Die wichtigste Sache im Leben: Aus der Komfortzone raus, über den Tellerrand blicken, den Horizont erweitern! (Wohnung ausmisten und mit minimalem Gepäck woanders leben, eigene soziale Blase verlassen und andere Menschen/Kulturen/Sprachen/usw. kennenlernen)
2. Schulsysteme (oder eben berufsbezogene Dinge) im Ausland kennenzulernen ist eine so wertvolle Erfahrung!
3. Man kann nie wieder so unkompliziert für eine Zeit im Ausland leben als in der Unizeit.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Ein Gegenstand, den ich aus Wien habe, ist ein toller Achat-Ring aus dem Antiquitätenladen (davon gibt es zahlreiche!).
Eine tolle Freundin, die ich hier dazugewinnen durfte, ist Willemijn aus Amsterdam, die ich nächstes Jahr dort besuchen werde.
Eine Erfahrung, die ich dank Corona machen durfte, ist, dass es nie so kommt, wie man es geplant hat, aber genau das nichts Schlechtes heißen muss. So durfte ich Wien ganz ohne Tourismus, ganz pur, kennenlernen - wer hat das schon?
So ist eine Inspiration für mich die Wiener Redewendung "Das geht sich alles aus!", denn das stimmt wirklich!

Philippinen

Personen vor einem Vulkankrater

Interview mit Tina Barthel zum Auslandspraktikum auf den Philippinen

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich habe von Mitte August 2018 bis Ende März 2019 auf den Philippinen gelebt. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Die Entscheidung für mein Gastland war relativ leicht, weil mein Freund auf den Philippinen lebt und wir so mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Da ich die Kultur und das Leben auf den Philippinen noch etwas besser kennenlernen wollte, habe ich mich dazu entschlossen, eine einheimische Schule zu besuchen und habe mich gegen eine Auslandsschule entschieden. Glücklicherweise hat mein Freund letztendlich auch eine kleine Privatschule gefunden, die mich sehr willkommen hieß.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Wie bereits erwähnt, habe ich mein Praktikum an einer einheimischen Schule absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die Umstellung war erst einmal riesig für mich, weil die Schulen sich in jeglicher Hinsicht unterschieden; wahrscheinlich wäre es einfacher die Gemeinsamkeiten zu nennen!
Die Räume waren generell nicht so gut ausgestattet wie man es von deutschen Schulen kennt. Kreidetafeln waren nicht magnetisch, die Raumtemperatur betrug teilweise 33 Grad Celsius da es in den meisten Räumen nur einen Ventilator gab, manchmal fehlten Stühle für Schüler. Materialien waren so gut wie nicht vorhanden. Wenn man nicht nur mit dem Schulbuch mit den Schülern arbeiten wollte, musste man kreativ werden. Die ersten Monate hatte ich nicht einmal einen Drucker zur Verfügung und malte all meine Visualisierungen für die Tafel selbst. Das hat natürlich sehr viel Zeit gekostet und ich habe für die Unterrichtsvorbereitung einer Stunde sehr lange gebraucht.
Abgesehen von den räumlichen und materiellen Gegebenheiten besteht ein weiterer Unterschied darin, dass philippinische Kinder bilingual aufwachsen. Englisch und Tagalog sind Amtssprachen auf den Philippinen und in der Schule wird in zwei Sprachen unterrichtet. Der Unterricht an meiner Schule fand zudem fast ausschließlich frontal statt und Differenzierung gab es gar nicht. Auch das Benotungssystem ist anders und Aufgaben im Unterricht werden meist direkt benotet; es gibt also nicht wirklich Chancen für die Kinder ohne Leistungsdruck zu üben. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, wurde auch auf Pünktlichkeit nicht so sehr geachtet. Generell war meine Schule auf den Philippinen einfach lockerer, spontaner und vor allen Dingen lauter.
Nichtsdestotrotz waren alle Schüler und Lehrer super freundlich, herzlich und offen mir gegenüber. Das Schulklima war sehr angenehm, da sich alle miteinander verstanden haben, und auch die Beziehung zwischen Schülern und Lehrern war enger als man es von den meisten deutschen Schulen gewöhnt ist. Die Lehrer gehörten, zumindest an meiner Schule, zu den Freunden der Schüler.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Auf den Philippinen wird in den Schulen jeder Monat mit einem Thema begleitet. Beispielsweise ist der September der Monat des Lehrers. Am Ende des Monats gab es dann ein Schulfest, an welchem die Lehrer geehrt worden sind. Zunächst führten die Kinder Tänze auf oder sangen Lieder, und anschließend bekam jede Lehrerin von den Schülern ganz viele Geschenke und Briefe, in denen sie sich bei den Lehrerinnen für ihre Arbeit bedanken. Dieses Ereignis war für mich ganz besonders, da es mein erster "Teacher's Day" war. Andere Monatsthemen waren zum Beispiel der Monat der Sprache (Tagalog), der Monat der Wissenschaft und der Monat der englischen Sprache.
Ein weiteres Projekt, welches ich begleitet habe, war das Scout Camping, bei dem die älteren Schüler mit den Lehrerinnen in der Schule übernachteten.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Die Filipinos sind sehr offene Menschen und die meisten gehen auch auf fremde Menschen zu. Da mein Freund ein Filipino ist und ich an einer einheimischen Schule unterrichtet habe, war ich ausschließlich von Filipinos umgeben. So war es auch nicht schwer mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen. Viele Menschen sind auf mich zugekommen und haben mir Fragen gestellt, manchmal auch komplett fremde Menschen auf der Straße, weil es nicht so oft vorkommt Ausländer zu treffen, zumindest nicht in der Region, in der ich gelebt habe.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Wie in den meisten Ländern Südostasiens, waren auch die Lebenshaltungskosten auf den Philippinen deutlich geringer als in Deutschland. Obwohl der Wohnraum in Metro Manila eher teuer ist, hatte ich Glück und fand eine Wohnung für umgerechnet circa 50 Euro im Monat. Auch die Strom- und Wasserkosten waren nie höher als jeweils ungefähr fünf Euro im Monat. Lokale Lebensmittel und öffentliche Verkehrsmittel kosten auch deutlich weniger als in Deutschland. Diesbezüglich kann man als Westeuropäer also sehr gut auf den Philippinen klarkommen.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die größte Herausforderung stellte für mich ganz klar das Unterrichten an der einheimischen Schule dar. Da das komplette Schulsystem und auch die Gegebenheiten an meiner Schule und auf den Philippinen ganz anders als in Deutschland waren, brauchte ich länger um Unterrichtsstunden vorzubereiten. Eine weitere Hürde stellte die Sprachbarriere und die großen Sprachdifferenzen zwischen den Schülern dar. Einige Schüler konnten kaum Englisch, was die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unterrichts nicht gerade einfach machte.
Glücklicherweise hatte ich für das alltägliche Leben auf den Philippinen immer meinen Freund zur Seite, der mir half und mich unterstützte. Ohne Hilfe hätte ich sicher auch größere Schwierigkeiten beim Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel gehabt, denn Haltestellen gibt es nur an den Start- und Endpunkten. Ansonsten muss man die Verkehrsmittel immer auf der Straße anhalten und vorher herausfinden welche Verkehrsmittel wohin fahren. Verkehrspläne habe ich dort nämlich auch nie entdeckt.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Neben Familie und Freunden habe ich die deutsche Infrastruktur und das deutsche Essen am meisten vermisst.
Manchmal habe ich für meinen Schulweg, der lediglich sieben Kilometer beträgt, eine Stunde gebraucht. In Manila steht man andauernd im Stau und da hätte ich mir schon gerne die deutsche Infrastruktur gewünscht.
In Bezug auf das Essen habe ich am meisten deutsches Brot und Brötchen vermisst. Aber auch Käse und andere Milchprodukte haben mir gefehlt, da diese auf den Philippinen nur sehr teuer zu erwerben sind.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Am meisten vermisse ich natürlich meinen Freund, seine Familie und meine dort gewonnenen Freunde. Daneben vermisse ich das sonnige, warme Wetter und vor allem die Natur. Die Philippinen sind bezüglich der Natur, meiner Meinung nach, eines der schönsten Länder der Welt und haben einiges zu bieten; Berglandschaften, Vulkane, ganz viel Meer, Seen, traumhafte Strände, Korallenriffe und eine lebendige Unterwasserwelt, Reisterrassen und vieles mehr kann man hier finden.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Ein Auslandspraktikum ist eine einmalige Chance das Leben im Ausland für eine begrenzte Zeit einmal auszuprobieren. Für diejenigen, die neugierig darauf sind andere Kulturen, Sprachen und Menschen kennenzulernen, ist ein Auslandspraktikum auf jeden Fall das Richtige. Allerdings sollte man in der Lage sein, sich an andere Gegebenheiten und Lebensbedingungen anzupassen.
Schon allein, weil man sich in einem anderen Land ein Leben aufbaut, macht man viele einmalige Erfahrungen. Während dieser Zeit lernt man sehr viel über das Praktikumsland und die Leute, schließt Freundschaften, findet neue Lieblingsgerichte und lernt neue Sprachen und das Land in einer viel intensiveren Art kennen, als wenn man dort nur einen Urlaub machen würde.
Für Lehramtsstudierende ist vor allem das Komplexe Schulpraktikum auch eine super Möglichkeit ein Semester im Ausland zu verbringen, da am Ende des Semesters alle 30 Leistungspunkte angerechnet werden. So muss man sich keine Sorgen darüber machen, dass man Veranstaltungen in Deutschland nachholen und eventuell ein Semester länger studieren muss.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Aus meiner Zeit auf den Philippinen habe ich meine Schuluniformen und ganz viele Briefe zurück nach Deutschland mitgenommen und viele Freunde und eine zweite Familie gewonnen. 
Generell fand ich die Zeit auf den Philippinen sehr inspirierend und ich habe gelernt gelassener, spontaner und kreativer zu sein. Auf den Philippinen läuft nämlich vieles nicht nach Plan, was dort aber keinen verrückt macht. Zudem habe ich gesehen wie glücklich und zufrieden die meisten Menschen dort sind, auch wenn sie nicht viele materielle Dinge besitzen und oft ein einfaches Leben führen. Da auch mein Gepäck durch den Flug begrenzt war, habe ich 8 Monate mit viel weniger materiellen Dingen als in Deutschland gelebt, und ich muss sagen, dass ich nichts vermisst habe und es sogar als befreiend wahrgenommen habe. Für Deutschland habe ich mir jetzt vorgenommen auszusortieren und nur noch Notwendiges zu kaufen. Wir leben hier in Deutschland in einem riesigen Überfluss, der langfristig aber auch nicht glücklicher macht oder einen anderen Mehrwert bringt, das habe ich während meiner Zeit auf den Philippinen verstanden. 
Außerdem wurde mir auf den Philippinen noch einmal mehr bewusst, dass wir mehr auf unsere Umwelt achten und sie schützen sollten. Viele Filipinos machen sich keine Gedanken über ihre Umgebung und wurden auch nicht ausreichend aufgeklärt. So findet man eigentlich überall Müll: am Straßenrand, an Stränden, im Meer, und so weiter. Durch den Umgang mit Müll auf den Philippinen habe ich oft darüber nachgedacht, wie wir der Umwelt schaden, und dass, egal wo auf der Welt, mehr dagegen getan werden sollte. 

Portugal

Person vor einer Brücke

Interview mit Julia Schmidt zum Auslandspraktikum in Lissabon

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war von März bis Juli im wunderschönen Portugal. Genauer gesagt in der Hauptstadt Lissabon. 

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Die Entscheidung für Portugal lief über mehrere Umwege, denn ich wollte ursprünglich in ein anderes Land, aber musste den Aufenthalt auf Grund von einer Erkrankung absagen. Ich war vor ein paar Jahren schon ein Mal Lissabon und damals hat mir die Stadt schon sehr gut gefallen.Sie ist sehr vielfältig und authentisch.
Der Kontakt und die Kommunikation mit den Verantwortlichen der DS Lissabon verliefen reibungslos und ich habe mich von Anfang an sehr gut aufgehoben und betreut gefühlt. 

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Es war eine Deutsche Auslandsschule.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die DSL ist eine integrierte Begegnungsschule, die hauptsächlich Kinder mit deutscher (20 %) und auch portugiesischer Herkunft (80 %) aufnimmt. Wobei vereinzelt auch andere Kulturen vertreten sind. Im Zentrum dieser Schule stehen Bilingualität und multikultureller Austausch.
Das Gelände der DSL ist großflächig und besteht aus insgesamt 8 Gebäuden, auf dem die Kinder und Schüler in den Kindergarten bis zur gymnasialen Oberstufe gehen können und das Abitur erwerben können. Es ist jedoch auch möglich, den Realschulabschluss oder den Hauptschulabschluss zu erwerben. Es gibt zwei gut ausgestattete Bibliotheken, einen Pool, eine große Sporthalle, viel Außenfläche für die Kinder zum Austoben und vieles mehr.
Das Konzept der Schule ist seit dem Schuljahr 2016/2017 eine gebundene Ganztagsschule, wobei hier der Thüringer Lehrplan zum Einsatz kommt. Der Unterricht beginnt 8 Uhr und endet, bis auf Freitag, erst 15:55 Uhr. Ab der vierten Klassenstufe ist der Grundschulbereich dreizügig, wohingegen die Klassenstufen 1 bis 3 zweizügig sind. In den Fächern Deutsch und Portugiesisch werden die Schüler und Schülerinnen nach ihrem Sprachniveau aufgeteilt (je nach dem ob sie Deutsch/Portugiesisch als Fremd- oder Muttersprache haben) und jeweils ihrem Entwicklungsstand gefördert. Weiterhin findet Mathematik-, Musik-, Ethik-/Religions-, Kunst- und Sportunterricht statt. Des Weiteren gibt es auch Fächer, wie FoFö (Forden und Fördern) und LÜZ (Lern- und Übungszeit). Es gibt keine Hausaufgaben an der Schule, sondern einen Wochenplan, der montags ausgeteilt und donnerstags abgegeben wird.
Das Besondere an der DSL ist die sogenannte Übergangsstufe (4. - 6. Klasse), in der die Lehrkräfte aus der Grundschule (4. Klasse) und des Gymnasiums (5. und 6. Klasse)  gemeinsam unterrichten. Dadurch soll der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule erleichtert werden.

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Der Grundschulbereich hat in der letzten Schulwoche ein "Fest der Kulturen" veranstaltet, bei dem jede Schulklasse ein spezielles Land ausgewählt hat und dazu wurden jeweils vormittags verschiedene Aktivitäten für die SuS angeboten.
Ich wurde einer ersten Klasse mit einer wirklich tollen Lehrerin zugeteilt. Sie hat ein Kükenprojekt "Vom Ei zum Küken" in ihrer Klasse durchgeführt und 21 Tage lang Eier in einem Inkubator in der Klasse "ausgebrütet". Eine echt tolle Idee, die alle Schüler und auch Lehrer sowie mich total begeistert hat.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Die Portugiesen sind super freundlich, herzlich und kurze Gespräche im Supermarkt oder quer über die Straße sind keine Seltenheit. Auch die Lehrer an der DSL sind durchweg aufgeschlossen und alle sehr freundlich.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Vergleichbar mit Deutschland, jedoch steigen die Mieten in Lissabon stetig auf Grund der hohe Nachfrage an (Miete 300-500 € für ein Zimmer; variiert je nach Lage).

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Ganz klar das Fehlen von Freunden und Familie.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Auch hier sind es meine Freunde und auch meine Familie, die ich am meisten vermisst habe. Alle materiellen Dinge gibt es in Portugal genauso zu kaufen wie in Deutschland auch. 

Was vermisst du aus deinem Gastland?

  • die Gelassenheit der Portugiesen
  • die berühmten und verdammt leckeren Puddingstörtchen namens "Pastel de Nata"
  • Straßenmusik, die mich durch jede Gasse Lissabons begleitet hat
  • Verbundenheit und Nähe zum Wasser (Atlantik)

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

Mit meinem Auslandsaufenthalt habe ich mich persönlich enorm weiterentwickelt und meine Komfortzone verlassen, in dem ich meine eigenen Grenzen überwunden habe. Auch wenn man am Anfang bedenken hat und seine Familie und Freunde im Heimatland zurück lässt, sollte man es einfach wagen und mutig sein, denn ein Auslandsaufenthalt ist in vielen Hinsichten sehr bereichernd.

  1. persönliche Weiterentwicklung: Man erweitert seinen eigenen Horizont und verändert seine manchmal vielleicht auch gefestigten Sichtweisen (Perspektivwechsel). Durch das Bewältigen neuer Aufgaben und Herausforderungen kann man sein Selbstvertrauen stärken.
     
  2. Offenheit und Toleranz:  Die Offenheit andere Kulturen und Menschen gegenüber wird gestärkt. Die Integration in eine neue unbekannte Kultur/Lebenswelt fördert die Akzeptanz und Toleranz anderen Menschen gegenüber.
     
  3. Erfahrungshorizont erweitern: Durch das Reisen, Erkunden und Bewegen in einem fremden, neuen Land. 

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

Ich habe keine Gegenstände oder materiellen Dinge aus dem Land mitgenommen, es sind vielmehr die Erfahrungen und Erlebnisse, von denen ich noch lange erzählen und schwärmen kann. Würde ich versuchen die Entscheidung für ein Auslandspraktikum und den damit verbundenen Lebensabschnitt in Worte zu fassen, dann wären es folgende:
Häufig ist es der erste Schritt ins Ungewisse, der uns daran hindert ein großes Abenteuer in Angriff zu nehmen. Wir sollten ihn trotzdem machen, denn es lohnt sich.
Großartige Erfahrungen schmecken jedes Mal süß, wenn wir daran denken. Unerfüllte Träume werden immer bitterer.

Spanien

Person auf Felsen

Interview mit Lisa Kriebel zum Auslandspraktikum auf Teneriffa

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

Ich war auf der kanarischen Insel Teneriffa, Spanien von September 2020 bis Februar 2021, um dem deutschen Winter zu entfliehen.

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich wollte schon immer ein Auslandssemester in Spanien absolvieren, da ich mich sehr für die spanische Kulter, die Sprache und das Leben interessiere. Natürlich ist auch das gute Wetter ein wichtiger Faktor. Die Deutsche Schule auf Teneriffa hat einen sehr guten Ruf und hat mir sehr zügig eine Zusage erteilt, da habe ich meine Chance genutzt.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Ich habe mein Praktikum an einer Deutschen Schule im Ausland absolviert.

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Die Schule ist eine Gesamtschule, welche bereits ab dem Kindergarten bis zum Abitur ausbildet. Andere Unterschiede zu einer deutschen Schule  gibt es nicht, bis auf zwei zusätzliche Fächer.
Die SchülerInnen lernen bereits im Kindergarten durch deutsche Erzieher die Sprache..Weiterhin werden alle weiteren Fächer der Grundschule auf Deutsch unterrichtet, dazu gehören Deutsch, Sachunterricht, Mathe, Kunst, Musik, Ethik, Sport,...  Viele von ihnen sind Spanier, daher wird ab der Grundschule sowohl Spanisch als Sprache in Wort und Schrift unterrichtet, als auch Sachunterricht auf spanisch zusätzlich unterricht

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Nein, da wir leider in der Corona-Zeit sehr eingeschränkt im Unterrichten waren und nur Fronatlunterricht durchgeführt werden durfte bzw. kontaktloses Arbeiten im Unterricht. ZUdem durften die Klassen sich nicht vermischen.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

Wir haben sehr in unserer deutschen Blase mit Praktikanten und Lehrern der Schule gelebt. Da während Corona keine Veranstaltungen stattfinden durften, war es daher auch schwer EInheimische kennenzulernen. In einigen Bars und Restaurants kam es zu Bekanntschaften anderer Erasmus-Studenten und auch mit dem Mann aus dem Supermarkt konnte man immer ein kleines Gespräch führen.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Das Wohnen auf Teneriffa, sowie Busfahrten und Eintritte sind teuer. Hier lohnt es sich die Residencia zu beantragen, welche Vergünstigen für Bewohner ermöglichen Allerdings kann man sehr gut günstig essen gehen aber auch günstig essen einkaufen.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die ständige Ungewissheit ob ich das Praktikum antreten kann und ob ich es bis zum Ende durchziehen kann. 
Und die Unregelmäßigkeit der Busse, Deutsche sind solch eine Unpünktlichkeit nicht gewöhnt.

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Halloumi und Wiesen.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Die leckeren Tapas, den frischen Fisch, das Meer, die Sonne und die Natur.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür, sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

DU wächst sehr über dich hinaus in dem du allein in ein anderes Land gehst und auf dich allein gestellt bist. 
DU wirst sozial offen und nimmst eine Menge Erfahrungen und Erlebnisse mit nachhause.
DU lernst eine neue Sprache und tauchst in ein anderes Land ein.

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen?

Die Personen, die du auf solchen Reisen triffst haben meistens eine ähnliche Motivation wie du in diesem Land zu sein, wodurch eine Freundschaft bzw. eine nette Bekanntschaft vorprogrammiert ist. Auch ich habe dort sehr gute Freundschaften geschlossen. 
Ich habe eine so beeindruckende Natur gesehen, welche durch viele unterschiedliche Klimazonen geformt wurde und so viele Möglichkeiten bietet, sodass einige Erlebnisse für immer in meinem Herzen bleiben werden.
Die Möglichkeiten dort haben mir geholfen über mich hinaus zuwachsen und 3 700 m einen Vulkan zu besteigen, sowie einen Tauchschein zu machen, was ich mir nie erträumt hätte.

USA

Person auf einer Bank

Welches Land hast du besucht und für welchen Zeitraum warst du dort?

New York, USA (März 2019, 4 Wochen)

Warum hast du dich für dein Gastland und die jeweilige Praktikumsschule entschieden?

Ich war bereits nach meinem Abitur 2015 als AuPair in NY. Die Grundschule kannte ich von meinen damaligen Gastkindern. Ich konnte so mein Praktikum für zwei Wochen an einer Auslandsschule absolvieren und meine Gastfamilie und Freunde dort wiedersehen.

Hast du dein Praktikum an einer einheimischen Schule oder einer Auslandsschule absolviert?

Die Grundschule, die ich besucht habe, ist eine öffentliche amerikanische Grundschule und liegt in einem Vorort von Manhattan. 

Wie unterschied sich deine Schule im Ausland von denen in Deutschland? Wie haben die Schülerinnen und Schüler in deinem Gastland gelernt?

Aufgefallen ist mir der ständige Gebrauch und die Verwendung von Medien im Unterricht. Diese sind verbreiteter in Amerika und Geräte wie Smartboards oder Laptops/Tablets gehören (zumindest in reicheren Gegenden) zum Schulalltag.
Ansonsten ist mir aufgefallen, dass die Grundschulen dort von der Vorschule (Kinder werden mit 5 eingeschult) bis zur 5. Klasse gehen und diese ganztags sind (von 8:20 bis 15:20 Uhr) für alle Schüler und Schülerinnen.
Auch gibt es das Fach „Library“ (Bibliothek), bei dem die Kinder geschichtliche Hintergründe zu bekannten literarischen Werken und Autoren oder auch Feiertagen (wenn welche anstehen) kennen lernen und sich außerdem regelmäßig Bücher ausleihen können/sollen.
In Deutschland wäre dies eine Ergänzung zum „Deutschunterricht“ und die Feiertage werden im Religionsunterricht behandelt. Religionsunterricht gibt es dort nicht!
Des Weiteren gab es ein sehr hohes Sicherheitssystem. Man kam ohne Pass nicht in die Schule (Eltern oder Andere mussten klingeln und warten, bis der Hausmeister/Sicherheitsmensch aufmachte) und musste sich jedes Mal anmelden. Ich bekam ein Schild auf dem mein Name stand und was ich in dem Gebäude für den Zeitraum mache. Auch war ich bei einer Probe im Fall eines Amoklaufs dabei. (Zusätzlich gibt es dort regelmäßig Proben für Feueralarm oder für Dinge, die außerhalb des Gebäudes passieren.)

Hast du ein besonderes Projekt begleitet oder geleitet?

Nein. Ich habe eine Stunde über die deutsche Kultur gehalten und die Schüler und Schülerinnen konnten mich alles fragen, was sie schon immer mal über Deutschland wissen wollten. Ein Projekt war dieses allerdings nicht.

War es einfach, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen?

 Ja. Alle waren sehr offen und freundlich. Auch waren alle sehr interessiert an der deutschen Kultur und erfreut über "etwas Neuem" im Klassenzimmer. An dieser Schule gab es noch nie eine deutsche Praktikantin, die in Deutschland studiert.

Wie hoch waren die Lebenshaltungskosten an deinem Praktikumsort?

Sehr hoch: New York ist sehr teuer!!
Grundschullehrer verdienen im Verhältnis weniger als hier in Deutschland, Mietpreise sind unglaublich hoch und auch Lebensmittel sind teuer.
Ich war froh, dass ich einen Schlafplatz bei meiner ehemaligen Gastfamilie und Freunden hatte. Außerdem war die Schule nur 3 Minuten entfernt, so dass ich mit meinen ehemaligen Gastkindern zu Fuß zur Schule laufen konnte, wobei ich mir Fahrtkosten sparen konnte.
New York City ist schön für eine Zeit lang (so lange wie das Taschengeld reicht); für länger muss man allerdings sehr viel arbeiten, um sich ein Leben dort zu ermöglichen.

Was war die größte Herausforderung im Zusammenhang mit deinem Auslandsaufenthalt?

Die Anmeldung (Aufnahme ins System) an der Schule.
Ich musste zusätzlich zu meinem Visum zusätzlich vor Ort Fingerabdrücke machen lassen (vergleichbar mit unserem „Führungszeugnis“), was mich 100$ gekostet hat und sich als teilweise schwierig erwies, da ich keine amerikanische Staatsbürgerschaft habe. Es hat aber alles geklappt und meine Ansprechpartnerin vor Ort hat mir sehr geholfen! 

Was aus Deutschland hast du am meisten vermisst?

Anweisungen und einen genauen Stundenplan (und die deutsche Krankenversicherung, das hatte aber nichts mit meinem Praktikum zu tun.

Was vermisst du aus deinem Gastland?

Die offene und sehr liebevolle Art zwischen Lehrern und Schülern.
Außerdem vermisse ich die Sprache und all die lieben Menschen, die ich dort kennen lernen durfte.

Was würdest du anderen empfehlen, die über einen Auslandsaufenthalt nachdenken? Welche drei Gründe sprechen dafür,sein Praktikum im Ausland zu absolvieren?

  1. Du vertiefst deine Sprachkenntnisse.
     
  2. Du lernst wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennen und neue Kulturen.
     
  3. Du machst Erfahrungen fürs Leben. (Teilweise schon bei Unterhaltungen mit Eltern, Lehrern, Kindern, etc.)

Was hast du aus deinem Land mitgenommen oder gewonnen? Erfahrungen, Gegenstände, Freunde oder Inspirationen? 

  • Inspirationen und Anregungen für meinen späteren Beruf als Lehrerin
  • Selbstständigkeit
  • Kontakte von Lehrern und Eltern für Empfehlungsschreiben, Korrekturen von englischen Arbeiten oder Ansprechpartner für Fragen
  • liebe Freunde und interessante Bekanntschaften
  • Bestätigung, dass der Beruf „Grundschullehrerin“ das Richtige für mich ist