Das Habilitationsverfahren wurde in Kooperation zwischen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt und des Instituts für Katholische Theologie (IKT) der Humboldt-Universität Berlin in Erfurt durchgeführt. Das Projekt begleiteten Prof. Dr. Georg Essen (Berlin) und Prof. Dr. Julia Knop (Erfurt), die Venia legendi erhielt PD Dr. theol. habil. Jonas Maria Hoff für das Fach Dogmatik. Für seine im Sommersemester 2026 eingereichte Habilitationsschrift „Eucharistie und Paradoxie. Studien zur paradoxalen Grammatik des christlichen Glaubens“ erhält er überdies den Karl-Rahner-Preis 2026.
Jonas Maria Hoff verdeutlichte in seiner öffentlichen Vorlesung anhand von Tiefenbohrungen in wirkmächtige Konflikte der Eucharistietheologie sowie moderne Debatten um Paradoxa, wie der Rückgriff auf Unvereinbares und Unerklärliches Wirklichkeit erschließen, aber auch Diskurse beenden kann. Er erläuterte das Paradox als (Teil einer) Denkform, also als kognitiven Prozess, der religiöse Gehalte und existenzielle Tiefendimensionen der Wirklichkeit ins Wort bringen kann. Wichtig dabei ist die Gleichzeitigkeit von Unvereinbarem: "Du trinkst - und du trinkst nicht." In der Eucharistie ist der Leib Jesu Christi gegenwärtig - und er fehlt zugleich. Gerade weil er fehlt, wird seine geglaubte sakramentale Gegenwart so wichtig - das Christentum basiert auf einer Verlusterfahrung. Vergisst oder überschreibt man diese Fehlstelle, etwa durch hyperrealistische Identifikation von Brot und Wein mit Fleisch und Blut Jesu oder des Priesters mit Christus, gerät das Ganze in eine prekäre, Missbrauch begünstigende Schieflage. Ein reflektierter Umgang mit Paradoxa muss deshalb immer auch machtsensibel erfolgen. Schon in den mittelalterlichen Abendmahlsstreiten ging es nicht "nur" um die Frage, wie Jesus Christus sich in der Eucharistie gegenwärtig setzt, sondern stets auch darum, ob die Vertreter der verschiedenen Theorien rechtgläubig waren oder nicht - ob ihre Lesart kirchlich angeeignet oder aber ausgeschlossen werden sollte.
Kurzum: Jonas Maria Hoff gelang es ausgezeichnet, derart komplexe, vermeintlich weit entfernte oder fremde Diskurse verständlich und in ihrer gegenwärtigen Relevanz zu erschließen. Die Katholisch-Theologische Fakultät gratuliert sehr herzlich zum erfolgreich abgeschlossenen Habilitationsverfahren an der Universität Erfurt!


