Professur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie

Herzlich Willkommen auf den Seiten der Professur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie! Die Alte Kirchengeschichte nimmt die Geschichte des Christentums in den ersten acht Jahrhunderten in all seinen Facetten in den Blick. Als Disziplin bewegt sich die Alte Kirchengeschichte zwischen Geschichtswissenschaft und Theologie. Sie verwendet die historisch-kritische Methode zur Analyse und Interpretation der Quellen und hat eine wichtige Brücken- und Vermittlungsfunktion zwischen Theologie und Altertumswissenschaften. Die Patrologie legt als Wissenschaft von der altchristlichen Literatur besonderes Augenmerk auf die theologischen Quellentexte der Antike und ihre Autoren. Die Christliche Archäologie untersucht die materiellen Hinterlassenschaften aus der Zeit des frühen Christentums (z. B. die Zeugnisse frühchristlicher Kunst und Architektur).

Aktuelles

Buch - Die Flucht in der Verfolgung - eine legitime Alternative zum Martyrium oder Apostasie?

Neuerscheinung

Daniel Greb, Die Flucht in der Verfolgung – eine legitime Alternative zu Martyrium oder Apostasie? Tertullians Traktat de fuga in persecutione im historischen und theologischen Kontext seiner Zeit (Patrologia – Beiträge zum Studium der Kirchenväter 41), Berlin 2021.

In seinem Traktat de fuga in persecutione bezieht der frühchristliche Theologe Tertullian v. Karthago (ca. 160–220 n. Chr.) Stellung zur Frage, ob es für Christen erlaubt sei, in der Verfolgung zu fliehen. Seine ebenso von der klassischen Rhetorik wie der stoischen Philosophie und dem Kontakt zum Montanismus beeinflusste Argumentation kommt zu einem klaren Ergebnis: Einzig Standhaftigkeit und Martyriumsbereitschaft können die rechte Antwort auf die Verfolgung sein. Die vorliegende Publikation bietet eine Einleitung, Übersetzung und umfassende Kommentierung dieser Schrift und versucht, sie mittels eines multiperspektivischen Ansatzes im historischen und theologischen Kontext ihrer Zeit auszulegen.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit beim Verlag:

https://www.peterlang.com/view/title/73277 (EPUB)

https://www.peterlang.com/view/title/73277?format=EPDF (PDF)

https://www.peterlang.com/view/title/73277?format=HC (gebunden)

Vortrag von Dr. Greb auf der Jahresversammlung des Vereins für Thüringische Geschichte

Auf der 32. Jahreshauptversammlung des Vereins für Thüringische Geschichte am 11. September 2021 in Heilbad Heiligenstadt trug der Vertreter der Professur für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und christliche Archäologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, Dr. Daniel Greb, auf Einladung des Organisators Dr. Torsten W. Müller zum Thema „Der heilige Mauritius im Eichsfeld. Orte und Kontexte der Verehrung“ vor.

Ausgehend von der Verehrungsgeschichte des Heiligen, der mit seinen Gefährten der sog. Thebäischen Legion um 300 in Acaunum (heute Saint-Maurice VS) das Martyrium erlitten haben soll und im Mittelalter besonders unter Ottonen und Saliern stark verehrt wurde, stellte Dr. Greb die drei Eichsfelder Mauritiuskirchen in Desingerode, Steinbach und Lutter und die Hintergründe ihres Patroziniums vor. Während sich für das Patrozinium in Desingerode der Einfluss Magdeburgs nachweisen lässt, kann er für Steinbach nur vermutet werden. Das Mauritiuspatrozinium in Lutter geht womöglich auf eine ritterschaftliche Stiftung zurück.

Anschließend standen wesentliche Darstellungen des hl. Mauritius mit ihren Eigenheiten im Fokus.  Unter diesen findet sich mit dem rechten Chorfenster der Desingeroder Kirche eine ebenso außergewöhnliche wie in der damaligen preußischen Provinz Hannover politisch brisante Darstellung: Der Kirchenpatron trägt nicht etwa die Gesichtszüge eines römischen Legionärs, sondern die des letzten Königs von Hannover, Georg V. (1819-1878).

Eine Besonderheit stellt der im Eichsfeldmuseum Heilbad Heiligenstadt ausgestellte große Schrein mit Reliquien des hl. Mauritius und der Thebäischen Legion dar. Die Reliquien verdanken sich dem privaten Nachlass des Mainzer Weihbischofs in Erfurt Nikolaus Elgard (ca. 1538-1587), der sie zusammen mit liturgischen Geräten und Gewändern testamentarisch den Jesuiten in Heiligenstadt vermachte. Diese verstanden die Reliquienverehrung im Sinne ihrer gegenreformatorischen Bemühungen zu nutzen und überführten die Reliquien in einer prunkvollen Prozession in zwei große Schreine im Chor der Kirche St. Marien. Erst seit 1996 wird einer der Schreine im Eichsfeldmuseum, der zweite im Erfurter Stadtmuseum gezeigt.

Dem Vortrag schloss sich eine Diskussion an. Weitere Vorträge des Tages befassten sich mit dem Heiligenstädter Holzschnitzer Johann Andreas Gröber und seinen Altarbauten in Mitteldeutschland (Dr. Falko Bornschein, Erfurt) und historischen Stadtansichten Thüringens in der Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts (Dr. Wolfgang Steguweit, Gotha).

Text: Professur für Alte Kirchengeschichte.

Bericht der Thüringischen Landeszeitung: https://www.tlz.de/regionen/eichsfeld/ueber-heilige-und-holzschnitzer-id233314265.html

Verein für Thüringische Geschichte: www.vthg.de/

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