Dissertationsschrift von Philipp Schmitz publiziert

Philipp Schmitz wurde im Sommer 2026 an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt mit seiner Dissertationsschrift „Glaube – eine unmögliche Möglichkeit. Die Nichtselbstverständlichkeit des Glaubens denken“ promoviert (Dr. phil.).

Die Studie Glaube – eine unmögliche Möglichkeit. Die Nichtselbstverständlichkeit des Glaubens denken nimmt theologische Glaubenskonzeptionen in den Blick. Dazu wählt sie einen multiperspektivischen Ansatz, indem sie zunächst die religionssoziologischen Rahmenbedingungen der Rede vom Glauben analysiert und umreißt, vor welchen Herausforderungen diese angesichts eines postsäkularen Settings in europäischen Gesellschaften steht. Sodann geht sie der Glaubensthematik in den beiden vatikanischen Konzilien nach und zeigt, wie Glaube dort – mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten – entfaltet und auf dem Hintergrund menschlicher Vernunft, Moral oder der Fähigkeit zu existenzieller Reflexion anthropologisch plausibilisiert wird. Christlicher Gottesglaube erscheint hier als anthropologisches Universale. Weil der Glaube und die Gottesthematik überhaupt in postsäkularen Gesellschaften aber immer weniger Relevanz entfalten können, ergibt sich eine Spannung zwischen Glaubens-konzeptionen und Gegenwartsanalyse. Wenn die universale Plausibilität des Glaubens de facto abgelöst worden ist durch dessen Optionalität, werden dadurch nicht nur überkommene Glaubenskonzeptionen, sondern auch traditionelle Vorstellungen einer natürlichen Religiosität des Menschen fraglich.
Aufgrund des Spannungsverhältnisses von Glaubenskonzeption und Postsäkularität versucht die Studie, den Glauben mit Hilfe zweier Impulse anders zu denken. Sie untersucht anhand der Theologie Karl Barths einen gnadentheologischen Glaubensentwurf und kontextualisiert diesen durch die paulinische Theologie. Hierdurch lässt sich ein Verständnis des Glaubens gewinnen, welches das initium des Glaubens der Initiative Gottes zuordnet und auf anthropologischer Seite den Ereignis- und Widerfahrnischarakter des Glaubens betont. Es wird gezeigt, dass ein solches Glaubensverständnis die religionssoziologische Gegenwartsanalyse besser verarbeiten kann, insofern es von einer Nicht-Selbstverständlichkeit bzw. Nicht-Notwendigkeit des Glaubens ausgeht. Dies wiederum ermöglicht es, diejenige Optionalität theologisch zu deuten, mit der der Gottesglaube heute begegnet. Dabei werden – etwa durch Barths christologische Erwählungslehre – auch Potenziale erschlossen, sich gegenwartsbezogenen Phänomenen wie etwa der Areligiosität aus theologischer Sicht zu nähern. 
So zeigt sich ein gnadentheologischer Zugang zur Glaubensthematik als eine bereichernde Perspektive für den theologischen Diskurs, weil er gegenwartsbezogene religionssoziologische Phänomene und theologische Herausforderung gleichermaßen aufgreift und sich damit als dialogfähig auch mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen erweist. 

Sie befinden sich im News-Bereich der Professur für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät.

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