Automatisierung und Digitalisierung in der Sozialverwaltung (2026–2030)
Projektleitung: Prof. Dr. Christiane Kuller
Das Projekt fragt nach der Bedeutung von Automatisierung und Digitalisierung in der Sozialverwaltung. Es richtet damit den Blick auf die Rahmenbedingungen sozialstaatlichen Handelns, die nicht nur durch Veränderungen des Sozialrechts und der Finanzströme, sondern wesentlich auch durch technologische Innovationen geprägt waren. Der moderne Sozialstaat ist seit seiner Gründung einer der größten Datenerzeuger und -verarbeiter, und seine Verwaltungsinstitutionen gehörten zu den Pionieren bei der Einführung automatisierter und später digitaler Informationsverarbeitungstechnologien. In den Blick genommen werden erstens die unterschiedlichen Ziele bei der Einführung der neuen Technologien und die Problemlagen, die der Einführung zugrunde lagen. Zweitens untersucht das Projekt die Wechselwirkungen technologischer Innovationen und sozialstaatlicher Dynamiken, denn der Sozialstaat wuchs mit und auch durch seine technischen Möglichkeiten, große Datenmengen zu verarbeiten. Drittens fragt das Projekt nach der Wahrnehmung und Aneignung der neuen Technologien seitens der Verwaltungsmitarbeiter:innen einerseits und andererseits auch der Sozialstaatsklienten in der alltäglichen Praxis sozialpolitischer Leistungsadministration.
Das Projekt ist Teil der Forschungsgruppe „Sozialpolitik und technologischer Wandel in historischer Perspektive (SOFO-HIST)“ des Sonderforschungszentrum des Deutschen Instituts für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS-SOFO), gefördert aus Mitteln des Bundesarbeitsministeriums. Das DIFIS-Projekt SOFO-HIST untersucht mit unterschiedlichen Schwerpunkten die Wechselwirkungen von technologischem Wandel und Sozialpolitik in Deutschland im 20. Jahrhundert. Die dabei angestrebte Langzeitbetrachtung zielt auf die Auswirkungen neuer Schlüsseltechnologien auf die Arbeitswelt und die dadurch verursachten sozialen Folgen. Wie haben sich der Sozialstaat und die Sozialverwaltungen gegenüber diesen Prozessen positioniert? Wurde der technologische Wandel durch die sozialpolitischen Maßnahmen erfasst und waren diese zielführend? Sind in dem Kontext Muster, Pfadabhängigkeiten und Grenzen im sozialpolitischen Handeln erkennbar?
Projektpartner*innen: Prof. Dr. Martina Heßler (TU Darmstadt), PD Dr. Winfried Süß (ZZF Potsdam) und Prof. Dr. Cornelius Torp (Universität Bremen)
Arbeitsverwaltung – Verwaltungsarbeit: Computerisierung und Digitalisierung der bundesrepublikanischen Sozialverwaltung
Janik Hollnagel, M. A.
Dissertationsprojekt
Projektleitung: Prof. Dr. Christiane Kuller
Das Forschungsprojekt untersucht die Bedeutung von Computerisierung und Digitalisierung in der Sozialverwaltung. Es fragt danach, wie technologische Innovationen die Möglichkeiten und Grenzen sozialpolitischen Verwaltungshandelns geprägt haben und welche Hoffnungen und Ängste sich mit technologischen Neuerungen verbanden.

