Vergangene Veranstaltungen
Schnack im Park: Picknick, Theater und Musik
Offenes Begegnungsformat mit Musik, Theater, politischen Redebeiträgen und einem Markt der Initiativen.
Der „Schnack im Park“ ist Teil des Aufarbeitungsprojektes „Differenz – Transformation – Zusammenhalt“, einer Kooperation zwischen der Stadt Erfurt und der Universität Erfurt. Ausrichtender Verein ist der Blinde Flecken e. V. in Zusammenarbeit mit dem Erfurter Klangkollektiv "Solidarische Bunt Amseln". Die Veranstaltung möchte Menschen miteinander ins Gespräch bringen und Raum für Selbstvertretung, Erinnerungskultur und Begegnung schaffen, mit dem Ziel, Menschen aus der Erfurter Stadtgesellschaft anzusprechen, die sonst eher nicht mit politischen Themen in Berührung kommen.
Brühler Garten, 18.07.2026 14:00 bis 21:00 Uhr
Das Programm zum Download
Gemeinsam organisiert von der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik (Uni Erfurt), Blinde Flecken e.V. und Soldarische Buntamseln.
"Heimat im Umbruch". Die Transformation des ländlichen Raumes in Thüringen von 1945 bis heute
im Haus Dacheröden, Anger 37, 99084 Erfurt
1. Juni 2026
14.30 -18.30 Uhr Tagung
19.30 Uhr Dokumentarfilm „Geist der Heimat“, danach Gespräch mit Regisseur René Ehrhardt und Produzent Jonny Zimmermann
2. Juni 2026
10.00 - 15.30 Uhr Tagung
Programm zum Download
Plakat zur Filmvorstellung
Thüringen ist ein Land, das von tiefgreifenden historischen Umbrüchen geprägt ist. Von den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen während der DDR-Zeit bis hin zu den wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen nach der Wiedervereinigung hat sich die Region immer wieder neu erfinden müssen. Diese Veränderungsprozesse waren in überregionale und globale Transformationen eingebunden, so dass auch nach der Verschränkung zwischen lokalen, regionalen und überregionalen Dynamiken zu fragen ist. In Thüringen, einem ‚Land ohne Metropolen‘, gibt es kaum größere Städte und wenige Industriezentren. Hier zeigen sich politische, wirtschaftliche und soziale Wandlungsprozesse auf spezifische Weise, nämlich in einer ländlichen Konstellation. In diesem Sinn stellt der ländliche Raum Thüringens, der durch verschiedene Phasen der Zerstörung, Neuordnung und Transformation gegangen ist, ein einzigartiges Forschungsfeld dar.
Eine umfassende Studie zu den Auswirkungen dieser langfristigen Veränderungen auf den ländlichen Raum Thüringens seit dem Zweiten Weltkrieg fehlt bislang, obwohl die Transformationserfahrungen für die politische Landschaft und das Verständnis von heutiger Identität und Heimat von entscheidender Bedeutung sind. Die Tagung möchte hier bestehendes Wissen erstmal zusammenführen und diskutieren.
Den Blick auf die Transformationsprozesse des ländlichen Raumes verbinden wir mit der Frage nach „Heimat“. Galten Positionen, die von „Heimat“ sprechen, lange Zeit als eher unkritisch verklärend und tendenziell „ostalgisch“, so verbinden sich mit „Heimat“ im Hinblick auf die DDR- und Transformationszeit auch systemkritische und negative Erinnerungen. Nicht zuletzt war „Heimat“ auch ein Propagandabegriff der DDR-Regierung.
Bei der Tagung geht es auch um die Politisierung von Erfahrungen im ländlichen Raum: Inwiefern haben die spezifischen Erfahrungswelten im ländlichen Raum Auswirkungen auf die politischen Einstellungen der Menschen? Inwiefern wurden die Erfahrungen zu unterschiedlichen Zeiten zum Anknüpfungspunkt politischer Initiativen bzw. auch politisch instrumentalisiert?
- Eine Tagung des Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik (Universität Erfurt) und der Thüringer Landeszentrale für politische Bildung.
Der Sozialstaat und die deutsche Einheit. (Ko-)Transformationen, Integrationsprozesse, Ungleichheitsdynamiken
12.03.2026 und 13.03.2026, Universität Erfurt
Jahrestagung der Gesellschaft für Historische Sozialpolitikforschung
Die Tagung fokussiert die vielfältigen Transformations- und Integrationsprozesse des deutschen Sozialstaats im Kontext deutschen Einheit. Im Zentrum stehen die tiefgreifenden Umbrüche auf dem Arbeitsmarkt, wo der Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft neue Formen von Arbeitslosigkeit hervorbrachte und die Arbeitsverwaltung vor immense Herausforderungen stellte.
Beleuchtet werden außerdem die Prozesse der Vermarktlichung und Privatisierung sozialer Risiken, die in den 1990er Jahren zu grundlegenden Verschiebungen in der Verantwortungsteilung zwischen Staat, Markt und Familie führten – von der Altenpflege über die Bahnprivatisierung bis zur späteren „Agenda 2010“.
Darüber hinaus werden spezifische sozialpolitische Probleme der Vereinigungsgesellschaft analysiert, darunter Fragen der Rentenüberleitung, der öffentlichen Kommunikation von Rechtsänderungen und neuer Formen staatlicher Vorsorge. Die Tagung untersucht damit die komplexen Wechselwirkungen zwischen deutscher Einheit, Sozialstaatswandel und den daraus resultierenden Ungleichheitsdynamiken.
Für angemeldete Teilnehmer*innen entstehen keine Kosten. Dort, wo die Heimatinstitution keine Reisemittel bereitstellt (etwa bei Nachwuchswissenschaftler*innen, Kolleg*innen im Ruhestand), können die Reisekosten innerhalb Deutschlands und die Übernachtungskosten durch das DIFIS übernommen werden.
Im Anschluss an die Tagung findet die Mitgliedsversammlung der GHS statt.
Damit wir planen können, bitten wir um eine Teilnahmeanmeldung bis zum 8.2.2026 an philfak.zeitgeschichte@uni-erfurt.de.
Workshop: „Die deutschsprachige Literatur der Frauen aus dem KZ Ravensbrück. Erzähltes Leben nach dem Holocaust im geteilten Deutschland“
Mit Sina Meißgeier
25. November 2025, 16 - 18 Uhr
C18-LG4 | 03.03.
Holocaust-Literatur ist diverser als oft angenommen. Das zeigt die Studie von Sina Meißgeier. In ihrer Arbeit analysiert sie am Beispiel des KZ Ravensbrück moralische Ambivalenzen weiblicher Gefangener. Sie richtet den Blick einerseits auf DDR-Texte, die den antifaschistischen Mythos spiegeln. Andererseits beschäftigt sie sich mit narrativen Brüchen in der ostdeutschen Erinnerung. Ihre Textanalysen zeigen, dass der Ravensbrück-Komplex wichtige Gegenerzählungen zu einem westdeutschen Erinnerungsdiskurs geschaffen hat.
Der Workshop beleuchtet, wie Ravensbrück-Literatur zwischen 1945 und 1989 das Verhältnis von Geschlecht, Macht und Überleben neu verhandelt und welche erzählerischen Potenziale im Spiegel
dieser Überlebenserfahrungen und in den Sichtweisen von sekundären Zeuginnen liegen. Fragen zu Erzählformen, Geschlechterperspektiven und Grenzen kollektiver Erinnerung stehen im Mittelpunkt.
Triggerwarnung: In den Textbeispielen werden die Shoah sowie Formen von physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt thematisiert.
Der Workshop ist offen für alle Interessierten. Um Anmeldung bis zum 24.11.25 an sophie.kuehnlenz@uni-erfurt.de wird gebeten.
Im Anschluss an den Workshop findet von 19 - 21 Uhr im Franz Mehlhose ein öffentliches Gespräch und Diskussion mit Sina Meißgeier zu ihrem Buch statt. Alle Interessierten sind dazu ebenso herzlich eingeladen!
Vorgestellt werden Texte u.a. von Margarete Buber-Neumann, Hedda Zinner, Charlotte Müller, Rita Sprengel und Anja Lundholm. Im Gespräch mit der Autorin werden wir über Erzählformen, Geschlechterperspektiven und Grenzen kollektiver Erinnerungen diskutieren. Mitdiskutierende sind herzlich willkommen!
Der Eintritt ist frei.
Kolloquium im Wintersemester 2024/25
Im Wintersemester 2024/25 findet wieder das Kolloquium zur Zeitgeschichte mit einem Mix aus Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Buchvorstellungen statt.
Wir freuen uns über reges Interesse! Rückfragen und Anmeldungen können gerne an Sophie Kühnlenz gerichtet werden (sophie.kuehnlenz@uni-erfurt.de).
Politiken des Sammelns und An-Ordnens im Museum
Zur Musealisierung ethnographischer Artefakte und genderinformierten Sammlungspraktiken im Technikmuseum
Textwerkstatt mit Prof. Dr. Anja Laukötter (FSU Jena)
Texte: Johanna Hügel und Sophie Kühnlenz
05.02.2025 | 14-17 Uhr | C03-LG 1 | Raum 110
18-20 Uhr | C03 LG1LG1| Hörsaal 3
Auftakt Ringvorlesung ENT-SAMMELN mit Anja Laukötter: Über die (Un-)Ordnung der Dinge im kolonialen Völkerkundemuseum
Veranstaltungsplakat zum Download
Anna Hájková: Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Verlangen im Holocaust
30. Januar 2025, 18 Uhr
Kleine Synagoge | An der Stadtmünze 4 | 9084 Erfurt
Wo sind die Geschichten der großen queeren Liebe in der Shoah? Es gibt so gut wie keine. Anna Hájková erklärt, weshalb die Geschichte der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Shoah später ausgeklammert und marginalisiert worden ist und wie ihre Rückkehr in das kollektive Gedächtnis eine inklusive und feministische Geschichte dieses Genozids anbieten kann. Das Buch
„Menschen ohne Geschichte sind Staub" basiert auf originärer und umfangreicher Archivforschung und bietet einen prägnant Einblick in die queere Geschichte des Holocaust für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. In der Erfurter Veranstaltung stellt Anna Hájková die Schicksale aus dem Buch vor, sowie ihre neue Forschung über einen schwulen Prager jüdisch-sudetendeutschen Paar.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Seminars „Zeitgeschichte que(e)r gelesen. Queeres Leben, Lieben und Kämpfen in Ostdeutschland“ statt. Sie wird organisiert von der Professur für Neuere und Zeitgeschichte und Geschichtsdidaktik und dem Gleichstellungsbüro der Universität Erfurt. Die Diskussion moderieren Sophie Kühnlenz und Christian Hermann.

