11. Newsletter: Neues aus QUALITEACH II

Projektkoordination

Die neue Projektkoordinatorin Dr. Sina Westa stellt sich vor

Im April 2021 war es endlich soweit und ich habe die Projektkoordination von QUALITEACH II übernommen. Wie sagt man so schön „aller Anfang ist schwer“ und der Start in ein neues Projekt beinhaltet immer viele Herausforderungen, doch dank der freundlichen und offenen Aufnahme ins QUALITEACH-Team und die Erfurt School of Education, habe ich mich hier von Anfang an wohl gefühlt und blicke nun gespannt den Aufgaben und Herausforderungen, die die Koordination dieses ambitionierten Projektes mit dem Leitziel „Identität, Immersion und Inklusion. Eine integrierte Initiative zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung der Erfurter Lehrerbildung“ mit sich bringt, entgegen.

Aber vielleicht sollte ich an dieser Stelle etwas früher in meinem Leben ansetzen. Die Lehrkräfteausbildung lag mir schon immer am Herzen und das nicht nur aufgrund meines Studiums des Lehramts an Grundschulen an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Im Laufe meines akademischen Lebens habe ich mich immer wieder mit dem Lehrberuf und der Hochschullehre auseinandergesetzt. So bewegte mich in meiner Zulassungsarbeit das Thema „Emotionen im Lehrberuf“, in meiner Masterarbeit „der Lehrberuf als Berufung“ und in meiner Doktorarbeit „die akademische Freiheit in der Hochschullehre“. Nicht nur thematisch bin ich zwischen verschiedenen akademischen Disziplinen und mancherlei internationalem Kontext gereist, sondern auch lokal habe ich mich immer wieder an neuen Orten eingefunden. So führte mich mein Lebensweg für den Master nach Brighton in England und für meine Doktorarbeit nach Ljubljana in Slowenien. Wieder nach Deutschland zurückgekehrt war es mir besonders wichtig mehr Erfahrungen in der Hochschullehre zu sammeln. Dafür bot mir meine Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt viele Möglichkeiten. Wissenschaftlich habe ich mich nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Erfahrungen mit der Internationalisierung der Lehrkräfteausbildung auseinandergesetzt. Nach dieser intensiven Zeit freue ich mich nun besonders einen weiteren Aspekt des akademischen Lebens intensiv unter die Lupe zu nehmen und mein Organisationstalent unter Beweis zu stellen. Einblicke habe ich hier schon als Doktorandin in einem EU-Projekt sammeln dürfen, dabei hat sich immer wieder gezeigt, wie anspruchsvoll es sein kann, Akademiker aus verschiedenen Disziplinen und mit den unterschiedlichsten akademischen Hintergründen unter einen Hut zu bekommen. Daher liegt mir nicht nur das Technische und Organisatorische, sondern vor allem das Zwischenmenschliche am Herzen.

An dieser Stelle bleibt mir noch zu sagen, dass ich zuversichtlich in die Zukunft blicke und mich freue das QUALITEACH-Team in seinen Bemühungen für eine noch qualitativ hochwertigere Lehramtsausbildung an der Universität Erfurt und darüber hinaus zu unterstützen.


Veranstaltungen und Events

Masterarbeit – Let’s go! Ein Auftakt-Workshop des „Forschungslabor MasterMind“ für Lehramtsstudierende, die im Wintersemester 2021/22 ihre Masterarbeit verfassen

Der Workshop findet am Mittwoch, den 28. Juli 2021 zwischen 10:00 und 14:00 Uhr digital statt. Vordergründig werden Formulierungen von Masterarbeitsthemen, wissenschaftlichen Fragestellungen, empirische Methoden, Zeitmanagement sowie die Recherche von wissenschaftlicher Literatur thematisiert und in Teilen geübt. Darüber hinaus sind Zeiträume für individuelle Fragen rund um das wissenschaftliche Arbeiten in der Masterarbeitsphase eingeplant. Der Workshop wird ab einer Teilnehmer:innen Zahl von 10 Lehramtsstudierenden stattfinden. Eine Anmeldung per E-Mail an erzfak.mastermind@uni-erfurt.debis spätestens zum 25. Juli 2021 ist obligatorisch für die Teilnahme.

Hier finden Sie das Veranstaltungsposter.


Summer School Medienpädagogik

Das Kompetenzzentrum digitale fachbezogene Lehrerbildung (KdfL) wird vom 21.09.-24.09 2021 in einer Summer School die Selbstlernkurse (Moodleräume), die für die medienpädagogischen Schwerpunktlegung erarbeitet wurden, pilotieren und evaluieren. Lehramtsstudierende der Universität Erfurt sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Folgende Themen stehen im Zentrum der Selbstlernkurse: Einführung in die Medienpädagogik, Medienerziehung, allgemeine Mediendidaktik und medienbezogene Schulentwicklung. Das beigefügte Plakatenthält alle weiteren Informationen.
Außerdem plant das KdfL für den Herbst 2021 eine Vorstellung der erstellten Selbstlernkurse für Kolleg:innen und Interessierte. Dabei wird auf die theoretische Fundierung und erste Erkenntnisse in der Gestaltung einer Lernumgebung für Studierende eingegangen. In der Sitzung wird eine Vorlage zur eigenen Erstellung von Online-Lernmodulen zur Verfügung gestellt. Gerne beraten wir hinsichtlich des Designs von Online-Lehrveranstaltungen in der Lehrer:innenbildung.


Vielseitiger internationaler Austausch zur Begabtenförderung

Im Januar 2021 nahm Sandra Klaubert, Mitarbeiterin im QUALITEACH-Teilprojekt Kompetenz- und Entwicklungszentrum Inklusion mit dem Schwerpunkt Förderung besonderer Interessen und Begabungen, an dem digital ausgerichteten 3. Schweizer Kongress zur Begabungs- und Begabtenförderung teil. Hier stellte sie in Form eines Posters erste Ergebnisse ihres Dissertationsprojektes vor.

Im Juni 2021 wird Sandra Klaubert zudem an der World of Talent 2021 - International Conference on Talent Development and Honors Education sowie an der 4. Arbeitstagung der DGfE-AG Inklusionsforschung teilnehmen.


„Bildung für Demokratie“ – eine Veranstaltungsreihe in der Hochschullernwerkstatt

Die Reihe Bildung für Demokratie, wurde erstmals im Wintersemester 2020/21 durchgeführt und fand im Sommersemester 2021 ihre Fortsetzung. Ziel dieser Reihe ist es, die Lernwerkstatt als offenen Raum des Austauschs zu leben und durch die Thematisierung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen einen Beitrag zur demokratischen Bildung zu leisten.

Zum jetzigen Zeitpunkt blicken wir auf drei gewinnbringende Veranstaltungen zurück, die mit der Unterstützung externer Kooperationspartner:innen realisiert wurden. Dazu zählen der Vortrag des Weltumradlers Axel Brümmer „Vom Abenteurer zum Aktivisten“ sowie der Vortrag „Kinderschutz für angehende Pädagog*innen“ von Boris Nikolaev vom Kinder- und Jugendschutzdienst HAUT-NAH in Erfurt. Darüber hinaus referierte Tabea Ketterer vom „autismus Bodensee e.V.“ zum Thema „Autismus – na und? Abseits der Norm, aber enorm in Ordnung“. Sowohl der Vortrag als auch die sich anschließende Diskussion trugen dazu bei, mit verschiedenen Stigmen rund um das Thema „Autismus“ aufzuräumen.

Alle genannten Veranstaltungen wurden aufgrund der coronabedingten Einschränkungen erfolgreich in einem digitalen Format umgesetzt und stießen auf ein breites Interesse der hochschulinternen und -externen Öffentlichkeit. Die Veranstaltungsreihe soll im Wintersemester 2021/2022 – dann hoffentlich in Präsenz – in der Lernwerkstatt der Universität Erfurt fortgeführt werden.


Erfolgreiche Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft

In 2019 wurde zur 28. Jahrestagung der Kommission Grundschulforschung der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft das 100-jährige Bestehen der deutschen Grundschule an der Universität Erfurt gefeiert.

Dieser Meilenstein im Dasein der Grundschule wurde zum Anlass genommen, um im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung Mythen, Widersprüche und Gewissheiten in der Geschichte der Grundschule und ihrer Forschung in den Blick zu nehmen.
Die wissenschaftliche Bestandsaufnahme der Forschung zur Grundschule, die durch die Mitwirkung einer großen Fachöffentlichkeit entstanden ist, gibt es ab sofort auch als Buch.
Der kürzlich erschienene Tagungsband erstreckt sich auf 483 Seiten über die gesamte Breite der Grundschulforschung und zeichnet historische Entwicklungen sowie aktuelle Herausforderungen nach. Entstanden ist eine lesenswerte Bestandsaufnahme, die auch einige Zeit nach dem historischen Ereignis noch zum Reflektieren, Gestalten und Forschen über, in, an und mit Grundschulen einlädt. Zudem enthält der Tagungsband einige Beiträge aus dem Projekt QUALITEACH II.
Hier geht es zum Buch https://www.springer.com/de/book/9783658317362


Einblicke

Pilotstudie im Teilprojekt Methodentraining im digitalen Format

Im aktuellen Sommersemester 2021 findet der Pilotdurchgang eines neu konzipierten, digitalen Trainingsprogrammes statt, welches Lehramtsstudierende auf die Gesprächsführung für einen kognitiv aktivierenden, indirekt instruierenden Mathematikunterricht vorbereiten soll. Das digitale Format ist bisher gut angelaufen und zeigt, dass auch in dieser Form Trainingsprogramme angeboten werden können. Mithilfe der gesammelten Erkenntnisse und Evaluationsdaten aus dieser Pilotstudie wird das Trainingsprogramm dann eine Überarbeitungsphase durchlaufen. Ein erweiterter Pilotdurchgang ist für das kommende Wintersemester geplant, in dem die erlernten Gesprächstechniken in einem mit der Lehrveranstaltung gekoppelten Praktikum im Unterricht erprobt werden können.


Forschen im digitalen Format: Begleitkurs für Lehramtsstudierende in der Masterphase

Das Teilprojekt Förderung besonderer Interessen und Begabungen beschäftigt sich zum einen mit der Weiterentwicklung des professionellen Wissens angehender Grundschullehrkräfte zur Förderung mathematisch interessierter bzw. potenziell begabter Kinder im Regelunterricht und zum anderen mit der Entwicklung fallbezogener Materialien zum Thema Begabungs-, Interessen- und Leistungsförderung im Mathematikunterricht. Die erste Pilotstudie findet im Sommersemester 2021 im Rahmen eines Begleitkurses zum Komplexen Schulpraktikum mit Grundschullehramtsstudierenden statt. Ziel ist es, innerhalb von mehreren Online-Sitzungen das professionelle Wissen angehender Grundschullehrkräfte über mathematisch interessierte bzw. potenziell begabte Kinder durch interaktive digitale Formate zu erweitern. Auch im digitalen Format arbeiten Studierende in verschiedenen Sozialformen und eignen sich das Wissen somit abwechslungsreich an. Die Resonanz der Studierenden auf die ersten digitalen Angebote ist positiv. Auf Basis der Piloterhebung wird ein Kategoriensystem erstellt, welches im weiteren Verlauf die Grundlage für die Weiterentwicklung der Fragebogenitems bildet. Eine umfangreichere zweite Erhebung ist für das Sommersemester 2022 angedacht.


Das Teilprojekt „Sprachliche Bildung in mehrsprachigen Kontexten“ testet neue Lernumgebung zum Umgang mit sprachlicher Diversität

Im Mai 2021 fand das erste, vom Projektteam konzipierte und durchgeführte Blockseminar im Studium Fundamentale mit dem Titel „Deutschlands heterogene Klassenzimmer: Migrationsbedingte Mehrsprachigkeit inklusiv gestalten – aber wie?“ statt. Damit geht unser Projekt nach der theoretischen und empirischen Fundierung in die Entwicklungs- und Erprobungsphase. Als Basis für die Seminarkonzeption dienten die Ergebnisse unserer empirischen Bedarfsanalyse zu Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und sprachlicher Bildung aus den vergangenen zwei Semestern. An der Online-Befragung nahmen insgesamt 405 Erfurter Studierende teil. Die Analyseergebnisse und die Projektstruktur können auf unserem Projektposter eingesehen werden.

Ziel des Seminars war es, Grundlagen in den Bereichen DaZ und Sprachbildung zu vermitteln. Als Probelauf für die Entwicklung weiterer Lernumgebungen für die Lehrkräftebildung wird aktuell eine qualitative Evaluation anhand von Reflexionsbögen zum Seminar durchgeführt. Eine erste Sichtung deutet darauf hin, dass insbesondere die Vermittlung von DaZ-Grundlagen und didaktischen Inhalten zur Umsetzung sprachsensiblen Unterrichts von den Studierenden als hilfreich und praxisrelevant bewertet wurden. Es besteht der Wunsch nach vertiefenden Lehrveranstaltungen, vor allem im Bereich der Sprachstandsdiagnostik.


Spannende neue Inhalte in der Vorlesung zur Begabtenförderung

Mit dem Ziel der kompetenzorientierten Weiterentwicklung der bereits bestehenden Online-Vorlesung „Begabungs- und Begabtenförderung“ wurden in den vergangenen Monaten im Rahmen des Teilprojektes Kompetenz- und Entwicklungszentrum Inklusion mit dem Schwerpunkt Förderung besonderer Interessen und Begabungen neue Lerneinheiten entwickelt. Lehramtsstudierende, die diese Vorlesung während ihres Masterstudiums belegen, erfahren nun anhand von ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Bundesländern, wie Akzeleration, Enrichment und die individuelle Förderung an Grund- und Regelschulen konkret umgesetzt werden kann. Damit sollen sie motiviert werden, praxistaugliche Modelle und Strategien selbst umzusetzen.


Multiple Mini-Interviews bilden Verhaltensleistungen zuverlässig ab

Das Teaching Talent Center arbeitet seit mehreren Jahren daran, durch Verhaltensprüfungen, die nur wenige Minuten in Anspruch nehmen, grundlegende Fertigkeiten und berufsbezogene Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden zu erfassen. Diese Prüfungen sind international unter der Bezeichnung „Multiple Mini-Interviews“ (MMIs) bekannt und werden relativ häufig für die Studienzulassung im medizinischen Bereich eingesetzt. Die Proband:innen werden dabei kurzfristig über die jeweilige Aufgabe informiert und müssen nach wenigen Minuten die Situation bewältigen. Ob hierbei überhaupt eine stabile Leistung gezeigt wird oder das Verhalten eher spontan und zufällig erfolgt, war bislang noch nicht wissenschaftlich untersucht. Katinka Clasen konnte nun im Längsschnittdesign zeigen, dass die Wiederholung der Aufgabe in der Regel nicht zu einer Verbesserung der Leistung führt. Auch zeigen sich substanzielle Interkorrelationen zwischen den Messungen, so dass neben der Niveaustabilität auch die Rangordnungsstabilität gesichert ist. Die Befunde sprechen dafür, dass eine einmalige Verhaltensprüfung mit Hilfe der MMIs nützliche Informationen liefert. Eine genauere Darstellung der Ergebnisse ist in Vorbereitung.


Herausforderungen und Erfolge in der Masterarbeit: Sophie-Charlott Elflein ist eine von neun Studierenden, deren Masterarbeiten im Lehramt von 2019/2020 ausgezeichnet wurde...

... Sie berichtet über den Prozess ihrer Masterarbeit, über Herausforderungen und auch Erfolge.

Seit fünf Jahren zeichnet eine vierköpfige Jury (bestehend aus Dozierenden der Fachdidaktik, der Bildungswissenschaften sowie praxisnahen Expert:innen die besten Masterarbeiten im Lehramt aus, die sich neben einer sehr guten Benotung durch Innovation, Praxisrelevanz und eine gelungene wissenschaftliche Umsetzung hervorheben. Heute sprechen wir mit Sophie-Charlott Elflein, eine der neun Studierenden, die im Jahrgang 2019/2020 eine Auszeichnung erhielt, über ihre Erfahrungen beim Verfassen ihrer Masterarbeit, die vielfältigen Herausforderungen und wie sie diesen begegnet ist. Der Titel von Frau Elfleins Arbeit lautet „Eine empirische Untersuchung zum gegenseitigen Helfen im jahrgangsgemischten Unterricht“. Das Gespräch wird von Norbert Graebel, Mitarbeiter des „Forschungslabors MasterMind“, geführt.

Hallo Frau Elflein, vielen Dank für Ihre Zeit. Vor kurzem habe ich Ihre Masterarbeit gelesen, die zukünftig auch anderen Lehramtsstudierenden als good-practice-Beispiel zur Einsicht in der Forschungswerkstatt des „Forschungslabors MasterMind“ zur Verfügung steht. Sie haben die Arbeit vor ungefähr einem Jahr fertiggestellt. Ich denke, dass der Entstehungsprozess für Studierende sehr interessant sein kann. Aber bevor wir näher darauf eingehen: Woran denken Sie zuerst, wenn Sie sich spontan an die Masterarbeit erinnern?

Als erstes kommt mir der hohe Zeitaufwand in den Sinn und auch die Nerven, die es mich an manchen Tagen gekostet hat, wenn unerwartete Herausforderungen dazugekommen sind, die ich zuvor nicht auf dem Schirm hatte. Zum Beispiel wusste ich im Vorfeld nicht, dass ich eine wissenschaftliche Befragung an Thüringer Schulen beim Schulamt genehmigen lassen musste. Dieser Vorgang war in meinem Zeitplan zunächst nicht vorgesehen. Ich habe mir einiges leichter vorgestellt und musste mich zum Beispiel mit einer Methode auseinandersetzen, die ich vorher im Studium nie benutzt hatte, und damit war die Masterarbeit schon etwas Anderes als andere Hausarbeiten.

Viele dieser Herausforderungen werden uns in der Methodenberatung von Studierenden geschildert. Bevor wir darauf eingehen, welche individuellen Lösungen Sie gefunden haben, wäre es für die Leser:innen sicher noch spannend, kurz zu hören, womit Sie sich inhaltlich beschäftigt haben?

Ich habe mir in meiner Masterarbeit jahrgangsgemischte Klassen angeschaut und untersucht, welche Aspekte für die Schüler:innen leitend sind, um sich einen Helfer beziehungsweise eine Helferin auszusuchen. Da häufig betont wird, dass jahrgangsgemischte Klassen gegenseitiges Helfen begünstigen. Ich wollte wissen, inwiefern das wirklich der Fall ist. Schauen die Schüler:innen danach eine:n Schüler:in um Hilfe zu bitten, der bzw. die eine höhere Jahrgangsstufe über ihnen ist? Oder orientieren sie sich vielleicht am Alter, an Sitznachbarschaft und Freundschaft? Das ist das grobe Thema gewesen. Dazu habe ich Netzwerke erstellt und anhand dieser konnte ich ablesen, welche Schülerinnen und Schüler zentrale Knotenpunkte sind und häufig um Hilfe gebeten werden und welche Aspekte bei der Auswahl relevant sind, und daraus habe ich dann Schlüsse zur Beantwortung meiner Fragestellungen ziehen können.

Ich finde das Thema sehr spannend. Jahrgangsmischung ist allerdings nicht an allen Schulen vertreten. Wie kamen Sie dazu dieses Thema zu bearbeiten?

Ja, ich war selbst an einer jahrgangsgemischten Grundschule und hab noch in Erinnerung, dass meine Eltern oft begründen mussten, warum ihr Kind in eine jahrgangsgemischte Schule geht. Es gab viele Menschen, die demgegenüber skeptisch waren. Und während des Studiums habe ich oft meine Praktika an Schulen gemacht, die jahrgangsgemischt waren, weil ich das spannend fand und ich denke, dass Schülerinnen und Schüler von den sozialen Aspekten profitieren können. Und während des Studiums gab es darüber auch immer wieder Diskussionen mit anderen Studierenden, welche Vor- und Nachteile jahrgangsgemischtes Unterrichten mit sich bringt. Daher war das Thema eigentlich die ganze Zeit in meinem Hinterkopf.

Sie haben jetzt sowohl Ihre persönliche Biographie als auch Diskussionen im Studium als Ausgangspunkte für die Themenwahl beschrieben. Inwiefern stand die Entscheidung auch mit Ihrer beruflichen Zukunft als angehende Lehrkraft im Zusammenhang? 

Ich habe auch während des Studiums schon gesagt, dass ich später gern jahrgangsgemischt unterrichten würde. Ich hatte also schon die Erwartung, dass mir das Thema weiterhelfen wird, wenn ich mal an eine solche Schule komme. Auch vom jetzigen Zeitpunkt aus – ich habe im letzten halben Jahr an einer Schule gearbeitet, die jahrgangsgemischte Klassen hat. Von daher hatte ich auch jetzt die Möglichkeit, auf die Ergebnisse meiner Arbeit zurückzublicken, und finde es hat sich gelohnt.

Inwiefern haben Sie jetzt den Eindruck, dass Ihnen die Ergebnisse Ihrer Masterarbeit für Ihren Schulalltag geholfen haben? 

Also ich würde sagen, dass die Ergebnisse mich dazu gebracht haben, fokussierter zu beobachten, welche Kinder sich helfen. Zum Beispiel einen Erstklässler, der erst seit drei Wochen in der Schule ist, zu beobachten und zu schauen: Welche Bezugsgruppe sucht er sich wirklich? Ohne die Masterarbeit geschrieben zu haben, hätte ich dafür vermutlich weniger Bewusstsein. Darüber hinaus bestätigen sich noch einmal einige der Ergebnisse der Arbeit, beispielsweise, dass weniger häufig Schüler:innen der hohen Jahrgangstufe gefragt werden, sondern dass viel nach Freundschaftsbeziehung gewählt wird oder wen ein Kind schneller fragen kann, wie beispielsweise den Sitznachbarn oder die Sitznachbarin.

Die Auseinandersetzung mit dem Gruppengefüge war in der Masterarbeit sehr intensiv. Sie haben einzelne Gespräche mit allen Schüler:innen einer Stammgruppe geführt und diese dann umfangreich mit wissenschaftlichen Methoden ausgewertet. Wie gestaltet sich so eine Betrachtung im Schulalltag?

Also allgemein finde ich es schade, dass man wenig Zeit hat, solche Themen zu vertiefen. Am ehesten sind mir die Freundschaftsnetzwerke in den Klassen aufgefallen. Das ist etwas, was man recht schnell erfassen kann; aber ich denke schon, dass es hilfreich und spannend wäre, ein Netzwerk der eigenen Klassen mit wissenschaftlichen Methoden zu erstellen. Es ist im Alltag nicht realistisch, aber es wäre spannend. Da man danach auch Gruppenzusammensetzungen in der Klasse aktiv gestalten könnte, um gute Kooperationen zu vertiefen.

Eventuell kann man aber auch nur Teile in den Schulalltag integrieren, auch das würde schon neue Perspektiven auf die eigene Klasse bringen.

Wir haben jetzt schon intensiv auf die Zeit nach der Arbeit geblickt. Ich würde jetzt gern einen kleinen Sprung machen und auf den Prozess eingehen. Wann haben Sie begonnen, sich mit der Masterarbeit zu beschäftigen?

Da muss ich mal eben meinen Zeitplan öffnen. Meine Schreibphase fing Mitte September 2019 an, aber die Themenfindung habe ich schon im Mai begonnen. Im Juni habe ich angefangen Literatur zu suchen, um mich über den Forschungsstand zu informieren. Also circa vier Monate vor dem Schreibprozess habe ich angefangen, mich intensiver mit der Arbeit zu beschäftigen. Das Thema stand jedoch schon länger fest, aber spezifisch wurde es erst dann.

Sie haben im Wintersemester geschrieben, also im Sommer das Thema angemeldet und dann im September offiziell begonnen. Wie sind Sie zu Ihren Betreuer:innen gekommen?

Das habe ich heute auch nochmal überlegt. Bei einem fachspezifischen Thema [Anmerkung des Interviewers: bspw. Deutsch, Mathe, Sachkunde] gibt es Anhaltspunkte, wer für die Betreuung in Frage kommt. Da dies bei mir nicht der Fall war, habe ich zunächst selbstständig geschaut welche Dozent:innen in Frage kommen würden. Und dann bin ich zu „MasterMind“ gegangen und hab nachgefragt, wer in Frage kommen würde und wer Masterarbeiten in dem Bereich betreut. In meinem ersten Mastersemester hatte ich auch einen Themenfindungsworkshop vom „Forschungslabor MasterMind“ besucht.

Jetzt ist es ja gar nicht so einfach, die passenden Betreuer:innen zu finden. Darüber hinaus benötigten Sie noch Kontakte zu Schulen. Wie haben Sie diese herstellen können?

Zugegebenermaßen habe ich zunächst Schulen kontaktiert, zu denen ich persönliche Kontakte hatte, beziehungsweise bei denen ich schon Praktika gemacht hatte. Ich dachte, dass es da leichter wird, meine Daten zu erheben. Aber da diese Schulen aus verschiedenen Gründen ausgeschieden sind, habe ich mir auf dem Thüringer Schulportal alle Schulen angeschaut, welche Jahrgangsmischung haben. Und danach habe ich fast alle aus der Umgebung angeschrieben, da ich nicht immer eine Antwort erhalten habe. Eine Schule konnte ich letztlich darüber gewinnen. Danach bin ich über die Methodenberatung vom „Forschungslabor MasterMind“ auch noch in Kontakt mit einer weiteren Schule gekommen.

Ich erinnere mich. Es gab mit dieser Schule bereits eine Kooperation im Rahmen einer Masterarbeit und so konnten wir den Kontakt herstellen. Nach einem ersten gemeinsamen Kennenlernen der Schule haben Sie die Kooperation dann selbstständig weitergeführt. Wie gestalteten sich die Absprachen mit den Schulen?

Ich fand es am Anfang eher anstrengend, da von vielen Schulen keine Reaktion kam. Man musste oft Nachfragen stellen. Ich wusste auch von meinen Praktika, dass Schulen stark ausgelastet sind und nicht immer Zeit haben so etwas anzunehmen. Aber es hat am Anfang doch auch Druck aufgebaut. Als dann erste Lehrkräfte geantwortet haben, dass sie mein Interesse für das Thema teilen und das Vorhaben in ihrer jeweiligen Klasse gut umsetzbar fanden und dass auch die Schüler:innen in der Lage wären die Interviews zu absolvieren, wurde es viel einfacher, da der persönliche Kontakt hergestellt war und ich individuelle Absprachen mit den Lehrkräften treffen konnte.

Und das Schulamt hat dann letztlich auch mitgespielt?

Nachdem mein Antrag auf Umwegen beim Schulamt angekommen war und ich mich nochmal erkundigt hatte, konnte das Interview ohne Änderungen umgesetzt werden.

Die Qualität Ihrer Masterarbeit zeichnet sich auch durch die hochwertige empirische Methodik aus. Wie bereits erwähnt, haben Sie Interviews und eine Netzwerkanalyse durchgeführt. Wie haben Sie sich für diese Methoden entschieden?

Ich hatte zunächst verschiedene Fragen zur Thematik, die ich gern beantworten wollte. Dann habe ich geschaut, mit welcher Methode man diese gut beantworten kann. Dann dachte ich auch kurz, dass ich im Studium noch nie etwas von Netzwerkforschung gehört habe und habe mich gefragt: „Warum sollte ich genau das auswählen?“. Aber ich fand es auch so ansprechend, weil ich gut Informationen aus Grafiken ableiten kann. Daher fand ich es so verständlich und übersichtlich aus einem Netzwerk Informationen zu ziehen. Zudem schien es mir passend zur Fragestellung und zum Umfang der Masterarbeit.

Welches waren letztlich die größten Herausforderungen in der Masterarbeit?

Auf jeden Fall war die Konkretisierung des Themas und der Fragestellung schwer. Auch einzuschätzen, was im Rahmen der Masterarbeit umsetzbar ist, war nicht leicht. Es hat einiger Konsultationen mit den Betreuer:innen gebraucht, um den Fokus festzulegen und die konkrete Fragestellung zu formulieren. Zudem war es schwer die Literatur zu verwalten. Ich habe vor der Masterarbeit nie mit Citavi gearbeitet, weil es zuvor nicht Thema im Studium war. [Anmerkung Interviewer: Citavi ist eine Literaturverwaltungssoftware mit deren Hilfe Quellenangaben, Zitate und Inhalte verwalten werden können. Sie wird an der Universität Erfurt allen Studierenden kostenlos zur Verfügung gestellt.] Ich war aber sehr dankbar diese Software zur Strukturierung der Masse an notwendiger Literatur nutzen zu können. Auch die Aneignung der Methoden war anspruchsvoll, da die meisten Hausarbeiten im Lehramt theoretisch sind und ich zuvor noch nie Interviews durchführen musste. Dadurch war alles vom Interview bis zur Auswertung Neuland für mich, in das ich mich erstmal eindenken musste.

Mit Citavi haben Sie ja schon eine softwaregestützte Lösungsstrategie gefunden. Wie sind Sie dazu gekommen? Und was hat Ihnen noch geholfen, die beiden anderen Herausforderungen zu bewältigen?

Auf Citavi bin ich durch die Universitätsbibliothek aufmerksam geworden. Ich hatte mich dann mit der Studierenden getroffen, die so ein ähnliches Thema wie ich geschrieben hatte, und im Austausch habe ich so ein paar Tipps und Tricks mitbekommen und da fiel auch mal das Stichwort Citavi. Im Allgemein haben mir Konsultationen mit den Betreuer:innen geholfen, um Literaturhinweise zu erhalten, aber auch Hinweise für die Durchführung und Auswertung von Interviews. Es hat mir aber auch geholfen, mich mit anderen Studierenden auszutauschen, die am gleichen Punkt waren wie ich oder Studierende, die schon fertig mit der Masterarbeit waren. Auch die ausgezeichneten Masterarbeiten aus den Vorjahren, die man in der Forschungswerkstatt des „Forschungslabors MasterMind“ einsehen konnte, haben mir sehr geholfen, um unter anderem Formatierungshinweise zur erhalten oder den Aufbau von Masterarbeiten besser zu begreifen.

Super, ich habe den Eindruck, dass Ihre individuellen Lösungen auch im Allgemeinen gute Empfehlungen für andere Studierende sein können. Die Kurse der Universitätsbibliothek zu Citavi finde ich beispielsweise ebenfalls sehr gelungen. Und auch den Hinweis, sich regelmäßig mit Kommiliton:innen auszutauschen, schätze ich als hilfreich ein. Gerade in der Masterarbeitsphase kann das Potential zur Kooperation in Vergessenheit geraten, da jeder und jede an seinem oder ihrem individuellen Thema arbeitet. Alleine das Schildern der eigenen Methode und kritische Rückfragen bringen einen aber oft schon weiter.

Ja, ich habe auch gemerkt, dass am Anfang alle auf ihre eigene Arbeit fokussiert waren, aber mit der Zeit hat man schon erfahren, dass ein Austausch und kleine Hinweise einen weiterbringen.

Was würden Sie mit Ihrem heutigen Wissen und Ihrer Erfahrung beim nächsten Mal von Anfang an anders machen?

Ich glaube, ich würde mich noch eher mit der Themenfindung beschäftigen, da ich das am Anfang vor mir hingeschoben habe. Und obwohl ich einen guten Zeitplan hatte, hatte ich am Ende gut zu tun, um rechtzeitig abzugeben. Wahrscheinlich würde ich meinem früheren Ich also raten, noch eher anzufangen, um das Ganze etwas entspannter anzugehen. Ich würde auch noch eher versuchen, den Kontakt mit Schulen herzustellen und eventuell schon im Semester vorher damit beginnen, wenn ich das Thema kenne, weil das auch sehr stressig geworden ist. Daher denke ich im Übrigen auch, dass es gar nicht schlecht ist, wenn man erst das [einsemestrige] Komplexe Schulpraktikum absolviert und danach die Masterarbeit schreibt, da man schon tiefer in der Praxis steckt und eine engere Verbindung zu einer Schule hat. Sonst fällt mir spontan nichts weiter ein.

Gibt es noch etwas Besonders, das Sie Studierenden noch mit auf den Weg geben möchten?

Sehr hilfreich war mein Zeitplan. Auch wenn er nur eine grobe Orientierung darstellt. Ich glaube, ich hätte mich sonst irgendwann verloren. Es gab so eine lange Liste mit "Todos", die noch gemacht werden mussten. Ich habe versucht, mir das wochenweise aufzuteilen. Und auch wenn ich es nie geschafft habe, diese Aufgaben genau zu dem Zeitpunkt beendet zu haben, habe ich die Orientierung gebraucht. Ich kenne auch Studierende, die sich keinen Zeitplan geschrieben haben, um nicht so unter Druck zu kommen. Im Nachhinein haben sie aber auch gesagt, es wäre besser gewesen, einen Überblick über offene Aufgaben zu haben. Ein Tipp ist zudem, die Arbeit grundsätzlich Korrektur lesen zu lassen. Ich habe darauf geachtet, dass ich zwei Kommilitoninnen lesen lasse, die Ahnung von dem Thema hatten, aber ich habe auch Leute drüber lesen lassen, die nichts mit Pädagogik und wissenschaftlichem Arbeiten zu tun haben, weil die Leute konkreter sagen konnten, was noch unverständlich war. Das wären zwei Tipps, die ich ganz wichtig fand.

Hatten Sie zu Beginn der Arbeit schon einen Zeitplan oder kam das eher im Prozess?

Ich hatte erst eine grobe Planung. Aber ich konnte zum Beispiel am Anfang nicht einschätzen, wieviel Zeit es kostet, Interviews zu transkribieren, da ich das noch nie gemacht habe. Gerade für Punkte wie Auswertung und Interpretation habe ich dann doch viel länger gebraucht, als ich zunächst vermutet hatte. Daher war das immer ein Prozess, den Zeitplan anzupassen.

Sie hatten aber offensichtlich einen Puffer?

Ja, aber es wurde dennoch knapper, als ich gedacht hätte.

Welcher Teil der Arbeit hat letztlich am meisten Zeit benötigt?

Ich glaube, für mich waren es die Auswertung und die Interpretation. Erstmal zu schauen, welcher Teil der Daten relevant ist, wie man diese in Netzwerken darstellt und dann auch auszuwählen, wie man in der Analyse damit umgeht, benötigt viel Zeit, in der noch kein Wort direkt aufgeschrieben wird. Und auch das Ergebnis letztlich nochmal mit dem Theorieteil der Arbeit in Bezug zu bringen.

Das deckt sich mit vielen Berichten von Studierenden in der Beratung, dass diese Teile besonders lange brauchen, aber relativ wenig Zeit dafür eingeplant wird.  Einfach weil die Erfahrung im empirischen Arbeiten fehlt.

Ja, beim Theorieteil kann jeder schon etwas besser einschätzen, wie lange er braucht.

Zum Abschluss: Gibt es noch etwas zum Thema Masterarbeit im Lehramt, was Ihnen „unter den Nägeln brennt“?

Es wäre schön gewesen, wenn wir im Studium schon eher Input bekommen hätten.

Welche Art Input hätten Sie sich gewünscht, damit Sie sich besser vorbereitet gefühlt hätten?

Ich weiß von Freunden, dass diese ein Semester vor ihrer Masterarbeit ein vorbreitendes Seminar hatten. Ich hätte mir daher schon gewünscht, dass wir uns eher damit auseinandergesetzt hätten, was es heißt, empirisch zu forschen. Ich erinnere mich noch daran, dass wir zu Beginn des Studiums ein oder zwei Seminare hatten, in denen wir einen groben Überblick über Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens bekommen haben. Aber wir haben nie selbst etwas durchgeführt oder ausgewertet. Zumindest erinnere ich das so.

Das ist gut möglich, da es derzeit im Lehramt an der Universität Erfurt keine verbindlichen Seminare zum wissenschaftlichen Arbeiten gibt.

Manche hatten Glück, dass es Dozierende gab, die einen Fokus daraufgelegt haben, aber ich dachte manchmal, es wäre schon schön gewesen, wenn man vorher ein vorbereitendes Seminar gehabt hätte, was Inhalte, wie diejenigen der Workshops vom „Forschungslabor MasterMind“, aufgegriffen hätte.

Frau Elflein, ich danke Ihnen herzlich für das intensive Gespräch und wünsche Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.


Neuste Publikationen

Publikation eines Artikels in der ThILLM-Reihe „Diskurs“ durch das Team der Hochschullernwerkstatt

Im ThILLM-Band (Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien) „Schule wirksam unterstützen“ geht das Team der Hochschullernwerkstatt der Frage nach, wie Professionalisierungsprozesse angehender Lehrer:innen an der Hochschule durch das Lernen in einer Hochschullernwerkstatt gestaltet werden können.

Durch eine kritische Diskussion der erhobenen empirischen Daten gelingt es, sowohl Wirkungen festzustellen als auch Anregungen für die weitere Ausgestaltung von Professionalisierungsprozessen zu geben.

Link zum Artikel: https://www.schulportal-thueringen.de/web/guest/media/detail?tspi=14405


Lehramtsstudierende haben unterschiedliche Meinungen zur Begabtenförderung

Im April 2021 wurde ein von Professor Dr. Ernst Hany und Sandra Klaubert, aus dem Teilprojekt Förderung besonderer Interessen und Begabungen, verfasster Beitrag mit dem Titel „Begabungsgerechte Persönlichkeits- und Leistungsförderung: Sind Lehramtsstudierende dazu bereit?“  veröffentlicht. Nach einer Begründung der individuellen Förderung auch lern- und leistungsstarker Schüler:innen wird anhand von Daten aus eigenen Erhebungen demonstriert, wie unterschiedlich die Einstellungen von Lehramtsstudierenden zur Förderung Leistungsstarker ausfallen.

Hany, E. & Klaubert, S. (2021). Begabungsgerechte Persönlichkeits- und Leistungsförderung: Sind Lehramtsstudierende dazu bereit? Erziehung & Unterricht, 171, 280-289. https://www.oebv.at/erziehung-und-unterricht/2021_3_4


Hochschullernwerkstätten auf dem Prüfstand. Entwicklungen und Forschungszugänge

Im neu erschienenen Jahrbuch Grundschulforschung "Mythen, Widersprüche und Gewissheiten der Grundschulforschung" – erschienen bei Springer VS – veröffentlicht Marcus Berger vom Team der Erfurter Hochschullernwerkstatt zusammen mit seinen Kolleginnen und Kooperationspartnerinnen Dr. Barbara Müller-Naendrup und Dr. Annika Gruhn von der OASE Lernwerkstatt der Universität Siegen den Artikel "Hochschullernwerkstätten auf dem Prüfstand. Entwicklungen und Forschungszugänge, der im Nachgang zu einem Fachsymposium auf der Grundschulforschungstagung 2019 entstanden ist."

Link zum Buch: https://www.springer.com/de/book/9783658317362


Die Bedeutung der Persönlichkeit für den Lehrberuf

Im Juni 2021 wurde das Jahrbuch Grundschulforschung durch einen neuen Band erweitert, in dem die Beiträge der 28. Jahrestagung der DGfE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe enthalten sind. Diese fand vom 25. bis 27. September 2019 an der Universität Erfurt statt. Das damalige Team des Teaching Talent Centers unter der Leitung von Professor Dr. Ernst Hany war bei dieser Tagung mit einem Symposium vertreten. Ein Kurzbericht dazu hat unter dem Titel „Kompetenzwirksame Persönlichkeitsfaktoren bei Lehramtsstudierenden“ Eingang in den Tagungsband gefunden.

Clasen K., Keiner M., Klaubert S. & Hany E. (2021). Kompetenzwirksame Persönlichkeitsfaktoren bei Lehramtsstudierenden. In N. Böhme, B. Dreer, H. Hahn, S. Heinecke, G. Mannhaupt & S. Tänzer (Hrsg.), Mythen, Widersprüche und Gewissheiten der Grundschulforschung. Eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme nach 100 Jahren Grundschule (Serie Jahrbuch Grundschulforschung, Bd. 25, S. 395-407). Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31737-9_44