Campus
Katholisch-Theologische Fakultät
C14 – Mitarbeitergebäude 3
Schwarzburger Str. 121
99089 Erfurt
Universität Erfurt
Katholisch-Theologische Fakultät
Postfach 90 02 21
99105 Erfurt
Öffentliche Großgottesdienste in der DDR als Spiegel für das Spannungsverhältnis zwischen katholischer Kirche und Staat. Eine liturgiewissenschaftliche Untersuchung
Das Promotionsprojekt befasst sich mit katholischen Großgottesdiensten in der DDR als Spiegel des Verhältnisses zwischen Kirche und sozialistischem Staat. Ziel der Arbeit ist es, die wechselseitige Beziehung von Liturgie und soziokulturellem Umfeld in einem politisch eingeschränkten System zu untersuchen. Darüber hinaus wird die liturgische Praxis als Ausdruck kirchlicher Positionierung im gesellschaftlichen Kontext der DDR analysiert.
Im Mittelpunkt stehen drei exemplarische Großveranstaltungen: das 1000-jährige Gründungsjubiläum des Bistums Meißen (1968), das Elisabethjubiläum in Erfurt (1981) und das Katholikentreffen in Dresden (1987). Diese Ereignisse werden im Hinblick auf ihre Vorbereitung, ihre Durchführung und ihre liturgische Gestalt untersucht. Analysiert werden unter anderem Gebete und Fürbitten, Predigten, Liedauswahl, Partizipationsformen der Gläubigen sowie die Präsenz und Einflussnahme staatlicher Akteure.
Methodisch verbindet das Projekt liturgiewissenschaftliche Analyse mit kirchen- und zeithistorischen Zugängen. Grundlage sind umfassende Archivstudien in kirchlichen und staatlichen Beständen, insbesondere in den Diözesanarchiven von Erfurt und Dresden-Meißen sowie in staatlichen Archiven. Auf diese Weise leistet die Dissertation einen Beitrag zur Erforschung der Wechselwirkungen von Liturgie, Politik und Gesellschaft im Kontext der DDR.
Seminar: Ostdeutsche Theologie? (1 SWS)