Doktorand (Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes)

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Schloss Friedenstein, Pagenhaus / Raum 2.03b

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Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes
Schloss Friedenstein – Pagenhaus
Schlossplatz 1
99867 Gotha

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Curriculum Vitae

seit Januar 2022
Promotionsstipendiat, EPPP-Nachwuchskolleg „Wissensgeschichte der Neuzeit" der Universität Erfurt

2017-2021
MA-Studium der Geschichtswissenschaft an der Universität Erfurt

2018-2019
JASSO Stipendiat an der Sophia Universität Tokyo

2017-2021
Studentische Hilfskraft an der Professur für Geschichte Westasiens bei Frau Dr. Mara Albrecht

2014-2017
BA-Studium der Globalgeschichte an der Universität Erfurt

Forschungsschwerpunkte

Wissens- und Wissenschaftsgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts

Globalgeschichte

Geschichte Japans

 

Forschungsprojekt

Eine andere Geschichte der Japanologie zwischen Literaturgeschichte und kartographischer Expertise. Die Arbeiten von Karl Adolf Florenz und Bruno Hassenstein

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts intensivierten europäische Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen ihre Forschungen zu Japan. Mit ihren zahlreichen Abhandlungen versuchten sie, einen der letzten weißen Flecke im Fernen Osten zu füllen, der zuvor aus wenigen Publikationen bekannt war.

Im Rahmen des Dissertationsprojekts soll anhand der Akteure Bruno Hassenstein und Karl Adolf Florenz untersucht werden, wie Japanexpert*innen das japanische Inselreich erforschten. Hierbei stützt sich die Arbeit auf umfangreiche Notizen, Handschriften und kartographische Werke Hassensteins sowie die reichhaltigen philologischen Schriften von Florenz. Einige Gemeinsamkeiten dieser beiden Japanenthusiasten ergeben sich aus dem Umstand, dass sie im Umfeld von bekannten Kenner*innen der Nation agierten und nach einer verständlichen Transkription der japanischen Sprache suchten. Der Blick auf diese Protagonisten hilft dabei nachzuvollziehen, warum das 19. Jahrhundert als Entstehungsmoment der heutigen Japanologie gedeutet wird.

Konzipiert wird das Projekt um grundsätzliche Fragen, die sich bei der Analyse von Japangelehrten aus unterschiedlichen Fachrichtungen stellen: Was machte eine*n Japanexpert*in aus? Gab es eine formale Ausbildung, die zu durchlaufen war? Wie wurde in den Kreisen der Gelehrten darüber verhandelt, wer als solche*r galt und wer nicht? Mussten japanische Sprachkenntnisse vorgewiesen werden? Welche Japanbilder erzeugten Gelehrte in ihren Texten? Die Beantwortung solcher Fragen kann dazu beitragen, die Genese der Japanologie als wissenschaftliche Disziplin besser zu verstehen.

Bisher wurde die historische Entwicklung der Japanologie mit dem Schwerpunkt auf biographischen Studien ihrer Vorreiter*innen, dem Einfluss nationaler Ideologien und Japandiskursen innerhalb des Fachs interpretiert. Das Forschungsprojekt ergänzt diese Auslegungen, indem es die Rolle von Japanexpert*innen bei der Etablierung ihrer wissenschaftlichen Disziplin betrachtet. Um dies herauszuarbeiten, kombiniert die Untersuchung interdisziplinäre Ansätze aus der Diskursanalyse, Globalgeschichte und Expertengeschichte. Es wird angenommen, dass die Geschichte der Japanologie des 19. Jahrhundert als globale Expertengeschichte gelesen werden kann. Darunter ist eine asymmetrische Verflechtung zu verstehen, in der sich Expertenwissen zu einem wesentlichen Merkmal einer*s Japanexpert*in entwickelte. Insgesamt soll auf diesem Weg ein alternativer Vorschlag zur Analyse der Japanologie als wissenschaftliche Disziplin im 19. Jahrhundert unterbreitet werden.

Engagement