Professur für Globalgeschichte

Aktuelles

Workshop "Between Deviance and Marginalization"

We welcome contributions that present transnational case studies and deal with questions about how media
produced “sensations of crime and gender” or that reveal social aspects of crime and gender through the
analysis of police and court files. We are especially interested in analyses of global circulation, networks,
and perceptions, which centre the actors as active figures of agency. Given our focus on gender and crime,
we especially welcome proposals that challenge the standard binary normativities of gender. Early career
researchers are especially encouraged to contribute. We especially invite papers and presenters whose re-
search explores areas underrepresented in the academe of the Global North and Western Europe. Though we
anticipate many contributions concerning the broadly-defined era of modern history, we also welcome pro-
posals from early modern history. The workshop is part of the project "The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century," funded by the VW-Stiftung.

The workshop language will primarily be English, but there will be the possibility of spontaneous translation
(short summaries e.g.) in German or French.

26 - 28 October 2022

Organizers:
Sarah Frenking (Erfurt)
Bodie A. Ashton (Erfurt)

Contact:
sarah.frenking@uni-erfurt.de
bodie.ashton@uni-erfurt.de

Neue Forschungsprojekte

Hidden Histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966

Das Projekt widmet sich Beiträgen indischer Frauen zu ländlichen Aufbauprogrammen von etwa 1920 bis 1966 und folgt dabei der Forderung, Gender als Analysekategorie in die Geschichte von Entwicklung einzubeziehen. Das Ziel des Projektes ist es, die Rolle von Frauen in der Gestaltung und Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen ländlichen Entwicklungsprojekten in Indien in den Schlüsselbereichen Gesundheit, Bildung und Existenzsicherung zu untersuchen und auf diese Weise die Prozesse von Entwicklung und Staatsbürgerschaft neu zu erfassen...mehr

Bild: INDIEN: FAMILIENPLANUNG. NUM Familienplaner Vorlesungen Frauen auf die Verwendung von Verhütungsmitteln Geräte in einem Dorf in der Nähe von Neu-Delhi, Indien, 1968. Quelle: Granger Historical Picture Archive / Alamy Stock Foto.

Towards Illiberal Constitutionalism in East Central Europe: Historical Analysis in Comparative and Transnational Perspectives

Die Europäische Gemeinschaft betrachtete sich selbst lange Zeit als „Rechtsgemeinschaft“, weshalb sie die zentrale Rolle des Gesetzes im europäischen Prozess als einen „Integrationsprozess durch das Recht“ unterstrich. Rechtsstaatlichkeit, also die Machtbegrenzung von öffentlichen Ämtern durch das Gesetz und die Unabhängigkeit der Justiz, definiert dabei den demokratischen Charakter des europäischen Projekts. Hier stellt das Heranwachsen eines unverkennbaren illiberalen Konstitutionalismus, ein in sich selbst scheinbar widersprüchliches Konzept, in einigen ostmitteleuropäischen EU-Mitgliedern eine erhebliche Herausforderung mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für die europäische Integration dar...mehr

Einblicke in die laufende Forschung

Nachgefragt: Welches Trauma bringt die Teilung Indiens vor 75 Jahren mit sich?

Ausschnitt Karte der Welt 1868

Mit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft vor 75 Jahren zerfiel der indische Subkontinent in die Staaten Pakistan und Indien. Begleitet wurden die Staatsgründungen von religiös motivierter Gewalt zwischen Muslimen und Hindus sowie von Flucht und Vertreibung. Erst spät begann die Aufarbeitung dieser prägenden Ereignisse, weiß Dr. Maria Framke. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Globalgeschichte der Universität Erfurt und forscht unter anderem zur Geschichte Südasiens. Das ganze Interview von "WortMelder" finden Sie hier.

Digitale Ausstellung: Karten Wissen Meer

Der grosse Ocean

Digitale Ausstellung

Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit – so die These der digitalen Ausstellung „Karten Wissen Meer: Globalisierung vom Wasser aus“. Die Ausstellung zeigt, welchen Anteil die Kartographie der Meere daran hat, globale Zusammenhänge beobachtbar und begreiflich zu machen.

Ausstellung besuchen

Weitere Informationen:

Forschungsprojekt „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“

Neuerscheinungen

Jenseits des Terrazentrismus

Buchcover_Jenseits_des_Terrazentrismus

Schröder, Iris/Schürmann, Felix/Struck, Wolfgang, Jenseits des Terrazentrismus. Kartographien der Meere und die Herausbildung der globalen Welt, Göttingen 2022.

»Jenseits des Terrazentrismus« lädt dazu ein, die Formierung der globalen Welt vom Wasser aus zu betrachten – und von dessen Medialisierung in Karten. In geschichts-, literatur- und medienwissenschaftlichen Beiträgen regt das Buch eine neue Globalisierungsforschung an, die das Geschehen auf und die Beschäftigung mit den Meeren als konstitutiv für die Herausbildung von Globalität begreift.

"Jenseits des Terrazentrismus" ist im August 2022 im Wallstein Verlag erschienen.

Karten – Reisen

Struck, Wolfgang/ Schilling, Ruth/ Theis, Frederic/ Tüchert, Florian, Karten – Reisen. Von Meereswissen und Welterfahrung, Wiesbaden 2021.

Reisende waren Suchende, auf Segel- und Dampfschiffen, auf den Meeren und an den Küsten dieser Welt. Ihre Karten wissen zu berichten von dynamischer Kühnheit und wissbegieriger Erderkundung, vom Drang in die Ferne, von Sehnsüchten und Fantasien. Karten-Reisen entwickelt eine multiperspektivische Erzählung entlang persönlicher Reisegeschichten und einzigartiger Kartenblätter von der Antike über das ›Zeitalter der Entdeckungen‹ bis in das frühe 20. Jahrhundert. Wir laden dazu ein, Karten als Zeugnisse historischer Forschungsfahrten in entfernte Seegebiete zu lesen, als Ausweise touristischer Schiffspassagen, aber auch als Instrumente langfristiger Raumordnungsbestrebungen, die, bei Platon beginnend, bis in die jüngere Vergangenheit fortdauerten. Ergänzt um ausgewählte Textauszüge entwickelt der attraktive Band ein lebendiges Weltbefahrungspanorama und ist zugleich auch eine literarische Reise über das neu kartografierte Meer.

Die Publikation entstand im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Alle aktuellen Informationen zum Projekt finden sie im Karten-Meere Blog.

Zwischenfälle im Reichsland

Frenking, Sarah, Zwischenfälle im Reichsland. Überschreiten, Polizieren, Nationalisieren der deutsch-französischen Grenze (1887–1914), Frankfurt a.M./New York 2021.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) annektierte das Deutsche Kaiserreich das Elsass und Teile Lothringens, die damit als »Reichsland« bis 1918 zu Deutschland gehörten. Mit ihrer Untersuchung zeigt Sarah Frenking, welche Bedeutung die neu gezogene deutsch-französische Grenze im »nation building« des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts bekam. Ihre mikrohistorische Studie gibt erstmals Aufschluss über Entstehung und Praktiken einer Grenzpolizei und verbindet Polizeigeschichte und »border studies«. Sie analysiert die polizeilichen Kategorisierungsprozesse und Kontrollpraktiken sowie die vielfältigen Raumbezüge unterschiedlicher Grenzgänger_innen. Anhand der daraus resultierenden Konflikte zeichnet sie nach, wie die »Zwischenfälle« internationale diplomatische Dimensionen annahmen, wie der Grenze – und dem, was an ihr geschah – zunehmend mediale Aufmerksamkeit galt und sie mit einem nationalen Interesse verknüpft wurde.

„Zwischenfälle im Reichsland“ ist im Campus Verlag erschienen.