Tagung: Patristic Colloquy Olomouc 2025 – Eschatology

Vom 14. bis 19. Oktober 2025 fand in Olomouc (Tschechien) das internationale Patristic Colloquy zum Thema Eschatologie statt. Die Tagung versammelte Patristikerinnen und Patristiker aus ganz Europa, um die vielfältigen eschatologischen Vorstellungen der Kirchenväter zu untersuchen. Prof. Dr. Notker Baumann (Erfurt) trug zu „Eschatology in Gregory of Nazianzus“ vor.

Die Konferenz begann am 15. Oktober mit Beiträgen zu den philosophischen Grundlagen patristischer Eschatologie. Neben Untersuchungen zur platonischen Tradition und ihrer Rezeption wurden Themen wie das Leben nach dem Tod bei Clemens von Alexandria und die Auferstehungslehre griechischer Apologeten erörtert. Besonders bemerkenswert war die Auseinandersetzung mit Origenes’ Erbe und seiner Wirkung auf spätere Theologen.

Am zweiten Tag stand eine Begegnung mit dem Erzbischof von Olomouc, Josef Nuzík, auf dem Programm, verbunden mit einer Führung durch den Erzbischöflichen Palast und die St.-Wenzels-Kathedrale. Die akademischen Sitzungen widmeten sich syrischen und griechischen Quellen sowie der Frage der Unveränderlichkeit nach der Auferstehung.

Der dritte Konferenztag konzentrierte sich auf lateinische Autoren vom dritten bis fünften Jahrhundert. Weitere Schwerpunkte bildeten Tertullians Eschatologie, Augustinus’ Verständnis der Auferstehung des Leibes sowie die Lehre des Fulgentius von Ruspe. Auch monastische Spiritualität und Maximus Confessor fanden ausführliche Behandlung.

Der Samstag führte die Teilnehmenden bis ins Mittelalter mit Beiträgen zu Julian von Toledo, Johannes Scottus Eriugena und der Purgatoriumsdebatte beim Konzil von Ferrara-Florenz.

Das Kolloquium bot einen umfassenden Überblick über die Entwicklung eschatologischen Denkens in der Patristik und ermöglichte intensive Fachdiskussionen in kollegialer Atmosphäre – bei ausgesprochen freundlichen Gastgebern.