Oltea-Maria Diaconescu

Kurzbiographie

  • Seit 2026: Cotutelle-Doktorandin an der Universität Erfurt und der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca
  • Seit 2024: Doktorandin an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca, Doktorandenschule „Geschichte, Zivilisation, Kultur“
  • 2023–2026: Studium der Historischen Bauforschung und Denkmalpflege an der Technischen Universität Berlin, Abschluss: M.Sc.
  • 2022–2024: Studium „Gesellschaft, Kunst, Identitäten in Mitteleuropa vom Mittelalter bis zur Neuzeit“ an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca, Abschluss: M.A.
  • 2019–2022: Studium der Kunstgeschichte („Art History, Criticism and Conservation“) an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca, Abschluss: B.A.

Forschungsinteressen

  • Stadt-, Raum-, Architektur- und Kunstgeschichte der Frühen Neuzeit
  • Reformation, lutherische Konfessionskultur und religiöser Raum
  • Urbane Identität und Repräsentation in Ostmitteleuropa

Dissertationsprojekt

„Hidden Dimensions of Urban Space: Continuity and Change in a Frontier City — Sibiu, 1526–1691“ (Arbeitstitel)
 

Das Dissertationsprojekt untersucht den urbanen Raum von Sibiu/Hermannstadt zwischen 1526 und 1691. Der Untersuchungszeitraum reicht von der Schlacht bei Mohács und dem Zerfall des mittelalterlichen Königreichs Ungarn als übergeordnetem politischen Rahmen bis zum Leopoldinischen Diplom und dem Beginn einer neuen Phase habsburgischer Integration. Damit steht eine Periode tiefgreifender politischer, religiöser und kultureller Transformationen im Mittelpunkt.
Ausgehend von der Frage, wie urbane Räume Kontinuität und Wandel unter wechselnden politischen, religiösen und kulturellen Bedingungen vermittelten, untersucht das Projekt die Wechselwirkungen zwischen materieller Stadtstruktur, räumlichen Praktiken und gesellschaftlichen Bedeutungszuschreibungen. Kontinuität und Wandel werden dabei nicht als gegensätzliche Zustände verstanden, sondern als miteinander verflochtene Prozesse: Bestehende Räume konnten materiell fortbestehen
und zugleich neue Funktionen und Bedeutungen erhalten, während bauliche Veränderungen bestehende soziale und kulturelle Ordnungen fortführen oder neu interpretieren konnten.
 

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Reformation und der Renaissance als religiösen und kulturellen Transformationsprozessen. Untersucht wird, wie die Reformation die Nutzung und Bedeutung insbesondere kirchlicher Räume veränderte. Die Renaissance wird nicht ausschließlich als architektonischer Stil, sondern als kulturelles Phänomen betrachtet, dessen Rezeption sich unter anderem in Architektur und materieller Kultur manifestierte und Aufschluss über kulturelle Orientierung, Repräsentation und
gesellschaftlichen Wandel geben kann.
 

Methodisch verbindet das Projekt Ansätze der historischen Raumforschung mit Stadt-, Architektur- und Kunstgeschichte. Die Stadt wird auf drei miteinander verbundenen Ebenen untersucht: als materieller Raum, als genutzter und erfahrener Raum sowie als repräsentierter und symbolisch aufgeladener Raum.