Professur für Globalgeschichte

Aktuelles

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Workshop "verboten, verrucht, verpönt"

This workshop aims to explore the internationalization and transnationalization of ideas, conceptions and practices of criminality and deviance in Germany from the Imperial Era to the present. Since the late 19th century, various forms of global interconnection have fostered new forms of criminalized cross-border movement and flows of goods, moral panics about imported forms of deviance, and innovative tactics for policing or containing these phenomena, both real and imagined. The workshop emphasizes the social and cultural production of conceptions of crime, deviance and the illicit, but also how international practices that would today be widely understood as deeply immoral and exploitative were legitimized in their respective historical periods. Tracing the shifting moral claims, systems of criminal enforcement and border systems enacted to realizing competing visions of morality and criminality, this workshop seeks to illuminate new understandings of Germany's place in a globalizing world. Themes covered include sex work, arms trafficking, transgender identities, trade in human remains, stolen goods, and petty black market trading. The workshop is part of the project "The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century," funded by the VW-Stiftung.

07 - 08 July 2022 | Internationales Begegnungszentrum, Michaelisstraße 38, Erfurt

Organizers:
Ned Richardson-Little (Erfurt)
Sarah Frenking (Erfurt)
Bodie A. Ashton (Erfurt)

Contact:
ned.richardson-little@uni-erfurt.de

Programme workshop

International Conference "Africa and the Global Cold War III"

This conference seeks to expand the scope of the global history of the Cold War and Africa’s role in the competition of various actors to make and remake the post-war international order. To explore the struggle around the continuously contested international order, on the one hand we focus on conflicts about the international boundaries of the postcolonial nation states in Africa. On the other hand, we deal with the attempts to regulate and channel the flows and movements that went beyond those borders, be it refugee movements, the trafficking of arms, or knowledge transfers in education and media as well as in clandestine networks. This conference, the outgrowth of a longstanding Ethiopian-European academic collaboration, was originally scheduled for 2020, but postponed due to the pandemic.

22-24 September 2022 | Gedenk- und Bildungsstätte Andreasstraße, Erfurt

Organizers:
Aychegrew Hadera (Bahir Dar)
Christian Methfessel (Berlin)
Ned Richardson-Little (Erfurt)
Teferi Mekonnen (Addis Ababa)
Jan Záhořík (Pilsen)

Contact:  christian.methfessel@uni-erfurt.de

For further information:

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Funded by the Ernst-Abbe-Stiftung, the VolkswagenStiftung, the Faculty of Arts of the University of West Bohemia as well as the Research Department, the International Office, the Chair of Political Theory, and the Chair of Global History of Erfurt University.

Workshop "Between Deviance and Marginalization"

We welcome contributions that present transnational case studies and deal with questions about how media
produced “sensations of crime and gender” or that reveal social aspects of crime and gender through the
analysis of police and court files. We are especially interested in analyses of global circulation, networks,
and perceptions, which centre the actors as active figures of agency. Given our focus on gender and crime,
we especially welcome proposals that challenge the standard binary normativities of gender. Early career
researchers are especially encouraged to contribute. We especially invite papers and presenters whose re-
search explores areas underrepresented in the academe of the Global North and Western Europe. Though we
anticipate many contributions concerning the broadly-defined era of modern history, we also welcome pro-
posals from early modern history. The workshop is part of the project "The Other Global Germany: Transnational Criminality and Deviant Globalization in the 20th Century," funded by the VW-Stiftung.

The workshop language will primarily be English, but there will be the possibility of spontaneous translation
(short summaries e.g.) in German or French.

26 - 28 October 2022

Organizers:
Sarah Frenking (Erfurt)
Bodie A. Ashton (Erfurt)

Contact:
sarah.frenking@uni-erfurt.de
bodie.ashton@uni-erfurt.de

Pagenhaus_Elefant

Sommerprogramm am Forschungskolleg Transkulturelle Studien

Das Forschungskolleg Transkulturelle Studien startet ins neue Semester mit dem Sommerprogramm. Alle Interessierten sind ganz herzlich eingeladen zu unseren Veranstaltungen bei den Tuesday Talks und im Rahmen des Forschungsseminars Mappings. Bitte melden Sie sich an unter fkts.gotha@uni-erfurt.de

Karte Berghaus Überseeische Beziehungen 1885

„Koloniales Erbe“ in Thüringen

Mit insgesamt 300.000 Euro fördert das Thüringer Ministerium für Wirtschaft Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG) an den Universitäten Erfurt und Jena den Aufbau einer hochschulübergreifenden „Wissenschaftlichen Koordinationsstelle zur Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe in Thüringen“.

Wir freuen uns über die großzügige Förderung und sehen dies als Chance, die bestehenden Vorhaben weiterzuführen und auch neue Forschungsvorhaben in diesem Bereich zu initiieren.

Weitere Informationen zu den Plänen der Koordinationsstelle können Sie im „WortMelder“-Interview mit den Historikerinnen Prof. Dr. Christiane Kuller von der Universität Erfurt und Prof. Dr. Kim Siebenhüner von Universität Jena nachlesen.

Karte "Der große Ozean"

Digitale Ausstellung

Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit – so die These der digitalen Ausstellung „Karten Wissen Meer: Globalisierung vom Wasser aus“. Die Ausstellung zeigt, welchen Anteil die Kartographie der Meere daran hat, globale Zusammenhänge beobachtbar und begreiflich zu machen.

Ausstellung besuchen

Weitere Informationen:

Forschungsprojekt „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“

Neue Forschungsprojekte

Hidden Histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966

Das Projekt widmet sich Beiträgen indischer Frauen zu ländlichen Aufbauprogrammen von etwa 1920 bis 1966 und folgt dabei der Forderung, Gender als Analysekategorie in die Geschichte von Entwicklung einzubeziehen. Das Ziel des Projektes ist es, die Rolle von Frauen in der Gestaltung und Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen ländlichen Entwicklungsprojekten in Indien in den Schlüsselbereichen Gesundheit, Bildung und Existenzsicherung zu untersuchen und auf diese Weise die Prozesse von Entwicklung und Staatsbürgerschaft neu zu erfassen...mehr

Bild: INDIEN: FAMILIENPLANUNG. NUM Familienplaner Vorlesungen Frauen auf die Verwendung von Verhütungsmitteln Geräte in einem Dorf in der Nähe von Neu-Delhi, Indien, 1968. Quelle: Granger Historical Picture Archive / Alamy Stock Foto.

Towards Illiberal Constitutionalism in East Central Europe: Historical Analysis in Comparative and Transnational Perspectives

Die Europäische Gemeinschaft betrachtete sich selbst lange Zeit als „Rechtsgemeinschaft“, weshalb sie die zentrale Rolle des Gesetzes im europäischen Prozess als einen „Integrationsprozess durch das Recht“ unterstrich. Rechtsstaatlichkeit, also die Machtbegrenzung von öffentlichen Ämtern durch das Gesetz und die Unabhängigkeit der Justiz, definiert dabei den demokratischen Charakter des europäischen Projekts. Hier stellt das Heranwachsen eines unverkennbaren illiberalen Konstitutionalismus, ein in sich selbst scheinbar widersprüchliches Konzept, in einigen ostmitteleuropäischen EU-Mitgliedern eine erhebliche Herausforderung mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für die europäische Integration dar...mehr

Neuerscheinungen

Karten – Reisen

Struck, Wolfgang/ Schilling, Ruth/ Theis, Frederic/ Tüchert, Florian, Karten – Reisen. Von Meereswissen und Welterfahrung, Wiesbaden 2021.

Reisende waren Suchende, auf Segel- und Dampfschiffen, auf den Meeren und an den Küsten dieser Welt. Ihre Karten wissen zu berichten von dynamischer Kühnheit und wissbegieriger Erderkundung, vom Drang in die Ferne, von Sehnsüchten und Fantasien. Karten-Reisen entwickelt eine multiperspektivische Erzählung entlang persönlicher Reisegeschichten und einzigartiger Kartenblätter von der Antike über das ›Zeitalter der Entdeckungen‹ bis in das frühe 20. Jahrhundert. Wir laden dazu ein, Karten als Zeugnisse historischer Forschungsfahrten in entfernte Seegebiete zu lesen, als Ausweise touristischer Schiffspassagen, aber auch als Instrumente langfristiger Raumordnungsbestrebungen, die, bei Platon beginnend, bis in die jüngere Vergangenheit fortdauerten. Ergänzt um ausgewählte Textauszüge entwickelt der attraktive Band ein lebendiges Weltbefahrungspanorama und ist zugleich auch eine literarische Reise über das neu kartografierte Meer.

Die Publikation entstand im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Alle aktuellen Informationen zum Projekt finden sie im Karten-Meere Blog.

Zwischenfälle im Reichsland

Frenking, Sarah, Zwischenfälle im Reichsland. Überschreiten, Polizieren, Nationalisieren der deutsch-französischen Grenze (1887–1914), Frankfurt a.M./New York 2021.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) annektierte das Deutsche Kaiserreich das Elsass und Teile Lothringens, die damit als »Reichsland« bis 1918 zu Deutschland gehörten. Mit ihrer Untersuchung zeigt Sarah Frenking, welche Bedeutung die neu gezogene deutsch-französische Grenze im »nation building« des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts bekam. Ihre mikrohistorische Studie gibt erstmals Aufschluss über Entstehung und Praktiken einer Grenzpolizei und verbindet Polizeigeschichte und »border studies«. Sie analysiert die polizeilichen Kategorisierungsprozesse und Kontrollpraktiken sowie die vielfältigen Raumbezüge unterschiedlicher Grenzgänger_innen. Anhand der daraus resultierenden Konflikte zeichnet sie nach, wie die »Zwischenfälle« internationale diplomatische Dimensionen annahmen, wie der Grenze – und dem, was an ihr geschah – zunehmend mediale Aufmerksamkeit galt und sie mit einem nationalen Interesse verknüpft wurde.

„Zwischenfälle im Reichsland“ ist im Campus Verlag erschienen.