Professur für Globalgeschichte

Aktuelles

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Stellenausschreibung für studentische/wissenschaftliche Assistenz

Die Professur für Globalgeschichte bzw. das Forschungskolleg Transkulturelle Studien/Sammlung Perthes sucht ab dem nächstmöglichen Zeitpunkt studentische/wissenschaftliche Assistenz (Hilfskräfte) mit einem Arbeitsumfang von 40 Stunden pro Monat. Die Stunden werden in Präsenz geleistet. Arbeitsort ist Erfurt oder Gotha. Weitere Informationen finden Sie hier.
Die Bewerbungsfrist endet am 06.01.2023.
 

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Das Wintersemester am Forschungskolleg Transkulturelle Studien

Das Forschungskolleg Transkulturelle Studien startet ins neue Semester mit dem Winterprogramm. Alle Interessierten sind ganz herzlich eingeladen zu unseren Veranstaltungen bei den Tuesday Talks und im Rahmen des Forschungsseminars Mappings. Bitte melden Sie sich an unter fkts.gotha@uni-erfurt.de

Neue Forschungsprojekte

Hidden Histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966

Das Projekt widmet sich Beiträgen indischer Frauen zu ländlichen Aufbauprogrammen von etwa 1920 bis 1966 und folgt dabei der Forderung, Gender als Analysekategorie in die Geschichte von Entwicklung einzubeziehen. Das Ziel des Projektes ist es, die Rolle von Frauen in der Gestaltung und Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen ländlichen Entwicklungsprojekten in Indien in den Schlüsselbereichen Gesundheit, Bildung und Existenzsicherung zu untersuchen und auf diese Weise die Prozesse von Entwicklung und Staatsbürgerschaft neu zu erfassen...mehr

Bild: INDIEN: FAMILIENPLANUNG. NUM Familienplaner Vorlesungen Frauen auf die Verwendung von Verhütungsmitteln Geräte in einem Dorf in der Nähe von Neu-Delhi, Indien, 1968. Quelle: Granger Historical Picture Archive / Alamy Stock Foto.

Towards Illiberal Constitutionalism in East Central Europe: Historical Analysis in Comparative and Transnational Perspectives

Die Europäische Gemeinschaft betrachtete sich selbst lange Zeit als „Rechtsgemeinschaft“, weshalb sie die zentrale Rolle des Gesetzes im europäischen Prozess als einen „Integrationsprozess durch das Recht“ unterstrich. Rechtsstaatlichkeit, also die Machtbegrenzung von öffentlichen Ämtern durch das Gesetz und die Unabhängigkeit der Justiz, definiert dabei den demokratischen Charakter des europäischen Projekts. Hier stellt das Heranwachsen eines unverkennbaren illiberalen Konstitutionalismus, ein in sich selbst scheinbar widersprüchliches Konzept, in einigen ostmitteleuropäischen EU-Mitgliedern eine erhebliche Herausforderung mit potenziell weitreichenden Konsequenzen für die europäische Integration dar...mehr

Einblicke in die laufende Forschung

Nachgefragt: Welches Trauma bringt die Teilung Indiens vor 75 Jahren mit sich?

Ausschnitt Karte der Welt 1868

Mit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft vor 75 Jahren zerfiel der indische Subkontinent in die Staaten Pakistan und Indien. Begleitet wurden die Staatsgründungen von religiös motivierter Gewalt zwischen Muslimen und Hindus sowie von Flucht und Vertreibung. Erst spät begann die Aufarbeitung dieser prägenden Ereignisse, weiß Dr. Maria Framke. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Globalgeschichte der Universität Erfurt und forscht unter anderem zur Geschichte Südasiens. Das ganze Interview von "WortMelder" finden Sie hier.

"Bis heute gibt es große Vorurteile" - Frau Dr. Werner zum Internationalen Tag der Gehörlosen

Menschen in aller Welt begehen am 23. September den „Internationalen Tag der Gehörlosen". Er wurde im Jahr 1951 vom Weltverband der Gehörlosen (WFD) ins Leben gerufen und wird seit Mitte der 1970er-Jahre auch in Deutschland begangen. Viele Gehörlosen-Verbände nehmen den Tag zum Anlass, um auf die Situation der bundesweit ca. 80.000 gehörlosen Menschen aufmerksam zu machen und für die Gebärdensprache zu werben. Das Thema gewinnt nicht nur vor dem Hintergrund der Bestrebungen um mehr Diversität an Bedeutung, weiß Dr. Anja Werner, die sich in ihrer Forschung an der Universität Erfurt genau damit beschäftigt. Nach ihrer Beobachtung entwickelt sich der Tag immer mehr zu einem „Internationalen Tag der Gebärdensprache“. Weitere Informationen finden Sie hier.

Digitale Ausstellung: Karten Wissen Meer

Der grosse Ocean

Digitale Ausstellung

Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit – so die These der digitalen Ausstellung „Karten Wissen Meer: Globalisierung vom Wasser aus“. Die Ausstellung zeigt, welchen Anteil die Kartographie der Meere daran hat, globale Zusammenhänge beobachtbar und begreiflich zu machen.

Ausstellung besuchen

Weitere Informationen:

Forschungsprojekt „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“

Podcast mit Dr. Bodie Ashton

Anfang September 2022 war Dr. Bodie Ashton zu Gast bei der BBC Podcastserie "You're Dead to Me". Er hat sich zusammen mit dem Gastgeber Greg Jenner und dem Schauspieler Stephen Fry über Friedrich II. ("den Großen") unterhalten.
Podcast mit Dr. Bodie Ashton

Ebenfalls Anfang September 2022 gewann Dr. Ashton den ersten Diversity & Inclusion Prize der German History Society (UK), mit einem Aufsatz über das Leben der trans Frau Liddy Bacroff, die in den 1930ern in Hamburg wohnte und letzendlich von der NS-Regime getötet wurde.
Weitere Informationen zu Liddy Barcoff finden Sie hier:
Vortrag in München im Rahmen der Ausstellung "TransVision" mit Unterstützung des Forum Queeres Archiv München e.V. sowie des AmerikaHauses München.
Dr. Bodie Ashton zusammen mit Prof. Dr. Anna Hájková (University of Warwick), Prof. Dr. Katie Sutton (Australian National University) und Rabbi Marisa Elana James (Congregation Beit Simchat Torah) im Auftrag von dem Museum of Jewish Heritage in New York City

Neuerscheinungen

Jenseits des Terrazentrismus

Buchcover_Jenseits_des_Terrazentrismus

Schröder, Iris/Schürmann, Felix/Struck, Wolfgang, Jenseits des Terrazentrismus. Kartographien der Meere und die Herausbildung der globalen Welt, Göttingen 2022.

»Jenseits des Terrazentrismus« lädt dazu ein, die Formierung der globalen Welt vom Wasser aus zu betrachten – und von dessen Medialisierung in Karten. In geschichts-, literatur- und medienwissenschaftlichen Beiträgen regt das Buch eine neue Globalisierungsforschung an, die das Geschehen auf und die Beschäftigung mit den Meeren als konstitutiv für die Herausbildung von Globalität begreift.

"Jenseits des Terrazentrismus" ist im August 2022 im Wallstein Verlag erschienen.

Karten – Reisen

Struck, Wolfgang/ Schilling, Ruth/ Theis, Frederic/ Tüchert, Florian, Karten – Reisen. Von Meereswissen und Welterfahrung, Wiesbaden 2021.

Reisende waren Suchende, auf Segel- und Dampfschiffen, auf den Meeren und an den Küsten dieser Welt. Ihre Karten wissen zu berichten von dynamischer Kühnheit und wissbegieriger Erderkundung, vom Drang in die Ferne, von Sehnsüchten und Fantasien. Karten-Reisen entwickelt eine multiperspektivische Erzählung entlang persönlicher Reisegeschichten und einzigartiger Kartenblätter von der Antike über das ›Zeitalter der Entdeckungen‹ bis in das frühe 20. Jahrhundert. Wir laden dazu ein, Karten als Zeugnisse historischer Forschungsfahrten in entfernte Seegebiete zu lesen, als Ausweise touristischer Schiffspassagen, aber auch als Instrumente langfristiger Raumordnungsbestrebungen, die, bei Platon beginnend, bis in die jüngere Vergangenheit fortdauerten. Ergänzt um ausgewählte Textauszüge entwickelt der attraktive Band ein lebendiges Weltbefahrungspanorama und ist zugleich auch eine literarische Reise über das neu kartografierte Meer.

Die Publikation entstand im Rahmen des BMBF-Verbundprojektes „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Alle aktuellen Informationen zum Projekt finden sie im Karten-Meere Blog.

Zwischenfälle im Reichsland

Frenking, Sarah, Zwischenfälle im Reichsland. Überschreiten, Polizieren, Nationalisieren der deutsch-französischen Grenze (1887–1914), Frankfurt a.M./New York 2021.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) annektierte das Deutsche Kaiserreich das Elsass und Teile Lothringens, die damit als »Reichsland« bis 1918 zu Deutschland gehörten. Mit ihrer Untersuchung zeigt Sarah Frenking, welche Bedeutung die neu gezogene deutsch-französische Grenze im »nation building« des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts bekam. Ihre mikrohistorische Studie gibt erstmals Aufschluss über Entstehung und Praktiken einer Grenzpolizei und verbindet Polizeigeschichte und »border studies«. Sie analysiert die polizeilichen Kategorisierungsprozesse und Kontrollpraktiken sowie die vielfältigen Raumbezüge unterschiedlicher Grenzgänger_innen. Anhand der daraus resultierenden Konflikte zeichnet sie nach, wie die »Zwischenfälle« internationale diplomatische Dimensionen annahmen, wie der Grenze – und dem, was an ihr geschah – zunehmend mediale Aufmerksamkeit galt und sie mit einem nationalen Interesse verknüpft wurde.

„Zwischenfälle im Reichsland“ ist im Campus Verlag erschienen.