Professur für Globalgeschichte

Aktuelles

Elefant vor dem Pagenhaus

Start ins Wintersemester

Zurück aus der virtuellen Welt: Die Professur und das Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes freut sich auf die Rückkehr der Präsenzveranstaltungen im Wintersemester 2021/22.

Auf der Tagesordnung stehen Veranstaltungsreihen wie das seit 2014 eingeführte Forschungsseminar „Mappings“ zur Historischen Wissensforschung und Kartographiegeschichte sowie das seit dem Sommersemester 2021 laufende Forschungsseminar zur Geschichte des Perthes Verlags und seiner Nachfolger in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Überdies bietet unsere Vortragsreihe „Tuesday Talks“ erneut ein breitgefächertes Themenfeld:

So können wir, dank der Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, am 26. Oktober Michael Jeismann (Leipzig) bei uns empfangen, um mit ihm über sein Buch „Die Freiheit der Liebe“ und Transkulturelle Paare zu sprechen. Am 9. November fragt Prof. Dr. Stephanie Zehnle (Kiel) nach den „Grenzen der Ahnen“ und das mit Blick auf Karten aus dem kolonialen Kamerun. Sodann wird in Kooperation mit dem Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha / Gotha Transdigital 2027 und der Forschungsinitiative „Wissensdinge“ (Göttingen, Gotha und Lübeck) Prof. Dr. Peter Gaehtgens (Berlin) mit uns über „Die geraubten Objekte Tewodoros aus Magdala“ diskutieren. Und in enger Kooperation mit den Kolleg*innen der Sammlung Perthes steht am 23. November mit Philipp Meyer (Leipzig) sein neues Buch „Kartographie und Weltanschauung“ in der Diskussion.

Weitere Veranstaltungen und die genauen Hinweise zu Ort und Zeit finden Sie im Semesterprogramm. Hier ist ebenfalls ausgewiesen, ob wir uns in Präsenz oder online zusammenfinden.

Karte "Der große Ozean"

Digitale Ausstellung „Karten Wissen Meer“ ab November 2021 online

Auf den Meeren formte sich die Welt zur Einheit. Welchen Anteil die Kartographie der Meere daran trug, globale Zusammenhänge beobachtbar und begreiflich zu machen, zeigt ab November 2021 die digitale Ausstellung „Karten Wissen Meer: Globalisierung vom Wasser aus“. An Exponaten aus der Sammlung Perthes Gotha und der Kartensammlung des Deutschen Schifffahrtsmuseums wird nachvollziehbar, wie See- und Meereskarten ab der Wende zum 19. Jahrhundert zu Medien der Globalisierung avancierten.

Weitere Informationen:

Digitale Ausstellungen Gotha

Forschungsprojekt „Karten-Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“

Karten-Meere Blog

Neue Forschungsprojekte

Kartographien Afrikas und Asiens (1800–1945). Ein Digitalisierungsprojekt zur Sammlung Perthes-Gotha (KarAfAs)

Die Sammlung Perthes birgt als Nachlass des Verlagshauses Justus Perthes eines der bedeutendsten Kartenarchive Kontinentaleuropas. Die Überlieferung der Kartensammlung ist ein Glücksfall, da sie sowohl die in Gotha produzierten als auch breite vom Verlag international angekaufte Kartenbestände umfasst. Dank der großzügigen Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird jetzt ein erster zentraler Teilbestand digital erschlossen und damit weltweit zugänglich gemacht...mehr

Bild: Originalkarte der nord-abessinischen Grenzlande,Maßstab: 1 : 500.000, Bruno Hassenstein, 1864 © SPK 547-112085962, Sammlung Perthes / Forschungsbibliothek Gotha

Voluntariness, Decolonization, and the Regulation of Labor in (Post) Colonial Ghana

This project analyzed voluntariness during a period of decolonization, thereby focusing on an often-overlooked political principle of (post) colonial governance By drawing on the example of the British Gold Coast/Ghana, it explores the ways in which voluntary practices shaped the political and social order during the transition from late colonial “indirect rule” to independence. In doing so, the project also explores the changing significance of voluntariness as a norm and resource in this particular period...more

Bild: Eine Formation der „Ghana Young Pioneers“ bei Aburi/Ghana mit beiden Flaggen, 23. Oktober 1964 © Wikimedia Commons/Wieland Koerbel

Between ‘Goodbye to Berlin’ and ‘Off to Casablanca’: Queer Migration and Border Transgressions in Twentieth-Century (West) Germany

So vielfältig und bunt die deutsche queere Geschichte des 20. Jahrhunderts ist, so schwierig und widersprüchlich ist sie auch. Deutschland war oft Zufluchtsort für queere Menschen aus dem Ausland, wie z.B. Dichter W.H. Auden und Schriftsteller Christopher Isherwood in Berlin in den 1920er Jahren, oder auch Queen Frontmann Freddie Mercury in München in den 1980ern. Gleichzeitig ist diese Geschichte aber auch von Unterdrückung und Ungerechtigkeit geprägt. Das Projekt untersucht diese wechselseitigen Trends der queeren Migration durch deutsche (geographische aber auch normative) Grenzen im Laufe des 20. Jahrhunderts...mehr

Bild: Berlin, Bar "Eldorado", 1932 © Bundesarchiv, Bild 183-1983-0121-500 / CC-BY-SA 3.0

Transnationale Unterwelt. Akteur*innen, Räume und Orte des „Mädchenhandels“. Deutschland-Frankreich-Nordafrika 1890-1940

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts interessierte sich eine transnationale Öffentlichkeit für den „Mädchenhandel“, den „traite des blanches“ oder die „white slavery“. In diesen gesellschaftlichen Verständigungsprozessen über mobility, sex and crime verschränkten sich Ängste vor (weiblicher) Sexualität, Mobilität und Globalität. Dabei gab es auch ein Interesse deutscher Akteur*innen für französische Städte, Mittelmeerhäfen und Nordafrika, die sowohl Frankreich eine zentrale Rolle im „Mädchenhandel“ zuschrieben als auch gängige Motive des Orientalismus bedienten...mehr

Bild: La Rue Bouterie à Marseille, Postkarte 1919, L. L., Louis Lévy, Paris © Wikimedia Commons

Hidden Histories: Frauen in ländlichen Entwicklungsprogrammen in Indien, c. 1920–1966

Das Projekt widmet sich Beiträgen indischer Frauen zu ländlichen Aufbauprogrammen von etwa 1920 bis 1966 und folgt dabei der Forderung, Gender als Analysekategorie in die Geschichte von Entwicklung einzubeziehen. Das Ziel des Projektes ist es, die Rolle von Frauen in der Gestaltung und Umsetzung von staatlichen und nichtstaatlichen ländlichen Entwicklungsprojekten in Indien in den Schlüsselbereichen Gesundheit, Bildung und Existenzsicherung zu untersuchen und auf diese Weise die Prozesse von Entwicklung und Staatsbürgerschaft neu zu erfassen...mehr

Bild: INDIEN: FAMILIENPLANUNG. NUM Familienplaner Vorlesungen Frauen auf die Verwendung von Verhütungsmitteln Geräte in einem Dorf in der Nähe von Neu-Delhi, Indien, 1968. Quelle: Granger Historical Picture Archive / Alamy Stock Foto.

Neuerscheinungen

The Human Rights Dictatorship

Ned Richardson-Little, The Human Rights Dictatorship. Socialism, Global Solidarity and Revolution in East Germany, Cambridge: Cambridge University Press, 2020.

Richardson-Little exposes the forgotten history of human rights in the German Democratic Republic, placing the history of the Cold War, Eastern European dissidents and the revolutions of 1989 in a new light. By demonstrating how even a communist dictatorship could imagine itself to be a champion of human rights, this book challenges popular narratives on the fall of the Berlin Wall and illustrates how notions of human rights evolved in the Cold War as they were re-imagined in East Germany by both dissidents and state officials. Ultimately, the fight for human rights in East Germany was part of a global battle in the post-war era over competing conceptions of what human rights meant. Nonetheless, the collapse of dictatorship in East Germany did not end this conflict, as citizens had to choose for themselves what kind of human rights would follow in its wake.

Karten des Krieges

Oliver Kann, Karten des Krieges.Deutsche Kartographie und Raumwissen im Ersten Weltkrieg, Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh 2020.

Krieg und Karten gehören untrennbar zusammen. Sie sind dabei nicht bloß militärische Instrumente, sondern transportieren stets auch politische Raumbilder. Diesen bislang wenig beachteten Aspekten des Ersten Weltkriegs geht die Untersuchung nach. Der Erste Weltkrieg wurde wie kein anderer Konflikt zuvor in allen räumlichen Dimensionen geführt. Karten trugen ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Die deutschen Operationsplanungen fußten auf den strategischen Generalstabskarten, während insbesondere die Kriegführung im Westen neue Raummedien erforderte. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an die Soldaten, sich mit den neuen Kartentypen im Stellungskrieg zurechtzufinden. Das führte zu Bildungsanstrengungen in der »Heimat«, von denen insbesondere die Schulgeographie profitierte. Erdkundelehrer stellten ihre Expertise bereitwillig in den Dienst des Krieges und instrumentalisierten geographisches Wissen zu Propagandazwecken.

Information

Conference Postponement – „Africa and the Global Cold War III“

Due to the Corona pandemic, the conference "Africa and the Global Cold War III” - originally scheduled for 17-19 September 2020 – will be postponed. We are currently considering a new date for the event in 2021 and will publish any new information about the event on this website. We are still very much looking forward to holding the conference and to welcoming scholars working on Africa during the Cold War in Erfurt in the coming year!”

Contact:  christian.methfessel@uni-erfurt.de