Professur für Globalgeschichte

Aktuelles

„Geisteswissenschaften International“ – Auszeichnung für Dr. Felix Schürmann

Für seine Dissertation „Der graue Unterstrom. Walfänger und Küstengesellschaften an den tiefen Stränden Afrikas (1770-1920)“, die 2017 im Campus Verlag erschienen ist, wurde Dr. Felix Schürmann im Frühjahr im Rahmen des Programms „Geisteswissenschaften International“ ausgezeichnet. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz Thyssen Stiftung, der Wissenschaftsfonds der VG WORT und das Auswärtige Amt zeichnen zweimal im Jahr herausragende geistes- und sozialwissenschaftliche Monografien aus und finanzieren deren Übersetzung ins Englische…weiterlesen

Cover Der Unterstrom

Neues Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes

Der Forschungscampus Gotha der Universität Erfurt ist ab dem 1. Januar 2021 um eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung reicher: Im neuen Jahr nimmt das „Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ dort seine Arbeit auf. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Prof. Dr. Wolfgang Struck wird Prof. Dr. Iris Schröder als Direktorin das neue Forschungskolleg in den kommenden fünf Jahren führen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Link zur Webseite des Forschungskollegs

WortMelder-Interview

TA-Artikel von Elena Rauch: Ein Bild von Afrika. Erfurter Forschungskolleg will historische Perthes-Karten neu lesen.

Neue Forschungsprojekte

Kartographien Afrikas und Asiens (1800–1945). Ein Digitalisierungsprojekt zur Sammlung Perthes-Gotha (KarAfAs)

Die Sammlung Perthes birgt als Nachlass des Verlagshauses Justus Perthes eines der bedeutendsten Kartenarchive Kontinentaleuropas. Die Überlieferung der Kartensammlung ist ein Glücksfall, da sie sowohl die in Gotha produzierten als auch breite vom Verlag international angekaufte Kartenbestände umfasst. Dank der großzügigen Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung wird jetzt ein erster zentraler Teilbestand digital erschlossen und damit weltweit zugänglich gemacht...mehr

Bild: Originalkarte der nord-abessinischen Grenzlande,Maßstab: 1 : 500.000, Bruno Hassenstein, 1864 © SPK 547-112085962, Sammlung Perthes / Forschungsbibliothek Gotha

Voluntariness, Decolonization, and the Regulation of Labor in (Post) Colonial Ghana

This project analyzed voluntariness during a period of decolonization, thereby focusing on an often-overlooked political principle of (post) colonial governance By drawing on the example of the British Gold Coast/Ghana, it explores the ways in which voluntary practices shaped the political and social order during the transition from late colonial “indirect rule” to independence. In doing so, the project also explores the changing significance of voluntariness as a norm and resource in this particular period...more

Bild: Eine Formation der „Ghana Young Pioneers“ bei Aburi/Ghana mit beiden Flaggen, 23. Oktober 1964 © Wikimedia Commons/Wieland Koerbel

Between ‘Goodbye to Berlin’ and ‘Off to Casablanca’: Queer Migration and Border Transgressions in Twentieth-Century (West) Germany

So vielfältig und bunt die deutsche queere Geschichte des 20. Jahrhunderts ist, so schwierig und widersprüchlich ist sie auch. Deutschland war oft Zufluchtsort für queere Menschen aus dem Ausland, wie z.B. Dichter W.H. Auden und Schriftsteller Christopher Isherwood in Berlin in den 1920er Jahren, oder auch Queen Frontmann Freddie Mercury in München in den 1980ern. Gleichzeitig ist diese Geschichte aber auch von Unterdrückung und Ungerechtigkeit geprägt. Das Projekt untersucht diese wechselseitigen Trends der queeren Migration durch deutsche (geographische aber auch normative) Grenzen im Laufe des 20. Jahrhunderts...mehr

Bild: Berlin, Bar "Eldorado", 1932 © Bundesarchiv, Bild 183-1983-0121-500 / CC-BY-SA 3.0

Transnationale Unterwelt. Akteur*innen, Räume und Orte des „Mädchenhandels“. Deutschland-Frankreich-Nordafrika 1890-1940

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts interessierte sich eine transnationale Öffentlichkeit für den „Mädchenhandel“, den „traite des blanches“ oder die „white slavery“. In diesen gesellschaftlichen Verständigungsprozessen über mobility, sex and crime verschränkten sich Ängste vor (weiblicher) Sexualität, Mobilität und Globalität. Dabei gab es auch ein Interesse deutscher Akteur*innen für französische Städte, Mittelmeerhäfen und Nordafrika, die sowohl Frankreich eine zentrale Rolle im „Mädchenhandel“ zuschrieben als auch gängige Motive des Orientalismus bedienten...mehr

Bild: La Rue Bouterie à Marseille, Postkarte 1919, L. L., Louis Lévy, Paris © Wikimedia Commons

Neuerscheinungen

The Human Rights Dictatorship

Ned Richardson-Little, The Human Rights Dictatorship. Socialism, Global Solidarity and Revolution in East Germany, Cambridge: Cambridge University Press, 2020.

Richardson-Little exposes the forgotten history of human rights in the German Democratic Republic, placing the history of the Cold War, Eastern European dissidents and the revolutions of 1989 in a new light. By demonstrating how even a communist dictatorship could imagine itself to be a champion of human rights, this book challenges popular narratives on the fall of the Berlin Wall and illustrates how notions of human rights evolved in the Cold War as they were re-imagined in East Germany by both dissidents and state officials. Ultimately, the fight for human rights in East Germany was part of a global battle in the post-war era over competing conceptions of what human rights meant. Nonetheless, the collapse of dictatorship in East Germany did not end this conflict, as citizens had to choose for themselves what kind of human rights would follow in its wake.

Karten des Krieges

Oliver Kann, Karten des Krieges.Deutsche Kartographie und Raumwissen im Ersten Weltkrieg, Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh 2020.

Krieg und Karten gehören untrennbar zusammen. Sie sind dabei nicht bloß militärische Instrumente, sondern transportieren stets auch politische Raumbilder. Diesen bislang wenig beachteten Aspekten des Ersten Weltkriegs geht die Untersuchung nach. Der Erste Weltkrieg wurde wie kein anderer Konflikt zuvor in allen räumlichen Dimensionen geführt. Karten trugen ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Die deutschen Operationsplanungen fußten auf den strategischen Generalstabskarten, während insbesondere die Kriegführung im Westen neue Raummedien erforderte. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an die Soldaten, sich mit den neuen Kartentypen im Stellungskrieg zurechtzufinden. Das führte zu Bildungsanstrengungen in der »Heimat«, von denen insbesondere die Schulgeographie profitierte. Erdkundelehrer stellten ihre Expertise bereitwillig in den Dienst des Krieges und instrumentalisierten geographisches Wissen zu Propagandazwecken.

Information

Conference Postponement – „Africa and the Global Cold War III“

Due to the Corona pandemic, the conference "Africa and the Global Cold War III” - originally scheduled for 17-19 September 2020 – will be postponed. We are currently considering a new date for the event in 2021 and will publish any new information about the event on this website. We are still very much looking forward to holding the conference and to welcoming scholars working on Africa during the Cold War in Erfurt in the coming year!”

Contact:  christian.methfessel@uni-erfurt.de