Professur für Globalgeschichte des 19. Jahrhunderts

Aktuelles

Neues Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes

Der Forschungscampus Gotha der Universität Erfurt ist ab dem 1. Januar 2021 um eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung reicher: Im neuen Jahr nimmt das „Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes“ dort seine Arbeit auf. Zusammen mit ihrem Stellvertreter Prof. Dr. Wolfgang Struck wird Prof. Dr. Iris Schröder als Direktorin das neue Forschungskolleg in den kommenden fünf Jahren führen.

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WortMelder-Interview

TA-Artikel von Elena Rauch: Ein Bild von Afrika. Erfurter Forschungskolleg will historische Perthes-Karten neu lesen.

Diskussionsveranstaltung zum Konflikt in Äthiopien

Anfang Dezember lud das Historische Seminar der Universität Erfurt zu einer Diskussionsveranstaltung zur aktuellen Lage in Äthiopien ein. Auf dem virtuellen Podium erörterten Jalale Getachew Birru (Erfurt), Habtom Kahsay Gedey (München) und Wolbert Smidt (Jena/ Mekelle) die überaus schwer zu fassende Lage. Dabei thematisierten und problematisierten sie die gewählten Begriffe und Narrative sowie die widerstreitenden Legitimationsstrategien, die den Einsatz von Gewalt rechtfertigen sollen. Ferner standen die oft hochgradig emotionalisierte und unzureichende Medienberichterstattung auf der Agenda sowie die große Sorge um Angehörige und Freunde. Alles in allem, dies unterstrichen alle, sei die Situation unklar aufgrund der umfassenden kommunikativen Abriegelung des Bundeslands Tigray. Einen nachhaltigen Frieden in der Region und auch im ganzen Land wiederherzustellen, sei ein langer Weg: Der weitere Aufbau eines föderativen Äthiopien, das die breite ethnische Diversität anders anerkennt als bisher geschehen – so wurde es auch in der anschließenden Diskussion mit dem zahlreich erschienenen Publikum deutlich –, sei gleichwohl nur ein Baustein. Um das Land umfassend zu befrieden, müsse dies mit weitreichenden Demokratisierungs- und Bildungsbestrebungen einhergehen.

Weitere Informationen:

WortMelder

Stellungnahme der Vereinigung für Afrikawissenschaften in Deutschland (VAD)

Appell an die Europäische Union

Bild: Statue auf dem Adi-Haqi Campus der Mekelle University © Peter Nadig

Neue Publikation: Karten–Meere

Wolfgang Struck, Iris Schröder, Felix Schürmann & Elena Stirtz, Karten–Meere. Eine Welterzeugung, Wiesbaden: Corso, 2020.

Meere überwältigen allein schon durch ihre Größe. Sie produzieren eine Flut schier unerschöpflicher Datenmengen. Diese zu bändigen, ist die Aufgabe von Karten. Sie ermöglichen es, mit einem Blick zu überschauen, was sich in der Fülle einzelner Beobachtungen aufzulösen droht, Routen zu planen und zu navigieren, schaffen darüber hinaus Fluchträume für Phantasien von einem anderen Leben, von Idylle, Exotik und Abenteuer. Wir laden dazu ein, Karten als Dokumente einer Welterzeugung zu lesen und stellen ihnen eine Reihe literarischer und nichtliterarischer Texte an die Seite, die ihrerseits das Experiment unternehmen, Karten zu lesen: indem sie ihre Erzählungen aus Karten hervorgehen lassen oder sie dort fortsetzen, wo die Karten enden; indem sie von den Sehnsüchten und Phantasien berichten, die sich den Karten eingeschrieben haben oder die aus dem Blick oder der Fingerreise auf Karten entstehen können; indem sie die Zuverlässigkeit von Karten feiern oder hochtrabende Phantasien an unberechenbaren Riffs und Eisbergen scheitern lassen.

Die Publikation ist Teil des BMBF-Verbundprojektes „Karten–Meere. Für eine Geschichte der Globalisierung vom Wasser aus“.

Alle aktuellen Informationen zum Projekt finden sie im Karten–Meere Blog.

Ein Nachwuchskolleg in Zeiten der Pandemie

Das im Rahmen des Erfurter Promovierenden- und Postdoktorandenprogramms (EPPP) eingerichtete Nachwuchskolleg „Wissensgeschichte der Neuzeit“ bietet den Promovierenden ein breit gefächertes Angebot sich wissenschaftlich auszutauschen.

Da die aktuelle Situation ein regelmäßiges Zusammenkommen bei Workshops, Vorträgen oder Lektüreseminaren erschwert, haben die Promovierenden nach neuen Wegen gesucht, um in Zeiten von social distancing und Homeoffice trotzdem gemeinsam arbeiten zu können. Unter dem Titel „Virtuelle Schreibzeit: Gemeinsam arbeiten in Zeiten der Pandemie“ hat sich das Nachwuchskolleg ein neues Format überlegt, von dem uns Verena Bunkus berichtet:

Virtuelle Schreibzeit: Gemeinsam arbeiten in Zeiten der Pandemie

Homeoffice

Forschung

Neues Forschungsprojekt: Wissen sammeln in der Provinz

Wissen sammeln in der Provinz – Eine Wissensgeschichte der Gothaer, Göttinger und Lübecker Sammlungen in globaler Perspektive

Auch abseits der Metropolen entstanden im ‚langen‘ 19. Jahrhundert umfangreiche Sammlungen. Ausgehend von Gotha, Göttingen und Lübeck soll das Projekt übergreifend Motivlagen und Konstellationen des Sammelns als Formierungen von Wissen an den drei Orten erforschen. Zu untersuchen ist, wie Sammlungen verschiedene (städtische, akademische, höfische und ökonomische) Wissenskulturen formten und auch welche Praktiken und Forschungsmethoden sich an und mit den Sammlungen und deren Objekten herausbildeten...mehr

Bild: Heuglin, Martin Theodor von, Ornithologie Nordost-Afrikas, der Nilquellen und Küsten-Gebiete des Rothen Meeres und des nördlichen Somal-Landes, Bd. 1, Abt. 1, Cassel 1869.

Neuerscheinungen

The Human Rights Dictatorship

Ned Richardson-Little, The Human Rights Dictatorship. Socialism, Global Solidarity and Revolution in East Germany, Cambridge: Cambridge University Press, 2020.

Richardson-Little exposes the forgotten history of human rights in the German Democratic Republic, placing the history of the Cold War, Eastern European dissidents and the revolutions of 1989 in a new light. By demonstrating how even a communist dictatorship could imagine itself to be a champion of human rights, this book challenges popular narratives on the fall of the Berlin Wall and illustrates how notions of human rights evolved in the Cold War as they were re-imagined in East Germany by both dissidents and state officials. Ultimately, the fight for human rights in East Germany was part of a global battle in the post-war era over competing conceptions of what human rights meant. Nonetheless, the collapse of dictatorship in East Germany did not end this conflict, as citizens had to choose for themselves what kind of human rights would follow in its wake.

Karten des Krieges

Oliver Kann, Karten des Krieges.Deutsche Kartographie und Raumwissen im Ersten Weltkrieg, Paderborn u.a.: Ferdinand Schöningh 2020.

Krieg und Karten gehören untrennbar zusammen. Sie sind dabei nicht bloß militärische Instrumente, sondern transportieren stets auch politische Raumbilder. Diesen bislang wenig beachteten Aspekten des Ersten Weltkriegs geht die Untersuchung nach. Der Erste Weltkrieg wurde wie kein anderer Konflikt zuvor in allen räumlichen Dimensionen geführt. Karten trugen ihren entscheidenden Anteil dazu bei. Die deutschen Operationsplanungen fußten auf den strategischen Generalstabskarten, während insbesondere die Kriegführung im Westen neue Raummedien erforderte. Im gleichen Maße stiegen die Anforderungen an die Soldaten, sich mit den neuen Kartentypen im Stellungskrieg zurechtzufinden. Das führte zu Bildungsanstrengungen in der »Heimat«, von denen insbesondere die Schulgeographie profitierte. Erdkundelehrer stellten ihre Expertise bereitwillig in den Dienst des Krieges und instrumentalisierten geographisches Wissen zu Propagandazwecken.

Information

Conference Postponement – „Africa and the Global Cold War III“

Due to the Corona pandemic, the conference "Africa and the Global Cold War III” - originally scheduled for 17-19 September 2020 – will be postponed. We are currently considering a new date for the event in 2021 and will publish any new information about the event on this website. We are still very much looking forward to holding the conference and to welcoming scholars working on Africa during the Cold War in Erfurt in the coming year!”

Contact:  christian.methfessel@uni-erfurt.de