Leitung DFG-Forschungsprojekt Rückmigration und Freiwilligkeit (bis 2024 Akademischer Rat a.Z.)

Dr. Florian Wagner

florian.wagner@uni-erfurt.de

Projektleiter "Migration" in der DFG-Forschungsgruppe "Freiwilligkeit" (Historisches Seminar)

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C19 – Forschungsbau „Weltbeziehungen“ / C19.01.06 (Foschungsneubau Weltbeziehungen, 1.Stock)

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Dr. Florian Wagner

Neue Publikation: UTB-Einführung Kolonialismus und Antikolonialismus

In der interdisziplinären UTB-Reihe “Frag doch einfach” ist 2026 eine Einführung zur Geschichte von Kolonialismus, Antikolonialismus und Postkolonialen Debatten in Frage-und-Antwort-Form erschienen. Aus dem Vorwort: "Die Antworten in diesem Buch sind weniger klar, als der Reihentitel verspricht. Sie fallen auch etwas länger aus als üblich. Der Grund dafür ist nicht unbedingt, dass das Thema zu komplex oder aktuell höchst umstritten ist. Vielmehr haben sich in der europäischen Gesellschaft Vorstellungen vom Kolonialismus festgesetzt, die aus dessen eigenen Reihen stammen und eher seiner Rechtfertigung dienten, als über ihn aufzuklären. In diesem Buch geht es also zunächst darum, die Kolonialität unserer eigenen Denk-, Sicht- und Darstellungsweisen (auch des Autors und der Leser:innen) aufzudecken und darauf aufbauend scheinbare Wahrheiten über den Kolonialismus auf ihre Belastbarkeit hin zu prüfen. Ein Weg dahin – und wohl der einzige Weg dorthin – ist es, denjenigen Menschen zuzuhören, die den Kolonialismus selbst erlebt haben oder unter seinen Folgen leiden. Die Sicht der Kolonisierten soll also in diesem Buch besonders hervorgehoben werden. Nur wenn sie – direkt oder indirekt – zu Wort kommen, sind die Inhalte dieses Buchs aus „erster Hand“, wie es der Reihentitel verspricht. Um die Einseitigkeit der Quellen zu überwinden, betrachtet dieses Buch auch die Geschichte des Antikolonialismus und geht auf postkoloniale Debatten ein. Postkoloniale Ansätze beruhen auf der durchaus (geschichts-)wissenschaftlichen Erkenntnis, dass Kolonialismus nicht ausgestorben ist wie einst die Dinosaurier. Kolonialismus kann nicht darauf beschränkt werden, dass jemand eine fremde Flagge hisste und mit dem Einholen der Flagge sein Wirken wieder beendete. Vielmehr setzte sich der Kolonialismus in Kultur und Gesellschaft fest, welche „dekolonisiert“ werden müssen, um zu adäquaten Aussagen über die Weltgeschichte zu kommen. Das macht die Relevanz und Aktualität dieses Buches aus."

About me/Zur Person

CV and full List of Publications/Lebenslauf und Publikationsliste

Meine Forschungsinteressen liegen in der Kolonialgeschichte, der Migrationsgeschichte und der Umweltgeschichte, die allesamt die Geschichte Europas, Afrikas und Asiens miteinander verknüpfen. Aus meiner Dissertation am European University Institute in Florenz entstand das Buch Colonial Internationalism and the Governmentality of Empire, 1893–1982 (Cambridge University Press, 2022). Es zeigt, wie selbsternannte Kolonialexperten aus dem Globalen Norden das International Colonial Institute (1893-1982) gründeten, um koloniale Herrschaftstechniken zu professionalisieren. Durch transimperiale Kooperation in Theorie und Praxis entwickelte dieser bedeutende koloniale Think Tank die Grundlagen kolonialen Regierens in so unterschiedlichen Feldern wie der Ausbildung kolonialer Verwaltungsbeamter und der Implementierung des sogenannten Kolonialrechts, der Tropenlandwirtschaft und -medizin, der Rekrutierung von Arbeitskräften für den Berg- und Eisenbahnbau, der Chimäre indigener Mitsprache in Repräsentativorganen und internationalen Organisationen sowie der vermeintlich nachhaltigen und kooperativen „Entwicklung“ der Kolonien. Das International Colonial Institute gab sich – so die These des Buches – reformorientiert und progressiv, sorgte aber für die Erhaltung kolonialer Strukturen bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. 

Neben intensivem Engagement in der universitäten und schulischen Lehre habe ich für den C.C. Buchner-Verlag ein Schulbuch-Großkapitel zur Geschichte postkolonialer Räume für die gymnasiale Oberstufe verfasst. Darüber hinaus erschien 2026 eine Einführung für Schüler:innen und Studierende zum Thema Kolonialismus und Antikolonialismus in der interdisziplinären UTB-Reihe „Frag doch einfach!“.

Mein neues Buchprojekt befasst sich mit der Geschichte von Rückmigration aus globaler Perspektive und untersucht Abschiebungen und Deportationen ebenso wie nominell freiwillige Rückkehrbewegungen von Migrant:innen. Einerseits steht die Rückkehrpolitik europäischer Regierungen, NGOs und internationaler Organisationen im Mittelpunkt, andererseits werden die Perspektiven von Migrant:innen analysiert. Das Projekt wurde im Rahmen eines Fellowships am DHI Pacific Office an der University of California, Berkeley, entwickelt und wird derzeit im Rahmen der DFG-Forschungsgruppe „Freiwilligkeit“ bearbeitet.

Weitere Publikationen zu Kolonialismus und Deportationen erschienen unter anderem im Journal of Modern European History, in Comparativ, Zeithistorische Forschungen sowie in Geschichte und Gesellschaft.

Besuchen sie auch unseren Blog transimperialhistory.com, der Einblicke in das Forschungsfeld der Transimperialen Geschichte bietet.

Mitgliedschaften: Rat für Migration, Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschland, Deutscher Hochschulverband, Historiker:innen für ein Weltoffenes Thüringen u.v.m

 

 

 

Forschungsschwerpunkte

  • Migrationsgeschichte/History of Migration
  • Kolonialgeschichte/Colonial History
  • Transnationale und Transimperiale Geschichte/Transnational and Transimperial History
  • Europäische Geschichte/History of Modern Europe (Nineteenth and Twentieth Century)
  • Afrikanische Geschichte/African History
  • Globalgeschichte/ Global History

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