Lehrveranstaltungen

Bitte informieren Sie sich zu aktuellen Lehrveranstaltungen über die elektronische Lehrveranstaltungs- und Informationsplattform der Universität Erfurt E.L.V.I.S. sowie über die eLearning-Plattform moodle. Für Rückfragen steht Ihnen die Professur gern jederzeit zur Verfügung.

Wintersemester 2022

Vorlesung (O-Phase): Christentum und antike Gesellschaft

Dozent: Dr. Daniel Greb

Zeit: Dienstag, 16-18 Uhr

In der Vorlesung wird den Studierenden der Orientierungsphase ein erster Überblick über die Geschichte der Alten Kirche vermittelt. Thematisiert werden die Mission und Ausbreitung der frühen Kirche, ihre Selbstorganisation (Ämter, Kirchenstrukturen, Ausformung des Primatsanspruchs des römischen Bischofs), aber auch das Verhältnis der frühen Christen zu Gesellschaft, Kultur und Staat: die Konfrontation zur Zeit der Christenverfolgungen, der Umschwung unter Kaiser Konstantin und seinen Söhnen und der Übergang zum System der Reichskirche, das die Kirchengeschichte über Jahrhunderte hinweg prägen sollte. Die gemeinsame Lektüre ausgewählter Quellentexte und Sekundärliteratur ergänzt und vertieft die Themen.
 

Literatur

  • Brox, N., Kirchengeschichte des Altertums (LeTh 8), Düsseldorf 1998 (6. Aufl.).
  • Dassmann, E., Kirchengeschichte I; II/1; II/2, Stuttgart u.a. 2000 (2. Aufl.); 1996; 1999.
  • Frank, K. S., Lehrbuch der Geschichte der Alten Kirche, Paderborn 2002 (3. Aufl.).
  • Hofmann, J., Zentrale Aspekte der Alten Kirchengeschichte. Bd. 1-2, Würzburg 2012-2013.
  • Zeller, D., Christentum I. Von den Anfängen bis zur Konstantinischen Wende (RM 28), Stuttgart u.a. 2002.

Vorlesung (Q-Phase): Christologie in der Alten Kirche bis zum Konzil von Chalzedon (451)

Dozent: Dr. Daniel Greb

Zeit: Donnerstag, 10-12 Uhr (Woche A)

Die Veranstaltung thematisiert die altkirchlichen Auseinandersetzungen um das Verhältnis Jesu zum Gott Israels und die Deutung der Inkarnation. Sie nimmt dabei die unterschiedlichen christologischen Entwürfe (z. B. Logostheologie, Monarchianismus, Subordinatianismus, Arianismus, die Diskussion um Nestorius von Konstantinopel und den Streit um den Monophysitismus) und ihr jeweiliges Anliegen in den Blick und beschreibt die Versuche, diese Probleme auf den Konzilien von Nizäa (325), Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalzedon (451) zu lösen. Neben der dogmengeschichtlichen Entwicklung soll auch die Rolle und das Selbstverständnis der jeweiligen Herrscher Beachtung finden.

Bitte beachten Sie: Die Veranstaltung ist ein außerplanmäßiges Sonder-Lehrangebot für Studierende, die die Q-Phase nach alten Studienordnungen studieren, und findet als Lektüre mit begleitenden und vertiefenden Präsenzsitzungen (2-wöchentlich jeweils 2 Stunden) statt. Die zu lesende Lektüre ist auch als E-Book über die Universitätsbibliothek verfügbar (nähere Informationen im moodle-Raum zu dieser LV).

Literatur

  • Dünzl, F., Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche, Freiburg i. Br. 2011.
  • Dünzl, F., Geschichte des christologischen Dogmas in der Alten Kirche (hg. von Michael Bußer/Johannes Pfeiff), Freiburg i. Br. 2019.
  • Hauschild, W.-D/Drecoll, V. H. (Hg.), Lehrbuch der Kirchen- und Dogmengeschichte. Band 1: Alte Kirche und Mittelalter, Gütersloh 2016 (5. Aufl.).
  • Wohlmuth, J. (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien. Band 1: Konzilien des ersten Jahrtausends, Paderborn 2002.

Vorlesung (M-Phase): Entstehung und Entwicklung des orientalischen Christentums in der Spätantike

Dozent: Dr. Daniel Greb

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr

Die Konzilien des 5. Jahrhunderts (Ephesos und Chalzedon) führten nicht nur zur Klärung dogmatischer Fragen hinsichtlich der Christologie, sondern auch zu Spaltungen innerhalb der Christenheit. Im syrisch-palästinischen Raum und in Ägypten entwickelten sich in Abgrenzung zu den Konzilsbeschlüssen von Chalzedon (451) eigenständige Kirchen. Zudem erhob die Kirche im Perserreich bereits zuvor Anspruch auf Unabhängigkeit von der Kirchenstruktur des römischen Reiches und übernahm im Laufe des 5. Jh. dogmatische Positionen, die auf dem Konzil von Ephesos (431) verurteilt worden waren. Diese bis heute bestehenden Kirchen werden als „altorientalische“ oder „orientalisch-orthodoxe Kirchen“ bezeichnet. Die Vorlesung will mit der Entstehung und Entwicklung des orientalischen Christentums in der Spätantike vertraut machen. Neben der Darstellung von theologischen und politischen Zusammenhängen sollen auch Selbstverständnis, Organisation und liturgische Spezifika sowie die heutige Lage der verschiedenen altorientalischen Kirchen zur Sprache kommen.


Literatur

  • Baumer, Ch., Frühes Christentum zwischen Euphrat und Jangtse: Eine Zeitreise entlang der Seidenstraße zur Kirche des Ostens, Stuttgart 2005.
  • Hage, W., Das orientalische Christentum, Stuttgart 2007.
  • Lange, Ch./Pinggéra, K., Die altorientalischen Kirchen. Glaube und Geschichte, Darmstadt 2011 (2. Aufl.).
  • Winkelmann, F., Die östlichen Kirchen in der Epoche der christologischen Auseinandersetzungen (5. bis 7. Jahrhundert), Berlin 1980.
  • Winkler, D., Syrisches Christentum im Nahen Osten. Eine historische Zusammenschau, in: OeFo 23/24 (2000/2001) 297-320.
  • Winkler, D., Orientalisches Christentum und Früher Islam, in: Pro Oriente (Hg.), Jahrbuch 2007, Wien 2008, 14-23.

Sommersemester 2021

Bilderverehrung und Bilderstreit in der Alten Kirche

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Dienstag, 10-12 Uhr

Bilder sind seit Jahrhunderten selbstverständlicher Bestandteil christlicher Frömmigkeit. Gott-Vater, Jesus Christus, Maria, Josef und eine unzählbare Schar von Heiligen wurden und werden von Künstlern auf verschiedenste Weise ins Bild gesetzt. Keinesfalls waren solche Darstellungen von Beginn an selbstverständlich: Die Christen in Ost und West rangen fast ein Jahrtausend darum, ob bzw. wie Gott und Christus dargestellt werden dürften und ob bzw. wie man diesen Darstellungen Verehrung entgegenbringen solle. In der Auseinandersetzung der ersten acht Jahrhunderte, der sich diese Vorlesung widmen will, zeigen sich zwei gegenläufige menschliche Bedürfnisse bezüglich der Bildhaftigkeit des Glaubens: das Streben nach dem Lösen von jeder Fixierung und nach dem Transzendenten einerseits sowie das Bedürfnis, sich das Unbegreifliche deutlich vor Augen führen, gegenständlich und verfügbar machen zu wollen, andererseits. Diese Vorlesung nimmt die theologischen Argumente beider Positionen in den Blick und zeichnet anhand ausgewählter Quellen der ersten acht Jahrhunderte die Geschichte des sogenannten Bilderstreites bis zum zweiten Konzil von Nizäa (787 n. Chr.) nach.

Literatur 

  • Dünzl, F., Bilderstreit im ersten Jahrtausend, in: Garhammer, E. (Hg.), BilderStreit: Theologie auf Augenhöhe, Würzburg 2007, 47–76.
  • Kollwitz, J., Bild III (christlich), in: RAC 2, Stuttgart 1954, 318–341.
  • Lange, G., Der byzantinische Bilderstreit und das Bilderkonzil von Nikaia (787), in: Hoeps, R. (Hg.), Handbuch der Bildtheologie. Band I: Bild-Konflikte, Paderborn u. a. 2007, 171–190.
  • Plank, P., Das ambivalente Verhältnis der Alten Kirche zum Bild, in: Schulz, H.-J./Speigl, J. (Hg.), Bild und Symbol: Glaubensstiftende Impulse, Würzburg 1988, 49–63.
  • Spieser, J.-M., Die Anfänge der christlichen Ikonographie, in: Hoeps, R. (Hg.), Handbuch der Bildtheologie. Band I: Bild-Konflikte, Paderborn u. a. 2007, 139–170.
  • Stock, A., Frühchristliche Bildpolemik. Das Neue Testament und die Apologetik des 2. Jahrhunderts, in: Hoeps, R. (Hg.), Handbuch der Bildtheologie. Band I: Bild-Konflikte, Paderborn u. a. 2007, 120–138.
  • Thümmel, H.-G., Die Konzilien zur Bilderfrage im 8. und 9. Jahrhundert: Das 7. Ökumenische Konzil in Nikaia 787, Paderborn/München 2005.

 

Seminar: Taufe, Eucharistie und Buße in der Alten Kirche

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr

Das Seminar thematisiert anhand ausgewählter Quellen die zentralen Vollzüge christlichen Lebens in der Zeit der Alten Kirche, insbesondere die Geschichte des Katechumenats und der Taufe, die Entwicklung der frühchristlichen Mahlfeiern sowie die Ausformung und Veränderungen der altkirchlichen Bußpraxis.

Literatur 

  • Dünzl, F., Herrenmahl ohne Herrenworte? Eucharistische Texte aus der Frühzeit des Christentums, in: Haunerland, W. (Hg.), Mehr als Brot und Wein. Theologische Kontexte der Eucharistie, Würzburg 2005, 50–72.
  • Fürst, A., Die Liturgie der Alten Kirche. Geschichte und Theologie, Münster 2008.
  • Gerhards, A., Liturgie in den ersten Jahrhunderten, in: Bärsch, J./Kranemann, B. (Hg.), Geschichte der Liturgie in den Kirchen des Westens. Rituelle Entwicklungen, theologische Konzepte und kulturelle Kontexte. Band 1: Von der Antike bis zur Neuzeit, Münster 2018, 83–153.
  • Hofmann, J., Zentrale Aspekte der Alten Kirchengeschichte 2, Würzburg 2013, 217–290.
  • Kleinheyer, B., Die Feiern der Eingliederung in die Kirche, in: Gottesdienst der Kirche 7/1, Regensburg 1989, 1–95.
  • Klöckener, M., Liturgie in der Alten Kirche des Westens, in: Bärsch, J./Kranemann, B. (Hg.), Geschichte der Liturgie in den Kirchen des Westens. Rituelle Entwicklungen, theologische Konzepte und kulturelle Kontexte. Band 1: Von der Antike bis zur Neuzeit, Münster 2018, 201–269.
  • Meßner, R., Feiern der Umkehr und Versöhnung, in: Gottesdienst der Kirche 7/2, Regensburg 1992, 49–168.
  • Meyer, H. B., Eucharistie, in: Gottesdienst der Kirche 4, Regensburg 1989, 61–182.

    Weitere themenspezifische Literatur im Seminar.

 

Wintersemester 2021

Die Christenverfolgung in den ersten vier Jahrhunderten

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Dienstag, 14-16 Uhr

Das Christentum stand von Beginn an in einem Spannungsverhältnis zu seiner heidnischen Umwelt. Eine Gemengelage aus Fremd- und Selbstisolation der frühen Christen führte zu Verdächtigungen, Vorurteilen und Anfeindungen. Christen galten als gesellschaftsschädlich und staatsfeindlich und so auch von Staats wegen als Verbrecher, die es wieder auf den rechten Weg zu bringen galt. Verfolgungen traten zunächst regional begrenzt, ab Mitte des 3. Jahrhunderts auch reichsweit und staatlich gelenkt auf. Die Vorlesung will die historische Abfolge der Verfolgungen der Christen in den ersten vier Jahrhunderten erschließen und ihre Hintergründe und Dynamik einsichtig machen. Die christlichen Reaktionen auf diese Verfolgungen sollen ebenfalls beleuchtet werden.

Bitte beachten Sie: Diese Vorlesung findet in Präsenz statt.

Literatur 

  • Benedikt Dorbath, Die Logik der Christenverfolgungen durch den Römischen Staat, Würzburg 2016 (online verfügbar: opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/docId/14070).
  • Richard Freudenberger u. a., Christenverfolgungen, in: TRE 8 (1981), 23–62.
  • Wolfram Kinzig, Christenverfolgung in der Antike, München 2019.
  • Peter Guyot / Richard Klein (Hg.), Das frühe Christentum bis zum Ende der Verfolgungen. Eine Dokumentation. Band I: Die Christen im heidnischen Staat, Darmstadt 1993.

Kaiser Konstantin und die sogenannte "Konstantinische Wende"

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Montag, 16-18 Uhr.

Kaiser Konstantin I. nimmt einen bedeutenden Platz in der Kirchengeschichte ein. Mit ihm ist die sogenannte „Konstantinische Wende“ verbunden, die den großen Umschwung im Verhältnis von römischem Staat und christlicher Kirche unter seiner Herrschaft und der seiner Nachfolger im 4. Jh. bezeichnet: Die Zeit der Verfolgungen endete, die Ära der Begünstigung des Christentums durch den Staat begann. Die Vorlesung analysiert die Hintergründe und Voraussetzungen dieser Wende, nimmt dabei besonders die Person Konstantins und seine Religionspolitik in den Blick und diskutiert die unterschiedlichen Deutungen, die seine religiöse Entwicklung und sein Verhältnis zur christlichen Kirche in der Geschichtsschreibung erfahren haben. Auch die Auswirkungen, die die Religionspolitik Konstantins auf die Situation der Kirche hatte (z.B. im Streit um den Donatismus und in der Debatte um den Arianismus), werden beachtet.

Bitte beachten Sie: Diese Vorlesung findet als digitale Lehre (asynchron) statt. Wöchentlich werden Ihnen über den moodle-Kursraum die aufbereiteten Inhalte in Wort, Bild und Ton zur Verfügung gestellt. Dem Austausch und der Möglichkeit für Rückfragen dienen regelmäßige synchrone Videokonferenzen. Ausführliche Informationen erfolgen unmittelbar vor Semesterbeginn.

Literatur 

  • Hartwin Brandt, Konstantin der Große. Der erste christliche Kaiser. Eine Biographie, München 2006;
  • Manfred Clauss, Konstantin der Grosse und seine Zeit, München 1996;
  • Franz Dünzl, Der Auftakt einer Epoche: Konstantin und die Folgen, in: Michael Bußer / Daniel Greb / Johannes Pfeiff (Hg.): Geschichtlichkeit als religiöses Existenzial. Gedenkschrift für Franz Dünzl (1960–2018), Würzburg 2020, 133-161.
  • Michael Fiedrowicz u.a. (Hg.), Konstantin der Große. Der Kaiser und die Christen. Die Christen und der Kaiser, Trier 2006;
  • Klaus Martin Girardet, Die Konstantinische Wende. Voraussetzungen und geistige Grundlagen der Religionspolitik Konstantins des Großen, Darmstadt 2006;
  • Elisabeth Herrmann-Otto, Konstantin der Große, Darmstadt 2007;
  • Klaus Rosen, Konstantin der Große: Kaiser zwischen Machtpolitik und Religion, Stuttgart 2013;
  • Heinrich Schlange-Schöningen (Hg,), Konstantin und das Christentum, Darmstadt 2007;
  • Martin Wallraff, Sonnenkönig der Spätantike. Die Religionspolitik Konstantins des Großen, Freiburg u.a. 2013.

TERMIN

Montag, 16-18 Uhr.

Seminar: Die Geschichte des Zölibats in der Alten Kirche

Dozent: Dr. Johannes Pfeiff, Lehrbeauftragter 

Zeit: Das Seminar findet als Blockveranstaltung an folgenden Terminen statt:

Di        03.11.2020      14:15–15:45
Fr        18.12.2020      15:00–20:00
Sa        19.12.2020      08:30–17:30
Fr        15.01.2021      15:00–20:00
Sa        16.01.2021      08:30–17:30

Der Zölibat ist die Verpflichtung, allein und ehelos zu leben. Bis heute ist er nicht nur selbstverständliches Merkmal katholischer Priester, sondern auch fortwährender Anstoß gesellschaftlicher Diskussionen. Seine Wurzeln reichen bis in die Zeit der frühen Kirche. Dieses Seminar geht der Frage nach, wann geweihte Männer (und Frauen?) in der frühen Kirche begannen, Ehelosigkeit als Teil ihrer Berufung zu leben. Was sind biblische Motive? Welche theologischen Argumente spielten dabei eine Rolle? Gab es auch verheiratete Bischöfe? Und wann wurde der Zölibat verpflichtend für Kleriker? Die Auseinandersetzung mit zahlreichen, in der Forschung umstrittenen Quellen in diesem Blockseminar soll zu einem vertieften Verständnis des Zölibats führen und so fruchtbar für gegenwärtige Fragestellungen werden.

Literatur

  • Stefan Heid, Zölibat in der frühen Kirche, 3. Aufl., Paderborn 2003.
  • Georg Denzler, Die Geschichte des Zölibats, Freiburg 1993.
  • Peter Brown, Die Keuschheit der Engel, New York 1988.

Sommersemester 2020

Die Frühchristlichen Apologeten

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Donnerstags, 18:00 - 20:00 Uhr.

Die Christen standen von Anfang an in Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und rangen um den rechten Weg zwischen Abgrenzung und Anpassung. In der heidnischen Umwelt des Römischen Reiches galten sie zunächst als Anhänger einer obskuren, neuartigen und staatsfeindlichen Gruppierung, die sich dem gesellschaftlichen Leben und dem Kult verweigerte und mit den überlieferten Einrichtungen der Väter (mos maiorum) radikal zu brechen schien. Zahlreiche Vorurteile und Missverständnisse führten zum Ausbruch von Gewalt und Verfolgungen. Unter diesen Vorzeichen unternahmen es die Apologeten auf literarischem Weg, das Christentum einerseits gegen die erhobenen Vorwürfe zu verteidigen und diese zu widerlegen. Andererseits versuchten sie auch, ihre religiösen Überzeugungen mit rationalen Argumenten einsichtig zu machen und so neben der negativen Abgrenzung zum paganen Kult positiv für das Christentum zu werben. Darüber hinaus boten die apologetischen Schriften den Christen selbst die Möglichkeit der Vergewisserung des eigenen theologischen und ethischen Standpunkts.

Neben einem historischen Überblick, der die wichtigsten griechischen und lateinischen Apologeten und ihre Werke vorstellt, will die Vorlesung zentrale Themen und argumentative Strategien der Apologeten beleuchten und nach ihrer Relevanz für die Gegenwart befragen.

Literatur

  • Luise Ahmed: Bilder von den Anderen. Christliches Sprechen über Heiden bei den lateinischen Apologeten (JbAC.E Kleine Reihe 14), Münster 2017.
  • Jakob Engberg /Anders-Christian Jacobsen / Jörg Ulrich (Hg.), In Defence of Christianity. Early Christian Apologists, Frankfurt a. M. u.a. 2014.
  • Michael Fiedrowicz, Apologie im frühen Christentum. Die Kontroverse um den christlichen Wahrheitsanspruch in den ersten Jahrhunderten, Paderborn / München 22001.
  • Michael Fiedrowicz, Christen und Heiden. Quellentexte zu ihrer Auseinandersetzung in der Antike, Darmstadt 2004.
  • Christine Mühlenkamp, „Nicht wie die Heiden“. Studien zur Grenze zwischen christlicher Gemeinde und paganer Gesellschaft in vorkonstantinischer Zeit (JbAC.E Kleine Reihe 3), Münster 2008.

Entwicklung des trinitarischen und christologischen Dogmas bis zum Konzil von Chalkedon (451)

Dozent: Dr. Daniel Greb 

Zeit: Donnerstags 12:00-14:00 Uhr.

Die Vorlesung thematisiert die frühchristlichen Auseinandersetzungen um das Verhältnis Jesu zum Gott Israels und die Deutung der Inkarnation. Sie nimmt dabei die unterschiedlichen christologischen Entwürfe (z. B. Logostheologie, Monarchianismus, Subordinatianismus, Arianismus, die Diskussion um Nestorius von Konstantinopel und den Streit um den Monophysitismus) und ihr jeweiliges Anliegen in den Blick und beschreibt die Versuche, diese Probleme auf den Konzilien von Nizäa (325), Konstantinopel (381), Ephesus (431) und Chalkedon (451) zu lösen. Neben der dogmengeschichtlichen Entwicklung soll auch die Rolle der jeweiligen Herrscher Beachtung finden.

Literatur 

  • Franz Dünzl, Kleine Geschichte des trinitarischen Dogmas in der Alten Kirche, Freiburg i. Br. 22011.
  • Franz Dünzl, Geschichte des christologischen Dogmas in der Alten Kirche (hg. von Michael Bußer / Johannes Pfeiff), Freiburg i. Br. 2019.
  • Josef Wohlmuth (Hg.), Dekrete der ökumenischen Konzilien. Band 1: Konzilien des ersten Jahrtausends, Paderborn 32002.
  • Wolfgang-Dieter Hauschild / Volker Henning Drecoll (Hg.), Lehrbuch der Kirchen-und Dogmengeschichte. Band 1: Alte Kirche und Mittelalter, Gütersloh 52016.