Erfurter Forschungsstelle für Geoökonomie (EFGEo)
Worauf es uns ankommt
Die Wirtschaft wird zunehmend politisiert: Handelsabkommen, Investitionen und Technologien dienen nicht mehr nur ökonomischen Zwecken, sondern werden zu Instrumenten geopolitischer Macht. Das Ende der globalen liberalen Ordnung zeigt sich in einer Rückkehr zu strategischem Denken, in dem wirtschaftliche Verflechtungen bewusst genutzt oder eingeschränkt werden. Steigende Konflikte, Sanktionen und geopolitische Spannungen verändern globale Lieferketten. Effizienz wird durch Resilienz ersetzt und Unternehmen müssen neue Wege der Absicherung und Anpassung finden. Besonders kritische Rohstoffe wie seltene Erden oder Lithium rücken ins Zentrum politischer und wirtschaftlicher Auseinandersetzungen und schaffen neue Abhängigkeiten. In dieser Situation wird Risiko zu einer zentralen Kategorie: Wer global wirtschaftet, muss geopolitische Dynamiken verstehen und strategisch einbeziehen. Geoökonomie erklärt, wie Macht, Märkte und Sicherheit ineinandergreifen – und warum Unternehmen ihre Strategien neu ausrichten müssen.
Vom 7. bis 8. Oktober findet das Wissenschaftsforum unter dem Titel
„Perspectives on Contemporary Global Order - Economy, Power and Security in Times of (De)Globalization and Geoeconomics" statt.
Das Forschungsforum richtet sich an Promovierende und Postdocs, die zu Fragen der (De-)Globalisierung und Geoökonomie arbeiten. Es bietet eine Plattform für den fachlichen Austausch, indem Projektpräsentationen mit gezielten Impulsen und fundierten Kommentaren erfahrener Expertinnen und Experten kombiniert werden.
Am 07. Oktober findet die Keynote von Prof. Dr. Sebastian Dullien im Rathausfestsaal in Erfurt statt - ab 18.30 spricht er über „Die Deutsche Wirtschaft in der Zeitenwende: Hat die Bundesregierung die richtigen Antworten?"
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!
Unsere Schwerpunkte
- Konflikte, Krieg und Krisen: Geopolitische Risiken fordern eine Anpassung von Unternehmensstrategien. Gleichzeitig werden Unternehmen zu Spielbällen geopolitischer Erwägungen.
- Aufbrechen von Lieferketten: Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Resilienz und Flexibilität in einer fragmentierten Weltwirtschaft neu zu denken.
- Technologie als geopolitische Ressource: Disruptive Technologien verändern nicht nur Märkte, sondern verschieben auch Machtachsen zwischen Staaten und Unternehmen.
- Ordnungen im Wandel: Zwischen Machtpolitik und Normerosion entstehen neue Spielräume und Unsicherheiten für wirtschaftliches Handeln.

