Erfurter Forschungsstelle für Geoökonomie (EFGEo)
Worauf es uns ankommt
Die Wirtschaft wird zunehmend politisiert: Handelsabkommen, Investitionen und Technologien dienen nicht mehr nur ökonomischen Zwecken, sondern werden zu Instrumenten geopolitischer Macht. Das Ende der globalen liberalen Ordnung zeigt sich in einer Rückkehr zu strategischem Denken, in dem wirtschaftliche Verflechtungen bewusst genutzt oder eingeschränkt werden. Steigende Konflikte, Sanktionen und geopolitische Spannungen verändern globale Lieferketten. Effizienz wird durch Resilienz ersetzt und Unternehmen müssen neue Wege der Absicherung und Anpassung finden. Besonders kritische Rohstoffe wie seltene Erden oder Lithium rücken ins Zentrum politischer und wirtschaftlicher Auseinandersetzungen und schaffen neue Abhängigkeiten. In dieser Situation wird Risiko zu einer zentralen Kategorie: Wer global wirtschaftet, muss geopolitische Dynamiken verstehen und strategisch einbeziehen. Geoökonomie erklärt, wie Macht, Märkte und Sicherheit ineinandergreifen – und warum Unternehmen ihre Strategien neu ausrichten müssen.
Die Zollpolitik der USA, der Aufstieg Chinas, und der Krieg zwischen Russland und der Ukraine haben die globale Wirtschaftsordnung grundlegend verändert. Damit wird auch Deutschlands Wirtschaftsmodell vor neue, komplexe Herausforderungen gestellt.
Wie reagiert die Bundesregierung auf diese Herausforderungen? Und wie müssten eine starke europäische Investitions- und Industriepolitik aussehen, die Deutschland zukunftsfähig macht?
Prof. Dr. Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung und Professor für Allgemeine Volkswirtschaftslehre, insb. internationale Wirtschaft an der HTW Berlin, diskutiert in seinem Vortrag im Rahmen des Wissenschaftsforums „Perspectives on Contemporary Global Order", welche wirtschaftspolitischen Antworten Deutschland und Europa jetzt brauchen.
Die Veranstaltung findet im Rathausfestsaal statt. Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
Unsere Schwerpunkte
- Konflikte, Krieg und Krisen: Geopolitische Risiken fordern eine Anpassung von Unternehmensstrategien. Gleichzeitig werden Unternehmen zu Spielbällen geopolitischer Erwägungen.
- Aufbrechen von Lieferketten: Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Resilienz und Flexibilität in einer fragmentierten Weltwirtschaft neu zu denken.
- Technologie als geopolitische Ressource: Disruptive Technologien verändern nicht nur Märkte, sondern verschieben auch Machtachsen zwischen Staaten und Unternehmen.
- Ordnungen im Wandel: Zwischen Machtpolitik und Normerosion entstehen neue Spielräume und Unsicherheiten für wirtschaftliches Handeln.

