Promotionskolleg "De-Globalisierung und Globale Entkopplung (DeGlobE)"

Lieferkette

Was ist DeGlobE?

DeGlobE ist ein interdisziplinäres Forschungsprogramm und Promotionskolleg, das De-Globalisierung und globale Entkopplung aus verschiedenen Perspektiven in vier Themenbereichen betrachtet: 

  • Sauberer Übergang und grüne Technologien (Prof. Andreas Goldthau)
  • Wertschöpfung und Sicherheitsapparate (Prof. Sophia Hoffmann)
  • Finanz-Infrastrukturpolitik (Prof. Oliver Kessler)
  • Lieferketten: Menschenrecht und nachhaltige Entwicklung (Prof. Michael Riegner)

Wir erforschen, wie sich die Neukalibrierung von Markt und Staat in Wirtschaftsparadigmen und Regulierungsebenen manifestiert und wie dies in Zusammenhang mit De-Globalisierungsprozessen gebracht werden kann. 

Weitere Informationen: Über DeGlobE

Laufzeit
01/2025 - 12/2029

Finanzierung
Hans-Böckler-Stiftung : 
567 000 Euro

Universität Erfurt : 
bis zu 30.000 Euro aus dem Matching-Fonds

Kontakt
madeleine.boehm@uni-erfurt.de

News

Wohin steuert das geopolitische Europa und wie bleibt es handlungsfähig in einer Welt im Umbruch? Podiumsdiskussion mit Autor und Politikwissenschaftler Daniel Marwecki (Bücher: Absolution? Israel und die Deutsche Staatsräson (2024) und Die Welt nach…

Das Forscherteam um Dr. Laima Eicke (Helmholtz Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit) und Prof. Dr. Andreas Goldthau (Brandt School) analysiert drei mögliche Entwicklungspfade für die Integration von grünem Wasserstoff in energieintensive…

Wie verändert sich das Verhältnis von Markt und Staat in Zeiten einer möglichen De-Globalisierung? Dieser Frage widmete sich die Podiumsdiskussion zur Auftaktveranstaltung des Promotionskollegs DeGlobE.

Welche Themen behandelt das Promotionskolleg DeGlobE? Wie läuft der Bewerbungsprozess genau ab? Was muss ich bei meiner Bewerbung beachten? Diese Fragen beantworten wir bei einer Online Informationsveranstaltung am 19.03.2026 zu den derzeit…

Veranstaltungen

22.04.2026: Auftaktveranstaltung - Podiumsdiskussion: De-Globalisierung und globale Entkopplung

Wie verändert sich das Verhältnis von Markt und Staat in Zeiten einer möglichen De-Globalisierung? Dieser Frage widmete sich die Podiumsdiskussion zur Auftaktveranstaltung des Promotionskollegs DeGlobE.

Im Haus Dacheröden in Erfurt wurde die Veranstaltung durch die Co-Sprecher*innen des Kollegs, Prof. Sophia Hoffmann und Prof. Goldthau, eröffnet. In seiner anschließenden thematischen Einführung erläuterte Prof. Stefan Schmalz (Friedrich-Schiller-Universität Jena) zentrale Entwicklungen und Spannungsfelder der aktuellen (De-)Globalisierungsdynamik und führte damit zur anschließenden Diskussion über. Im darauffolgenden Austausch wurden unter anderem Aspekte wie geopolitische und geökonomische Einflussfaktoren auf gegenwärtige Globalisierungsprozesse, Perspektiven und Bedingungen einer möglichen Re-Globalisierung und die Rolle zentraler Akteure wie China, die USA und Europa in der aktuellen Weltwirtschaft diskutiert.

Auf dem Podium diskutierten: Prof. Stefan Schmalz (Professur für Arbeits- und Wirtschaftssoziologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena), Liv Dizinger (Fachbereich Strukturpolitik, DGB Hessen-Thüringen), Dr. Melanie Müller (Forschungsgruppe Afrika und Mittlerer Osten, Stiftung Wissenschaft und Politik) und Mark Brehmer (Teamleiter International, IHK Erfurt)

Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Arbeit sowie auf den Austausch mit allen, die sich mit Fragen von Globalisierung und ihren aktuellen Transformationen auseinandersetzen!

Impressionen

22.04-24.04.2026: Young Scholars Workshop 2026: State–Business Relations and Geoeconomics: Theories, Methods, and Comparative Perspectives

Vom 22. bis 24. April 2026 war die Universität Erfurt Gastgeber des internationalen Workshops für Nachwuchswissenschaftler „Staat-Wirtschaft-Beziehungen und Geoökonomie: Theorien, Methoden und vergleichende Perspektiven“. Die Veranstaltung brachte Nachwuchswissenschaftler*innen zusammen und bot eine lebendige Plattform, um die aktuellen Veränderungen in den Beziehungen zwischen Staat und Wirtschaft in einer Zeit geoökonomischen Wandels zu diskutieren.

In Podiumsdiskussionen zu den Themen industrieller Wandel, strategische staatliche Intervention, Infrastruktur, globale Produktionsnetzwerke und Ressourcenpolitik setzten sich die Teilnehmenden mit einer Vielzahl empirischer Fallbeispiele und konzeptioneller Ansätze auseinander. Die Beiträge deckten nahezu alle Regionen der Welt ab und verdeutlichten, wie sich geoökonomische Dynamiken in unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Kontexten entfalten. 

Ein prägendes Merkmal des Workshops war seine außergewöhnlich offene und konstruktive Diskussionskultur. Interdisziplinarität war nicht nur vorhanden, sondern wurde aktiv gelebt: Perspektiven der politischen Ökonomie, Soziologie, Geografie und Technologie wurden mit vielfältigen methodischen Ansätzen kombiniert. Diese Vielfalt unterstrich eine zentrale Erkenntnis: Das Verständnis der Geoökonomie und der sich wandelnden Beziehungen zwischen Staat und Wirtschaft erfordert ein grundlegend globales und interdisziplinäres Denken.

21.04.2026: Podiumsdiskussion - Navigating China: A Tri-Regional Conversation on Power, Policy, and Partnership (Erfurt Transatlantic Dialogue)

Chinas wachsender globaler Einfluss verändert weiterhin das internationale System und birgt sowohl Chancen als auch strategische Herausforderungen für Europa, die Vereinigten Staaten und Asien. Im Rahmen des Erfurter Transatlantischen Dialogs luden die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Willy Brandt School of Public Policy und das US-Generalkonsulat Leipzig zu einer offenen Fishbowl-Diskussion ein, die diese Perspektiven zusammenführt.

Weitere Informationen: LinkedIn der Willy Brandt School of Public Policy

16.04.2026: Keynotes & World Cafés - What's up with International Politics? Reflecting on current world disorder – a conversation with the StaWi PhDs and Postdocs

What's up with International Politics?
In Internationaler Politik passiert aktuell viel: Geopolitische Konflikte nehmen zu, politische Bündnisse verändern sich, unterschiedliche Visionen von globaler Ordnung werden deutlich. 
Im Rahmen von Keynotes und World Cafés reflektierten die Mitglieder der Graduiertenkollegs C2PO und EIPCC an der Universität Erfurt deshalb am 16. April 2026 über die aktuellen Veränderungen in der Weltpolitik und deren Einfluss auf ihre eigene Arbeit, die Gemeinschaften und die Welt.

Impulse lieferten, neben Dr. Ilyas Saliba zum Thema Wissenschaftsfreiheit, unter anderem auch Beiträge von Mitgliedern der Forschungsgruppe Sicherheitskapitalismus und des Promotionskollegs „De-Globalisierung und globale Entkoppelung": Prof. Dr. Andreas C. Goldthau sprach über die energiepolitischen Auswirkungen der aktuellen weltweiten Unruhen und Madeleine Böhm über die Perspektive der nordischen Länder auf die Situation um Grönland. Die anschließenden World Cafés wurden von Jan Ickler, Mariana Caldas, Timor Landherr, Jessica Holl und Dr. Alejandra del Pilar Ortiz-Ayala geleitet.
 

17.03.2026: Workshop - Ohne Zeitenwende: Israels Kriege und die Internationalen Beziehungen in Deutschland II

Wie reflektieren die internationalen Beziehungen in Deutschland ihre eigene Rolle im Nahostkonflikt?
Dieser Frage wurde im Rahmen des Workshops „Ohne Zeitenwende II: Israels Kriege und die Internationalen Beziehungen in Deutschland“ nachgegangen. Der Workshop fand am 17. März 2026 an der Freien Universität Berlin statt.

Organisiert wird die Veranstaltung von Prof. Dr. Sophia Hoffmann (Co-Sprecherin des Promotionskollegs DeGlobE, Professur für Internationale Politik und Konfliktforschung), gemeinsam mit Dr. Roy Karadag (Universität Bremen, InIIs) und Dr. Mariam Salehi (FU Berlin, Projekt INTERACT).

Im Mittelpunkt standen drei zentrale Aspekte: Die Notwendigkeit, die Verflechtung von Wissenschaft, Politik und gesellschaftlichen Machtverhältnissen offenzulegen. Die Auseinandersetzung mit den strukturellen Bedingungen, die bestimmte Perspektiven und Expertisen in der IB verdrängen. Und die Verantwortung der Disziplin, strukturelle Gewalt und Menschenrechtsfragen nicht nur in Extremsituationen, sondern als dauerhaften Gegenstand der Forschung zu behandeln

Diese Tagung schloss an die gleichnamige Veranstaltung im November 2025 an und hatte das Ziel, innerhalb der deutschen Internationalen Beziehungen Raum zu schaffen für die Reflexion über die Rolle der Disziplin im Nahostkonflikt. 

05.11.2025: Workshop - Ohne Zeitenwende: Israels Kriege und die Internationalen Beziehungen in Deutschland

Mit dieser Tagung sollte sich selbstkritisch der Frage gewidmet werden, welche Rolle die deutsche IB im Diskurs über Israels Kriege seit Oktober 2023 gespielt hat.

Zusammengenommen ist die deutsche IB ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden, sowohl mit Bezug auf die palästinensische Zivilbevölkerung als Opfer israelischer Gewaltverbrechen als auch auf unsere aufklärerische Verantwortung als Wissenschaftler:innen im politischen und gesellschaftlichen Diskurs hierzulande. Weil wir unsere Erkenntnisse nicht früh genug kommuniziert haben, blieb lange eine diskursive Toleranz gegenüber israelischen Kriegsverbrechen bestehen, ungeachtet der Gefahr, die solch eine Toleranz für unser Bild einer regelgeleiteten internationalen Ordnung darstellt. Die Stimmungswende hin zu einer vorsichtigen Kritik an Israels Kriegsführung ab Mai 2025 kam viel zu spät und war darüber hinaus von keiner wissenschaftlichen Haltung getragen. Sie ist eher eine Antwort auf das nicht mehr zu leugnende palästinensische Leid, auf internationalen Aktivismus und Humanitarismus.

Mit dieser Tagung wollen wir den dominanten Fehldeutungen des Nahostkonflikts und des Gazakriegs kritisch und konstruktiv begegnen. Wir hoffen, durch eine gemeinsame Erörterung der Gründe und ein Zusammentragen unserer gemeinsamen Expertise eine Grundlage dafür zu schaffen, dass wissenschaftliche Erkenntnis und universitäre Wissensproduktion zur internationalen Politik und zum Nahostkonflikt anerkannt und in Zukunft nicht mehr verdrängt werden.

15.10.2025: Workshop - International Law between Empire and Resistance

Dieser eintägige Workshop vereinte zwei explorative Sitzungen, die darauf abzielen, das Völkerrecht an der Schnittstelle von postkolonialer Kritik, Ästhetik und Praktiken des Widerstands neu zu denken. Das Projekt der Moderne hat das Völkerrecht lange Zeit als ein universelles, unparteiisches und emanzipatorisches Unterfangen dargestellt. Doch die postkoloniale Forschung sowohl im Völkerrecht als auch in den Internationalen Beziehungen hat aufgezeigt, wie tief die internationale (Rechts-) Ordnung mit kolonialen Geschichten der Gewalt und fortbestehenden Hierarchien von Rasse, Wissen und Macht verflochten ist. 

Dieser Workshop bot eine Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftler*innen und Praktiker*innen bieten, die sich auf postkoloniale Sensibilitäten stützen und kreative Strategien nutzen, um das koloniale Internationale zu theoretisieren oder ihm Widerstand zu leisten. Ziel war es, ein tieferes Verständnis der post(kolonialen)
Dimension der Politik des Völkerrechts zu entwickeln und eine Wertschätzung für die Menschen, Ansätze und Bottom-up-Initiativen fördern, die das Völkerrecht anders praktizieren und sich anders vorstellen wollen.

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