| Willy Brandt School of Public Policy, Entrepreneurship and Public Policy

Brandt School Social Innovation Lab 2026: Ein Katalysator für soziale Wirkung

Am 29. Januar 2026 präsentierten Studierende des Kurses „Social Entrepreneurship“ an der Brandt School ihre Social-Business-Ideen beim jährlichen Social Innovation Lab, das bei Weltbeziehungen an der Universität Erfurt stattfand. Die Veranstaltung markierte den Höhepunkt eines semesterlangen Lernprozesses, der Theorie, Praxis und die Lösung realer Probleme miteinander verband.

Das Social Innovation Lab ist ein integraler Bestandteil des Kurses „Social Entrepreneurship“, der von Professorin Dr. Heike Grimm, Aletta Haniel Professorin für Public Policy und Entrepreneurship, gelehrt wird. Im Laufe des Semesters entwickeln die Studierenden eigene Social-Venture-Konzepte und wenden Instrumente wie das Social Business Model Canvas an. Zudem reflektieren sie kritisch die Wirkung, Nachhaltigkeit und Umsetzbarkeit ihrer Konzepte. Die abschließende Pitch-Veranstaltung dient sowohl als akademische Prüfungsleistung als auch als professionelle Lernerfahrung.

Plattform für wirkungsorientierte Innovation

Die Ausgabe 2026 zeigte erneut, wie studentisch geleitete Initiativen drängende soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen adressieren können. Anstelle eines konventionellen Präsentationsformats bot das Social Innovation Lab eine praxisnahe Plattform, auf der Studierende ihre Ideen vor Praktiker:innen und Expert:innen testen konnten. Jede Präsentation bestand aus einem kurzen Pitch, gefolgt von konstruktivem Feedback einer Jury mit Erfahrung in Social Entrepreneurship, Innovationspolitik und wirkungsorientierten Organisationen.

Die Jury setzte sich in diesem Jahr zusammen aus:

  • Markus Pins, Engagement Preis Foundation
  • Professor Dr. Nikolaus Seitz, Bauhaus-Universität Weimar
  • Cristina Bendiek Laranjo, Program Manager, Kinnings Foundation

Studierendenprojekte im Überblick

Der diesjährige Jahrgang präsentierte eine breite Palette an Initiativen, die soziale, wirtschaftliche und ökologische Herausforderungen in verschiedenen Regionen adressieren:

JustRight Community Farm von Taylor Major-Dame: Zur Reduzierung von Ernährungsunsicherheit, zur Förderung wirtschaftlicher Mobilität und zur Revitalisierung ländlicher Gemeinschaften durch ein gemeinschaftsbasiertes Farm-Social-Enterprise.
Skill Training & Empowerment Program (STEP) von Rufus Chea: Zur Stärkung liberianischer Frauen durch Kompetenztraining und finanzielle Bildung.
KELP Forward von Bea Pielago: Zur Erhöhung der Einkommensstabilität durch die Skalierung nachhaltiger Seegras- (Seetang-) Lebensgrundlagen in Tawi-Tawi, Philippinen.
Agile Facilitation for Public Policy & Social Impact von Rebeca Olascoaga: Zur Unterstützung von Institutionen und Organisationen bei der Gestaltung, Erprobung, Anpassung und Skalierung von policy oder sozialen Interventionen mithilfe agiler und menschenzentrierter Methoden.
Clean Cook Stove for Enhanced Wellbeing von Nnenna Ebem & Bernard Osei-Frimpong: Dieses Social Business verbreitet saubere Kochöfen in ländlichen Gemeinden im Osten Nigerias, um Gesundheitsrisiken für Frauen zu reduzieren, Entwaldung einzudämmen und ein nachhaltiges lokales Energie-Ökosystem aufzubauen.
Kijiji Yeetu Solar Empowerment Project (KYSEP) von Michelle Valentine Aluoch: Versorgung ländlicher Unternehmen mit sauberer, erschwinglicher Solarenergie.
BridgeEd Vietnam von Thi Ha Nguyen: Gemeinschaftliche Bildungszentren für Englisch und Future Skills, die benachteiligte Schüler:innen vor allem aus suburbanen und ländlichen Gebieten Vietnams mit praxisnahen Englisch- und Zukunftskompetenzen ausstatten und sie auf berufliche Entwicklung vorbereiten.
Urne Plus von Max Spannaus: Ein designorientiertes Familienunternehmen, das hochwertige handgefertigte Holzurnen mit Fokus auf Ästhetik, Handwerkskunst und Individualisierung produziert.

Die Vielfalt der Projekte spiegelte den interdisziplinären Charakter des Kurses sowie die enge Verbindung zwischen Social Entrepreneurship und den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) wider.

Brücke zwischen Theorie und Praxis

Das Social Innovation Lab stellt den letzten Schritt eines strukturierten Lernprozesses dar, der sich über das gesamte Semester erstreckt – vom Verständnis von Social-Entrepreneurship-Konzepten und Geschäftsmodellen bis hin zu Pitching und Wirkungsbewertung. Es spiegelt zudem reale Bedingungen wider, indem Studierende ihre Ideen klar kommunizieren, auf kritische Fragen reagieren und ihre Konzepte auf Grundlage von Expert:innenfeedback weiterentwickeln müssen.

In ihren abschließenden Worten betonte Prof. Dr. Heike Grimm die Bedeutung von Experimentieren, Zusammenarbeit und langfristigem Denken im Social Entrepreneurship und ermutigte die Studierenden, ihre Projekte über den Unterricht hinaus weiterzuentwickeln.

Ausblick

Die Ausgabe 2026 des Social Innovation Lab unterstrich erneut das Engagement der Brandt School für praxisorientierte Lehre und sozial verantwortungsvolle Führung. Durch die Verknüpfung akademischen Lernens mit realen Herausforderungen vermittelt der Kurs „Social Entrepreneurship“ Studierenden die Fähigkeiten und die Denkweise, um in verschiedenen Sektoren und Regionen nachhaltige Veränderungen voranzutreiben.

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