| Willy Brandt School of Public Policy, Promotionskolleg "De-Globalisierung und Globale Entkopplung (DeGlobE)"

Neue Studie in Nature Reviews Clean Technology beleuchtet geopolitische Szenarien für wasserstoffbasierte Industrieproduktion

Das Forscherteam um Dr. Laima Eicke (Helmholtz Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit) und Prof. Dr. Andreas Goldthau (Brandt School) analysiert drei mögliche Entwicklungspfade für die Integration von grünem Wasserstoff in energieintensive Wertschöpfungsketten, und deren geoökonomische, ökologische und soziale Auswirkungen.

Die Nutzung von erneuerbarem Wasserstoff zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien könnte die globalen Produktionsstandorte und Handelsströme grundlegend verändern. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die im Fachjournal Nature Reviews Clean Technology veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler identifizieren eine räumliche Diskrepanz als Kernherausforderung: Industrielle Cluster befinden sich häufig in anderen Regionen als die Standorte mit dem größten Potenzial für die Produktion von grünem Wasserstoff. Diese Ungleichverteilung könnte weitreichende Konsequenzen für bestehende Wertschöpfungsketten haben.

Die Studie skizziert drei mögliche Entwicklungspfade: ein Fuel Switch-Szenario, in dem Wasserstoff fossile Brennstoffe ersetzt, ohne die industriellen Wertschöpfungsketten grundlegend zu verändern; ein Szenario der Industrieverlagerung, in dem energieintensive Industrien in Regionen mit hohem Wasserstoff-Produktionspotenzial abwandern; und ein Hybrid-Szenario, in dem die Herstellung von Zwischenprodukten am Ort der Wasserstoffproduktion stattfindet, während die Endproduktion in bestehenden Industriezentren verbleibt.

Die Forscher betonen, dass jedes Szenario unterschiedliche geopolitische, ökologische und soziale Auswirkungen hat. Wasserstoffstrategien müssen daher mit Industrie-, Handels- und Sozialpolitik abgestimmt werden müssen, um Verlagerungen zu steuern, Beschäftigte und Regionen zu unterstützen und resilientere grüne Wertschöpfungsketten zu fördern.

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