Ausgabe 8 - April 2019 | RUNDBLICKE QUALITEACH

Mit diesem Newsletter laden wir Sie ein, die Arbeit und das Wirken des Projekts QUALITEACH kennenzulernen. Das Vorhaben wird im Rahmen der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert. Unter den Leitbegriffen Identität. Immersion. Inklusion. bearbeiten fünf Teilprojekte Entwicklungsfelder zur Verbesserung der Lehrerbildung an der Universität Erfurt. Mit diesem Newsletter wollen wir Ihren Blick auf aktuelle Entwicklungen, Erfolge und Angebote lenken.

AUSBLICKE - auf Entwicklungen und Veranstaltungen

Fachtagung „Perspektive Lehrkraft – Neue Wege im Lehramtsstudium“ am 23. Mai 2019 von 12:30 Uhr bis 18:00 Uhr im Kultur: Haus Dacheröden Erfurt

Flyer Abschlusstagung

Seit 2016 wird das Vorhaben „Identität, Immersion, Inklusion – Eine integrierte Initiative zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung der Erfurter Lehrerbildung (QUALITEACH)“ im Rahmen der gemeinsamen „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

Auf der Fachtagung ziehen wir Bilanz, welche Veränderungen durch QUALITEACH für die Erfurter Lehrerbildung entwickelt, erprobt, evaluiert worden sind, wie diese in der zweiten Förderphase bis 2023 ausgebaut und in die Lehramtsstudiengänge implementiert werden sollen.

Workshops on demand – neue flexible Workshop-Termine orientieren sich stärker an den Bedürfnissen von Studierenden

Das Verfassen von Masterarbeiten hält für Studierende auf vielen Ebenen anspruchsvolle Aufgaben bereit. Die Arbeit soll theoretisch fundiert sein, einem roten Faden folgen, Relevanz für die zukünftige Unterrichts- und Schulpraxis haben und auch wissenschaftlichen Gütekriterien gerecht werden. Das „Forschungslabor MasterMind“ unterstützt die Studierenden dabei durch individuelle Beratungsmöglichkeiten in der Forschungswerkstatt und bot bislang wöchentliche Workshops zu verschiedenen Themen zum wissenschaftlichen Arbeiten an. Letztere orientierten sich bisher an Zeiträumen, in denen die verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses im Masterarbeitssemester im Optimalfall hätten durchlaufen werden können und wurden somit zu festen Zeiten angeboten. Die studentischen Forschungsarbeiten laufen jedoch nicht immer prototypisch ab (z.B. bei Datenerhebungen an Schulen) und somit waren Workshops, die beispielweise die Datenerhebung mit Kindern durch leitfadengestützte Interviews thematisieren, für einige Studierenden zu spät, für andere zu früh. 

Mit dem Ende der letzten Workshop-Reihe im Wintersemester 2018/2019 wurde ein neues System eingeführt, das es Studierenden ermöglicht jederzeit den passenden Workshop zu erhalten. Eine Wiederholung von Inhalten ist dadurch ebenso möglich wie eine Kombinationen von Themen. 

Die Anmeldung eines Workshops ist einfach durch eine Mail an erzfak.mastermind@uni-erfurt.de umzusetzen. Dazu benötigt es lediglich die Nennung des Themenschwerpunkts (beispielsweise einer Datenerhebungsmethode) sowie eine Gruppe von mindestens 5 Studierenden. Zur Unterstützung der Kommunikation und Koordination unter den Studierenden wurde ein Forum im Moodle-Raum MaThiLDa eingerichtet, das von den Studierenden dafür genutzt werden kann. Angemeldete Workshops werden zeitnah angeboten und können zielgerichtet auf die Bedürfnisse der Studierenden angepasst werden. Ein erster Workshop kam bereits im Februar zu Stande, in dem es um forschungsparadigmatische Grundlagen und konkrete Formen der Datenerhebung ging.

28. Jahrestagung der DGfE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe

Die 28. Jahrestagung der DGfE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe findet vom 25. bis zum 27. September 2019 an der Universität Erfurt statt. Die Tagung steht unter dem Thema: "Eine Schule für alle – 100 Jahre Grundschule – Mythen, Widersprüche, Gewissheiten".

Das Programm wird Anfang Juni veröffentlicht. Anmeldungen sind bereits jetzt möglich unter www.uni-erfurt.de/ese/grundschulforschungstagung-2019/.

Die Nachwuchsforschungstagung zur 28. Jahrestagung der DGfE-Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe findet vom 24. bis zum 25. September 2019 ebenfalls an der Universität Erfurt statt. Anmeldungen unter https://www.uni-erfurt.de/ese/grundschulforschungstagung-2019/nachwuchstagung/#c289499.

Ausgewählte Veranstaltungen aus dem Programm der Lernwerkstatt im Sommersemester 2019

An den Vormittagen haben sich reguläre Werkstattseminare aus verschiedenen Fachbereichen (z.B. Grundlegung Deutsch, Sachunterricht, Mathematikdidaktik, Medienpädagogik) etabliert. Am Montagnachmittag sowie am Mittwochabend lädt die Lernwerkstatt auch im Sommersemester 2019 zu einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm ein. 

Aktueller Flyer

Zwei Angebote stehen dabei unter der Überschrift „Jetzt geht’s um DICH!“. Dazu gehört zum einen der Informations- und Diskussionsabend „Achtsamkeit: Placebo, Lifestyle oder seriöse Stressbewältigung?“ (08.05.), der per Film und Kurzvortrag über Ansatz, Methode und Wirkung des Achtsamkeitskonzeptes informiert. Zum anderen zählt dazu die „Systemische Entdeckungsreise“ (05.06.), die es Lehramtsstudierenden ermöglicht, Grundzüge systemischer Beratung bzw. Reflexion kennenzulernen und praktisch umzusetzen. Zwei weitere Veranstaltungen laden dazu ein, über Literatur und Kunst für Kinder ins Gespräch zu kommen. Am 03.06. werden klassische Dichtungen im Bilderbuch am Beispiel von „Faust“, dem „Schimmelreiter“ und dem „Zerbrochenen Krug“ vorgestellt und am 26.06. steht das im März 2019 erschienene Jugendbuch „Dunkles Gold“ der erst kürzlich verstorbenen Kinder- und Jugendbuchautorin Mirjam Pressler im Mittelpunkt.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Angebote von Studierenden für Studierende wie beispielsweise das offene Angebot „Upcycling“ (15.04.), bei dem sich Interessierte am Montag vor Ostern beim Upcyclen mit den Themen Müllervermeidung und Nachhaltigkeit auseinandersetzen können oder der Workshop „Tierschutz im Einkaufskorb“ (13.05.), der sich an alle richtet, die bewusst und tierfreundlich einkaufen und genießen möchten. Ein philosophisches Gespräch (15.05.) unter der Leitung von Dr. Nora Held lädt dazu ein, über die Frage nachzudenken, ob man Glück haben muss, um glücklich zu sein oder ob auch der glücklich ist, der auch mit dem Unglück umzugehen weiß. Wie bereits in den vergangenen zwei Semestern können sich interessierte Studierende und Lehrende beim offenen Mittagsangebot „Bibliolog“ (16.05. und 06.06.) aus der Perspektive biblischer Gestalten heraus äußern und auf diese Weise – ganz ohne Vorkenntnisse – die Bibel entdecken und kennenlernen.

Am 03.07. wird Sybille Schnehage, Gründerin des Katachel e.V., am Beispiel Afghanistans die Schwierigkeiten von Schulen in Krisenstaaten aufzeigen sowie Unterschiede im Vergleich zu Deutschland erläutern. Einen weiteren Höhepunkt bildet die 4. Arbeitstagung der AG „Grammatikdidaktik und Sprachbetrachtung“ des Symposiums Deutschdidaktik, die am 05. und 06.07. u.a. in der Lernwerkstatt stattfindet.

Den Semesterabschluss bildet der in Kooperation mit dem Forschungslabor MasterMind sowie der Universitätsbibliothek organisierte Hausarbeitenmarathon „Gemeinsam gegen Aufschieberitis“ (24./25.07.), der sich anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Universität Erfurt über 25 Stunden erstreckt.

Alle Interessierten sind herzlich willkommen, an den offenen Veranstaltungen in der Lernwerkstatt teilzunehmen sowie Ideen für eigene Angebote einzubringen!

EINBLICKE - Erfurter Lehrerbildung im Blickpunkt

Teaching Talent Center - Erste Pilotstudie im Handlungsfeld „Männer in die Grundschule“

Im Januar 2019 wurde im Rahmen des Handlungsfeldes „Männer in die Grundschule“ eine erste Pilotstudie zur Bedeutung des Geschlechts für den (Grundschul-)Lehrberuf durchgeführt. Dabei interessierten insbesondere die Fragen, ob das Geschlecht einen Einfluss auf Berufswahlmotive hat und inwiefern das Verhalten von Lehrkräften in fiktiven Schulalltagssituationen in Abhängigkeit von deren Geschlecht unterschiedlich beurteilt wird. An der Studie nahmen 41 Masterlehramtsstudierende (davon 68% weiblich) der Universität Erfurt teil. Zum großen Teil zeigten sich die erwarteten Effekte. So wurde deutlich, dass Lehramtsstudierende unabhängig von ihrem Geschlecht dieselben Motive zur Wahl ihres Studiums nennen. Es kann folglich nicht angenommen werden, dass Männer aufgrund ihres Geschlechts andere Motive für die Wahl des Lehramtsberufs haben als Frauen, welche sie dennoch in den Beruf einbringen möchten. Dieser Befund ist wichtig für Aktionen, die den Zweck haben, Männer für den Grundschullehrberuf aufzuschließen. Auf der anderen Seite zeigen die Studienergebnisse deutliche Unterschiede in der Beurteilung der Angemessenheit des Verhaltens von männlichen und weiblichen Lehrpersonen. So wird es als angemessen beurteilt, wenn eine Lehrerin eine Schülerin zum Trostspenden in den Arm nimmt. Bei einem Lehrer wird dieselbe Reaktion als wesentlich weniger angemessen beurteilt. Dies bestätigt die Annahme, dass männliche Lehrpersonen im Grundschullehrberuf mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sind. Um die Ergebnisse an einer größeren Stichprobe zu prüfen, planen Sandra Klaubert und Juliane Knüpfer für April 2019 eine weitere Erhebung.

Auch die zweite Erhebung des Teaching Talent Centers zur Entwicklung der Multiplen Mini-Interviews (MMIs) konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Mit diesem Verfahren werden Verhaltensproben in für das Lehramt relevanten Fertigkeiten erhoben. Durch die Anwendung eines Rotationsverfahren, in welchem sechs Kandidat*innen parallel sechs MMIs bearbeiten, und zeitlich geschickter Organisation durch Katinka Clasen konnten mehr als 100 Lehramtsstudierende in nur zwei Wochen getestet werden. Im Rahmen einer Masterarbeit und mehreren Projektarbeiten im Masterstudiengang Psychologie wurden zur Auswertung der Verhaltensleistungen unterschiedliche Beurteilungssysteme eingesetzt. Die sechs Aufgaben ließen sich letztendlich mit dem Einsatz von jeweils nur zwei Beurteiler*innen auswerten. Die Auswertungen sollen vor allem Erkenntnisse über die Genauigkeit und Objektivität der Beurteilungen liefern, eine individuelle Profilerstellung ist noch nicht vorgesehen. Durch die gewonnene Erfahrung des vorangegangenen MMI-Durchlaufs und einem aufwändigen Kalibrierungsprozess der Beurteilungssysteme konnte die Beurteilungsgenauigkeit bereits wesentlich verbessert werden. Detaillierte Ergebnisse zur Reliabilität und Validität des Verfahrens werden bis Anfang April 2019 erwartet.

Teaching Talent Center - Weitere Schritte zur Qualifizierung praktikumsbetreuender Lehrkräfte

Anfang des Jahres 2019 erfolgten weitere Schritte für ein Qualifizierungsangebot für praktikumsbegleitende Lehrkräfte. Mitte Februar wurden die Videoaufnahmen von Studierenden zu ihren Erfahrungen und Erlebnissen im Komplexen Schulpraktikum (KSP) erfolgreich abgeschlossen. Ergänzend zu den bereits festgehaltenen Themen (Erwartungen an das KSP und Wünsche zur Betreuung und Zusammenarbeit mit dem schulischen Mentor) konnten Aussagen von Studierenden zur tatsächlich erlebten Begleitung aufgenommen werden. Ein hohes Potenzial für die geplanten Tutorials innerhalb der Qualifizierung liefern die Einschätzungen und Bewertungen der Studierenden zur persönlichen Bedeutung des Praktikums und der Begleitung durch eine oder mehrere Lehrkräfte. Darüber hinaus konnten, unter anderem auch durch den Alumnitag am 01. März, weitere Lehrkräfte dafür geworben werden, an der Gestaltung des Qualifizierungsangebots mitzuwirken. Geplant ist, mit allen Beteiligten, besonders mit den Praktikumsverantwortlichen in der Erfurt School of Education, einen Konsens über die Anforderungen an die betreuenden Lehrkräfte im KSP herzustellen und in den Leitfaden für die Schulen aufzunehmen. Parallel wird aktuell an einem Zielpapier für das Qualifizierungsangebot gearbeitet, auf dessen Grundlage das Projekt über die erste Förderphase hinaus weitergeführt werden kann. Mittels der genannten Teilschritte beabsichtigt das Teaching Talent Center Lehrkräfte für ihre Betreuungsaufgabe im Praktikum nachhaltig zu unterstützen und somit weiterhin zu einer hohen Qualität praktischer Ausbildungsphasen im Lehramtsstudium beizutragen.

Hochschullernwerkstatt - Kooperation der Uni Erfurt und der FSU Jena auf Grundlage eines hochschuldidaktischen Modells aus der Erfurter Lernwerkstatt

Im April 2019 startet im Rahmen des Programms „Curricula der Zukunft“ eine gemeinsame Seminarveranstaltung zwischen der Universität Erfurt und der Friedrich-Schiller-Universität Jena, die hochschuldidaktisch durch Marcus Berger vom Team der Hochschullernwerkstatt (Projekt QUALITEACH) begleitet wird. Ziel des Kooperationsseminars ist ein interdisziplinärer und kollaborativer Austausch von Studierenden beider Standorte in gemeinsamen Projektteams sowie eine praxisnahe Auseinandersetzung mit realen Entwicklungsfeldern und Problemstellungen der Erfurter Otto-Liliental-Schule, die als weiterer Kooperationspartner zur Verfügung steht. Der inhaltliche Fokus richtet sich dabei insbesondere auf den Erwerb von Lesekompetenz beim Übergang von der Grund- zur Regelschule im Kontext von Inklusion und Digitalisierung. Als hochschuldidaktische Grundlage dient das mittlerweile etablierte Konzept der Erfurter Lernwerkstatt mit der Hochschullernwerkstatt der Uni Siegen. „Die hier gesammelten Erfahrungen mit kollaborativen-problembasierten Lernprozessen verdeutlichen das Potential standortübergreifender Zusammenarbeit für eine moderne Hochschullehre“, so Marcus Berger vom Team der Hochschullernwerkstatt der Universität Erfurt.

Forschungslabor MasterMind - Prämierung ausgezeichneter Masterarbeiten

Im Jahr 2018 zeichnete die Erfurt School of Education und das Teilprojekt Forschungslabor „MasterMind“ bereits zum dritten Mal besonders gut gelungene Masterarbeiten der lehramtsbezogenen Studiengänge aus. Einen Überblick über alle ausgezeichneten Arbeiten und deren Themeninhalte verschafft die vor kurzem veröffentlichte Broschüre, welche Kurzzusammenfassungen und kritische Würdigungen beinhaltet.

 Zur Broschüre

Sie liegt zum Mitnehmen im Forschungslabor „MasterMind“ (LG 2 Raum 304) bereit. Außerdem ist es dort möglich die vollständigen Masterarbeiten zu einzusehen und zu lesen. Diese können für Studierende als Inspiration und Motivation für künftige spannende und methodisch anspruchsvolle Masterarbeitsprojekte dienen und ermöglichen es, praxisorientierte Wissenschaft unmittelbar zu erfahren.

Alle prämierten Masterarbeiten des Wintersemesters 2017/2018 und des Sommersemesters 2018 wurden mit der Note „sehr gut“ bewertet und überzeugten die Jury. Diese bestand aus Katja Bieritz, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Sonder- und Sozialpädagogik, Prof.‘in Dr. Kathrin Dedering, Studiendirektorin der Erfurt School of Education, Jun.-Prof.‘in Dr. Bernadette Gold, Leiterin des Forschungslabors „MasterMind“, sowie Dr. Madlen Protzel, Praktikumsreferentin der Erfurt School of Education. In der Auswahl wurde ein besonderes Augenmerk auf die schulpraktische Relevanz, die gesellschaftliche Aktualität, die Originalität und die wissenschaftliche Qualität der Arbeiten gelegt. Die Prämierung fand im Rahmen der Gradierungsfeier im Oktober 2018 statt und ehrte die Verfasserinnen und Verfasser der herausragenden Masterarbeiten. Insgesamt konnten sich dreizehn Absolventinnen und Absolventen über eine Urkunde als Zeichen der Würdigung ihrer fachlichen Kompetenz, ihres Engagements und ihrer wissenschaftlichen Leistung sowie über einen Büchergutschein freuen.

Die prämierten Abschlussarbeiten sind thematisch breit gefächert und überzeugen alle sowohl durch ihre wissenschaftliche Güte als auch durch einen hohen Praxisbezug. Unter anderem befassen sich die Arbeiten mit sensiblen und aktuellen gesellschaftlichen Themen wie beispielsweise der Einstellung zum Sexualkundeunterricht an Grundschulen, wobei sich die Verfasserin Laura Becker mit der Einstellung von Erziehungsberechtigten zum Sexualkundeunterricht sowie dessen Inhalt beschäftigte. Oder dem Übergang von der Förderschule in die Regelschule, mit welchen sich Leona Hölscher befasste. Aber auch die Digitalisierung im Unterricht und wie diese in den Schulalltag integriert werden könnte wird thematisch behandelt. So analysierte beispielsweise Steven Beyer Virtual-Reality als zukünftiges Lern- und Handlungsfeld im Französischunterricht. Anna Liesegang untersuchte den Effekt des Einsatzes von Tablets bzw. einer App bei der Bearbeitung von Raumvorstellungsaufgaben im Mathematikunterricht und zog ein gewinnbringendes Fazit für den Grundschulunterricht.

RÜCKBLICKE - Neues aus den Teilprojekten und der Erfurter Lehrerbildung

Weltweit im Komplexen Schulpraktikum

KSP Bild
Theresa Piss illustriert mittels einer Fahrradtour ihre Kompetenzentwicklung im Komplexen Schulpraktikum; Quelle: Heinecke

Theresa Piss, Studierende im 4. Semester des Master of Education Grundschule, nahm die Lehramtsstudierenden, Praktikumsmentorinnen, Lehrerbildner*innen und Gäste mit auf eine Fahrradtour durch ihr Komplexes Schulpraktikum an der Deutschen Internationalen Schule in Den Haag. Drei Studierende präsentierten an diesem Nachmittag, wie sie ihre Lernaufgabe im Auslandspraktikum in den Niederlanden, auf Teneriffa und auf den Philippinen bewältigt haben. Diese Präsentation bildete den Auftakt für die anschließende Verleihung des ersten Internationalisierungspreises der Universität Erfurt durch ihren Präsidenten, Prof. Dr. Walter Bauer-Wabnegg.

Dieser Preis wurde erstmals 2018 ausgeschrieben und soll internationales Engagement würdigen. Neun Projekte hatten sich um den Preis beworben. 

Kriterien bei der Vergabe waren nicht nur die Anzahl der Personen, die Auslandsaufenthalte während des Studiums absolvieren, sondern auch der innovative Charakter und die mögliche Verstetigung des Projekts für die nachhaltige Internationalisierung. Ebenso wurden die Ergebnisse wie Publikationen und die öffentliche Resonanz berücksichtigt.

Mit dem ersten Preis für Internationalisierung wurde die Erfurt School of Education für die Etablierung des Komplexen Schulpraktikums (KSP) im Ausland ausgezeichnet. 

Damit das im 3. oder 4. Semester zu absolvierende Schulpraktikum auch an einer Schule im Ausland durchgeführt werden kann, hatte die ESE zunächst die Studienordnung geändert. Damit wurde ein Mobilitätsfenster für das Praktikum ermöglicht.

Anschließend baute das Team Kontakte zu Schulen im Ausland auf. Seit dem Studienjahr 2014/15 können nun Studierende im Master of Education ihr Komplexes Schulpraktikum an einer Schule im Ausland absolvieren, die Nachfrage steigt dabei ständig. 

Die Praktikanten vertreten damit die Universität Erfurt in Österreich, Australien, Ecuador oder Großbritannien, in die USA, die Niederlande und viele weitere Länder. Als künftige Lehrerinnen und Lehrer sammeln sie Erfahrungen im interkulturellen Kontext, die sie in besonderer Weise für den Umgang mit einer zunehmend heterogenen Schülerschaft befähigen – ein ausdrücklich formuliertes Anliegen von angehenden Lehrkräften. Damit werde der Internationalisierung der Lehramtsausbildung an der Uni Erfurt in hervorragender und nachhaltiger Weise Rechnung getragen. 

Frau Gabriele Wurm-Bussemer, die Grundschulleiterin der Deutschen Internationalen Schule in Den Haag, bedankte sich bei Frau Piss für ihre kompetente pädagogische Arbeit und bei den Mitarbeiter*innen der ESE für das verlässliche Engagement.

Weltweit im Einsatz
Weltweit im Einsatz. Gäste der Verleihung verfolgen die Präsentation des Preisträgers des 1. Internationalisierungspreises der Universität Erfurt; Quelle: Hochschulkommunikation der Uni Erfurt Quelle: Hochschulkommunikation der Uni Erfurt
Frau Wurm-Bussemer, Grundschulleiterin der Deutschen Internationalen Schule in Den Haag, die Praktikumsmentorinnen Evelyn Stapf und Ines Stuckatz und die Mitarbeiterinnen im Praktikumsreferat der ESE Dr. Regina Pannke und Dr. Madlen Protzel Quelle: Hochschulkommunikation der Uni Erfurt
Frau Wurm-Bussemer, Grundschulleiterin der Deutschen Internationalen Schule in Den Haag, die Praktikumsmentorinnen Evelyn Stapf und Ines Stuckatz und die Mitarbeiterinnen im Praktikumsreferat der ESE Dr. Regina Pannke und Dr. Madlen Protzel Quelle: Hochschulkommunikation der Uni Erfurt

Boys‘ Day 2019 zum Lehrerberuf an der Universität Erfurt

In Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt wurden auch in diesem Jahr viele Schülerinnen und Schüler für das Girls‘ Day-Angebot an der Fachhochschule und das Boys‘ Day-Angebot an der Universität Erfurt gewonnen. So nahmen fast zwei Dutzend Schüler der Klassenstufen 8 und 9 am diesjährigen Boys‘ Day und dem vom Teaching Talent Center organisierten Angebot unter dem Titel „Der Weg zum Grundschullehrer – Ein Tag an der Universität Erfurt“ teil. 

Zu Beginn vermittelte der Begrüßungsvortrag des Geschäftsführers der Erfurt School of Education, Dr. Benjamin Dreer, den Schülern einen ersten Eindruck von den Anforderungen und den Besonderheiten sowohl des Grundschullehrberufs als auch des Grundschullehramtsstudiums an der Universität. In den anschließend stattfindenden Workshops – Schreibwerkstatt, Mathematik-, Französisch-, Musik- und Sportworkshop, Kompetenztestung – und der Gesprächsrunde mit zwei Grundschullehrern und drei Grundschullehramtsstudenten der Universität wurden die Einblicke sowohl in das Studium als auch in den Beruf des Grundschullehrers vertieft. Die ganztägige Begleitung und Betreuung durch drei studentische Tutor*innen gewährleistete darüber hinaus, dass individuelle Fragen der Jungen zum Beruf und Studium in einem persönlichen Austausch besprochen werden konnten.

Die Evaluationsergebnisse des 2019 erneut von Sandra Klaubert organisierten Boys‘ Days zeigen wie schon im letzten Jahr, dass insbesondere die Begleitung und Betreuung durch die Tutoren von den Schülern sehr positiv aufgenommen wurde. Zugleich wurde das abwechslungsreiche und informative Programm der Workshops sehr positiv bewertet. Hier wurden die Schüler sehr aktiv in die Gestaltung der Workshops einbezogen. Ziel des Boys‘ Days war auch in diesem Jahr, junge Männer für den Beruf des Grundschullehrers zu interessieren und die Vielfalt des Berufsfelds aufzuzeigen. Dank des großen Engagements mehrerer Fachbereiche gelang eine sehr ansprechende Veranstaltung.

Leipziger Tagung am 09.03.2019 unter dem Leitgedanken „Kommunikation im Lehramt“ – Ein inspirierender Workshop in kleiner Runde

Am 09.03.2019 lud das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung der Universität Leipzig zur Tagung „Kommunikation im Lehramt“ ein.

Unter dem Titel Kommunikative Strategien zur Erreichung anspruchsvoller Lernziele stellten Prof. Gerd Mannhaupt und Josefin Kaufhold nicht nur theoretisches Grundlagenwissen und Schwerpunkte des Trainingsprogramms für die Kommunikationsmethode der indirekten Instruktion vor.

Im Zentrum des Workshops stand die praktische Durchführung eines sogenannten verlangsamten Rollenspiels mit den insgesamt fünf Teilnehmer*innen. Im gemeinsamen Austausch konnte folgender Gesprächsverlauf zum Thema „Einordnung von Hörbeispielen in Musikgenre“ entwickelt werden:

Verlangsamtes Rollenspiel mit den Teilnehmer*innen des Workshops zum Begriffslernen mit indirekter Instruktion
In welches Musikgenre würden Sie das Arrangement „Smells Like Teen Spirit“ von David Garrett einordnen?         Offener Startauslöser
T 5: Das ist Rock. T 4: ich könnt mich da nicht so festlegen T3: Ich tippe mal auf Crossover. T 2: Ich würde auch Rock sagen. T 1: Ich würde auch Crossover sagen. Sammeln
2 Stimmen für Crossover, 2 Stimmen für Rock, 1 Stimme unsicher à für die Aussagen Gründe erfahren         Metakommunikation
Ja, wir haben jetzt 2 Stimmen für Rock gehört und 2 Stimmen für Crossover, also 4 eindeutige Zuordnungen. Eine Stimme ist sich unsicher in der Einordnung.         Moderieren
  T 4: Es hängt davon ab, wer es hört. Ein Rockhörer hört es eher klassisch. Ein Hörer von klassischer Musik hört es eher rockiger.        
Entweder die Position in die Runde zur Stellungnahme geben. Oder doch auf die anderen Positionen eingehen. Vertiefen zu den Gründen der Einordnung. Was wäre denn jetzt das, was ihr jeweils heraushört? Die drei Gruppen setzen sich zusammen, und schärfen Ihre Argumente für ihre Standpunkte für das nächste Plenumsgespräch.         Metakommunikation

Neben dem bekundeten Interesse zu Regeln der Kommunikation im Sinne der Direkten Instruktion, zeigten die Teilnehmer*innen eine aktive Beteiligung an der Diskussion zu Strategien der indirekten Instruktion. 

Insbesondere in den Phasen der Metakommunikation kam es zu einem interdisziplinären Austausch von Ideen der Teilnehmer*innen aus den Bereichen Mathematiklehramt, Musiklehramt und Lehrer*nnenfortbildung. Es wurde überlegt, wie die Lehrperson (hier: Referentin des Workshops) auf gegebene Schüler*innenantworten (hier: Antworten der Teilnehmer*innen in der Rolle der Schüler*innen) reagieren könnte. Dabei ging es vor allem darum, einen eher fragend-entwickelnden Unterrichtsstil zu vermeiden, und stattdessen Strategien der indirekten Instruktion im Kontext der Unterrichtseinheit zu generieren. Es zeigte sich, dass auch die Gruppendiskurse innerhalb des Workshops in der Phase der Metakommunikation Strategien indirekter Instruktion auf Seiten der „Lehrperson“ erforderlich machten.

Erster Alumni-Tag für Lehramtsabsolvent*innen

Alumnitag

Das Jubiläum zum 25. Jahr der Wiedergründung der ältesten Universitäten auf deutschem Boden und die Herausforderungen an eine unteilbare Lehrerbildung waren Anlass für den Ersten Alumnitag für Absolventinnen und Absolventen der Erfurter Lehrerbildung am 1. März. Wie verändern sich die Lehramtsstudiengänge durch die Aktivitäten im Rahmen der Qualitätsoffensive Lehrerbildung? Wie können Absolvierende die Entwicklung des Lehrernachwuchses unterstützen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt.

„wieder sehen - wieder sprechen - wieder erleben - wieder beleben“ - 

unter diesem Motto trafen sich am 1. März 2019 Absolventinnen und Absolventen von Erfurter Lehramtsstudiengängen mit Lehrenden und Mitarbeitenden der Universität Erfurt zum Ersten Alumnitag der Lehrerbildung. Neben dem Wiedersehen alter Bekannter, dem Entdecken neuer Gebäude und einen Blick in die Geschichte der Integration der Pädagogischen Hochschule in die Universität konnten die Teilnehmenden einen lebendigen Eindruck von vielfältigen Veränderungen in den lehrerbildenden Studiengängen mitnehmen. Als Sprecherin der Arbeitsgruppe QUALITEACH skizzierte Prof. Dr. Sandra Tänzer welche aktuellen Entwicklungen durch die fünf Teilprojektes des Erfurter Vorhabens der Qualitätsoffensive Lehrerbildung angeregt werden. Anschließend hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, die Entwicklungsansätze sehr praxisnah an einzelnen Stationen unter die Lupe zu nehmen.

So unterstützt das Teilprojekt Teaching Talent Center nicht nur Lehramtsstudierende auf ihrem Weg zum Beruf. Für schulische Mentorinnen und Mentoren, die Studierende in den vielfältigen Praktika betreuen, wurden Impulskarten zum Mentorieren erarbeitet, die Anregungen für die Arbeit mit Studierenden im Praktikum bieten und dabei gleichzeitig das Aufgabenspektrum für diese Arbeit vermitteln. Die Karten liefern jeweils eine Erklärung der Aufgabe, einen Impuls zur Umsetzung und eine Anregung zur Selbstreflexion. Zusätzlich sind Literaturhinweise für eine vertiefende Auseinandersetzung beigefügt. Ergänzend entstehen zur Zeit Videosequenzen, in denen Studierende, Verantwortliche des Praktikumsreferates der Erfurt School of Education und abgeordnete Lehrkräfte die Erwartungen, Ziele und Lernaufgaben der Praktika erläutern. Dass die Mentorenfunktion für die schulischen Lehrkräfte eine herausfordernde Aufgabe ist, wurde in der Diskussion an der Station des Teaching Talent Centers ebenso deutlich wie der Wunsch nach systematischer Unterstützung durch die Universität und der Schulverwaltung.

Auch rund um die anderen Teilprojekte gab es interessante Diskussionen und Anregungen.

Zukünftig, so das Fazit dieses Nachmittages, werden wir uns am Freitag im März 2020 wieder sehen, um miteinander zu sprechen, um die Veränderungen an der Uni und bei den Absolventen zu erleben und alte Kontakte für gemeinsame Herausforderungen neu zu beleben.

„Leistung macht Schule“

Unter diesem Namen (https://www.leistung-macht-schule.de/) wird seit kurzem die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern zur Förderung leistungsstarker und potentiell besonders leistungsfähiger Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland durchgeführt. 300 Schulen sind dazu eingeladen, besondere Konzepte für die Schul- und Unterrichtsentwicklung zur Förderung des Leistungspotenzials ihrer Schülerinnen und Schüler zu erstellen und mit Unterstützung der Wissenschaft in die Tat umzusetzen. Das dafür gegründete Forschungskonsortium aus 21 Professorinnen und Professoren sowie 51 wissenschaftlichen Mitarbeitenden traf sich am 28. Februar und am 1. März 2019 in Leipzig zu internen Beratungen. Prof. Dr. Ernst Hany war als externer Experte und Initiator der Forschungsgruppe eingeladen, wichtige Vorträge und Diskussionen zu moderieren und die Vorschläge der Teilprojektgruppen zu den Konzepten Begabung und Leistung zu ordnen und zusammenzufassen. Die Steuergruppe des Forschungskonsortiums vereinbarte mit Professor Hany den Austausch von online verfügbaren Lehrmaterialien zur Begabungsforschung und Begabtenförderung. Da dieses Thema in der Projektfortsetzung QUALITEACH II eine Rolle spielen wird, ist so für Erfurt der Zugang zur aktuellen Forschung und zur konkreten Entwicklungsarbeit an Schulen gesichert.

Persönlichkeitsorientierte Trainings für die Entwicklung eines professionellen Selbst in der Lehrerbildung

Als Vertreter des Teaching Talent Centers nahm Prof. Dr. Ernst Hany am Symposium „Lehrerbildung zwischen Persönlichkeitsentwicklung und Kompetenzerwerb“ auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Empirische Bildungsforschung am 25. 2. 2019 in Köln teil. Er präsentierte dort einen Beitrag mit dem Titel „Persönlichkeitsorientierte Trainings für die Entwicklung eines professionellen Selbst in der Lehrerbildung“. Gegenstand des Vortrags waren Trainingsexperimente, bei denen Lehramtsstudierende an der Universität Erfurt mehrwöchige Trainings bzw. Blockveranstaltungen in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Achtsamkeit, Berufsorientierung oder Erwerb von Schlüsselkompetenzen absolviert hatten und bei denen die Effekte im Kontrollgruppendesign mit Prä- und Posttestmessungen erfasst worden waren. Die bisherigen Erfahrungen machen deutlich, dass die Vermittlung von Kompetenzen deutlich besser gelingt als die Veränderung grundlegender Persönlichkeitsmerkmale.

Spielen – Lernen – Arbeiten: HochschullernWERKstätten zwischen Kooperation und Kollaboration: 12. Internationale Tagung der Hochschullernwerkstätten in Brixen

Unter dem Titel „Spielen – Lernen – Arbeiten: HochschullernWERKstätten zwischen Kooperation und Kollaboration“ fand vom 13. bis 15. Februar 2019 die 12. Internationale Tagung der Hochschullernwerkstätten an der Freien Universität Bozen am Campus Brixen in Südtirol statt. Das Team der Lernwerkstatt der Universität Erfurt war dabei mit drei Beiträgen vertreten.

In ihrem Workshop „Aufgaben versus Problemstellungen und deren Verhältnis zu Reflexionen und Feedback“ im Rahmen des Forums „Lehrer*innenbildung: Professionalisierung in und durch Lernwerkstätten an der Nahtstelle zwischen Wissenschaft und Praxis“ diskutierten Prof. Dr. Sandra Tänzer und Dr. Hendrikje Schulze (Universität Erfurt) zusammen mit den Teilnehmer*innen, was angemessene Problemstellungen in Lernwerkstattseminaren sind. Dabei fokussierten sie insbesondere Problemstellungen, welche die Verknüpfung von wissenschaftlichem Wissen und pädagogischem Handeln fördern und zugleich dem Entwicklungsverlauf der Studierenden im Student-Life-Circle gerecht werden. Außerdem stellten sie am Beispiel des Lernwerkstattseminars „Wirtschaftliches Lernen im Sachunterricht der Grundschule“ (Wintersemester 2018/2019 an der Universität Erfurt) vor, wie durch den Einsatz vielfältiger Reflexions- und Feedbackmethoden der Umgang mit komplexen Problemstellungen in einem kollaborativen Lernsetting gefördert werden kann. Das Forum wurde in Kooperation mit Vertreter*innen der Pädagogischen Hochschule FH Nordwestschweiz, der Universität Kassel und der Universität Eichstätt durchgeführt.

In ihrem Vortrag „Wie wirkt sich das Lernen in einer Hochschullernwerkstatt auf Professionalisierungsprozesse von Lehramtsstudierenden aus?“ stellten Marcus Berger und Dr. Mei-Ling Liu (Universität Erfurt) erste Ergebnisse aus der evaluativen Begleitforschung vor. Dazu wurden Ergebnisse aus Interviewstudien mit Daten aus begleitenden Testverfahren zu Lehr- und Lerneinstellungen zusammengeführt. Darüber hinaus berichteten Marcus Berger (Universität Erfurt) und Dr. Barbara Müller Naendrup (Universität Siegen) über ein standortübergreifendes Seminarprojekt der hiesigen Hochschullernwerkstätten zum Thema „digitale Inklusion“, welches zukünftig als Modell für eine Kooperation der Universitäten Erfurt und Jena dient. Mehrere – zum Teil auch standortübergreifende – Beiträge für den Tagungsband sind in Arbeit.

4. Erfurter Symposium für frühkindliche Entwicklungsförderung

4. Erfurter Symposium

„Verhalten, Sprache, Inklusion – interdisziplinäres Spannungsfeld in Kita und Schule“ unter diesem Motto hatte die Universität Erfurt am 19.01.19 zum 4. Erfurter Symposium für frühkindliche Entwicklungsförderung eingeladen, um Fachkräfte aus Kita, Schule, Medizin und Therapie im Umgang mit Anforderungen der Heterogenität und Inklusion zu unterstützen.

 

Schulen und Kitas haben den Auftrag, Kindern mit ihren individuellen Voraussetzungen das Recht auf soziale Teilhabe, persönliche Entwicklung und Bildung zu ermöglichen. Das Symposium gibt Impulse, um Fachkräfte für diese Herausforderung theorie- und praxisbezogen weiterzubilden. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen Möglichkeiten multiprofessioneller Ansätze zur Förderung von Kindern mit Beeinträchtigungen in der Sprache sowie in der emotionalen und sozialen Wahrnehmung.

Zum Symposium trafen sich über 300 Teilnehmende, darunter 120 Erzieher*innen, 65 Lehrer*innen, 50 Pädagog*innen der Einzelförderungen, Therapeut*innen, Mediziner*innen, Entscheidungsträger*innen und Lehramtsstudierende.

Das Symposium ist ein Angebot des Kompetenz- und Entwicklungszentrums Inklusion, das als Teilprojekt im Vorhaben QUALITEACH durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der von Bund und Ländern initiierten Qualitätsoffensive Lehrerbildung gefördert wird. Erstmals wurde es als Kooperationsveranstaltung mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (THILLM) ausgerichtet.

Nach der Begrüßung durch Dr. Andreas Jantowski (Direktor des THILLM) und einer Einführung zum Projekt QUALITEACH durch Dr. Sigrid Heinecke (Projektkoordinatorin), näherten sich die beiden Hauptvortragenden der Tagungsthematik aus unterschiedlichen Zugängen.

Jurkowski

Prof’in Dr. Susanne Jurkowski (Universität Erfurt), Leiterin des Kompetenz- und Entwicklungszentrums Inklusion in der Lehrerbildung, betonte im ersten Vortrag „Verhalten und Inklusion als interdisziplinäre Herausforderung für Kita und Schule“ die Kooperation der Pädagog*innen als Möglichkeit zur Gestaltung von Inklusion.

Im zweiten Fachvortrag von Prof. Dr. Stephan Sallat (Initiator des Kompetenz- und Entwicklungszentrums Inklusion und jetzt Martin-Luther-Universität Halle) stand „Sprache und Inklusion als interdisziplinäre Herausforderung in Kita und Schule“ im Mittelpunkt. Um Kinder in diesem Förderbereich bestmöglich zu fördern, müssen laut Sallat Fachleute aus Frühpädagogik, Heil- und Sonderpädagogik, Grundschulpädagogik sowie aus Therapie und Medizin besser zusammenarbeiten.

Am Nachmittag gestalteten 19 Referent*innen in zwei Panels Workshops, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse und bewährte Strategien im Umgang mit Anforderungen von Heterogenität und Inklusion vorgestellt wurden. Die Workshops ermöglichten neben neuen Denkansätzen einen aktiven Erfahrungsaustausch der Teilnehmenden. Thematisiert wurde u.a. Förderung von Mehrsprachigkeit, Diagnostik kommunikativer Fähigkeiten, Musikalische Sprachförderung, Förderplanung, Leseförderung, Handlungsmöglichkeiten im Kontext von Verhaltensauffälligkeiten sowie frühkindliche mathematische Bildung. 

Das vollständige Programm ist dem Veranstaltungsflyer zu entnehmen. 

Sallat