Was ist DeGlobE?

DeGlobE ist ein interdisziplinäres Forschungsprogramm und Promotionskolleg, das De-Globalisierung und globale Entkopplung aus verschiedenen Perspektiven in vier Themenbereichen betrachtet: 

  • Sauberer Übergang und grüne Technologien (Prof. Andreas Goldthau)
  • Wertschöpfung und Sicherheitsapparate (Prof. Sophia Hoffmann)
  • Finanz-Infrastrukturpolitik (Prof. Oliver Kessler)
  • Lieferketten: Menschenrecht und nachhaltige Entwicklung (Prof. Michael Riegner)

Wir erforschen, wie sich die Neukalibrierung von Markt und Staat in Wirtschaftsparadigmen und Regulierungsebenen manifestiert und wie dies in Zusammenhang mit De-Globalisierungsprozessen gebracht werden kann. 

Hierbei interessiert sich DeGlobE für zwei zentrale Fragen:

  1. Was kennzeichnet die sich entwickelnden, spezifischen „Post-Globalisierungslogiken“ in den jeweiligen Themenbereichen?
  2. Welche Folgen haben De-Globalisierung, Entflechtung und globale Entkoppelung für normative Ziele wie soziale Gerechtigkeit, die sozial-ökologische Transformation oder die Einhaltung der Menschenrechte und welche Mechanismen treten an die Stelle ehemals multilateraler Ansätze?

Themenbereiche

Sauberer Übergang und grüne Technologien (Leitung Prof. Dr. Andreas Goldthau, Public Policy)

Dieses Themenfeld nimmt die Prozesse und Fragen der Dekarbonisierung zum Ausgangspunkt und untersucht aus einer energy justice Perspektive, wie sich Prozesse der De-Globalisierung und globalen Entkoppelung auf diese auswirken:

  • Welche Neuordnungsprozesse im Zusammenhang mit dem Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft sind beobachtbar?
  • Was sind die externen Dimensionen des EU Green Deal?
  • Welche neuen Formen der internationalen Kooperation entstehen in umkämpften strategischen Sektoren?
  • Was sind die Policy-Strategien von jenen Ländern, die zentrale Rohstoffe exportieren und wie kann eine gerechte und nachhaltige Rohstoffsicherung der Importregion gewährleistet werden?

Wertschöpfung und Sicherheitsapparate (Leitung: Prof. Dr. Sophia Hoffmann, Internationale Politik und Konfliktforschung)

Dieser Themenbereich untersucht den Zusammenhang von Sicherheitspolitik und Wertschöpfung. Er verweist damit auf die Interdependenz von sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Dynamiken:

  • Was sind sicherheitspolitische Dimensionen von wirtschaftlicher Entflechtung?
  • Welche Rolle spielen staatliche Gewaltapparate für wirtschaftliche Entflechtung und politische De-Globalisierung?
  • Welche Rolle spielen Geheimdienste für die Sicherung von Wertschöpfung?
  • Wie verstehen staatliche Sicherheitsakteure Wertschöpfung?

Finanz-Infrastrukturpolitik: (Leitung: Prof. Dr. Oliver Kessler, Internationale Beziehungen)

Dieses Cluster untersucht, wie sich geoökonomische Dynamiken in den Finanzmärkten manifestieren:

  • Wie hängen De-Globalisierung und Finanzmarktpraktiken zusammen?
  • Wie kann man analytisch die Geografie von Kryptowährungen verstehen?
  • Wie verhindern oder untersagen staatliche Akteure unter Maßgabe von Sicherheitsinteressen Investitionen?
  • Wie gestaltet sich Exportfinanzierung in Zeiten der De-Globalisierung? 

Lieferketten, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung (Leitung: Jun.-Prof. Dr. Michael Rieger, Rechtswissenschaften

Das Themenfeld Lieferketten widmet sich den normativen und empirischen Wechselwirkungen von Wirtschaft und Menschenrechten innerhalb transnationaler Produktionsregime unter den Bedingungen der De-Globalisierung:

  • Inwieweit eröffnet die Verrechtlichung von Lieferkettenstandards neue MÖglchkeiten der Rechtsmobilisierung?
  • Was sind Potentiale und Probleme des Lieferkettenrechts?
  • Wie sind Risikomanagement und Lieferkettenmanagement zusammenzudenken?