| Willy Brandt School of Public Policy, Global Public Policy

Brandt School und Eurasia Group veranstalten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 einen Roundtable zu europäischer Energiesicherheit und industrieller Widerstandsfähigkeit

Mit Blick auf den historischen Viktualienmarkt in München luden die Brandt School und die Eurasia Group am 13. Februar hochrangige Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft, Think-Tank-Vertreter und politische Entscheidungsträger ein, um über die europäische Energiesicherheit und industrielle Widerstandsfähigkeit zu diskutieren.

Die sich wandelnde Weltordnung, die im Münchner Sicherheitsbericht 2026 mit dem Titel „Under Destruction” beschrieben wird, stelle insbesondere Europa vor eine Reihe von Herausforderungen. Die USA strebten eine Agenda zur Energievorherrschaft an und schwächten gleichzeitig die transatlantischen Beziehungen. Die Gefahr einer Untergrabung der Souveränität Europas durch Russland schwebe weiterhin über der Region und Chinas staatlich gelenkte Wirtschaft übe Druck auf die etablierte Industrie aus. Der Roundtable stellte diese Bedrohungen in den Mittelpunkt der Diskussion, die von den Gastgebern – Henning Gloystein, Managing Director Energy, Climate and Resources bei Eurasia, und Andreas Goldthau, Direktor der Brandt School – eröffnet wurde. Sie teilten ihre Gedanken darüber, wie Europas Energie- und Industriesektor mit hohen Energie- und Strompreisen, der CO2-Bepreisung sowie Handels- und geopolitischen Unsicherheiten zu kämpfen hab.

In der anschließenden lebhaften Diskussion kristallisierten sich mehrere Schlüsselthemen heraus. Eines davon war die Rolle des Emissionshandelssystems der Europäischen Union bei der Steuerung des industriellen Wandels. Während einige Stimmen eine Neubewertung des derzeitigen Systems forderten, um die energieintensiven Industrien Europas von zusätzlichen Belastungen zu entlasten, wiesen andere auf die Vorzüge des EU-Emissionshandelssystems hin und darauf, dass mehrere Länder planten, in naher Zukunft einen ähnlichen Mechanismus einzuführen. Ein weiteres wichtiges Diskussionsthema waren Investitionen in die Netzinfrastruktur. Die Integration von Rechenzentren und der Einsatz von KI zur Flexibilisierung der Nachfrage würden entscheidend sein, um ein sich wandelndes System zu verwalten und kosteneffizient zu halten. Es wurden auch überzeugende Argumente für den Wert einer Geschäftstätigkeit in Europa vorgebracht. Die starken Institutionen Europas und seine Fähigkeit, Innovationen voranzutreiben, würden für die Zukunft der industriellen Widerstandsfähigkeit von entscheidender Bedeutung sein. Um das Potenzial seines riesigen Marktes mit talentierten Arbeitskräften und Weltklasseunternehmen voll auszuschöpfen, müssten politische Maßnahmen die regulatorische Unsicherheit verringern und einen klaren Investitionsfahrplan vorgeben. Robuste Rahmenbedingungen würden den europäischen Industrien helfen, wieder auf die Beine zu kommen und gleichzeitig die Dekarbonisierung voranzutreiben. Wie einer der Redner bemerkte: „Nur wer sich um die Zukunft sorgt, wird sie besser machen.“ Dies bringt den Geist des Roundtables auf den Punkt.

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