Am 12. Januar kehrte Henning Gloystein an die Brandt School zurück, um seine Einschätzung der politischen Risiken im Jahr 2026 zu teilen. Laut ihrer Analyse ist die „politische Revolution in den USA” das größte Risiko in diesem Jahr, was bedeutet, dass die schwindende demokratische Legitimität der USA die globale Stabilität untergräbt. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die „Donroe-Doktrin”, eine moderne Neuauflage der Monroe-Doktrin: die Ausweitung der US-Kontrolle in Lateinamerika, Venezuela, Kanada und Grönland mit schwerwiegenden Auswirkungen auf den Zusammenhalt der NATO und die Sicherheit in der Arktis. Weitere Risiken liegen im „Staatskapitalismus mit amerikanischen Merkmalen”, wobei der Crony-Kapitalismus in der größten Volkswirtschaft der Welt ausgeweitet und gefestigt wird. Da führende KI-Unternehmen im Jahr 2026 Geschäftsmodelle einführen, die die soziale und politische Stabilität bedrohen, wird sich der Druck auf die Wasserversorgung angesichts des Bevölkerungswachstums und der raschen Urbanisierung verschärfen und zu einer gefährlichen Waffe werden. Zu den Ablenkungsmanövern zählen hingegen die unwahrscheinliche vollständige Segmentierung der Welt in drei Blöcke (US-amerikanischer, russischer und chinesischer Einflussbereich), Donald Trumps Handelskrieg und die Deglobalisierung.
Top Risks ist ein jährlich erscheinender Flaggschiff-Bericht der Eurasia Group, einer weltweit führenden Risikoberatungsfirma. Die Veranstaltung, die vom derzeitigen Brandt-School-Studenten Christian Castro moderiert wurde, entwickelte sich zu einer lebhaften Diskussion zwischen dem Eurasia-Experten und den Studenten über die Zukunft der Weltpolitik.

