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Energiekrise: Fünf Fragen, die im Jahr 2023 beantwortet werden müssen

Die Energiemärkte haben in diesem Jahr eine Achterbahnfahrt hinter sich. Als Reaktion auf Russlands Einmarsch in der Ukraine verhängten die westlichen Länder Finanzsanktionen gegen Russland und ein Embargo auf seine Ölexporte. Als Vergeltungsmaßnahme drosselte Russland seine Gaslieferungen nach Europa. Große Importeure wie Deutschland mussten ihren Energieverbrauch einschränken und sich anderweitig versorgen. Länder mit niedrigem und mittlerem Einkommen hatten Schwierigkeiten, sich bezahlbare Energie zu beschaffen. In Ländern wie Pakistan, Bangladesch und Sri Lanka kam es zu Stromausfällen; der Anstieg der Kraftstoffpreise schlug auf die Lebensmittelmärkte durch.

Ende 2022 liegt ein Großteil des ukrainischen Energiesystems liegt in Trümmern. Die weltweiten Gas- und Strompreise sind nach wie vor enorm hoch. Das OPEC-Energiekartell und Staaten, die reich an fossilen Brennstoffen sind, haben wieder das Sagen. Im neuen Jahr –  und darüber hinaus – wird die Energiekrise tiefgreifende Auswirkungen darauf haben, wohin sich die Welt bewegt und wie sie den Weg in eine grünere Zukunft finden kann. Doch was genau sind die Folgen, und wie sollten die politischen Entscheidungsträger darauf reagieren? In einem Artikel, der jetzt in „Nature“ erschienen ist, skizziert Prof. Dr. Andreas Goldthau von der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt zusammen mit Simone Tagliapietra (Senior Fellow am Brussels European and Global Economic Laboratory) die weltweiten energiepolitischen Herausforderungen für 2023 und erklärt, welche Fragen die Forschung beantworten muss, um die Krise zu überwinden. Fünf Fragen haben sie dabei identifiziert:

  • Wie wird sich die globale „Energie-Landkarte“ verändern?
  • Werden die hohen Energiepreise zum stärkeren und beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien führen?
  • Wie wird sich die Industrielandschaft verändern?
  • Wie können die Energie-Kosten gesenkt werden, und welche Art von öffentlicher Unterstützung könnte dazu beitragen, dass nachhaltige und saubere Produkte schnell auf den Markt kommen?
  • Und: Welche dauerhaften wirtschaftlichen Konsequenzen wird die Energiekrise haben?

Für Andreas Goldthau und Simone Tagliapietra ist bereits jetzt klar:Die Energiekrise ist sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. Während die Uhr bis zum Jahr 2023 tickt, müssen die Forscher Antworten liefern, um die grüne Energiewende zu sichern.“

Lesen Sie den ausführlichen Beitrag in Nature | Vol 612 | 22/29 Dezember 2022.

Link zum Beitrag

Kontakt:

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(Willy Brandt School of Public Policy)
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nach Vereinbarung (kathrin.eisenhauer@uni-erfurt.de)
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