Aktuell

In den Forschungsfeldern

Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung.

Trefforte und Gegen-Orte in Erfurt: Sozial-historische Forschung

Bildung. Schule. Verhalten.

An den Lehrstühlen

Lehrstuhl für vergleichende Regierungslehre

Bioökonomische Macht in globalen Lieferketten – Ansätze, Auswirkungen und Perspektiven von Zertifizierung und Sorgfaltspflichten für biogene Massenrohstoffe (Bio-Macht), 2017-2020, Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)


Gesamtziel des Vorhabens ist es, Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Möglichkeiten und Grenzen von unternehmerischen Sorgfaltspflichten und Zertifizierungssystemen in den globalen Wertschöpfungsketten von biogenen Massenrohstoffen zu formulieren. Deutschland und die Europäische Union (EU) sind im hohen Maße auf den Import verschiedener biogener Massenrohstoffe angewiesen. Viele dieser Rohstoffe finden nicht nur im Lebensmittelsektor Anwendung, sondern auch in der industriellen Produktion sowie der energetischen Nutzung. Dabei ist bekannt, dass gerade die Gewinnung und Herstellung von Massenrohstoffen in Nicht-OECD-Ländern in vielen Fällen eng mit sozialen und ökologischen Problemen einhergeht. Diese reichen vom übermäßigen Einsatz von Agrochemikalien bis hin zur Finanzierung bewaffneter Konflikte. Für die bioökonomische Transformation resultiert hieraus die Herausforderung, sowohl die heutige Situation, als auch die mittel- bis langfristigen Auswirkungen und Nutzungskonkurrenzen einer steigenden Nachfrage so zu beeinflussen, dass zum einen wichtige Ökosystemdienstleistungen erhalten werden, zum anderen auch Konfliktpotenziale minimiert und sozioökonomische Chancen global erhöht werden.

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Archiv

Religion. Gesellschaft. Weltbeziehung.

Kooperationsprojekt "Die lokale Politisierung globaler Normen": Politikforschung

Laufzeit

2014–2017

Finanzierung

Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK): ca. 490.000 Euro

Projektbeschreibung

Das Projekt untersuchte, unter welchen Bedingungen egalitäre Normen, die mit einem globalen Geltungsanspruch auftreten (etwa: Menschenrechte, Nachhaltigkeit, rule of law), tatsächlich Akzeptanz finden. Denn schon weil solche Normen vom jeweiligen Kontext zunächst absehen, ist es  unwahrscheinlich, dass ihre Adressaten sie überhaupt für plausibel halten. Dabei konzentrierten wir uns einerseits auf die Rolle von Protestbewegungen; andererseits fragten wir, in welcher Weise egalitäre Normen, die per Gesetz institutionalisiert wurden, lokal tatsächlich genutzt werden. Dafür griff das Projekt soziologische und ethnologische Konzepte auf, die solche Formen der Ordnungsbildung von den Mikroprozessen her denken. Die Leitfrage lautete, welche lokalen Prozesse bestimmten Typen normativer Generalisierung Plausibilität verleihen (und anderen nicht); sowie welche Mechanismen die jeweiligen Umstände der Kritik entziehen.
Die Teilprojekte befassten sich mit der brasilianischen Landlosenbewegung (Bunk), Frauenrechts-NGOs in Tamil Nadu (Vogl), Eigentumsrechten von Frauen in West-Bengalen (Mondal), dem sozial-philosophischen Vergleich von ‚Affirmative-Action‘-Programmen in Deutschland, Indien und den USA (Lindner), der politischen Theorie der Eigentumsrechte (Gümplóva) sowie der Ausarbeitung eines soziologischen Ansatzes, der hilft, das hier zentrale Problem der lokalen Evidenz anzugehen (Pettenkofer).

Leitung:

Team:

Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt

 

Kooperationsprojekt "Ordnung durch Bewegung": Religionsforschung

Laufzeit

2014–2017

Finanzierung

Landes-Exzellenzinitiative des Landes Thüringen: 1.040.000 Euro

Projektbeschreibung

Das Forschungsprogramm der Arbeitsgruppe verstand „Ordnung“ und „Bewegung“ als Grundkategorien jeglicher sozialer und kultureller Wirklichkeit. Ordnung und Bewegung werden dabei nicht einfach als Gegensatzpaare gedacht. Ausgangspunkt ist vielmehr die Prämisse, dass insbesondere soziale und kulturelle Ordnungen gezwungen sind, sich selbst ‚dynamisch‘ weiterzuentwickeln („dynamische Stabilisierung“). Ein neuer Typ von Ordnung, der sich nur dynamisch – d. h. durch Wachstum, Innovation, Beschleunigung, Expansion oder Universalisierung – zu reproduzieren vermag, wurde zuerst am Fall ‚moderner‘ westlicher Gesellschaften seit dem 18. Jahrhundert beobachtet. Der hier erkennbare Modus dynamischer Stabilisierung besteht nicht mehr nur in der (gelegentlichen) Anpassung an (kontingente und/oder exogene) Entwicklungen und auch nicht in einer Bewegung zur Verbesserung eines (stabilen) status quo, sondern in der Notwendigkeit endogener Dynamisierung zur Reproduktion und Erhaltung des status quo.
Aus der Beobachtung, dass sich soziale und kulturelle Ordnungen aufgrund einer Steigerungslogik stabilisieren, ergaben sich für die Arbeit der Gruppe die folgenden vier Fragenkomplexe: (a) Fragen zu den Sphären, in denen sich dynamische Stabilisierungsprozesse beobachten lassen, (b) Fragen nach den Normen, die dynamische Stabilisierungsprozesse ermöglichen oder behindern, (c) Fragen nach alternativen Stabilisierungsmechanismen und (d) Fragen nach den Konsequenzen und Wechselwirkungen dynamischer Stabilisierung. Die an der Arbeitsgruppe beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führten die wissenschaftlichen Kompetenzen unterschiedlicher Disziplinen zusammen und griffen auf die methodische, empirische und theoretische Expertise aus den Bereichen sozial-theoretische Forschung, religionsbezogene Forschung und wissensbezogene Forschung zurück.

Leitung:

Prof. Dr. Jörg Rüpke

Prof. Dr. Hartmut Rosa

Prof. Dr. André Brodocz

Team

Max-Weber-Kolleg der Universität Erfurt

Forschungsnetzwerk Externe Demokratisierungspolitik (EDP): Internationale Beziehungen

Laufzeit

07/2015–06/2018

Finanzierung

Leibniz-Gemeinschaft: 24.000 Euro (für die Universität Erfurt)

Projektleitung

Prof. Dr. Solveig Richter

Team

Staatswissenschaftliche Fakultät

Kooperationspartner

  • Hessische Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung (HSFK), Projektleitung
  • Wissenschaftszentrum Berlin (WZB)
  • Deutsches Institut für Entwicklungspolitik (DIE)
  • Universitäten Leuphana, Konstanz und St. Gallen (Schweiz)

Projektbeschreibung

Das Forschungsnetzwerk ‚Externe Demokratisierungspolitik‘ (EDP) vereint Politikwissenschaftler*innen aus Deutschland, die an der Schnittstelle zwischen Internationalen Beziehungen und Vergleichenden Politikwissenschaften arbeiten. Unser gemeinsames Interesse liegt im Bereich grenzüberschreitender Aktivitäten von Staaten, nichtstaatlichen Akteuren und internationalen Organisationen, die darauf hinwirken, Demokratie in Drittstaaten zu etablieren, zu verbessern oder zu verteidigen. Das EDP-Netzwerk ist ein kollaboratives Projekt von sechs Partnereinrichtungen: die beiden Leibniz-Institute Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) und Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), das Deutsche Institut für Entwicklungspolitik (DIE), sowie drei Universitäten (Erfurt, Konstanz, Lüneburg). Die Universität St. Gallen ist assoziiertes Mitglied.

Musterbasierte Erwartungen in der Makroökonomie: Wirtschaftswissenschaften

Laufzeit

2012 -2015

Finanzierung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektbeschreibung

Dieses Projekt befasst sich mit der Erhebung und der Modellierung von Erwartungen mit Blick auf makroökonomische Untersuchungen. Besonders wichtige Größen, über deren zukünftigen Verlauf Erwartungen gebildet werden, sind die Inflation und das Einkommen. Solche Erwartungen spielen in vielen Entscheidungen, die für makroökonomische Phänomene bedeutsam sind, eine zentrale Rolle. Herauszuheben ist die Preissetzung auf Güter- und Finanzmärkten und der Konsum/Sparentscheid. Erwartungen beeinflussen so Konjunkturschwankungen und die Inflation. Die Modellierung der Erwartungsbildung ist ein Kernelement in der Analyse von makroökonomischen Zusammenhängen und beeinflusst die daraus abgeleiteten wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen. Die Forschung zur Erwartungsbildung der letzten Jahrzehnte ist geprägt durch verschiedene Varianten der rationalen Erwartungen. Viele empirische Arbeiten (dabei sind beispielsweise experimentelle Arbeiten und Untersuchungen, die auf Befragungsdaten beruhen) stellen jedoch die Hypothese der rationalen Erwartungen in Frage und weisen auf systematische Fehler der menschlichen Zukunftseinschätzung hin. Das hier projektierte Projekt folgt dieser kritischen Sicht und ist damit ein Beitrag zur Modellierung von begrenzt-rationalen Erwartungen. Das Projekt knüpft an Beiträge der kognitiven Psychologie an und erhebt Daten unter experimentellen Bedingungen. Theoretische Grundlage dieses Unterfangens ist das Konzept der Mustererkennung. Aufbauend auf Vorarbeiten in der Finanzmarktökonomie werden Probanden eine für die Modellierungsphase ausreichende Vielfalt von Mustern einer Zeitreihe gezeigt, deren künftige Entwicklung sie einzuschätzen haben. In diesem Projekt werden so Erwartungen über den Verlauf der Inflation und des Volkseinkommens über einen Horizont von einem Jahr und fünf Jahren erfragt. In den verschiedenen Experimentalanordnungen erhalten die Probanden u. a. auch Angaben zu Expertenprognosen und zu Inflationszielen der Notenbank gemacht. In einer ersten Runde von statistischen Untersuchungen können so Hypothesen zum Verhältnis zwischen kurz- und langfristigen Erwartungen, zum Unterschied zwischen Inflations- und Einkommenserwartungen und zur Bedeutung der Notenbankkommunikation und der publizierten Konjunkturprognosen getestet werden. Die experimentell erhobenen Daten dienen dann aber vor allem der Modellierung von Inflations- und Volkseinkommenserwartungen in verschiedenen ökonometrischen Untersuchungen. So werden nacheinander Fragen der Dynamik und der Heterogenität der Inflationserwartungen, der Rolle der Inflationserwartungen im Inflationsprozess und bei der Zinsbestimmung und letztlich der Einfluss der Erwartungen auf den gesamtwirtschaftlichen Konsum untersucht. Die experimentell erhobenen Daten ermöglichen es auch die Heterogenität und die Unsicherheit von Erwartungen zu quantifizieren. Diese Größen spielen ihrerseits eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Inflation, Zinsen und Konsum.

Projektleitung

Prof. Dr. Tobias F. Rötheli

Team

Staatswissenschaftliche Fakultät