| Willy Brandt School of Public Policy, Global Public Policy

Brandt-Vorlesung 2026: Klimapolitik in Zeiten geopolitischer Umbrüche: Erfahrungen und Wege in die Zukunft

Am 22. Januar begrüßte die Brandt School Jennifer Morgan – eine weltweit anerkannte Führungspersönlichkeit und Expertin mit über 30 Jahren Erfahrung in der internationalen Klima- und Energiepolitik, Diplomatie und Zivilgesellschaft – zur Brandt-Vorlesung 2026, um über ihre Erfahrungen bei der Förderung klimafreundlicher Politik in Zeiten geopolitischer Umbrüche zu reflektieren. Die Brandt-Vorlesung ist eine jährliche Tradition, bei der hochkarätige Gäste zusammenkommen, um über die großen Themen zu diskutieren, die die Welt bewegen.

Jennifer Morgan war zuletzt Staatssekretärin und Sonderbeauftragte für internationale Klimapolitik im Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, wo sie die Entwicklung der deutschen Klimapolitik vorantrieb. Vor ihrer diplomatischen Laufbahn war sie Geschäftsführerin von Greenpeace International und leitete die globale Strategie, die Operationen und Kampagnen einer der renommiertesten Umweltorganisationen der Welt.

In ihrem Vortrag betonte Morgan, dass der Klimawandel eines der größten Risiken für Deutschland darstellt. Angesichts des Rückzugs der Vereinigten Staaten aus wichtigen Klimaabkommen und der damit verbundenen geopolitischen Verwerfungen skizzierte sie vier Empfehlungen für Deutschland, um Risiken zu minimieren und die klimafreundliche Weltpolitik weiter voranzutreiben.

Ihre erste Empfehlung lautet, Risiken seitens der US-Bundesregierung durch die Zusammenarbeit mit subnationalen Akteuren zu minimieren. Sie verwies auf erfolgreiche Vereinbarungen mit Kalifornien und South Carolina sowie mit Stadtverwaltungen als Beweis dafür, dass diese Strategie ein wirksamer Weg nach vorne sein kann. 

Außerdem empfiehlt sie Deutschland, sich in Asien, Afrika und Südamerika nach Klimapartnern umzusehen. Sie sagte, dass China in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle bei der Reduzierung der Emissionen spielen werde, und sprach sich für ein pragmatisches, ehrgeiziges Abkommen mit China aus, das Energiesicherheit, wirtschaftliche Sicherheit und Klimasicherheit miteinander verbindet.

Morgan erklärt außerdem, dass die EU Reformen durchführen sollte, um sicherzustellen, dass sie zu einem globalen Gestalter statt zu einem globalen Nehmer wird. So empfiehlt sie beispielsweise, dass die EU sich umstrukturieren sollte, um Rollen und Hierarchien klarer zu gestalten und eine isolierte Denkweise zwischen verschiedenen EU-Einrichtungen zu verhindern.

Abschließend fordert sie eine neue Form des Multilateralismus. „Die G7 und die G20 sind nicht mehr die Orte, an denen wir wirkungsvolle Klimaabkommen erwarten können. Andere Foren, in denen Führungskräfte aus vielen Ländern zusammenkommen, wie die Konferenz der Vertragsparteien, werden zunehmend an Bedeutung gewinnen“, bekräftigte sie.

Morgan schloss mit der Feststellung, dass eine bessere, grünere Zukunft möglich ist, und forderte die Studierenden auf, diesen Wandel herbeizuführen. „Wir werden Menschen brauchen. Menschen mit Leidenschaft und Ausdauer, die auch in guten und schlechten Zeiten dabei bleiben“, sagte sie. „Menschen, die sich intensiv für die Schaffung einer klimagerechten Welt einsetzen und daran glauben, dass wir auch in diesen dunkelsten Zeiten Veränderungen bewirken können.“

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