Der Forschungsschwerpunkt vereint verschiedene Projekte zur Geschichte der (Sozial-)Psychologie. Verena Lehmbrock arbeitet zur ostdeutschen Sozialpsychologie und ihrer transnationalen Verflechtung sowie zur Polyvalenz ihrer Interventionen zwischen Individuum und Gesellschaft. Sandra Janßen hat zur Wissensgeschichte von Imaginationsphänomenen und Subjektkonzepten in Psychologie und Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts promoviert und arbeitet derzeit am Abschluss ihrer Habilitationsschrift zum totalitären Subjekt in Psychologie, politischer Theorie und Literatur der 1930er und 1940er Jahre. Bernhard Kleeberg forscht zum Thema Balance, Dissonanz und Konformität in der Sozialpsychologie des mittleren 20. Jahrhunderts und zur Frühgeschichte der Konsumpsychologie. Carolin Piotrowski promoviert mit der Arbeit Wanyamwezi. Biographie eines Gesangs, 1900–1914 zur Verflechtung von Psychologie und (Musik-)Ethnographie. Carola Oßmer hat zur Erfindung des normalen Kindes durch die Erforschung von Entwicklungsnormen seit Anfang des 20. Jahrhunderts promoviert. Yves Hänggi hat in Basel/Erfurt zu den psychologischen Longitudinalstudien Nancy Bayleys im 20. Jahrhundert promoviert. Ricardo Neuner hat in Konstanz/Erfurt zum Einfluss der amerikanischen Konsumpsychologie auf das ökonomische Denken promoviert. Nora Binder hat zur Feldpsychologie Kurt Lewins promoviert und arbeitet aktuell zum Thema Soziale Kompetenz.
Seit 2017 findet im Rahmen dieser Schwerpunktsetzung in Kooperation mit dem Forum Geschichte der Humanwissenschaften der GWMT jedes Jahr einen Experten- und Nachwuchsworkshop zur Geschichte der Wissenschaften von der Psyche statt. Mehr Informationen
Im Januar 2024 hat das DFG-geförderte Wissenschaftliche Netzwerk Wissensgeschichten des unverfügbaren Selbst. Individuelle und kollektive Subjektfiguren in Psychologie, Soziologie, Ethnologie und Kulturwissenschaften 1850-1980 unter Leitung von Sandra Janßen seine Arbeit aufgenommen.