Weitere orientalische Handschriften

Inhalt, Umfang und Geschichte der Sammlung

Engel
Miniatur des islamischen Erzengels Isrāfīl aus dem Werk ʿAǧāʾib al-maḫlūqāt ("Wunder der Schöpfung") von Zakariyāʾ al-Qazwīnī (gest. 1283)

Rund 90 Handschriften zahlreicher weiterer orientalischer Sprachen gehören zum Bestand der Forschungsbibliothek Gotha. Darunter sind nicht nur Texte in Sanskrit, Syrisch, Mongolisch und Samaritanisch, sondern auch in Armenisch, Bengalisch, Hebräisch und Hindi. Oft ist ein Sprachstand nur durch einen einzelnen Band repräsentiert. Mindestens in der Größenordnung von acht bzw. zehn Exemplaren gehören äthiopische bzw. hebräische Handschriften zur Sammlung, zudem dreizehn javanische Handschriften und elf in Sanskrit geschriebene Bände. Unter den äthiopischen Handschriften befinden sich mehrere Bände, die sich ursprünglich in Besitz der Gelehrten Hiob Ludolf (1624–1704) und Johannes Ernst Gerhard (1621–1668).

In den Bestand gelangte dieses Sammelsurium an Zeugnissen ganz verschiedener Manuskriptkulturen durch Kauf oder Schenkung in jedem Fall vor 1893, dem Jahr der Drucklegung des zugehörigen Katalogs. Wilhelm Pertsch besorgte ihn im Auftrag von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha und mit Hilfe der Zuarbeit von Experten der jeweiligen Sprachstände.

Entsprechend der beschriebenen Vielfalt bieten diese Handschriften zahlreiche Besonderheiten – darunter Sonderformate wie die äthiopische Pergament- oder hebräische Pentateuchrolle, besondere Schriftträger wie Palmblätter oder eine bemerkenswerte Ausstattung wie bei den beiden bilderreichen chinesischen Handschriften und paläographisch-inhaltlich interessante Facetten. So enthält zum Beispiel Chart. B 141 deutsche christlich-katholische Gebete und wurde in hebräischer Kursive geschrieben. Die Handschrift war entweder 1560 für die Bekehrung von Juden gedacht oder wurde von einem selbst getauften Juden geschrieben.

Recherche und Benutzung

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Wissenschaftlicher Referent "Orientalische Handschriften und Auswandererbriefe"
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