Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Nachwuchskolleg "Wissensgeschichte der Neuzeit"

Profil der Forschungsgruppe

Inhalte

Die Forschungsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Programm einer transdisziplinären Wissensgeschichte neu zu konturieren und für die empirische Arbeit mit den Gothaer Beständen (Forschungsbibliothek Gotha/Sammlung Perthes, Thüringisches Staatsarchiv Gotha, museale Sammlungen der Stiftung Schloss Friedenstein) fruchtbar zu machen. In heuristischer Absicht wird Wissen verstanden als Substrat von Einzelinformationen, das zur Beschreibung von Gesellschaft beiträgt, das aber auch über subversives Potential verfügen kann. Im Zentrum stehen unterschiedliche Wissensformen – von sozialen Wissensbeständen und Alltagswissen bis zu administrativem oder gelehrtem Wissen, deren Geltungsansprüche sich in einem kontinuierlichen Aushandlungsprozess befinden und in akteursbezogener und praxisorientierter Perspektive erforscht werden.

Wissen konstituiert sich in Bewegung: Zu untersuchen sind deshalb seine vielfältigen Zirkulationen und Bewegtheiten, seine Umformungs- und Anordnungsprozesse sowie die entsprechenden Dynamiken zwischen unterschiedlichen Wissensformen in globaler Perspektive und ihrer lokalen Rückbindung. In dem Maße, wie soziale Räume Wissen hervorbringen und zugleich strukturieren, verweisen sie stets auf die Materialität der Dinge. Insofern orientiert sich die Arbeit der Forschungsgruppe auch an den unterschiedlichen Medien und Objekten selbst, an ihrer materiellen Kultur ebenso wie an den Ideen und Praktiken, die mit ihnen verbunden sind. Die je eigenen Dynamiken von Räumen, Objekten, Medien und Ideen ermöglichen unterschiedliche transdisziplinäre Zugangsweisen zu Fragen der Wissenskonstitution. Erst in der akteurs- und praxisbezogenen Verbindung von Raum-, Objekt-, Medien- und Ideengeschichte lässt sich das ambitionierte Projekt einer neuen, transdisziplinären Wissensgeschichte in angemessener Weise realisieren.

Strukturiertes Promotionsprogramm

Das Nachwuchskolleg "Wissensgeschichte der Neuzeit" bietet derzeit das einzige strukturierte Promotionsprogramm mit Sammlungsbezug in Deutschland.

Das Programm bindet neben Promovierenden auch Postdocs in die Arbeit der Forschungsgruppe ein und integriert und fördert so Nachwuchswissenschaftler/innen in allen Phasen ihrer akademischen Karrieren. Der Fokus der wissenschaftlichen Qualifizierung der Nachwuchswissenschaftler/innen liegt dabei auf der quellenbezogenen, kulturwissenschaftlich inspirierten und methodisch reflektierten interdisziplinären historischen Forschung zu Themen des 16. bis 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen dabei praxeologische Ansätze sowie akteursbetonte Herangehensweisen der Historischen Anthropologie, neuere Ansätze der Raumgeschichte, der Globalgeschichte, der Material Culture-Forschung sowie der Medien- und der neueren Ideengeschichte.

Neben der Möglichkeit an den einmaligen Quellenbeständen der Gothaer Einrichtungen zu forschen, profitieren Nachwuchswissenschaftler/innen im Nachwuchskolleg überdies vom internationalen Renommee und der Vernetzung des Forschungszentrums Gotha. Sie können das internationale interdisziplinäre Veranstaltungsprogramm des Hauses wahrnehmen, Kontakte zu Wissenschaftler/innen und Stipendiat/innen aus aller Welt knüpfen sowie mit eigenen Veranstaltungen bzw. Projekten aktiv werden.

 

Curriculum

Die Grundlage des Programms bildet ein verbindliches Curriculum, das in seinen Kernbestandteilen sowohl verpflichtende als auch Wahlpflichtelemente enthält. Es erweitert die strukturierte Ausbildung von Doktorand/innen, indem es über die vertiefte Anleitung zur eigenständigen wissenschaftlichen Forschung hinaus den Erwerb von praktischen Zusatzqualifikationen unterstützt, die nicht nur für eine mögliche akademische Laufbahn, sondern auch für eine spätere Tätigkeit in Institutionen mit Sammlungsbezug (Archive, Bibliotheken, Museen) oder im Wissenschaftsmanagement dienlich sind.

Zu den verpflichtenden Elementen des Curriculums gehören neben dem wöchentlichen semesterbegleitenden "Gothaer Kolloquium", ein 2,5 tägiges Grundlagenseminar  und ein Workshop zur quellenbezogenen Forschung im ersten Studienjahr sowie eine 2-tägige Schreib- und Publikationswerkstatt im zweiten Studienjahr. Über die verpflichtenden Programmelemente hinaus können Promovierende an Weiterbildungskursen für fächerübergreifende Schlüsselkompetenzen teilnehmen, eigene Lehrveranstaltungen durchführen und Workshops organisieren. Zudem unterstützt die Forschungsgrupppe Nachwuchswissenschaftler/innen bei der Organisation von Volontariaten und Auslandsaufenthalten.

 

Bewerbung und Aufnahme als Mitglied

Die Aufnahme als Mitglied der Forschungsgruppe kann zweimal jährlich erfolgen, zum 1. April und zum 1. Oktober.

Promotionsstipendien 2017 Eine Möglichkeit der Bewerbung für eine Mitgliedschaft im Nachwuchskolleg bildet die jährliche Ausschreibung der Promotionsstipendien der Universität Erfurt, in der auch Stipendien in das Nachwuchskolleg vergeben werden. Mit der Bewerbung für ein Stipendium bewerben sich Interessenten gleichzeitig auch für die Aufnahme in das strukturierte Promotionsprogramm und werden bei erfolgreicher Bewerbung mit Beginn zum 1. Oktober 2017 in das Programm aufgenommen.

Näheres zum Bewerbungsschluss erfahren Sie in Kürze hier.

 

Sprecher/-innen

Prof. Dr. Iris Schröder

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