Center for Political Practices and Orders (C2PO)

Das C2PO dient als Kommunikationsraum für inter-disziplinäre Fragestellungen politischer Ordnungsbildung. Es ist offen für sozialtheoretische, sozialwissenschaftliche und religionswissenschaftliche Fragestellungen (wobei diese Liste nicht exklusiv, sondern inklusiv zu verstehen ist. Die disziplinäre Fragestellung steht nicht im Vordergrund und bildet nicht das Inklusionsmerkmal). Im Gegensatz zu bisher thematisch-orientierten bestehenden Graduiertenkollegs ist das C2PO für unterschiedliche empirische Felder offen: der Fokus liegt nicht auf einem empirischen Sachverhalt (z.B. Energiesicherheit), sondern auf der Art der Theoriebildung und damit auch der Implikationen für die Ausbildung. Das C2PO dient daher dem interdisziplinären Dialog und steht auch weiteren Mitgliedern und interessierten Beobachtern offen. Es besteht auch dezidiert das Interesse, weitere Mitglieder aus unterschiedlichen Disziplinen hierfür zu gewinnen.

Profil

Das Center for Political Practices and Orders (C2PO) ist ein inter-disziplinärer Forschungszusammenhang, der Fragen der politischen Praxis und globalen Ordnungsbildung in den Blick nimmt. Das Center hat zwar eine primär politikwissenschaftliche Verortung, ist jedoch genuin interdisziplinär ausgerichtet. Gerade die Politikwissenschaft hat sich in den letzten Jahren verstärkt mit kulturtheoretischen, sozialtheoretischen und religionswissenschaftlichen Fragen und Ansätzen auseinandergesetzt. Diese Rezeption bildet den Ausgangspunkt dieses Centers. Das Center ist kein ‚Zentrum‘ im deutschen Sinn und zielt nicht ab auf eine Institutionalisierung. Mit dem C2PO werden keine Parallelstrukturen oder Institutionen gefördert.

Vielmehr bezeichnet ‚Center‘ lediglich einen Kommunikationsraum (im angloamerikanischen Sinne), der in dreifacher Weise wirken soll:

Thematisch

Das C2PO dient als Kommunikationsraum für inter-disziplinäre Fragestellungen politischer Ordnungsbildung. Es ist offen für sozialtheoretische, sozialwissenschaftliche und religionswissenschaftliche Fragestellungen (wobei diese Liste nicht exklusiv, sondern inklusiv zu verstehen ist. Die disziplinäre Fragestellung steht nicht im Vordergrund und bildet nicht das Inklusionsmerkmal). Im Gegensatz zu bisher thematisch-orientierten bestehenden Graduiertenkollegs ist das C2PO für unterschiedliche empirische Felder offen: der Fokus liegt nicht auf einem empirischen Sachverhalt (z.B. Energiesicherheit), sondern auf der Art der Theoriebildung und damit auch der Implikationen für die Ausbildung. Das C2PO dient daher dem interdisziplinären Dialog und steht auch weiteren Mitgliedern und interessierten Beobachtern offen. Es besteht auch dezidiert das Interesse, weitere Mitglieder aus unterschiedlichen Disziplinen hierfür zu gewinnen.

Im Bereich der Ausbildung

Das C2PO basiert auf einer praxistheoretischer Ausbildung und bietet Promovierenden einen strukturierten Forschungsraum, um Handlungen, Praktiken und Ereignisse sozialtheoretisch zu reflektieren

 

Im Bereich der Forschung

Das C2PO entwickelt und beantragt Drittmittelprojekte und führt diese durch.

Arbeitsbereiche

Grass Roots Studies (GRS)

Die aktuellen Probleme und Konflikte der Weltpolitik lassen sich nicht mehr auf eine Analyseebene reduzieren. Vielmehr zeichnen sie sich durch ihre gleichzeitige Anwesenheit von unterschiedlichen Ebenenlogiken und Praktiken aus. Die Grassroot Studies nehmen die Idee auf, dass lokale Lösungsansätze unzureichend Gehör finden und oft durch internationale Projekte unterdrückt werden. Grassroot Studies analysieren die unterschiedlichen Logiken, konfliktären Rationalitäten und zeichnen die disparaten lokalen Antworten nach. Die Grassroot Studies suchen daher dezidiert das Gespräch mit lokalen Gruppen wie NGOs und rekonstruieren deren Bedeutung für globale Strukturveränderungen.

International Political Economy (IPE)

At Erfurt C2PO we challenge the conventional definition of IPE as the discipline that studies the interaction between political and economic dynamics in the international order.

We explore instead how the ‘political’ and ’economic’ are constructed as part and parcel of a broader human experience.

Our critical IPE approach aims at transcending the disciplinary division of modern social sciences.

We are inspired by the pre-disciplinary era of classical political economy and aspire to create a post-disciplinary space where to undertake innovative research on issues such as finance, trade, labour, development and the environment.

Theories and Practices of Power (TPP)

Im Mainstream der Internationalen Politischen Theorie gilt “Gerechtigkeit” als die Antwort auf die Probleme globaler Politik. Die damit verbundenen Versuche universalistischer Rechtfertigungs-Konzepte zeigen jedoch immer wieder in der Praxis, wie so politische Probleme erst generiert werden. Unter den Bedingungen globaler Politik wird so deutlich, dass Ordnungsbildung in erster Linie eine Frage der Macht ist. Praktiken der Macht und deren theoretische Reflexion bilden deshalb einen weiteren Schwerpunkt am C2PO.

Horizons Beyond the West (HBW)

Der klassische geographische ‘Westen’, der seit Ende des Kalten Krieges Weltpolitik und Weltwirtschaft, aber auch den globalen Wissens- und Kulturhorizont dominiert hat, sieht sich gegenwärtig grossflächigen tektonischen Veränderungen ausgesetzt. Insbesondere wirtschaftlich, aber zunehmend auch politisch verlagern sich die Gewichte immer stärker in den globalen Süden bzw. den geographischen Osten, damit einhergehend erleben Europa und Nordamerika eine tiefgreifende Krise ihres Staats- und Gesellschaftsmodells. Das klassisch westliche ‘Modell’ des marktliberalen demokratischen Rechtsstaates stellt nur noch bedingt die Norm für den Entwicklungsprozess des ‘Restes’ der Welt dar, in der Realität herrschen lokal angepasste, hybride Regierungs- und Wirtschaftsformen vor.

Dabei bildet, paradoxerweise, das Ideal eines ‘Western way of life’ nach wie vor den Erwartungshorizont insbesonders jener unteren Mittelschichten, die vom Aufstieg des globalen Südens besonders profitieren. Während also der geographische Westen einen dramatischen Gewichtsverlust hinnehmen muss, so bleibt er als denzentrierter kognitiver Horizont erhalten. Um diese globalen Veränderungen verstehen und verarbeiten zu können bedarf es eines analytischen Bezugsrahmens, der über die westlich geprägten Konzeptionen von Staat und Gesellschaft hinausgeht und der die verschiedenen lokalen Gemengelagen in ihrer Komplexität und Differenz erfassen kann. Diesen methodisch und empirisch zu erarbeiten ist Ziel dieses Spezialisierungsmoduls.

Satzung

Name der Forschungsgruppe

Die gemäß EPPP Vorgaben der Universität Erfurt gebildete Forschergruppe trägt den Namen „Center for Political Practices and Orders“ (C2PO).

Aufgaben

Die Aufgaben der Forschergruppe sind in den Vorgaben der Universität Erfurt zum EPPP beschrieben; im Zentrum stehen die aktive Forschung sowie die Nachwuchsausbildung.

Organe

Die Organe der Forschergruppe sind die Mitgliederversammlung und der/die Sprecher/in sowie Stellvertreter/in.

Mitglieder

Mitglieder der Forschergruppe sind die Antragssteller/innen im universitären EPPP Akkreditierungsverfahren sowie weitere auf Antrag durch den/die Sprecher/in aufgenommene Wissenschaftler/innen.

Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung besteht aus allen in die Forschungsgruppe aufgenommenen Mitgliedern.

  • Sie wird durch den/die Sprecher/in mindestens einmal im Jahr einberufen.
  • Mit Mehrheit der Anwesenden wählt sie für die Dauer von 3 Jahren den/die Sprecher/in der Forschungsgruppe sowie einen/eine Stellvertreter/in.
  • Die Mitgliederversammlung berät und beschließt das Programm der Forschungsgruppe.
  • Beschlussfähigkeit besteht, wenn mind. zwei Mitglieder aus der Gruppe der
  • Hochschullehrer/innen sowie ein weiteres Mitglied der Forschungsgruppe anwesend sind.

Sprecher*in und Stellvertreter*in

Der/die Sprecher/in der Forschergruppe hat folgende Aufgaben:

  • Vertretung der Forschergruppe nach außen und gegenüber universitären Gremien und Organen.
  • Führung der laufenden Aufgaben gem. Regelungen des EPPP an der Universität Erfurt. 
  • Einberufung und Leitung der Mitgliederversammlung.
  • Erstellung der Jahresberichte.
  • Koordination der Ressourcen der Forschungsgruppe.
  • Beschluss über die Aufnahme neuer Mitglieder.

 

Der/die Stellvertreter/in übernimmt im Falle der Verhinderung des/der Sprechers/in dessen/deren Aufgaben.
 

Zum/zur Sprecher/in kann nur ein Mitglied aus der Gruppe der Hochschullehrer der Universität Erfurt gewählt werden. Der/die Stellvertreter/in muss zum Kreis der Antragssteller der Forschergruppe gehören.

 

Kontakt an der Staatswissenschaftlichen Fakultät

Sekretariat der Professur für Internationale Beziehungen
Lehrgebäude 1 / room 0136
Sprechzeiten
montags bis mittwochs 8:30-12 Uhr
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