Universität Erfurt

Forschungsbibliothek Gotha

Handschriften: orientalisch: Die Orientalische Handschriftensammlung der Forschungsbibliothek Gotha

Ibn al-Wardi, Kosmographie aus dem Jahre 1419, Abschrift um 1700. FB Gotha, Ms. Orient. A 1514, Bl. 1b/2a.

Bedeutung der Sammlung

Die orientalische Handschriftensammlung der Forschungsbibliothek Gotha ist mit 3.496 Bänden die drittgrößte Sammlung ihrer Art in Deutschland. Die maßgeblich im frühen 19. Jahrhundert entstandene Sammlung umfasst neben historischen und biographischen Abhandlungen ebenso Handschriften aus den Bereichen der Theologie, Jurisprudenz, Medizin, Grammatik, Lexikographie als auch der Poesie und deckt somit inhaltlich ein breites Spektrum islamischer Gelehrsamkeit ab.

Sammlungsgeschichte

Erste Handschriften gelangten in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts durch Schenkungen und den Kauf der Gelehrtenbibliothek des Jenaer Theologen Johann Ernst Gerhard (1621-1668) in die Bibliothek.
Die entscheidende Phase der Gothaer Orientalia setzte schließlich unter den Herzögen von Sachsen-Gotha-Altenburg, Ernst II. (1745-1804) und August (1772-1822), ein, die die Forschungsreisen des Naturwissenschaftlers Ulrich Jasper Seetzen (1767-1811) teilfinanzierten und im Gegenzug den Erwerb astronomischer Geräte, Handschriften und interessanter Artefakte in Auftrag gegeben hatten. Während seiner neunjährigen Reise in den Nahen Osten erwarb Seetzen insgesamt ca. 2.700 mehrheitlich arabische Handschriften für seine Patrone.
Nach seinem Tod wurden im 19. Jahrhundert noch ca. 40 orientalische Handschriften erworben, die Phase des Sammelns in umfangreichem Maße war hingegen vorüber. Einzelne später erworbene Handschriften ergänzen die Sammlung sinnvoll.

Erschließung der Sammlung

Im frühen 18. und 19. Jahrhundert erstellten Gothaer Bibliothekare erste Kataloge zur Orientalia auf Schloss Friedenstein. Das umfassendste Verzeichnis der Gothaer orientalischen Handschriften legte der Indologe und Philologe Wilhelm Pertsch (1832-1899) vor. Zwischen 1856 und 1893 erschloss er die Sammlung erstmals entsprechend der verwendeten orientalischen Sprachen in acht Bänden und setzte Maßstäbe bei der wissenschaftlichen Erschließung orientalischer Handschriften.

Kataloge

Publikationen zur Sammlung

Saeed Zarrabi-Zadeh: Sufism and the Formative Period of German Orientalism: The Case of Oriental Manuscripts Preserved at the Gotha Research Library. Erfurt 2016.

 

Die Handschriften können nach Voranmeldung im Sonderlesesaal eingesehen werden. Aus konservatorischen Gründen können teilweise nur Mikrofilme angeboten werden.

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