Universität Erfurt

Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt

Aktuelles

Stellenausschreibung Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Publikationen), Kennziffer 01/2018

Am Forschungszentrum Gotha (FZG), einer zentralen wissenschaftlichen Einrichtung der Universität Erfurt, ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende befristete Stelle (65 %) für die Dauer von 4 Jahren zu besetzen:

Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in (Publikationen) Entgeltgruppe 13 TV-L (65 %)

Das FZG initiiert und koordiniert interdisziplinäre Forschungsvorhaben zur Kultur- und Wissensgeschichte der Neuzeit, vorwiegend auf Grundlage der reichen historischen Bestände der Forschungsbibliothek Gotha (Frühe Neuzeit/Sammlung Perthes), und kooperiert im Sammlungs- und Forschungsverbund Gotha mit dieser sowie der Stiftung Schloss Friedenstein. Es betreibt und fördert Graduierten- und Postgraduiertenausbildung, betreut zahlreiche internationale Gast-wissenschaftlerInnen und StipendiatInnen, veranstaltet Vorträge, Workshops und internationale Konferenzen. Weitere Informationen können Sie hier auf den Seiten unserer Homepage entnehmen.

Aufgabengebiet

Sie betreuen Schriftenreihen, Tagungsbände und andere Publikationen des Forschungszentrums Gotha von der Manuskripteinreichung bis zur Drucklegung und unterstützen Direktion, Geschäftsführung und Wissenschaftliche MitarbeiterInnen bei deren Publikationstätigkeit. Dabei redigieren Sie selbstständig wissenschaftliche Texte und entwickeln diese in Abstimmung mit den (internen und externen) AutorInnen inhaltlich wie formal bis zur Publikationsreife weiter. In Absprache mit der Geschäftsführung verfassen Sie eigenständig Berichte und redigieren Zuarbeiten der MitarbeiterInnen des FZG ebenso wie Drittmittel- und Förderanträge. Sie unterstützen das Team bei der Veranstaltungsorganisation und -durchführung sowie bei der Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Zusammenhang sind Sie verantwortlich für Bildredaktion und Pressefotos und verfassen in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung Texte für die Webseite und andere Imagemedien (Newsletter, Blog, Soziale Medien).

Anforderungen

• sehr guter geistes- bzw. kulturwissenschaftlicher Hochschulabschluss (mindestens MA-Niveau)
• Erfahrungen im Projekt bzw. Wissenschaftsmanagement
• hervorragende schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit auf Deutsch und Englisch sowie idealerweise einer weiteren Fremdsprache
• umfassende Erfahrungen beim Redigieren wissenschaftlicher Texte aus unterschiedlichen Wissensfeldern, auch auf Englisch
• Erfahrungen in der Arbeitsweise wissenschaftlicher Einrichtungen und mit Publikationsprozessen
• Umfängliche Kenntnisse im Einsatz von Publikationssoftware
Darüber hinaus erwarten wir Interesse an den Schwerpunkten des Forschungszentrums sowie Aufgeschlossenheit für Neue Medien.
Hohe kommunikative und soziale Kompetenz setzen wir ebenso voraus wie integratives Auftreten, Eigeninitiative, strukturierte und eigenverantwortliche Arbeitsweise, Flexibilität und Engagement.
Eine eigene Expertise auf einem der folgenden Gebiete: Wissens- bzw. Wissenschaftsgeschichte,
Ideengeschichte, Globalgeschichte, sammlungsbezogene Forschung sowie weitere Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil.

Anmerkungen

Es gelten die allgemeinen Einstellungsvoraussetzungen nach § 84 Abs. 4 Thüringer Hochschulgesetz
(ThürHG).
Die Universität fühlt sich dem Ziel der Gleichstellung von Männern und Frauen verpflichtet.
Bewerbungen von Frauen werden daher begrüßt. Schwerbehinderte haben bei gleicher Eignung,
Befähigung und fachlicher Qualifikation Vorrang bei der Einstellung.
Bewerbungsfrist
Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen senden Sie bitte in elektronischer Form unter
Angabe der Kennziffer bis zum 04.02.2018 an:
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt • Herrn Direktor Prof. Dr. Martin Mulsow
Schloss Friedenstein • 99867 Gotha

E-Mail: forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de

Hinweis

Für Rückfragen steht Ihnen der Wissenschaftliche Geschäftsführer des FZG, Herr Dr. Markus
Meumann, per E-Mail (markus.meumann@uni-erfurt.de) gern zur Verfügung.
Die durch die Bewerbung entstehenden Kosten werden nicht durch die Universität Erfurt
übernommen.

Die vollständige Ausschreibung können Sie auch als pdf herunterladen. Diese und weitere Stellenausschreibungen der Uni Erfurt finden Sie auch hier.

HES-Stipendiat des Jahres 2013 mit renommiertem Natalie-Zemon-Davis-Preis ausgezeichnet

Dr. Marco Lamanna von der Universität Luzern (Schweiz), der im Jahr 2013 mit einem Herzog-Ernst-Stipendium der Fritz Thyssen Stiftung in Gotha über „Liborius Capsius (1589–1654) and the Evangelical University of Erfurt“ geforscht hat, hat kürzlich den renommierten Natalie-Zemon-Davis-Preis erhalten. Mit dem Preis, der das Lebenswerk der kanadisch-amerikanischen Historikerin würdigt, wird alljährlich der beste Artikel des in Kanada erscheinenden Journals Renaissance et Reformation ausgezeichnet, das Zemon Davis mitbegründet hat. Lamannas preisgekrönter Artikel "Tommaso Campanella in the Schulmetaphysik: The Doctrine of the Three Primalities and the Case of the Lutheran Liborius Capsius (1589-1654) in Erfurt" ist das unmittelbare Ergebnis seines Forschungsaufenthaltes in Gotha und fasst die dabei gewonnenen Erkenntnisse zusammen.
Das Forschungszentrum und die Forschungsbibliothek Gotha gratulieren Dr. Marco Lamanna sehr herzlich und freuen sich über die Auszeichnung.

Freigeist-Fellowship für Bernhard Schirg am Forschungszentrum Gotha

Die VolkswagenStiftung hat Dr. Bernhard Schirg für sein Projekt „Reaching for Atlantis. The cultural biographies of objects under the Swedish Empire and beyond“ ein Freigeist-Fellowship am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt bewilligt. Die Stiftung unterstützt damit nach eigenen Angaben „junge außergewöhnliche Forscherpersönlichkeiten, die sich zwischen etablierten Forschungsfeldern bewegen und risikobehaftete Wissenschaft betreiben möchten“. Das Stipendium ist mit einer knappen Million Euro dotiert und zunächst auf die Dauer von fünf Jahren angelegt.

„Das Fellowship ist für mich die wunderbare Chance, eine Idee mit größtmöglicher Eigenständigkeit, Freiheit und Offenheit in einem Umfeld und mit einem Team meiner Wahl umzusetzen und meinen Forschungen über disziplinäre Zwänge und klassische Karrieremuster der akademischen Realität hinweg nachgehen zu dürfen“, freut sich Bernhard Schirg. Der promovierte Neo-Latinist, im Frühjahr 2017 Herzog-Ernst-Stipendiat am Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt, war bis Ende 2017 in einem Berliner Projekt zur schwedischen Wissenschaftsgeschichte und zum Antiquarismus im Ostseeraum tätig, aus dem schließlich sein Gothaer Forschungsvorhaben hervorging.

„Ziel meines Freigeist-Projekts ist es, gleichzeitig Wissenschafts-, Natur- und Sammlungsgeschichte zu erzählen und sichtbar zu machen – anhand ausgewählter Objekte, auf deren Basis Gelehrte zur Zeit des schwedischen Großreichs (ca. 1650–1720) das ruhmreiche Narrativ der Frühgeschichte ihrer Nation entwickelten“, erläutert Schirg. Mithilfe einer digitalen Plattform und der Einbindung historischer Quellen möchte er darstellen, wie diese Objekte zu unterschiedlichen Zeiten kontextualisiert und interpretiert worden sind. Dabei arbeitet Schirg mit internationalen Forschern, Bibliotheken, Museen und Experten in den Digital Humanities zusammen. Diese vielschichtige Perspektive auf Objekte wird Erkenntnisse über ihre soziale Geschichte(n), über wissenschaftliche Paradigmenwechsel sowie frühneuzeitliche Sammlungspraktiken in einem bisher wenig erforschten Feld gestatten. „Gotha ist dafür ein idealer Ort, weil Gotha Objektsammlungen mit einer historischen Bibliothek sowie einem exzellenten Forschungszentrum mit regem internationalen Austausch vereint. Die Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein bietet einzigartige Bestände und stellt auch mit Blick auf die technischen Herausforderungen des Projekts einen starken Kooperationspartner dar.“

Ausgangspunkt der Arbeit von Bernhard Schirg ist die monumentale vierbändige „Atlantica“, in der der Universalgelehrte Olof Rudbeck (1630–1702) aus Uppsala nicht nur Platons Atlantis, sondern auch den Ursprung der gesamten klassischen Tradition auf den Norden zurückführte. In der Folge fanden umfangreiche Deutungen und Umdeutungen der materiellen Kultur sowie des klassischen Erbes statt. Das systematische Studium und die Deutung archäologischer Funde und der nordischen Natur eröffneten einen Zugang, mit dem sich die Texte klassischer Autoren als (missverstandene) Zeugnisse einer glanzvollen Frühgeschichte Schwedens – des wahren Atlantis – lesen ließen. Als Artefakte und Naturalia in zeitgenössischen Sammlungen vereint, lieferten sie greifbare Belege für die rudbeckianischen Antiquare, die in ihren hermeneutischen Anstrengungen das Defizit der Großmacht an historiografischen Quellen auszugleichen versuchten.

Das interdisziplinäre Projekt wagt einen Perspektivwechsel auf eine enorm einflussreiche, doch bisher wenig beachtete Epoche in der europäischen Geistesgeschichte. Mit zahlreichen Textdokumenten und Bildern – darunter Reiseberichte, akademische Publikationen und Gelehrtenkorrespondenzen – zeichnet es die Laufbahn ausgewählter Objekte in akademischen und sozialen Kontexten nach und trägt zu einer Neuverortung von aus früheren Sammlungs- und Interpretationskontexten gelösten Objekten bei.

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