Forschung

Aktuelle Projekte

Globalisierung im Krebsgang: Neue Konfliktlinien in der internationalen Arbeitsteilung (Heisenberg-Förderung)

Projektleitung: PD Dr. Stefan Schmalz

Förderung: DFG (Heisenberg-Förderung)

Laufzeit: 1.10.2021-31.9.2026

Das Projekt bezieht sich auf die aktuelle Krise der Globalisierung. Bereits vor der Corona-Krise war offenkundig, dass der Globalisierungsschub seit den 1980er Jahren ins Stocken geraten ist. Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/09 wuchs der Welthandel nur noch schleppend, die internationalen Direktinvestitionen fielen sogar. Hinzu kamen neue Konflikte. Ereignisse wie das Brexit-Votum oder der US-amerikanisch-chinesische Handels- und Wirtschaftskrieg verdeutlichen, dass vermehrt Grenzen gezogen werden und Barrieren entstehen. Das Arbeitsprogramm der Förderung widmet sich solchen neuen (De)globalisierungskonflikten, bei denen der Rückbau transnationaler Verflechtungen verhandelt wird. Hierbei soll die Anatomie dieser Konflikte an dem zentralen Bereich der internationalen Arbeitsteilung herausgearbeitet und ergründet werden, was Deglobalisierung bedeutet. Im Zentrum des Interesses stehen unter anderem Konflikte um die Regulierung der staatsgetriebenen Internationalisierung chinesischer High-Tech-Unternehmen oder auch die Globalisierungskritik von Industriearbeiter*innen in deindustrialisierten Regionen.

SFB/Transregio 294: "Strukturwandel des Eigentums": JRT 02 „Kampf oder Konvergenz der Kapitalismen“

JRT02: Kampf oder Konvergenz der Kapitalismen. Eigentumskonflikte um chinesische Direktinvestitionen in Deutschland und der Europäischen Union

Projektleitung: PD Dr. Stefan Schmalz

Wissenschaftliche Mitarbeiter*innen: Philipp Köncke, Lea Schneidemesser; assoziiert: Helena Gräf, Hui Xu

Förderung: Universität Erfurt/DFG

Laufzeit: 1.1.2021-31.12.2024

Ziel des Teilprojekts ist es, die Eigentumskonflikte zu analysieren, die aus chinesischen Direktinvestitionen in Deutschland und der EU resultieren. Die Expansion chinesischer Konzerne, bei der der Staat eine wichtige Rolle als Kontrollinstanz und (Teil-)Eigentümer spielt, führt gerade in Deutschland zu industriepolitischen Reaktionen. Das Projekt verfolgt ein Mixed-Methods-Design: Es werden Fälle von Übernahmen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie sowie paradigmatische Fallbeispiele von Direktinvestitionen untersucht, die die Industriepolitik in Deutschland und der EU prägen. Begleitend werden eine Netzwerkanalyse zu Eigentumsordnungen von chinesischen Unternehmensnetzwerken und Investitionen sowie eine Politikfeldanalyse zur „Industriestrategie 2030“ durchgeführt.

Homepage: https://sfb294-eigentum.de/de/teilprojekte/konzepte-kategorien-theorien-zentralprojekt-fur-ergebnissicherung-konzeptentwicklung-und-gesellschaftsvergleich/

Der Streikmonitor: Standardisierte Erhebung zur langfristigen Erfassung von Streikaktivitäten in Deutschland

Projektleitung: PD Dr. Stefan Schmalz

Studentische Mitarbeiter*innen: Sebastian Liegl, Dirk Müller

Förderung: Heinz-Jung-Stiftung

Laufzeit: Fortlaufend ab 1.1.2016

 

In den letzten Jahren ist ein größerer Formwandel des Arbeitskonflikts zu beobachten. Es kommt zu einer Tertiarisierung und Feminisierung des Streiks. Oftmals sind Bereiche betroffen, die bisher als streikarm galten und nah am Lebensalltag der Bevölkerung sind (personenbezogene Dienstleistungen, Verkehrswesen und Transportsektor, etc.). Zudem führt die Zersplitterung des deutschen Tarifsystems zur Dezentralisierung des Streikgeschehens. Die Veränderung des Arbeitskonflikts in Deutschland bedarf also einer genaueren Beobachtung. Hier setzt der Streikmonitor an. Seit dem 1. Januar 2016 werden alle Streikaktivitäten in der Bundesrepublik in einer Datenbank gesammelt. Es ist ein langfristig angelegtes Projekt, durch das eine dauerhafte Begleitung von Streikaktivitäten in der Bundesrepublik gewährleistet werden soll.