Jugend trifft Politikwissenschaft: Wie sehen sich junge Menschen in Thüringen auf Landesebene repräsentiert?
(2026, Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie), bearbeitet von Prof. Dr. André Brodocz und Manuel Kautz, M.A., in Kooperation mit dem Landesjugendring Thüringen).
Aufgrund des demografischen Wandels ist der Anteil junger Menschen in Thüringen stetig abgesunken. Junge Menschen zwischen 15 bis unter 25 Jahren machen in Thüringen 8,4 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Landespolitisch geht damit einher, dass auch der Anteil junger Menschen an der Wahlbevölkerung relativ gering ist. Jugendliche unter 18 Jahren sind von den Wahlen zum Thüringer Landtag ausgeschlossen. In einigen Fällen bedeutet dies, dass manche von ihnen erst mit einem Alter von 22 Jahren das erste Mal an Landtagswahlen teilnehmen können. Der geringe demografische Anteil könnte zur Folge haben, dass die Parteien den Interessen junger Menschen einerseits geringere Aufmerksamkeit als größeren Interessensgruppen schenken; andererseits könnte es dies zur Folge gaben, dass die die jungen Menschen von den im Thüringer Landtag vertretenen Parteien nicht allein oder zumindest nicht vorrangig erwarten, in der Landespolitik repräsentiert zu werden. Sie könnten dies in nachvollziehbarer Weise ebenso von anderen politischen Akteuren wie zivilgesellschaftlichen Vereinigungen und Initiativen oder Verbänden erwarten. Nicht zuletzt kommen durch die sozialen Medien inzwischen auch noch andere Akteure wie zum Beispiel Influencerinnen und Influencer oder Podcast-Hosts als nicht-gewählte Repräsentierende von Jugendlichen infrage. Vor diesem Hintergrund wird in diesem Projekt untersucht, von welchen Akteuren junge Menschen in Thüringen erwarten repräsentiert zu werden und von welchen Akteuren sie sich tatsächlich repräsentiert sehen.

