Gotha Manuscript Talks, Herbst 2022

Die Provenienz von Handschriften jenseits von Europa

Provenienzspuren: Leser- und Besitzervermerke in einer Handschrift

Veranstaltet von der Forschungsbibliothek Gotha in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Konrad Hirschler (Centre for the Study of Manuscript Cultures, Universität Hamburg)

Bitte beachten Sie: Alle Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. Weitere Informationen können Sie der englischen Version dieser Webseite entnehmen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Frage der Provenienz zu einem zentralen Thema in der Handschriftenforschung entwickelt und ein ganzes Fachgebiet hervorgebracht - die Provenienzforschung. Sowohl in der Wissenschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit hat die Beschäftigung mit dem Besitz und der Überlieferung von Handschriften und kulturellem Erbe das Bewusstsein für das Erbe des Kolonialismus geschärft. Aufgrund von Machtungleichgewichten, wirtschaftlicher Ausbeutung und gewaltsamem Zwang gelangten arabische, osmanische und persische Manuskripte in großer Zahl in europäische Bibliotheken, Archive, Museen und Sammlungen. Die Untersuchung der Herkunft nahöstlicher Handschriften hat es Wissenschaftlern ermöglicht, sich kritisch mit diesem Erbe auseinanderzusetzen und neue Forschungsbereiche zu erschließen. Manuskripte, die nach Europa gebracht wurden, waren jedoch oft schon jahrhundertelang im Umlauf, während andere Manuskripte den Nahen Osten nie verließen. Selbst im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert waren europäische Staaten und Einzelpersonen nicht die einzigen – und oft nicht unbedingt die wichtigsten – Akteure, die nahöstliche Manuskripte transferierten. Indem wir den analytischen Blickwinkel der Provenienz aufgreifen, ihn aber nicht auf europäische, sondern nahöstliche Akteure ausrichten, können wir neue Fragen stellen: Wie lässt sich das Wirken außereuropäischer Akteure im Bereich der Manuskriptbewegungen rekonstruieren? In welchen kulturellen, religiösen oder sozialen Milieus zirkulierten Manuskripte im Osmanischen Reich und im Safawidenreich? Wie kann die Untersuchung der Herkunft von Manuskripten uns helfen, das Wesen und die Bedeutung von Büchern und Büchersammlungen sowie der materiellen Kultur im Nahen Osten im Allgemeinen zu verstehen? Inwieweit wirft die Übertragung von Manuskripten von einem Besitzer zum anderen ein Licht auf soziale oder wirtschaftliche Ungleichheiten, auf den sozialen Aufstieg oder Abstieg von Individuen und Gruppen? Inwiefern hilft sie uns, die Beziehungen solcher Gruppen und Individuen zu Bildungsinstitutionen und politischen Eliten zu verstehen?

Die Herbstreihe der Gotha Manuscript Talks 2022 ist der außereuropäischen Provenienz von Handschriften gewidmet. Im Bewusstsein der zentralen Bedeutung der Provenienz für die kritische Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe befassen sich die Referenten mit Provenienz als Instrument zur Untersuchung der sozialen, wirtschaftlichen, religiösen und kulturellen Horizonte von Personen und Gruppen in Nordafrika und Westasien, die Bücher und Büchersammlungen besaßen, sammelten, verkauften, verliehen, vererbten und stifteten.

Link zur Veranstaltung: https://uni-erfurt.webex.com/meet/veranstaltungen.fb

12. Oktober 2022: "A Treasury of Books Across the Indian Ocean: Isma’ili Manuscripts from to Yemen to Gujarat" mit Dr. Olly Akkerman (Freie Universität Berlin)

12. Oktober 2022, 18:15 Uhr

Dr. Olly Akkerman (Freie Universität Berlin)

A Treasury of Books Across the Indian Ocean: Isma’ili Manuscripts from to Yemen to Gujarat

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zur Referentin erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

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26. Oktober 2022: "Mobile Arabic manuscripts across the early modern western Indian Ocean" mit Dr. Christopher Bahl (Durham University)

26. Oktober 2022, 18:15 Uhr

Dr. Christopher Bahl (Durham University)

Mobile Arabic manuscripts across the early modern western Indian Ocean

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zu den Referenten erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

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9. November 2022: "Constantinople: Capital of Arabic Literature" mit Dr. Boris Liebrenz (Saxon Academy of the Sciences and Humanities)

9. November 2022, 18:15 Uhr

Dr. Boris Liebrenz (Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig)

Constantinople: Capital of Arabic Literature

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30. November 2022: "Literary and historical manuscripts in seventeenth-century Aleppo: The “Dervish” Aḥmad revisited" mit Dr. Simon Mills (Newcastle University)

30. November 2022, 18:15 Uhr

Dr. Simon Mills (Newcastle University)

Literary and historical manuscripts in seventeenth-century Aleppo: The “Dervish” Aḥmad revisited

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zur Referentin erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

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