Scattered, Looted, Vandalized, and Destroyed: Manuscripts and Violence

Prophetentraditionen, mit Hinweisen auf die Belagerung und Plünderung der Stadt Buda.

Veranstaltet von der Forschungsbibliothek Gotha in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Konrad Hirschler (Centre for the Study of Manuscript Cultures, Universität Hamburg)

Bitte beachten Sie: Alle Vorträge werden in englischer Sprache gehalten. Weitere Informationen können Sie der englischen Version dieser Webseite entnehmen.

Please note: All lectures are given in English. For further information, please visit the English version of this website.

Ist von der Zirkulation arabischer, osmanischer und persischer Handschriften die Rede, so sind damit oft Aktivitäten angedacht wie Kaufen, Schenken, Sammeln, Vererben, Verleihen, Stiften und Tauschen. Diese gaben wichtige Impulse für den Transfer von Büchern von einem Ort zum anderen, von einer Person zur anderen oder von einer Institution zur anderen. Manchmal wurden Bücher jedoch auch in von Gewalt geprägten historischen Episoden und durch zerstörerische Ereignisse, die Gemeinschaften oder sogar ganze Gesellschaften betrafen, in Umlauf gebracht. Inmitten von Unruhen wurden sie gestohlen und verschleppt, wie im Fall von Muley Zidan, dem Sultan von Marokko (1603-1627), dessen arabische Manuskripte in die Bibliothek des Escorial gelangten, nachdem sie in die Hände europäischer Piraten gefallen waren. Bücher konnten auch zur Kriegsbeute werden, zum Beispiel während der Osmanischen Kriege in Europa: Laut einer Notiz in einem ḥadīth-Werk aus dem siebzehnten Jahrhundert wurde die Handschrift, die heute in der Forschungsbibliothek Gotha aufbewahrt wird (Ms. orient. A 3), auf dem Schlachtfeld „unter dem Körper eines toten Muftis“ gefunden. Gewaltvolle Konflikte und Unruhen konnten aber auch zur völligen Zerstörung von Büchersammlungen und Bibliotheken führen und die Erhaltung, Nutzung und Verbreitung von Büchern unterbinden. Vom Ende des 20. Jahrhunderts bis heute wurden bedeutende Büchersammlungen und Bibliotheken geplündert, verwüstet und zerstört. Solche Ereignisse gefährden nach wie vor seltene Handschriftenkulturen, wie im Fall der historischen Handschriften der Bibliothek von Timbuktu, die 2013 verbrannt wurden, oder im Fall des zaiditischen Manuskripterbes, das durch den Bürgerkrieg im Jemen gefährdet ist.

Die Frühjahrsreihe der Gotha Manuscript Talks 2022 beschäftigt sich mit dem Schicksal von Handschriften in Zeiten von Gewalt und Zerstörung. Die Referenten erörtern, wie sich solche Unterbrechungen auf Bewahrungs-, Nutzungs- und Verbreitungsmuster auswirkten, und sie fragen nach den Folgen solcher gewaltsamen Verlagerungen und Transfers für die Handschriftenkulturen des Nahen Ostens und andernorts.

Link zur Veranstaltung: https://uni-erfurt.webex.com/meet/veranstaltungen.fb

Gotha Manuscript Talks, Frühjahr 2022

16. März 2022: "Looted, Lost, Forgotten: The Libraries of the Hafsids (c. 1250–1574) before the Sack of Tunis in 1535 and After" mit Dr. Laura Hinrichsen (Berlin)

16. März 2022, 18:15 Uhr

Dr. Laura Hinrichsen (Berlin)

Looted, Lost, Forgotten: The Libraries of the Hafsids (c. 1250–1574) before the Sack of Tunis in 1535 and After

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zur Referentin erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

30. März 2022: "From Ségou to SAVAMA: Destruction and Creation of West African Archives 1892-2022" mit Dr. Ali Diakite und Dr. Paul Naylor (Collegeville, Minnesota)

30. März 2022, 18:15 Uhr

Dr. Ali Diakite und Dr. Paul Naylor (Collegeville, Minnesota)

From Ségou to SAVAMA: Destruction and Creation of West African Archives 1892-2022

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zu den Referenten erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

13. April 2022: "After 1683: The Circulation of Türkenbeute Manuscripts" mit Dr. Paul Babinski (Kopenhagen)

13. April 2022, 18:15 Uhr

Dr. Paul Babinski (Kopenhagen)

After 1683: The Circulation of Türkenbeute Manuscripts

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zum Referenten erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

27. April 2022: "What is the Delhi Collection and why does it matter? Looting, Restitution and Islamic Manuscripts in 1857 Delhi" mit Dr. Nur Sobers-Khan (Cambridge, Massachusetts)

27. April 2022, 18:15 Uhr

Dr. Nur Sobers-Khan (Cambridge, Massachusetts)

What is the Delhi Collection and why does it matter? Looting, Restitution and Islamic Manuscripts in 1857 Delhi

Bitte beachten Sie: Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten. Informationen zum Inhalt und zur Referentin erhalten Sie in der englischen Version dieser Seite.

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