Luise-Dorothea-Stipendium für Hofkulturforschung der Fritz-Wiedemann-Stiftung (drei Monate)
Das Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt vergibt erneut ein dreimonatiges Stipendium für die Erforschung der Hofkultur des 17. und 18. Jahrhunderts an eine/n Wissenschaftler/in mit exzellenter Promotion/PhD. Das international ausgerichtete Stipendium steht allen historisch orientierten Fachrichtungen offen. Es fördert Projekte, die sich auf Grundlage der Gothaer Sammlungen schwerpunktmäßig der Erforschung der frühneuzeitlichen Hofkultur widmen. Ein klar begründeter Bezug auf die vor Ort befindlichen Bestände ist daher unabdingbar, das Forschungsthema selbst muss aber nicht ausschließlich auf Gotha beschränkt sein, sondern kann, beispielsweise durch einen vergleichenden oder verflechtungsgeschichtlichen Zugang, die Erforschung des Gothaer Hofes mit der anderer Höfe der Zeit von ca. 1650 bis 1850 verbinden.
Die Namensgeberin des Stipendiums, Herzogin Luise Dorothea von Sachsen-Gotha und Altenburg (1710–1767), galt ihren Zeitgenossen als eine der gebildetsten Fürstinnen ihrer Zeit, die sich insbesondere für die Beförderung der französischen Aufklärung einsetzte und ein weitverzweigtes Korrespondenznetzwerk unterhielt, u.a. mit Rousseau und Voltaire und dem sächsischen Grafen Ernst Christoph von Manteuffel, dem „Mäzen der Aufklärung“ und Unterstützer Christian Wolffs. Sie steht daher exemplarisch für eine moderne Erforschung der frühneuzeitlichen Hofkultur unter ausdrücklicher Einbeziehung kulturwissenschaftlicher und geschlechtergeschichtlicher Forschungsansätze.
Der Standort Gotha mit den universell ausgerichteten Sammlungen der Friedenstein Stiftung Gotha, der Forschungsbibliothek Gotha und den Beständen des Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Gotha gehört zu den herausragenden Sammlungs- und Forschungsstandorten für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und der Neuzeit. Während der Zeit ihres Aufenthaltes vor Ort sind die Stipendiat:innen an das Forschungszentrum Gotha (FZG) angebunden. Das FZG hat in den vergangenen Jahren verschiedentlich Impulse für die Erforschung der Gothaer Hofkultur gesetzt, u. a. mit den Tagungen zum „Schloss als Hörsaal“ 2017 und zum 300. Geburtstag des deutsch-französischen Kulturvermittlers Friedrich Melchior Grimm im September 2023 sowie mit zwei Sommerschulen zu „Afrikanern an europäischen Höfen der Frühen Neuzeit“ (2022) und „Gothas Afrika. Höfische Wahrnehmungen des Kontinents in der Frühen Neuzeit“ (2025). Mit dem Luise-Dorothea-Stipendium der Fritz-Wiedemann-Stiftung sowie begleitenden Projektanträgen sollen diese Forschungen in den nächsten Jahren fortgeführt und intensiviert werden.
Das Stipendium beläuft sich auf 2.000 Euro monatlich. Hinzu kommt ggf. eine Familienpauschale in Höhe von 400 Euro monatlich sowie eine Reisekostenpauschale von einmalig 500 EUR. Das Forschungszentrum ist bei der Vermittlung von Kinderbetreuungsangeboten behilflich. Für den gesamten Stipendienzeitraum besteht Residenzpflicht.
Das Stipendienprogramm wird gefördert von der Dr. phil. Fritz Wiedemann-Stiftung im Stifterverband.
Förderzeitraum: 3 Monate, 1. Oktober – 31. Dezember 2026

