Der Historiker Kai Lehmann zeigt in seinem Vortrag am Forschungszentrum Gotha, wie aus Angst Verdacht, aus Verdacht Anklage und aus Anklage Vernichtung werden konnte – und welche Rolle Flugschriften, Predigten und Gerüchte dabei spielten.
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen konkrete Lebenswelten, Beziehungen und Schicksale der Betrof-fenen. Zugleich stellt Lehmann unbequeme Fragen an religiöse Deutungsmuster von Schuld und Sündenbockmechanismen – Fragen, die weit über die Frühe Neuzeit hinausweisen. Der Vortrag verbindet historische Forschung mit einem Thema von bedrückender Aktualität: Wie gehen Gesellschaften mit Angst, Krise und der Suche nach Schuldigen um?
Der Vortrag findet am 29. Oktober um 17:15 Uhr im Vortragssaal des Forschungszentrums Gotha statt. Der Eintritt ist frei – alle Interessierten sind herzlich willkommen.
Dr. Kai Lehmann ist Historiker und Direktor der Museen im Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen. Er leitet das Museum Schoss Wilhelmsburg in Schmalkalden sowie das Technische Museum „Neue Hütte“ und das Besucherbergwerk „Finstertal“. Sein aktuelles Buch „Hexen vor Gericht! Krisen, Angst und Massenmedien vor 1800. Hexenprozesse in Deutschland“ ist im Herder Verlag erschienen.

