„Life, Liberty and the pursuit of Happiness“ – kaum eine Formel hat das Selbstbild der USA stärker geprägt. Die junge amerikanische Republik verstand Freiheit nicht nur politisch, sondern vor allem ökonomisch:
Eigentum, Arbeit und individuelle Selbstständigkeit galten als Voraussetzungen republikanischer Ordnung. Der Vortrag zeichnet nach, wie aus diesem Denken ein Wirtschaftsmodell entstand, das sich früh grundlegend von europäischen Traditionen unterschied. Im Zentrum stehen die ökonomischen Grundlagen der USA nach 1776 – vom Ideal des unabhängigen Produzenten über das Misstrauen gegen Monopole bis zum Aufstieg von Finanz-märkten und Corporations. Zugleich richtet der Vortrag immer wieder den Blick auf spätere Entwicklungen: auf den spezifisch amerikanischen Kapitalismus, die besondere Rolle des Staates, den Mythos vom Selfmade-Man und die bis heute prägende Verbindung von Freiheit, Markt und Ungleichheit.
Prof. Dr. Hiram Kümper ist seit 2013 Professor für Geschichte des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit an der Universität Mannheim. Von Juni 2026 bis Mai 2027 nimmt er am Forschungszentrum Gotha das Friedenstein-Fellowship wahr. Sein aktuelles Buch “Mythos 1776. Traum und Erwachen der amerikanischen Nation” ist Anfang 2026 erschienen.

