Termin: 24. bis 28. August 2026
Organisation: Veranstaltet vom Forschungszentrum Gotha in Zusammenarbeit mit der Forschungsbibliothek Gotha und der Friedenstein Stiftung Gotha; gefördert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Leitung: Prof. Dr. Martin Mulsow
Die seit mehr als zwei Jahrzehnten blühende „Food History“ ist eine Richtung der Geschichtswissenschaft, in der viele Disziplinen zusammenwirken: Ernährungsgeschichte, Botanikgeschichte, Globalgeschichte, Humangeographie, Wirtschaftsgeschichte sowie die Erforschung materieller Kultur. Die Kultur menschlicher Essweisen, Nahrungsmittel und Gewürze über die Jahrhunderte, das Zusammenwirken von Nahrung, Infrastruktur und Kultur in bestimmten Regionen (sogenannte „Foodscapes“), die globalen Transfers von Nutzpflanzen, Gewürzen und Rezepten (sogenannte „Foodways“), die Produktions- und Diffusionsgeschichte von zentralen Konsumwaren (Salz, Zucker, Tee, Kaffee, Schokolade), die soziopolitischen und emotional-kulturellen Kontexte von Diäten und Ernährungsweisen (wie Vegetarismus, Ritualgesetze), die kulturell-symbolischen Ausformungen von Nahrung (Sprichworte, Metaphern, Bildlichkeit, Romane) bis hin zur Wissensbewahrung und -übermittlung durch Rezepte markieren Forschungsaspekte, die in diesem Bereich verfolgt werden und sich vielfach überlagern. Es gibt heute zahllose Veröffentlichungen über die Globalgeschichte einzelner Lebens- und Genussmittel, aber auch große Überblicke über die Geschichte der Esskultur sowie damit zusammenhängende Transfer- und Verflechtungsphänomene (vom „Columbian Exchange“ über die „Gewürzstraßen“, von der Übersetzung von Kräuterbüchern bis zur Ausbreitung von amerikanischem Fast Food).
Der Sommerkurs wird in die verschiedenen Fragestellungen einführen und sich auf die globalen Aspekte der Food History in der Vormoderne (von den frühesten Zivilisationen bis ca. 1800) konzentrieren. Da in Gotha zahlreiche Sammlungen beherbergt sind, wird der Kurs exemplarisch auf Objekte (in Schloss Friedenstein), alte Drucke, Manuskripte und Karten (in der Forschungsbibliothek Gotha und der Sammlung Perthes) zurückgreifen. Außerdem wird er eine praktische Komponente enthalten: das gemeinsame Nachkochen von historischen Rezepten (vom mesopotamischen Linseneintopf bis zur höfischen Küche des 18. Jahrhunderts).
Thematisch wird zu erkunden sein, was Food History zur Globalgeschichte beiträgt und inwieweit sie sich in die globale Kultur- und Wissensgeschichte hinein verlängern lässt: von Kaffeehäusern und drogenindizierten religiösen Erfahrungen bis zu ess-kulturspezifischen Denkformen und Problemen der Übermittlung impliziten Wissens durch Rezepte.
Der einwöchige Kurs wendet sich an fortgeschrittene Studierende während der Masterarbeit, an Promovierende und Post-Doktorand:innen, die im weiteren Umfeld dieser Thematik arbeiten und ihr Interesse vertiefen wollen, sowie an Mitarbeiter:innen von Museen und ähnlichen Institutionen, die sich mit Food History beschäftigen.
Ort der Veranstaltung: Forschungszentrum Gotha, Schloßberg 2.
Die Teilnehmenden erhalten freie Unterkunft in Gotha; die Kosten für An- und Abreise werden bis zu einem Maximalbetrag von 200 Euro (Inland) bzw. 500 Euro (Ausland) erstattet.
Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben mit Darlegung der Motivation zur Teilnahme, einem akademischen Lebenslauf sowie bei Master-Studierenden und Doktorand:innen zusätzlich einem Empfehlungsschreiben eines/r akademischen Lehrers/Lehrerin. Aus dem Anschreiben soll hervorgehen, warum eine Teilnahme gewünscht und welcher Gewinn für die derzeitige oder zukünftige wissenschaftliche Tätigkeit erwartet wird. Die Bewerber:innen sollten idealerweise an einem Projekt in diesem Feld arbeiten. Während der Sommerschule besteht die Gelegenheit, das eigene Projekt vorzustellen.
Fassen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bitte in einer PDF-Datei zusammen (max. 5 MB) und senden Sie sie an: forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de. Bitte fügen Sie ebenfalls die unterschriebene Einwilligung zur Verarbeitung personenbezogener Daten an. Einsendeschluss für Ihre Bewerbung (ausschließlich elektronisch) ist der 21. Juni 2026. Beachten Sie bitte die untenstehenden Hinweise zum Datenschutz.
Die Bewerber:innen werden bis zum 15. Juli über die Auswahl informiert. Die Zahl der Teilnehmenden ist auf max. 15 begrenzt. Ein Rechtsanspruch auf Teilnahme besteht nicht. Wir erwarten eine Teilnahme an der gesamten Sommerschule (Montagnachmittag, 24. August, bis Freitagvormittag, 28. August 2025). Die Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.
Leitung und Konzeption
Prof. Dr. Martin Mulsow
Kontakt
Kristina Petri M. A.
Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt
Schloßberg 2
99867 Gotha
E-Mail: forschungszentrum.gotha@uni-erfurt.de
Tel.: +49 (0)361 737 1712
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