Menschen der Frühen Neuzeit waren vielfach mobil. Reisen, Handel und Verkehr intensivierten sich in dieser Epoche enorm. Gründe für das Reisen waren religiös-spirituell, sie dienten aber auch Ausbildungs-, Bildungs- und beruflichen Zwecken, Verwandschaftsbesuche wurden ebenso unternommen. Weniger dagegen ist über die Infrastrukturen bekannt, die Reisen überhaupt erst ermöglichten, über Unterkünfte, Utensilien des Reisens, die Auswahl der Routen und Verkehrsmittel durch die Reisenden. Im Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt ist nun eine von Geschichtsstudierenden konzeptionierte und kuratierte Ausstellung „Die Faszination des Reisens: (Über)Leben in der Frühen Neuzeit“ zu sehen, die Besucher*innen in die Frühe Neuzeit zwischen 1500 und 1800 führt. Die Ausstellung beleuchtet die Reisevorbereitungen der Menschen, die Gefahren, denen sie unterwegs ausgesetzt waren, und erzählt davon, wie Reisende sich informierten. Sie zeigt die medizinische Versorgung, das Postwesen und frühneuzeitliche Souvenirs. Besuchende begleiten exemplarisch zwei fiktive Personen auf ihren Reisen – eine adelige Frau aus Weimar und einen Bürgerlichen aus Erfurt. Fiktive Reisetagebücher, die sich an realen Ereignissen und Routen orientieren, schildern ihre Erlebnisse.
Im Seminar „Reisen und Infrastrukturen in der Frühen Neuzeit“ konzipierten die Studierenden unter der Leitung von PD Dr. Astrid Ackermann Thementafeln, recherchierten Quellen und Literatur, verfassten Texte und wählten historisches Bildmaterial aus.
Eine öffentliche Führung von Richard Wacker und Astrid Ackermann findet am Donnerstag, 15. Januar, um 16 Uhr im Forschungszentrum Gotha, am Schloßberg 2, statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

