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Stipendien am Forschungscampus Gotha ausgeschrieben

Die Universität Erfurt schreibt an ihrem Forschungscampus Gotha für 2027 erneut Herzog-Ernst-Stipendien und Hiob-Ludolf-Fellowships zur Erforschung der Gothaer Sammlungen, vornehmlich in der Forschungsbibliothek Gotha, aus. Bewerbungen sind bis zum 30. September 2026 möglich.

Das Stipendienprogramm fördert die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Beständen der Forschungsbibliothek und den dazugehörigen historischen Sammlungen des Verlags Justus Perthes Gotha. Die wissenschaftlich-inhaltliche Ausrichtung zielt darauf ab, den vielfältigen Beständen und der Universalität der Gothaer Bibliothek Rechnung zu tragen. Das Programm ist thematisch und disziplinär offen. Ergänzend können auch die Bestände des Landesarchivs Thüringen – Staatsarchiv Gotha und der Friedenstein Stiftung Gotha in die Forschung einbezogen werden.

Für die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Gothaer Beständen werden ab dem 1. Februar 2027 die folgenden Stipendien vergeben:

  • Herzog-Ernst-Stipendien für Doktorand*innen (in Höhe von monatlich 1.500 Euro, ggf. zuzüglich Familienzuschlag in Höhe von pauschal 100 Euro pro Monat) für die Dauer von max. sechs Monaten;
  • Herzog-Ernst-Stipendien für Postdoktorand*innen (in Höhe von monatlich 2.000 Euro, ggf. zuzüglich Familienzuschlag in Höhe von pauschal 100 Euro pro Monat) für die Dauer von max. sechs Monaten;
  • Hiob-Ludolf-Fellowships. Diese richten sich an etablierte nationale und internationale Senior Scholars, die einen Forschungsaufenthalt von einem bis zwei Monaten in Gotha verbringen möchten. Sie erhalten hierfür eine Erstattung der Reise- und Aufenthaltskosten von bis zu 1.500 Euro monatlich.

Je nach Schwerpunktsetzung sind die Stipendiat*innen und Fellows ans Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt oder an das Forschungskolleg Transkulturelle Studien / Sammlung Perthes angebunden. Sie beteiligen sich am wissenschaftlichen Leben am Campus Gotha und berichten in einem öffentlichen Kolloquiumsvortrag über ihr Forschungsvorhaben. Zudem legen sie nach Abschluss der Studien einen Bericht über die aus den Gothaer Bibliotheksbeständen gewonnenen Erkenntnisse vor. Für die Dauer des Stipendiums besteht Residenzpflicht in Gotha.

Nähere Informationen finden Sie auf den Webseiten zu den Stipendien und in unserer Ausschreibung.

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt

…mit ihrem Sitz auf auf Schloss Friedenstein bewahrt herausragende Sammlungen zur Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit und der Neuzeit. Sie ist nach Berlin und München neben der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel die bedeutendste Bibliothek historischer Bestände des 16. bis18. Jahrhunderts in Deutschland. Seit 2003 gehört außerdem die Sammlung Perthes zur Bibliothek,die aus den Beständen des 1785 gegründeten Verlags Justus Perthes Gotha hervorgegangen ist. Sie zählt weltweit zu den bedeutendsten geografischen Spezialsammlungen. Aufgabe der Forschungsbibliothek ist die Sammlung, Bewahrung und Erschließung ihrer Quellen, die Teil des europäischen kulturellen Erbes sind. Insgesamt befinden sich in der Bibliothek etwa 700.000 gedruckte Werke, darunter rund 350.000 Drucke des 16. bis 18. Jahrhunderts. Hinzu kommen ca. 11.500 Handschriftenbände, die eine bedeutende Sammlung von Handschriften, Autografen und Nachlässen zur Kulturgeschichte des Protestantismus in der Frühen Neuzeit enthalten, sowie eine Kollektion von rund 3.500 orientalischen Handschriften – die drittgrößte ihrer Art in Deutschland. Die Bibliothek bewahrt ferner eine bemerkenswerte Sammlung von Briefen deutscher Amerika-Auswanderer. Die Sammlung Perthes umfasst die Überlieferung des Verlagshauses Justus Perthes Gotha und seiner Nachfolger und bildet mit ihren drei Bereichen Kartensammlung, Fachbibliothek und Verlagsarchiv ein einzigartiges Zusammenhangsmaterial. Die Kartensammlung enthält ca. 185.000 Blätter des 18.bis 20. Jahrhunderts aus der internationalen und verlagseigenen Kartenproduktion; die kartografisch-geografische Fachbibliothek umfasst 120.000 Bände. Das Verlagsarchiv mit 800 laufenden Metern beinhaltet u.a. die Überlieferung der Schriftleitung von Petermanns Mitteilungen, eine Belegexemplar-Sammlung der Verlagsproduktion sowie 1.650 Kupferplatten.

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