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Die neue Lust am Autoritären – Warum Menschen wieder nach einfachen Wahrheiten verlangen

Warum wächst in einer zunehmend komplexen Welt die Sehnsucht nach einfachen Antworten? Und wie hängen gesellschaftliche Ungleichheit, Diskriminierung und autoritäres Denken zusammen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die öffentliche Ringvorlesung, zu der die Universität Erfurt gemeinsam mit Thüringer Allgemeinen und dem Thüringer Landtag im Wintersemester 2026/27 alle Interessierten einlädt. Die Veranstaltungsreihe steht unter dem Motto „Die neue Lust am Autoritären – Warum Menschen wieder nach einfachen Wahrheiten verlangen“. Los geht's am 11. November. Dann spricht die Bestsellerautorin und Politologin Emilia Zenzile Roig. Der Titel ihres Vortrags lautet „Auf dem Weg zu einer Welt frei von systemischer Unterdrückung“. Beginn ist um 18.15 Uhr im Hörsaal 2 des Kommunikations- und Informationszentrums (KIZ) auf dem Campus der Universität Erfurt. Einlass ist ab 18 Uhr.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht die Frage, wie unterschiedliche Formen gesellschaftlicher Benachteiligung miteinander zusammenhängen und sich gegenseitig verstärken. Dabei geht es Emilia Zenzile Roig insbesondere um das Konzept der Intersektionalität. Es beschreibt, wie sich beispielsweise Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sozialer Stellung überschneiden kann. Menschen können demnach gleichzeitig von mehreren Formen der Benachteiligung betroffen sein, die sich nicht einfach getrennt voneinander betrachten lassen. Anhand konkreter Beispiele wird Roig verdeutlichen, welche Verbindungen zwischen Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus bestehen und wie diese gesellschaftliche Machtverhältnisse beeinflussen. Dabei geht es auch um die Frage, weshalb bestimmte Ungleichheiten häufig als selbstverständlich wahrgenommen werden und welche Möglichkeiten es gibt, festgefahrene Denkmuster aufzubrechen.

Die promovierte Politikwissenschaftlerin beschäftigt sich seit vielen Jahren mit sozialer Gerechtigkeit und struktureller Diskriminierung. Sie lehrt an Universitäten und tritt europaweit als Rednerin auf. Roig gehört einem internationalen Netzwerk von Menschen an, die sich für gesellschaftliche Veränderungen einsetzen. In ihren Vorträgen beschäftigt sie sich unter anderem mit Feminismus, Rassismus, Machtstrukturen und persönlicher Verantwortung. In Erfurt möchte sie ihr Publikum dazu anregen, eigene Wahrnehmungen und Überzeugungen zu hinterfragen und neue Perspektiven auf soziale Ungerechtigkeit zu entwickeln. Dabei dürfte auch die Frage eine Rolle spielen, warum gesellschaftliche Veränderungen auf Widerstände stoßen und weshalb einfache Erklärungen in einer komplizierten Welt zunehmend Anziehungskraft entfalten. 

Im Dezember folgt dann ein Vortrag der österreichischen Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl, und im Januar 2027 ist der Politikwissenschaftler und ehemalige WZB-Direktor Wolfgang Merkel zu Gast. Nähere Informationen zu diesen Veranstaltungen finden Sie jeweils rechtzeitig in unserem Veranstaltungskalender.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung unter www.thueringer-allgemeine.de/ringvorlesung wird jedoch gebeten.

Ansprechpartner für die Ringvorlesung an der Universität Erfurt

Inhaber der Professur für Kommunikationswissenschaft mit dem Schwerpunkt Empirische Kommunikationsforschung / Methoden
(Seminar für Medien- und Kommunikationswissenschaft)
C18 – Lehrgebäude 4 / C18.02.24
Sprechzeiten
nach Vereinbarung
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